Battlestar Galactica


Battlestar Galactica Season 4.2 (USA, 2008/2009)

DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 16
Laufzeit: ca. 42 Minuten pro Episode, insg. ca. 465 Minuten

Extras:
- "Was bisher geschah"
- Videoblogs
- "A look back"
- "The Journey ends: The Arrival"
- "...and they have a Plan"
- "Evolution of a Cue"
- "Caprica"-Sneak Peek

Regie:
Michael Nankin, Ronald D. Moore, John Dahl, Wayne Rose, Gwyneth Horder-Payton, Robert Young, Edward James Olmos, Michael Rymer

Hauptdarsteller:
Edward James Olmos (Admiral William Adama - "Husker")
Jamie Bamber (Commander Lee Adama - "Apollo")
Katee Sackoff (Captain Kara Thrace - "Starbuck")
Mary McDonnell (Laura Roslin)
James Callis (Dr. Gaius Baltar)
Tricia Helfer (Nummer 6 in verschiedenen Ausführungen)
Michael Hogan (Colonel Saul Tigh)
Grace Park (Lt. Sharon Agathon - "Athena" / "Boomer" / Nummer 8)
Tahmoh Penikett (Lt. Karl C. Agathon - "Helo")
Rekha Sharma (Tory Foster)
Michael Trucco (Samuel Anders)
Aaron Douglas (Galen Tyrol)
Dean Stockwell (John Cavil / Nummer 1)
Alessandro Juliani (Lt. Felix Gaeta)
Donnelly Rhodes (Dr. Sherman Cottle)
Callum Keith Rennie (Leoben Conoy / Nummer 2)
Kate Vernon (Ellen Tigh)
Mark Sheppard (Romo Lampkin)
Richard Hatch (Tom Zarek)
Lucy Lawless (D'Anna Biers / Nummer 3)
Bodie Olmos (Lt. Brendan Costanza - "Hotdog")
Kandyse McClure (Lt. Anastasia Dualla)
Tiffany Lyndall-Knight (Hybrid)




Inhalt:

Die Box enthält die letzten 11 Episoden der vierten Staffel der Battlestar Galactica - Fernsehserie:

4.11: Die Strömung erledigt den Rest (Sometimes a Great Notion)

Die letzten Überlebenden der zwölf Kolonien und die zylonischen Rebellen haben die Erde nach vierjähriger Suche endlich erreicht, aber der Planet ist menschenleer und unbewohnbar. Genau wie die zwölf Kolonien wurde die Erde durch Nuklearwaffen verwüstet. Zwar hat sich dies ersten Erkenntnissen zufolge schon vor Jahrtausenden ereignet, doch Boden, Wasser und Pflanzen sind immer noch radioaktiv verseucht. Als sich diese Nachricht in der Flotte verbreitet, schlägt die Freude in Verzweiflung um. Die Hoffnung auf einen Neubeginn ist verloren. Die Moral verschlechtert sich dramatisch, denn niemand weiß, wie es jetzt weitergehen soll. Präsidentin Roslin verweigert die Doloxanbehandlung und will mit niemandem mehr sprechen. Sie verbrennt ein Buch mit den Prophezeiungen der Pythia, da sich diese als ebenso trügerisch erwiesen haben wie ihre eigenen Visionen. Auf der Erde werden nicht nur Skelette, sondern auch Trümmer von Robotern gefunden - sie ähneln altertümlichen Zylonen-Zenturios. Die Untersuchung der Knochen erbringt das nächste schockierende Ergebnis: Die Bewohner der Erde waren keine Menschen. Der gesamte dreizehnte Stamm hat aus humanoiden Zylonen bestanden. Starbuck und Leoben Conoy peilen das Notsignal ein, das die Flotte zur Erde geführt hat. Es geht von Trümmern eines Viper-Jägers aus, in dem eine verbrannte Leiche sitzt, auf deren Erkennungsmarke der Name "Kara Thrace" steht...

