Blade Runner 2049


Blade Runner 2049 - Limited Deckard Blaster Edition (USA, 2017)

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 163 Minuten

Extras:
- Prolog mit Einführungen von Denis Villeneuve: "2022: Blackout" (15:45 Min.), "2036: Nexus Dawn" (6:31 Min.), "2048: Nowhere to Run" (5:49 Min.)
- Die Entstehung der Welt von Blade Runner 2049 (21:55 Min.)
- Blade Runner für Anfänger (11:22 Min.)
- Was der Mensch ist (17:15 Min.)
- Die Kämpfe der Zukunft: Action in Blade Runner 2049 (5:50 Min.)
- Aus zwei wird eins (5:27 Min.)
- Wie eine zweite Haut: Die Mode in Blade Runner 2049 (5:51 Min.)

Regie:
Denis Villeneuve

Hauptdarsteller:
Ryan Gosling (KD6-3.7)
Harrison Ford (Rick Deckard)
Sylvia Hoeks (Luv)
Jared Leto (Niander Wallace)
Ana de Armas (Joi)
Robin Wright (Joshi)
Carla Juri (Dr. Ana Stelline)
Mackenzie Davis (Mariette)
Hiam Abbass (Freysa)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Blade Runner.

Nach Dr. Eldon Tyrells Tod wirft seine Firma, die Tyrell Corporation, ein weiterentwickeltes Replikantenmodell auf den Markt. Die künstlichen Menschen des Typs Nexus-8 haben keine limitierte Lebensdauer. Sie werden wie ihre Vorgänger als Arbeitssklaven und Soldaten eingesetzt, hauptsächlich auf den Kolonialwelten. Nach kurzer Zeit entwickelt sich eine Anti-Replikanten-Bewegung und es kommt zu mehreren blutigen Aufständen. Daraufhin wird die Herstellung von Replikanten verboten, was zum Niedergang der Tyrell Corporation führt. Im Jahre 2022 ereignet sich ein Blackout. Alle Datenspeicher werden gelöscht oder schwer beschädigt. Aufgrund der immer weiter zunehmenden Umweltverschmutzung brechen die Ökosysteme weltweit zusammen. Nur durch künstliche Nahrungsmittel, hergestellt von einem genialen Wissenschaftler namens Niander Wallace, können Hungersnöte verhindert werden. Wallace gewinnt enorme wirtschaftliche Macht, tritt Tyrells Nachfolge an, übernimmt dessen Nachlass und präsentiert schließlich eine neue Generation von Replikanten, Typ Nexus-9. Diesen Replikanten ist absoluter Gehorsam einprogrammiert, deshalb dürfen sie in Serie produziert werden. Während des Blackouts sind viele Nexus-8-Replikanten untergetaucht. Sie leben seitdem unerkannt unter den Menschen, aber sie werden gejagt.

KD6-3.7 ist ein mit der Tötung illegaler Replikanten beauftragter Blade Runner des Los Angeles Police Department. K ist ein Replikant und wird von den Menschen verachtet, was er mit demselben stoischen Gleichmut hinnimmt, mit dem er seine Zielpersonen tötet. Er hat keine sozialen Kontakte und lebt allein. Seine einzige Gefährtin ist Joi, ein lernfähiges Computerprogramm, dessen interaktiver holografischer Avatar eine schöne junge Frau darstellt. Wie alle Replikanten hatte K keine Kindheit. Erinnerungs-Implantate dienen als Ersatz. K muss sich regelmäßigen Tests unterziehen, durch die seine emotionale Stabilität geprüft wird. Im Jahre 2049 tötet K einen Nexus-8-Replikanten namens Sapper Morton in dessen Proteinfarm. Beim routinemäßigen Scan der Umgebung entdeckt K einen vergrabenen Behälter. Wie sich später herausstellt, befindet sich darin das Skelett einer Replikantin, die vor 30 Jahren an den Folgen eines Kaiserschnitts gestorben ist. Bisher war man davon ausgegangen, dass Replikanten sich nicht fortpflanzen können. Die Tatsache, dass eine von ihnen ein Kind zur Welt gebracht hat, kommt für Ks Vorgesetzte Lieutenant Joshi einer Katastrophe gleich. Sollte diese Information bekannt werden, wird es ihrer Meinung nach zu einem Vernichtungskrieg zwischen Menschen und Replikanten kommen. Sie gibt K den Auftrag, sämtliches Beweismaterial zu beseitigen - auch das Kind.

