Battlestar Galactica: Blood & Chrome


Battlestar Galactica: Blood & Chrome (USA, 2012)

Blu-ray, Koch Media
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras:
- Deleted Scenes (29:24 Min.)
- Visuelle Effekte (23:00 Min.)
- Trailer

Regie:
Jonas Pate

Hauptdarsteller:
Luke Pasqualino (William Adama)
Ben Cotton (Coker Fasjovik)
Lili Bordan (Dr. Becca Kelly)
John Pyper-Ferguson (Xander Toth)
Brian Markinson (Silas Nash)




Story

Die Zylonen - intelligente Maschinen mit freiem Willen - haben sich gegen ihre Erschaffer gewandt und führen seit Jahren einen Vernichtungsfeldzug gegen die Menschheit. Unter dem Druck der ständigen Attacken drohen die menschlichen Werte verloren zu gehen; alles wird der Verteidigung der zwölf besiedelten Planeten (Kolonien) untergeordnet. Riesige Trägerraumschiffe, die Kampfsterne, führen Geschwader von Viper-Kampfjägern gegen die zylonischen Basisschiffe ins Feld. Der Krieg verläuft jedoch längst nicht so günstig wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Tatsächlich steht die Menschheit am Rande des Untergangs.

Der junge Rekrut William Adama verlässt die Militärakademie mit Auszeichnung und tritt den Dienst im Kampfstern Galactica an. Adamas Vorgesetzten halten ihn für einen der besten Piloten, die sie je ausgebildet haben. Dessen ist sich Adama durchaus bewusst und deshalb ist seine Enttäuschung groß, als Commander Nash ihn nicht etwa einer Viper-Staffel zuteilt, sondern einem Raptor-Transporter. Adamas Copilot ist Coker Fasjovik, ein desillusionierter Zyniker, der schon die Tage bis zum Dienstzeitende zählt. Adamas erster Einsatz soll ein Versorgungsflug sein. Das "Transportgut" des Raptors besteht aus der Computerspezialistin Dr. Becca Kelly. Sie ist eine Mitarbeiterin von Graystone Industries (also jener Firma, die die Zylonen erschaffen hat) und war maßgeblich an der Verbesserung der zylonischen KI beteiligt. Weit draußen im All erhält Adama neue Befehle und begreift, dass er keineswegs wie von Nash behauptet zur Dämpfung seines allzu selbstbewussten Ungestüms zu einem langweiligen Routineflug verdonnert wurde. Er und Coker, der von alldem nicht begeistert ist, sollen Kelly zu bestimmten Koordinaten bringen. Am Zielpunkt finden sie das Wrack ihres Kontaktschiffes vor und werden von zylonischen Jägern angegriffen. Adama muss all seine Flugkünste aufbieten, um die Gegner auszuschalten.

Tief im feindlichen Gebiet stoßen Adama und seine Begleiter auf eine starke koloniale Flotte. Es sind "Geisterschiffe" - mehrere Kampfsterne und Kreuzer, die als zerstört oder vermisst gemeldet worden sind. Sie warten hier auf eine Gelegenheit, um das Schlachtenglück doch noch zu Gunsten der Menschheit zu wenden. Entscheidende Bedeutung kommt hierbei Kelly zu. Sie soll auf dem Planeten Djerba, einer von den Zylonen eroberten ehemaligen Wintersportwelt, zu einer Gruppe von Infiltratoren stoßen. Der Kampfstern Osiris wird zu dieser Mission abgestellt. Adama gehört zu den Freiwilligen, die die Landeoperation vornehmen sollen. Coker ist wieder mit der Partie, aber alles andere als freiwillig. In der Nähe Djerbas kommt es zu einem Zusammenstoß mit einem zylonischen Basisschiff. Die Osiris wird wrackgeschossen, kann das Basisschiff aber noch rammen. Die Kommandantin zündet die nicht starbereiten Atomraketen, so dass beide Schiffe untergehen. Adamas Raptor und zwei Viper-Jäger sind zuvor gestartet. Die Jäger werden von den Zylonen abgeschossen. Der Raptor baut eine Bruchlandung. Adama, Coker und Kelly marschieren durch die Eiswüste bis zum Ursprungsort eines Peilsignals. Dort finden sie nur Leichen vor und fallen fast selbst robotisch-organischen Hybridwesen aus den zylonischen Werkstätten zum Opfer. Sie werden von Xander Toth gerettet, dem letzten überlebenden Infiltrator.