Galen Tyrol, Samuel Anders und Tory Foster stellen fest, dass sie in früheren Inkarnationen auf der Erde gelebt haben müssen - vor dem nuklearen Holocaust. Tyrol hat eine Vision, in der er sich selbst im Moment einer Atomexplosion sieht, Anders und Foster erinnern sich daran, dass Anders damals für sie alle jenes Lied gespielt hat, durch das sie jüngst erkannt haben, dass sie zu den letzten Fünf gehören. Auf der GALACTICA verbringen Lee Adama und Anastasia Dualla einen schönen Abend. Nachdem sie sich verabschiedet haben, jagt sich Dualla eine Kugel in den Kopf. Admiral Adama, der sich die Schuld am Tod Duallas und so vieler Menschen während der Suche nach der Erde gibt, beginnt zu trinken. Er versucht Colonel Tigh so sehr zu provozieren, dass dieser ihn erschießt. Doch Tigh durchschaut die Absicht, verweigert seine Mithilfe bei dieser Art des Selbstmords, und bringt seinen Freund wieder zur Besinnung. Der Admiral versucht die Menschen durch eine Ansprache aufzumuntern, in der er verspricht, eine neue Heimat für sie zu finden. Somit macht sich die Flotte wieder auf den Weg ins Ungewisse. Den Zylonen wird angeboten, sie zu begleiten. Nur das letzte D'Anna Biers-Modell will auf der Erde zurückbleiben. Tigh hat eine Vision, in der er sich selbst und seine Frau Ellen während der Vernichtung der Erde sieht. So erkennt er, dass Ellen das unbekannte Modell der letzten Fünf sein muss.

4.12: Erschöpfung (A Disquiet follows my Soul)

Admiral Adamas Ansprache hat nicht zur Hebung der Moral beigetragen. Die Selbstmordrate steigt, die Disziplin in der GALACTICA lässt nach. Gaius Baltars Anhänger sind von ihrem Gott enttäuscht. Tyrol erfährt, dass nicht er der Vater von Callys Kind ist, sondern der Viper-Pilot Brendan "Hotdog" Costanza. Viele Menschen lehnen die Allianz mit den Zylonen ab. Wortführer dieser Fraktion ist Vizepräsident Tom Zarek, dessen Position durch Roslins Abwesenheit gestärkt wird. Die Präsidentin kümmert sich nicht mehr um ihre Amtspflichten. Sie will ihre letzten Tage wie eine normale Frau verbringen. Der seit dem Verlust seines rechten Unterschenkels verbitterte Felix Gaeta beginnt die anderen Unzufriedenen um sich zu scharen. Ein gut gemeintes Angebot der Zylonen sorgt für neuen Unmut: Die FTL-Antriebe der Flotte sollen mit Zylonen-Technologie aufgerüstet werden, was ihre Leistungsfähigkeit mindestens verdreifachen würde. Als Gegenleistung verlangen die Zylonen die Zuerkennung der kolonialen Bürgerrechte, was den Admiral verpflichten würde, sie gegen die anderen Zylonen zu verteidigen. Außerdem müsste zylonischen Arbeitstrupps Zutritt zu den Schiffen gewährt werden. Dazu sind die Zivilkommandanten nicht bereit. Der Rat der Zwölf lehnt das Vorhaben mit einer einzigen Gegenstimme (Lee Adama) ab, aber der Admiral hält den Rat nicht für zuständig und setzt sich über die Entscheidung hinweg. Daraufhin meutert die Besatzung des Tylium-Raffinerieschiffes HITEI KAN, tötet einen Zylonen sowie zwei Soldaten, und springt weg. Als Adama erfährt, dass Zarek die Meuterer ermuntert hat, lässt er ihn verhaften. Er hat ein wirksames Druckmittel gegen den Vizepräsidenten in der Hand, denn dieser hat sich mehrfach bestechen lassen. Zarek ist gezwungen, Adama das Versteck der HITEI KAN zu verraten. Das Tyliumschiff wird wenig später zur Flotte zurückgebracht. Zarek verbündet sich mit Gaeta. Die beiden planen einen Aufstand.