Um mehr über die tote Replikantin herauszufinden, stattet K der Wallace Corporation einen Besuch ab. Anhand der Seriennummer und der DNS wird die Frau als Rachael identifiziert, ein experimentelles Sonderprojekt des Dr. Eldon Tyrell. K erfährt, dass Rachael im Jahre 2019 von einem Blade Runner namens Rick Deckard getestet wurde und wenig später mit ihm verschwunden ist. Ks Nachforschungen stoßen bei Niander Wallace auf Interesse, denn dessen größtes Ziel besteht in der Erschaffung fortpflanzungsfähiger Replikanten. Rachaels Kind könnte die Lösung für dieses Problem sein. Wallace setzt seine Assistentin, die Replikantin Luv, auf die Sache an. Sie tötet einen Gerichtsmediziner und stiehlt Rachaels Knochen. K sieht sich die Proteinfarm noch einmal genauer an, bevor er sie befehlsgemäß niederbrennt. Er stößt auf Zeichen am Fuß eines toten Baumes, unter dem Rachael begraben wurde. K kennt dieses Datum. Es ist in ein kleines Holzpferd eingeritzt, welches zentraler Bestandteil einer seiner künstlichen Erinnerungen ist. Zufall? Oder erinnert sich K an etwas, das tatsächlich geschehen ist? K durchsucht die Polizeiarchive nach Kindern, die am betreffenden Tag geboren wurden, und stößt auf zwei identische DNS-Sätze von einem Mädchen und einem Jungen. Die Kinder sollen in einem bestimmten Waisenhaus aufgenommen worden sein. Den Aufzeichnungen zufolge ist das Mädchen gestorben und der Junge ist verschwunden.

K sucht das immer noch existierende Waisenhaus auf. Hinweise auf die Kinder sind nicht vorhanden. Die entsprechenden Unterlagen wurden entfernt. Viel wichtiger für K ist, dass er das Holzpferd genau dort vorfindet, wo er es der Erinnerung zufolge einst versteckt hat. Von Dr. Ana Stelline, der weltweit besten Erinnerungsdesignerin, lässt sich K bestätigen, dass die betreffende Erinnerung echt ist. K kommt zu der Überzeugung, er selbst sei Rachaels Kind. Dadurch wird sein Weltbild derart erschüttert, dass er beim nächsten Test im LAPD durchfällt und somit aus dem Verkehr gezogen werden müsste. Gegenüber Joshi behauptet K, er habe ihren Auftrag vollständig erfüllt. Sie erlaubt ihm deshalb, das Gebäude zu verlassen. K muss Dienstmarke und Waffe abgeben. Er hat nun 48 Stunden Zeit, bis der nächste Test fällig ist. Durch genaue Analyse des Holzpferdes wird klar, dass dieses in Las Vegas hergestellt wurde. Die Stadt wurde vor langer Zeit radioaktiv verseucht, dort lebt niemand mehr. Bevor K nach Las Vegas aufbricht, verbringt er auf Wunsch von Joi eine Nacht mit der Prostituierten Mariette. Er ahnt nicht, dass sie zu einer Untergrundorganisation von Replikanten gehört, die von einer Frau namens Freysa geleitet wird. Mariette deponiert einen Peilsender in Ks Kleidung. Vor der Abreise transferiert K Joi in einen portablen Emanator, dessen Antenne er zerstört, so dass Luv, die bisher jeden Schritt Ks überwacht hat, zu anderen Maßnahmen greifen muss. Sie tötet Joshi, um herauszufinden, wo sich K befindet.

