Birdman


Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) (USA, 2014)
- Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance) -

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 119 Minuten

Extras:
- Hinter den Kulissen von "Birdman" (33:28 Min.)
- Eine Unterhaltung mit Michael Keaton und Alejandro Gonzalez Inarritu (14:03 Min.)
- Setfotografien von Chivo

Regie:
Alejandro Gonzalez Inarritu

Hauptdarsteller:
Michael Keaton (Riggan Thomson)
Edward Norton (Mike Shiner)
Emma Stone (Sam Thomson)
Amy Ryan (Sylvia Thomson)
Naomi Watts (Lesley Truman)
Andrea Riseborough (Laura Aulburn)
Zach Galifianakis (Jake)
Lindsay Duncan (Tabitha Dickinson)




Story

Vor zwanzig Jahren war Riggan Thomson als Hauptdarsteller der "Birdman"-Trilogie ein Hollywood-Superstar. Seitdem er das Superheldenkostüm an den Nagel gehängt hat, ist es mit ihm immer weiter bergab gegangen. Er war seiner Tochter Sam alles andere als ein guter Vater, ist geschieden und hat auch als Schauspieler nichts mehr zustande gebracht. Außerdem ist es ihm nicht gelungen, Birdman loszuwerden. Der geflügelte Maskenträger ist Thomsons ständiger Begleiter, kommentiert seine Taten und verspottet ihn. Thomson glaubt, er könne fliegen und habe telekinetische Kräfte. Im von ihm selbst inszenierten Broadway-Theaterstück "What We Talk About When We Talk About Love", in dem er zugleich eine Hauptrolle spielt, sieht Thomson die letzte Chance, seiner Karriere neuen Schwung zu geben und der Nachwelt etwas von künstlerischer Bedeutung zu hinterlassen. Thomson steckt sein ganzes Herzblut und einen beträchtlichen Teil seines Vermögens in das Projekt, um sicherzustellen, dass die Premiere zum Erfolg wird.

Als der für eine wichtige Rolle vorgesehene Schauspieler bei den Proben fast von einem herunterfallenden Scheinwerfer erschlagen wird, suchen Thomson und sein Produzent, der mit ihm befreundete Anwalt Jake, händeringend nach einem Ersatz. Die zum Ensemble gehörende Debütantin Lesley Truman holt den erfolgreichen Schauspieler Mike Shiner, mit dem sie eine Beziehung hat, ins Boot. Er kennt den Text schon, weil er ihr beim Einstudieren geholfen hat. Shiner verleiht der Produktion neue Impulse. Die Kartenvorverkäufe steigen sprunghaft an, als bekannt wird, dass er mitspielen wird. Der exzentrische Method-Actor ist allerdings kaum zu kontrollieren. Er lässt eine Vorpremiere beinahe platzen, versucht Lesley mitten auf der Bühne zu vergewaltigen und beginnt ein Verhältnis mit Sam, die gerade erst einen Drogenentzug hinter sich gebracht hat. Im Verlauf der Vorbereitungen kommt es zu weiteren Schwierigkeiten. Thomson wird von dem verletzten Schauspieler verklagt, seine Freundin Laura Aulburn behauptet, sie sei schwanger (was jedoch nicht stimmt) und aufgrund eines Missgeschicks ist Thomson gezwungen, nur mit einer Feinripp-Unterhose bekleidet quer über den Times Square zu laufen, wodurch er sich zum Gespött macht. Handyvideos des Vorfalls verbreiten sich rasend schnell im Internet. Ironischerweise kommen sich Thomson und Sam ausgerechnet dadurch näher.

Die Feuilletonistin Tabitha Dickinson, von deren Urteil das Schicksal des Stückes abhängt, kündigt kurz vor der Premiere an, sie werde auf jeden Fall einen Verriss schreiben, weil Thomson in ihren Augen kein Schauspieler ist und als ehemaliger Blockbusterstar für alles steht, was sie hasst. Thomson war zuvor schon am Rande des Nervenzusammenbruchs. Jetzt betrinkt er sich und wird wieder einmal durch Birdman bedrängt, doch er gibt nicht auf. Er zieht die Premierenvorstellung durch. In der Schlussszene schießt sich die von ihm dargestellte Figur in den Kopf. Thomson verwendet hierfür absichtlich eine echte Pistole mit vollem Magazin und erntet Standing Ovations. Allerdings ist es ihm nur gelungen, sich die Nase wegzuschießen. Er landet im Krankenhaus und erhält eine neue Nase. Tochter und Exfrau (sowie Birdman) sind an seiner Seite. Tabitha Dickinson hat ihre Drohung nicht wahr gemacht. Stattdessen feiert sie Thomsons Stück als Triumph des Superrealismus. Allein im Krankenzimmer sieht Thomson Vögel am Himmel, öffnet das Fenster und klettert auf die Fensterbank. Er ist verschwunden, als Sam ins Zimmer kommt. Sie blickt nach oben, wo sie etwas sieht, das sie zum Lächeln bringt.


Kringels Meinung

Ich kapituliere! Der Film ist genial. Warum? Kann ich nicht erklären. Irgendeinen Grund werden die Jurymitglieder bei der Oscarverleihung 2015 schon gehabt haben, "Birdman" als besten Film auszuzeichnen. Wenn du, lieber Leser, wissen möchtest, warum ich die Schauspieler, die tragikomische Story, den bitterbösen Humor, die surreale Inszenierung und eine der unglaublichsten Kameraarbeiten, die ich je gesehen habe, nur in den höchsten Tönen loben könnte, wenn ich denn die passenden Formulierungen finden würde, dann musst du einfach nur googeln. Du wirst sicherlich zahlreiche schlaue Reviews finden, in denen eloquent dargelegt wird, warum du "Birdman" (bei dem es sich übrigens nicht um einen Superheldenfilm handelt) unbedingt sehen solltest, wenn du dich auch nur ein bisschen für Filmkunst und Theater interessierst.

Die Novelle "What We Talk About When We Talk About Love" gibt es übrigens wirklich. Autor ist Raymond Carver. Eine Handlungszusammenfassung findet sich in der englischsprachigen Wikipedia.


Blu-ray-Features

Man hätte die beiden Featurettes, die das Bonusmaterial der Blu-ray bilden, ruhig zu einer einzigen zusammenfassen können, denn sie sind sehr ähnlich aufgebaut und wiederholen sich teilweise. Bei "Birdman" gibt es nur sehr wenige Schnitte, erkennbar ist fast keiner; der Film wirkt, als sei er "in einem Rutsch" am Stück gedreht worden. So war es wohl nicht, dennoch wurden sehr lange Einstellungen verwendet. Regisseur und Schauspieler erklären, wie schwer es für sie war, so zu arbeiten, denn dabei war ein kleiner Fehler einer einzigen Person ausreichend, um die vorherigen Anstrengungen aller Kollegen zunichte zu machen. Man sieht, dass zum Teil in einem echten Theater gedreht wurde. Der Schlagzeuger, aus dessen Percussion fast der gesamte Soundtrack besteht, wird bei der Arbeit gezeigt.


J. Kreis, 23.02.2016




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