4.13: Die Lunte brennt (The Oath)

In der GALACTICA kommt es zu einem Aufstand. Gaeta befreit Zarek und bringt ihn zur COLONIAL ONE, wo der Vizepräsident Lee Adama ablöst. Gaeta verbreitet von der Kommandozentrale des Kampfsterns aus falsche Informationen über ein Feuer, das sich angeblich immer weiter ausbreitet, gleichzeitig sabotiert er die Funkverbindungen zur Flotte und blockiert alle an den Admiral gerichteten Anfragen. So können seine Mitverschwörer, zu denen viele Marines und Piloten gehören, die Kontrolle über ein Hangardeck und andere Abteilungen des Schiffes übernehmen, und niemand in der Zivilflotte weiß, was eigentlich vorgeht. Schließlich stürmen meuternde Marines die Kommandozentrale. Adama und Tigh werden verhaftet. Gaeta übernimmt das Kommando, aber nicht alle Besatzungsmitglieder sind auf seiner Seite. Es kommt zu verlustreichen Kämpfen im ganzen Schiff. Anders und Helo werden zusammengeschlagen. Man steckt sie und Athena zu Caprica-6 in eine Zelle. Starbuck erkennt, was vorgeht. Sie rettet Lee, der bei seiner Rückkehr in die GALACTICA von einigen Piloten getötet werden sollte. Die beiden eskortieren Roslin zu Baltar, dessen Refugium von Tyrol gesichert wurde. Während Tyrol einen Rettungsplan für die Präsidentin ausarbeitet, wendet sich diese über Baltars Piratensender an die gesamte Flotte. So informiert sie die Zivilkapitäne und den Rat der Zwölf über die stattgefundene Meuterei. Lee und Starbuck begegnen Adama und Tigh, die sich inzwischen selbst befreit haben. Die vier bringen Roslin und Baltar zu einer Luftschleuse. Ein Raptor soll die Präsidentin und Baltar zum Zylonen-Basisschiff bringen. Lee und Starbuck setzen sich ab. Adama und Tigh bleiben in der Luftschleuse zurück, um die Meuterer aufzuhalten. Sie werden durch eine Blendgranate außer Gefecht gesetzt. Gaeta befiehlt den Abschuss des Raptors.

4.14: Blut in der Waagschale (Blood on the Scales)