Währenddessen spürt K Deckard in Las Vegas auf, gewinnt sein Vertrauen und erfährt, dass Deckard der Vater von Rachaels Kind ist. Deckard hat das Kind nie zu Gesicht bekommen. Er musste sich vor der Geburt absetzen, um die Verfolger von Rachael und dem Kind abzulenken. Freysas Leute haben das Kind in ihre Obhut genommen. Deckard hat die letzten Spuren mit gefälschten Geburtsprotokollen verwischt. Luv und ihre Schergen greifen Deckards Versteck an. Dabei wird der Emanator zerstört. Deckard wird Wallace vorgeführt, der ihm eine Kopie Rachaels als Belohnung für Informationen anbietet. Deckard bewahrt Stillschweigen und soll nun auf einem anderen Planeten durch Folter zum Reden gebracht werden. Luv erschießt den Rachael-Klon. K ist schwer verwundet in Las Vegas zurückgeblieben. Mariette versorgt seine Wunden. Freysa erklärt, Rachaels Kind solle zur Symbolfigur des Widerstands werden und die Replikanten in den Kampf führen. Nicht K ist dieses Kind, sondern Dr. Stelline. K soll Deckard töten, damit er Wallace nicht zu seiner Tochter führen kann. K kehrt nach Los Angeles zurück und fängt den Konvoi ab, mit dem Deckard zum Raumhafen gebracht werden sollte. Nach hartem Kampf, in dem er selbst tödlich verwundet wird, bezwingt K Luv. Er verschont Deckard, fliegt ihn zu Dr. Stellines Institut und gibt ihm das Holzpferd. Deckard tritt seiner Tochter gegenüber. K bleibt draußen auf den Stufen im Schnee zurück und erwartet den Tod.


Kringels Meinung

Ich muss eins vorausschicken, damit das, was unten folgt, nicht wie ein Verriss klingt. Mir gefällt "Blade Runner 2049" wirklich sehr. Der Film ist ein großartiges Stück Science-Fiction-Kino, das in keiner Sammlung fehlen sollte. Würde ich den Film Blade Runner nicht kennen, dann hätte ich "Blade Runner 2049" aufgrund des atemberaubenden Bilderrauschs, des nicht minder schönen Soundtracks und der tiefgründigen Story sofort meiner ganz persönlichen Liste der besten Science-Fiction-Filmen aller Zeiten hinzugefügt. Da ich "Blade Runner" in- und auswendig kenne, kann ich immerhin sagen, dass "Blade Runner 2049" den Kern, die Essenz dieses 35 Jahre alten Films perfekt ins 21. Jahrhundert transportiert, ohne zum Plagiat zu verkommen. Denis Villeneuve hat ein audiovisuelles Kunstwerk erschaffen, das sich meiner Meinung nach auf äußerst angenehme Weise von den seelenlosen Spezialeffektorgien anderer aktueller Genrebeiträge abhebt, bei denen es nur darum zu gehen scheint, die Erwartungshaltung von Fans zu bedienen oder ein auf hohle Action fixiertes, an Aufmerksamkeitsdefiziten leidendes Kinopublikum nicht zu langweilen. Trotz seiner Länge und der über weite Strecken hinweg sehr ruhigen Erzählweise hat mich "Blade Runner 2049" von der ersten bis zur letzten Szene in seinen Bann gezogen. Das bis in kleine Nebenrollen ganz hervorragend besetzte Figurenensemble hat mich hundertprozentig für sich eingenommen. Selbst das Schicksal jener namenlosen Replikantin, die von Wallace getötet wird, hat mich nicht kalt gelassen. Mehr will ich gar nicht sagen, um nicht in ellenlange Lobeshymnen zu verfallen!

Soviel dazu. Jetzt der weniger angenehme Teil. Ich mach's kurz, damit es nicht allzu weh tut.