Toth führt das Trio in seinen Unterschlupf. Es handelt sich um ein verlassenes Hotel, das von den Zylonen für Experimente mit Menschen genutzt wurde. In der Nacht schläft Kelly mit Adama. Kurz danach dringen zwei Zylonen in das Hotel ein. Toth wird tödlich verwundet. Adama zerstört einen Roboter. Der zweite nähert sich Kelly, greift sie aber nicht an, sondern scannt einen Kettenanhänger, den sie immer bei sich hat. Adama und Coker kommen hinzu und schießen die Maschine zu Schrott. Kelly besteht darauf, ihre Mission zu Ende zu führen. Coker will jedoch zunächst ein paar Antworten haben. Bis jetzt haben er und Adama keinerlei Informationen über Kellys Mission erhalten. Kelly erklärt, dass der Anhänger ein Computervirus enthält, das in eine nicht weit entfernte automatische Kommunikationseinrichtung der Zylonen eingespeist werden muss. Adama und Coker begleiten Kelly zu der Einrichtung. Zu spät stellen sie fest, dass Kelly eine Verräterin ist. Sie glaubt, in Wahrheit seien die Menschen die Aggressoren und müssten zu Verhandlungen mit den Zylonen gezwungen werden. Kelly lädt kein für die Zylonen schädliches Virus hoch, sondern Informationen über die Geisterflotte. Sie feuert auf Adama und Coker, wird aber selbst verwundet. Adama zerstört die Funkanlage, bringt Coker nach draußen und aktiviert ein Funksignal. Die beiden werden von einem Raptor abgeholt. Kelly bleibt in der Einrichtung zurück. Sie wird von einem halb organischen, halb robotischen Zylonen getötet.

Zurück in der Galactica erfährt Adama von Nash die ganze Wahrheit. Der gesamte Verlauf der Ereignisse war vom Militär geplant. Die Zylonen sollten glauben, sie könnten die ahnungslose Geisterflotte überfallen, doch dadurch wurden sie lediglich von ihren früheren Standorten weggelockt. Die Geisterflotte hatte sich längst abgesetzt und konnte zahlreiche nicht verteidigte Feindbasen vernichten. Sobald Adama genesen ist, darf er im Pilotensessel eines Viper-Jägers Platz nehmen und in den Kampf gegen die schwer angeschlagenen Zylonen ziehen.


Kringels Meinung

Die Fernsehserie "Battlestar Galactica" ist ein Remake der Serie Kampfstern Galactica aus den Jahren 1978 und 1979. Das Remake (BSG) besteht aus einer Miniserie und vier kompletten Staffeln, hinzu kommen noch die Langfilme Razor und The Plan. In BSG liegt der erste Zylonenkrieg, der in "Blood & Chrome" noch tobt, schon Jahrzehnte zurück. Es kommt zu einem zweiten Krieg, in dem die zwölf Kolonien der Menschen von den Zylonen vernichtet werden. Der gealterte William Adama, Kommandant der Galactica, führt eine zusammengestoppelte Flotte von Flüchtlingsschiffen in vorläufige Sicherheit und beginnt mit der Suche nach der legendären Ursprungswelt der Menschheit - der Erde. Das Remake hat mir wegen des realistischen Ansatzes und der stets mitschwingenden Sozialkritik, der für damalige Verhältnisse (die Serie war 2009 beendet) sehr guten Spezialeffekte und der erstklassigen Schauspieler gut gefallen. Nur eins hat mich wirklich gestört: Das Religionsgeschwurbel. Die humanoiden Zylonen faseln ständig von ihrem Gott und dessen Plan. In der vierten Staffel tritt Gaius Baltar als Messias auf, Starbuck wird quasi zu einem Engel. Und so weiter und so fort. Nach dem Ende von BSG wurde eine Prequel-Serie unter dem Titel Caprica ausgestrahlt, in der auf dieser Thematik zu meinem größten Missfallen noch mehr herumgeritten wird.