Hotdog, der Roslins Raptor mit einer Viper verfolgt, führt den Abschussbefehl nicht aus. So können sich die Präsidentin und Baltar im Basisschiff in Sicherheit bringen. Die Zylonen wollen per FTL-Sprung fliehen, aber Roslin kann sie überreden, den Admiral nicht im Stich zu lassen. Das Basisschiff sucht zwischen den Zivilschiffen Schutz vor der GALACTICA, die deshalb nicht feuern kann. Da es ihr gelingt, einen kurzen Funkspruch an die Flotte abzusetzen, in der sie nochmals die Lage verdeutlicht, verhindert Roslin, dass sich alle Zivlischiffe vom Basisschiff entfernen. Gaeta will, dass sich Adama vor Gericht für seinen Pakt mit den Zylonen und andere angebliche Verbrechen verantwortet. Romo Lampkin soll ihn verteidigen. Der "Prozess" ist eine Frace, denn Zarek hat das Todesurteil über den Admiral praktisch schon gesprochen. Als sich die Ratsmitglieder weigern, Zarek als Präsidenten anzuerkennen, lässt er sie alle ermorden. Mit dieser Tat bringt er jedoch einige seiner Anhänger gegen sich auf - auch Gaeta, der erkennt, dass es Zarek im Gegensatz zu ihm um alles andere als Gerechtigkeit geht. Dennoch ordnet er Adamas Hinrichtung an. Lee und Starbuck befreien Tigh und die anderen Gefangenen. Da Anders dabei angeschossen wird, muss Starbuck zurückbleiben. Lampkin hilft ihr, den Verblutenden in die Krankenstation zu bringen. Lee und Tigh retten den Admiral, der es danach fertigbringt, das Erschießungskommando auf seine Seite zu ziehen. Viele andere Zivilisten und Marines sind ihm treu geblieben, andere wechseln angesichts von Zareks Grausamkeit die Seiten. Adama führt seine Truppe zur Kommandozentrale. Zarek nimmt Kontakt mit Roslin auf und behauptet, Adama und Tigh seien getötet worden. Er fordert Roslin zur Kapitulation auf. Die Präsidentin weigert sich und schwört stattdessen Rache. Das Basisschiff richtet seine Waffen auf die GALACTICA aus. Der FTL-Antrieb des Kampfsterns soll hochgefahren werden, aber Tyrol, der durch diverse Wartungsschächte bis in den Maschinenraum gekrochen ist, sabotiert die Maschinen. Die GALACTICA kann nicht fliehen, ist aber bereit, auf das Basisschiff zu feuern. Gaeta erkennt, dass er verloren hat und gibt keinen Feuerbefehl. Als Adamas Leute die Zentrale stürmen, wird ihnen kein Widerstand geleistet. Der Admiral funkt das Basisschiff an und klärt die Situation. Alle Meuterer werden verhaftet. Einige Zeit später werden Gaeta und Zarek exekutiert.

4.15: Das verlorene Paradies (No Exit)

Anders muss operiert werden, denn eine Kugel steckt in seinem Schädel. Durch das Trauma hat er jedoch die Erinnerungen an sein Leben auf der Erde zurückerlangt, und die will er unbedingt noch an seinesgleichen weitergeben. So wird klar, dass die ersten Zylonen Geschöpfe der Menschen von Kobol waren, nach der Vernichtung dieses Planeten zusammen mit den anderen Stämmen eine neue Heimat suchen mussten und sich auf der Erde selbst zerstört haben. Anders berichtet, die letzten Fünf hätten seinerzeit an der ursprünglich von Kobol stammenden Wiederauferstehungs-Technologie gearbeitet. Diese Technologie war aufgegeben worden, da der dreizehnte Stamm gelernt hatte, sich auf natürlichem Wege fortzupflanzen. Ellen Tigh hatte den entscheidenden Durchbruch bei der Wiederentdeckung der Technologie geleistet. So konnten die Bewusstseine der Fünf nach ihrem körperlichen Tod bei der Vernichtung der Erde in neue Körper geladen werden, die sich in einem Schiff im Orbit des Planeten befanden. Die letzten Fünf hatten sich auf den Weg zu den anderen zwölf Kolonien gemacht, um deren Bewohner vor der Erschaffung künstlicher Intelligenzen zu warnen. Ihre Reise hatte 2000 Jahre gedauert, aber für sie selbst war aufgrund der Zeitdilatation (das Schiff konnte nur mit annähernder Lichtgeschwindigkeit fliegen) sehr viel weniger Zeit vergangen. Am Ziel angekommen, hatten sie feststellen müssen, dass bereits der erste Zylonenkrieg entbrannt war. Die letzten Fünf hatten den Zenturios angeboten, bei der Erschaffung humanoider Zylonen zu helfen. Als Gegenleistung hatten die damaligen Zylonen die Angriffe auf die zwölf Kolonien eingestellt und sich für 40 Jahre völlig zurückgezogen. In dieser Zeit sind die acht humanoiden Zylonenmodelle entstanden. Cavil hatte seine Schöpfer seinerzeit getötet und ihre Bewusstseine "eingelagert". Er hatte sie mit falschen Erinnerungen ausgestattet und in den zwölf Kolonien ausgesetzt. Damit endet der Bericht, denn Anders' Zustand verschlechtert sich. Die Operation ist erfolgreich, aber Anders erwacht nicht aus dem Koma. Sein Gehirn zeigt kaum mehr Aktivität.