"Blade Runner" war für mich damals eine Offenbarung und genießt bei mir heute geradezu kultische Verehrung. Der Film ist ein einzigartiges Meisterwerk, das Maßstäbe gesetzt hat und zu seiner Zeit stilbildend war. Diesen Stellenwert kann "Blade Runner 2049" trotz genialer Tricktechnik (die im Jahre 2018 meines Erachtens völlig zu Recht mit einem Oscar gewürdigt wurde) und spektakulärer Kamerarbeit nicht erreichen, und zwar aus dem einfachen Grund, weil es "Blade Runner" schon gibt. Dystopische Zukunftsszenarien und dunkle Megametropolen nach dem Vorbild von "Blade Runner" wurden inzwischen sehr oft geboten, der Look des Films wurde vielfach kopiert. In "Blade Runner 2049" geschieht nichts anderes, wenn auch einige Nummern größer und besser, als ich es je zuvor gesehen habe. Gänsehautmomente wie zum Beispiel Roy Battys Sterbemonolog fehlen jedoch. Die Story von "Blade Runner" braucht keine Fortsetzung. Sie endet (zumindest im Director's Cut und Final Cut) genau so, wie sie enden sollte. Zudem existiert ja auch keine Fortsetzung der von Philip K. Dick geschriebenen Romanvorlage. "Blade Runner 2049" hat der Geschichte nichts hinzuzufügen und zu den grundlegenden Themen wird nichts gesagt, was nicht schon ausreichend in "Blade Runner" ergründet worden wäre. Ich müsste den Film also als irrelevant bezeichnen, wenn er nicht so wunderschön wäre.


Extras

Die nummerierte Limited Deckard Blaster Edition ist exklusiv bei Amazon erhältlich. Sie wird in einer großen Pappbox geliefert und enthält eine Nachbildung jener Pistole in Originalgröße, die von Rick Deckard schon in "Blade Runner" benutzt wird. Der Blaster ist fest mit einem Sockel verklebt und ziemlich schwer, besteht aber anscheinend nicht aus Metall. Zumindest ist das Material nicht magnetisch. Am Lauf sind mehrere Leuchtdioden angebracht. Die zur Illumination benötigten Knopfzellen sind nicht im Lieferumfang enthalten.



Blade Runner 2049

Das Bonusmaterial ist auf zwei Discs verteilt, fällt aber erstaunlich mager aus. Von einer richtigen Filmdoku kann man da nicht sprechen. Immerhin wird deutlich, dass vergleichsweise wenig mit Greenscreens gearbeitet wurde. Wo immer möglich, wurden alle Kulissen und Objekte (z.B. die Flugautos) 1:1 gebaut! Die hinter dem Design der Welt des Jahres 2049 stehende Idee wird durch einen Satz auf den Punkt gebracht: Es ist eine Welt, in der Steve Jobs nie existiert hat. Ansonsten wird recht viel über die Story referiert, die Figuren werden vorgestellt und so weiter. Die einzelnen Featurettes sind oberflächlich und teilweise redundant.

Sehr schön finde ich, dass drei Kurzfilme mit auf der ersten Disc sind, die vor dem Kinostart von "Blade Runner 2049" online gesehen werden konnten. "2022: Blackout" ist ein Anime, in dem gezeigt wird, wie es zu der globalen Datenlöschung gekommen ist, die in "Blade Runner 2049" erwähnt wird. Nexus-8-Replikanten werden von den "echten" Menschen gejagt und ermordet. Die Täter greifen auf die Datenbanken der Tyrell Corporation zurück, um Replikanten zu identifizieren. Um das zu beenden, zünden einige Replikanten eine Atombombe und führen einen Anschlag auf die Tyrell-Firmenzentrale durch. Im Realfilm "2036: Nexus Dawn" stellt Niander Wallace (Jared Leto) das neue Nexus-9-Modell vor und demonstriert dessen bedingungslosen Gehorsam. Dabei gibt er noch etwas mehr von dem kryptischen Gefasel von sich, das er auch in "Blade Runner 2049" absondert. "2048: Nowhere to Run", ebenfalls ein Realfilm, spielt kurz vor "Blade Runner 2049". Sapper Morton (Dave Bautista) will einige seiner künstlich hergestellten Organismen auf dem Schwarzmarkt verkaufen und erhält nur einen Bruchteil dessen, was die Dinger wert sind. Anschließend verteidigt er ein kleines Mädchen und dessen Mutter gegen Vergewaltiger. Dabei verliert er Papiere, auf denen seine Adresse steht. Ein Augenzeuge ruft die Polizei an. So ist KD6-3.7 offensichtlich auf seine Spur gekommen.


J. Kreis, 08.03.2018




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