Dann kam "Blood & Chrome", ursprünglich eine zehnteilige Webserie, die als Bindeglied zwischen "Caprica" und BSG sowie als Auftakt für eine weitere Fernsehserie gedacht war. Eine solche Serie wurde allerdings nie realisiert. Das finde ich sehr schade, denn "Blood & Chrome" enthält alles, was ich an BSG gut finde, aber keine der Schwächen! Oder fast keine. Zwei Kleinigkeiten nerven doch, aber das sind "handwerkliche" Dinge wie der inflationäre Einsatz der Wackelkamera. Nicht nur in Actionszenen ruckelt und schwankt die Kamera wie verrückt. Dasselbe geschieht auch bei Dialogen oder anderen ruhigen Szenen, in denen das hysterische Gewackel noch mehr stört. Das wird allerdings noch vom zweiten Kritikpunkt getoppt. Lensflares und sonstige Blendeffekte prasseln in einem Übermaß auf das Auge ein, wie ich es nicht mal in Star Trek into Darkness ertragen musste! Zu diesem Stilmittel musste vermutlich gegriffen werden, weil "Blood & Chrome" zum Großteil am Computer entstanden ist. Es agieren natürlich echte Schauspieler, aber bis auf wenige Ausnahmen wurden alle Umgebungen, Hintergründe usw. per CGI erschaffen. Das übertrieben helle Licht überstrahlt die Hintergründe, so dass deren Künstlichkeit nicht so sehr auffällt.

Aber genug davon! Vielleicht beurteile ich diesen Film zu euphorisch, weil ich mich gerade erst über "Caprica" geärgert habe und weil in "Blood & Chrome" endlich geboten wird, was ich bei "Caprica" schmerzlich vermisst habe, nämlich der erste Zylonenkrieg. Zunächst einmal ist es ein schmutziger Krieg, das heißt, die Öffentlichkeit wird über den wahren Verlauf in Unkenntnis gelassen und die Propaganda schlachtet nicht nur Helden aus, sondern bastelt sich selbst welche aus Personen, die eigentlich überhaupt keine Heldentaten vollbracht haben. Außerdem wird ein Kampfstern (die Osiris) für ein höheres Ziel geopfert. Adama hätte beinahe dasselbe Schicksal erlitten, sein Idealismus wird schamlos ausgenutzt. Das alles ist ziemlich zynisch, aber nicht unrealistisch! Vor allem aber wird in "Blood & Chrome" ordentlich was für's Auge geboten. Dynamische Dogfights im All! Viper-Jäger und Zylonen-Raider! Gigantische Kampfsterne, Kreuzer und Basisschiffe! Zylonen-Zenturios! Die Galactica nicht als rostiges Museumsschiff wie in BSG, sondern als voll kampffähige Kriegsmaschine, in deren Hangars es zugeht wie im Bienenstock! Zugegeben, nicht alles überzeugt hundertprozentig. Als Negativbeispiel wären die biomechanische Schlangenkreatur und die zu deutlich nach Kunstschnee aussehende Landschaft von Djerba zu nennen. Aber darüber kann ich großzügig hinwegsehen, denn ansonsten ist der Film ein Fest für Fans. Schon gleich zu Anfang, wenn ein paar Töne der alten Kampfstern Galactica-Titelmelodie erklingen, ist für Gänsehaut gesorgt ...


Blu-ray-Features

Knapp eine halbe Stunde nicht verwendeter Szenen - das klingt nach viel, ist es aber nicht, denn es handelt sich zum Teil nur um Erweiterungen vorhandener Szenen. Außerdem sind entweder gar keine oder nur unvollständige Computergrafiken vorhanden, so dass die Schauspieler vor Greenscreens agieren. Auch inhaltlich wird nicht viel Interessantes geboten. Adama nervt mit seinem überheblichen Draufgängertum, Coker spricht von seiner Vergangenheit. Toll.

In der Featurette "Visuelle Effekte" sprechen zahlreiche Mitglieder des Produktionsteams über ihre jeweiligen Arbeitsbereiche. Die Schauspieler kommen hierbei nicht zu Wort. Erst anhand dieser Featurette ist mir so richtig klar geworden, wie intensiv bei der Realisierung dieses Films mit CGI gearbeitet worden ist. Das ist als Lob gemeint; mir sind die computergenerierten Hintergründe und Objekte manchmal gar nicht als solche aufgefallen. In der Featurette sind einige Szenen im vorher-nachher-Vergleich zu sehen, da wird das dann deutlich.


J. Kreis, 20.10.2016




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