Tyrol hat besorgniserregende Schäden am Schiffsrumpf der GALACTICA festgestellt. Viele Stützträger sind bereits zerstört, klaffende Brüche zeigen sich in den Wänden. Konstruktionsfehler und Dauerbelastung haben zu unsichtbaren Mikrorissen in der gesamten Schiffsstruktur geführt. Der Admiral ernennt Tyrol wieder zum Chief, so dass er die Reparaturarbeiten leiten kann. Tyrols Team kann jedoch nur die sichtbaren Schäden instandsetzen. Der viel schwerer wiegenden Materialermüdung könnte nur durch den Einsatz einer halborganischen Zylonen-Technik entgegengewirkt werden. Als Adama begreift, dass es keinen anderen Weg zur Rettung der GALACTICA gibt, stimmt er Tyrols Plan zu.

Vergangenheit - 18 Monate vor dem Ende des Aufstands: Saul Tigh tötet seine Frau Ellen auf Neu-Caprica, weil sie sich als Verräterin erwiesen hat. Sie ist jedoch eine der letzten Fünf und wird in einem neuen Körper wiedergeboren. Sie erinnert sich sofort an ihr wahres Ich. Cavil begreift nicht, dass Ellen ihm mit dem freien Willen und der Fähigkeit, Gefühle zu empfinden (wozu die Zenturios nicht imstande sind) ein großes Geschenk gemacht hat. Ellen war damals, vor 40 Jahren, vom Glauben an den Einen Gott (der ursprünglich von den Zenturios stammt) und an die Möglichkeit eines Friedens zwischen Menschen und Zylonen überzeugt. Cavil sieht das anders. Er hat die letzten Fünf damals manipuliert und in die zwölf Kolonien geschickt, damit sie die Schlechtigkeit der Menschen erkennen konnten. So sollten sie davon überzeugt werden, dass Cavil mit seiner Favorisierung einer maschinenhaften Existenz ohne Gefühle und Glauben im Recht ist. Ellen weigert sich nach der Vernichtung des Auferstehungszentrums, Cavil bei der Konstruktion eines neuen Zentrums zu helfen. Sie behauptet, ohne die anderen Vier sei dies nicht möglich. Cavil beschließt, ihr Gehirn zu öffnen, um ihr die benötigten Informationen zu entreißen. Eine Nummer 8 - die wiedergeborene Sharon "Boomer" Valerii - bringt Ellen zu einem Raptor und flieht mit ihr aus Cavils Basisschiff.

4.16: Systemblockade (Deadlock)

Auch nach dem Ende der Meuterei herrscht keine Ruhe in der GALACTICA. Während zylonische Arbeitstrupps damit beschäftigt sind, die strukturellen Schäden an der Schiffshülle mit einer quasi-lebendigen Substanz zu flicken, werden die Patrouillenflüge durch Zylonenjäger unterstützt - nicht alle Menschen sind glücklich über diese Entwicklung. Es kommt immer wieder zu Tumulten bei der Nahrungsverteilung. Baltar erkennt, dass sich seine Gemeinde in seiner Abwesenheit emanzipiert hat. Um die Kontrolle zurückzugewinnen, inszeniert er eine großzügige Verteilung der von seinem "Harem" gehorteten Vorräte. Als die "Söhne des Ares" sich die Vorräte mit Waffengewalt aneignen, meint er, dass sich seine Damen einfach besser bewaffnen müssen. Die benötigten Sturmgewehre erhält er von der Schiffsführung, indem er behauptet, für Ruhe unter der Zivilbevölkerung sorgen zu können. Er meint, die einzige Alternative bestehe darin, Zylonen-Zenturios zur Unterstützung der Marines auf die GALACTICA zu holen. Derweil kehren Boomer und Ellen Tigh zur GALACTICA zurück. Tighs Frau ist nicht erfreut über das Verhältnis ihres Mannes zu Caprica-6, erst recht nicht, als sie erfährt, dass die Zylonin schwanger ist. Da alle letzten Fünf wiedervereinigt sind, und da außerdem feststeht, dass sie sich mit den humanoiden Zylonen fortpflanzen können, schlagen diese einen Neuanfang ohne die Menschen vor, von denen sie sich immer noch bedroht fühlen. Tigh ist dagegen, denn bevor Anders ins Koma gefallen ist, hat er verlangt, Tigh solle bei der Flotte bleiben. Tory Foster und Tyrol sind dafür, die Flotte zu verlassen. Die entscheidende Stimme fällt somit Ellen Tigh zu, die diese Gelegenheit nutzt, um einen Keil zwischen Tigh und Caprica-6 zu treiben. Sie stimmt dafür, die Flotte zu verlassen und zwingt Tigh somit, sich zwischen Adama und Caprica-6 zu entscheiden. Die Zylonin soll glauben, dass Adama für Tigh wichtiger ist als sie. Damit ist die Intrigantin allerdings etwas zu erfolgreich: Caprica-6 erleidet eine Fehlgeburt. Ellen Tigh bereut ihre Tat und macht ihre Entscheidung rückgängig.

4.17: Der Pianomann (Someone to watch over me)

Die Vermischung von Menschen und Zylonen geht immer weiter. Eine Nummer 6 mit dem Eigennamen Sonja wird als Sprecherin der Zylonen Mitglied im Rat der Schiffskapitäne, der die Nachfolge des Zwölferrates angetreten hat. Sie fordert die Auslieferung Boomers, da diese mit Cavil paktiert hat und wegen Hochverrats hingerichtet werden soll. Tyrol kann nicht verhindern, dass die Präsidentin zustimmt. Starbuck fragt sich, wer sie eigentlich ist, wenn ihre eigene verbrannte Leiche auf der Erde liegt. Außerdem liegt Anders immer noch im Koma, obwohl ein EEG wieder Hirnaktivität bei ihm zeigt. Mit Hilfe eines imaginären Pianomannes und eines von Athenas Tochter Hera gemalten Bildes erinnert sich Starbuck an eine Melodie, die sie als Kind auf dem Klavier gespielt hat. Als sie das Lied nachspielt, stellt sich heraus, dass das genau jene Melodie ist, durch die bei den letzten Fünf die Erinnerung an deren wahre Identität wachgerufen worden ist. Tyrol wird klar, dass er Boomer noch immer liebt. Er befreit sie, indem er eine Nummer 8 aus einem der Reparaturteams bewusstlos schlägt und während eines der häufigen Stromausfälle an Boomers Stelle in die Gefängniszelle legt. Boomer schlägt ihr Ebenbild Athena nieder und entführt die kleine Hera. Der ahnungslose Tyrol hilft ihr, mit einem Raptor aus der GALACTICA zu fliehen. Er begleitet sie nicht, obwohl sie ihn darum bittet. Athena kann sich befreien und Adama warnen. Der Admiral würde den Raptor trotz der Geisel abschießen lassen, doch Boomer führt in unmittelbarer Nähe der GALACTICA einen FTL-Sprung durch, so dass der Kampfstern schwer in Mitleidenschaft gezogen wird. Ellen Tigh nimmt an, dass ihre eigene Befreiung nur inszeniert wurde, um Boomer die Gelegenheit zu geben, Hera für Cavil zu entführen. Nach Boomers Flucht bricht Roslin zusammen.

4.18: Gestrandet in den Sternen (Islanded in a Stream of Stars)

Trotz der Reparaturarbeiten ist nicht mehr zu übersehen, dass die GALACTICA allmählich auseinanderfällt. Es kommt zu Hüllenbrüchen, Dutzende von Menschen und Zylonen werden ins All geblasen. Noch ist Admiral Adama aber nicht bereit, die GALACTICA aufzugeben und das Basisschiff gemäß Sonjas Angebot als neues Flaggschiff zu übernehmen. Die letzten Fünf versuchen ihn zu überreden, Boomer zu verfolgen und Hera zu befreien. Ellen Tigh behauptet, die Zylonin sei mit Sicherheit unterwegs zur "Kolonie", dem Machtzentrum des zylonischen Volkes. Starbuck weist darauf hin, dass Hera irgendwie mit den Geschehnissen um die letzten Fünf verbunden sein muss. Adama entsendet einen Aufklärungstrupp, aber der kann nur feststellen, dass die "Kolonie" an einen unbekannten Ort verlegt wurde. Tatsächlich trifft Boomer dort ein und übergibt Hera an Cavil, obwohl sie eine emotionale Beziehung zu dem Kind aufgebaut hat, da es ihre Visionen teilen kann. Starbuck weiht Baltar in die Wahrheit ein und überlässt ihm die bei ihrer Leiche gefundene Erkennungsmarke. Er untersucht das daran haftende Gewebe und stellt eindeutig fest, dass es von einer toten Kara Thrace stammen muss. Er behält dieses Geheimnis aber nicht für sich, sondern plaudert es in seinen Predigten über Engel und das Ewige Leben aus. Anders ist inzwischen mehr oder weniger bei Bewusstsein; er wurde wie ein Hybrid mit der GALACTICA verbunden. Über die halborganische zylonische Reparaturmasse kann er Teile der Schiffssysteme beeinflussen, so dass die Verbindung wieder getrennt werden muss. Nachdem Adama endlich erkannt hat, dass die GALACTICA nicht mehr zu retten ist, ordnet er die Evakuierung an. Der Kampfstern soll ausgeschlachtet werden. Die Kapitäne der anderen Schiffe können das Material nur zu gut gebrauchen.

4.19: Götterdämmerung, Teil I (Daybreak, Part I)

Da Baltars Anhängerschaft enorm angewachsen ist, fordert er einen Sitz im neuen Rat. Lee Adama ist klug genug, dieses Ansinnen abzulehnen. In einem Punkt hat Baltar jedoch Recht: Das Ende der GALACTICA, die für die Menschen ein Symbol für Stärke und Verlässlichkeit war, wird den Beginn eines neuen Zeitalters einleiten. Starbuck weicht nicht von Anders' Seite und versucht den Code zu entschlüsseln, der ihrer Meinung nach in den von Hera gemalten Noten verborgen sein muss. Admiral Adama bittet Starbuck, Anders wieder mit dem Schiffssystemen zu verbinden, damit er ihn nach den Koordinaten der "Kolonie" fragen kann. Nachdem er diese erhalten hat, trifft der Admiral eine ganz persönliche Entscheidung - und er fordert alle Besatzungsmitglieder auf, es ihm gleichzutun. Adama will die GALACTICA ein letztes Mal einsetzen, um die "Kolonie" anzugreifen und Hera zu retten. Nur Freiwillige sollen an dieser Mission teilnehmen, denn es handelt sich sehr wahrscheinlich um ein Selbstmordkommando. Jeder ist zugelassen, auch die Meuterer. Viele Menschen und Zylonen melden sich freiwillig. Selbst Roslin schleppt sich aus der Krankenstation zur Sammelstelle. Das Zielgebiet wird erkundet. Die "Kolonie" ist eine gigantische Raumstation in der Akkretionsscheibe eines Schwarzen Loches. Das gesamte Gebiet ist von kosmischem Staub und Gesteinstrümmern erfüllt und die extremen Gravitationskräfte des Schwarzen Loches machen ein Manövrieren fast unmöglich. Nur in dem relativ kleinen Bereich rund um die "Kolonie" herrscht Stabilität. Jedes Schiff, das dorthin springt, befindet sich in unmittelbarer Schussreichweite der Raumstation.

4.20: Götterdämmerung, Teil II (Daybreak, Part II)

Der Angriff auf die Zylonenkolonie wird vorbereitet. Entscheidende Bedeutung kommt dabei Anders zu, der erneut mit den Systemen der GALACTICA vernetzt wird und sich mit den Hybriden der Raumstation verbinden soll, um diese außer Gefecht zu setzen. Kurz vor dem Aufbruch ernennt Lee Adama Romo Lampkin zum neuen Präsidenten. Das inzwischen komplett regenerierte Rebellen-Basisschiff übernimmt den Schutz der Zivilflotte. Baltar entschließt sich im letzten Moment, an Bord der GALACTICA zu bleiben. Dann springt der Kampfstern mitten in die Akkretionsscheibe des Schwarzen Loches hinein und materialisiert in unmittelbarer Nähe der Kolonie. Ein heftiges Kurzdistanzgefecht entbrennt, bis Anders die Hybriden und somit die gesamte Verteidigung der Raumstation deaktiviert. Die Viperstaffeln fangen die angreifenden Jäger ab, während einige Raptors direkt aus der Landegondel der GALACTICA springen, an der Station andocken und Soldaten absetzen, die von Zenturios unterstützt werden. Weitere Trupps dringen in die Kolonie ein, nachdem der Kampfstern diese gerammt und sich tief hineingebohrt hat. Ein von Starbuck angeführter Trupp begegnet Boomer, die nicht mit ansehen konnte, wie an Hera herumexperimentiert wird und das Mädchen befreit hat. Sie übergibt das Kind an Athena, die sie danach dennoch erschießt.

Cavil führt den Gegenangriff an. Zenturios und humanoide Zylonen dringen in die GALACTICA ein. Baltar und Caprica-6 beteiligen sich an der Verteidigung. Die überlebenden Landetrupps kehren in die GALACTICA zurück, aber im Kampfgetümmel wird Helo schwer verwundet. Hera läuft davon. Athena und Roslin folgen ihr, aber ganz wie in den Opernhaus-Visionen, die sie immer wieder hatten, können sie nicht verhindern, dass Baltar und Caprica-6 mit dem Mädchen verschwinden. Allerdings bringen sie das Kind lediglich in die Kommandozentrale, wo ebenfalls bereits gekämpft wird. Cavil schnappt sich Hera und droht sie zu erschießen. Es gelingt Baltar, den Zylonen davon zu überzeugen, dass höhere Mächte am Werk sind. Angeblich trägt Hera den Schlüssel zum Überleben beider Spezies in sich. Baltar bittet Cavil, ihm zu vertrauen. Dazu ist dieser aber erst bereit, als die letzten Fünf ihm ein verlockendes Angebot machen: Sie wollen ihm im Austausch für Hera und einen neuen Frieden das Wissen über die Auferstehungstechnologie überlassen. Cavil willigt ein und ruft all seine Truppen über Funk zurück. Daraufhin befiehlt auch der Admiral die Beendigung der Kämpfe.

4.21: Götterdämmerung, Teil III (Daybreak, Part III)

Da jeder der letzten Fünf jeweils nur einen Teil des Wissens über die Auferstehungstechnologie besitzt, müssen sich alle mit Anders verbinden. Dadurch erhalten sie Zugriff auf alle Erinnerungen der jeweils anderen. So erfährt Tyrol, dass Cally von Tory Foster ermordet worden ist. Er unterbricht die Verbindung und erwürgt Tory. Somit bricht die Datenübertragung an die Zylonen ab. Cavil wittert Verrat und eröffnet den Kampf erneut. Alle Zylonen werden ausgeschaltet (Cavil erschießt sich selbst, als er die Niederlage erkennt), aber die GALACTICA liegt wieder unter heftigem Feuer und muss fliehen, da die Kolonie in das Schwarze Loch zu stürzen droht. Starbuck muss den FTL-Antrieb programmieren, kennt aber die Koordinaten des Rendezvouspunktes mit der Flotte nicht. Sie gibt daher die Zahlenfolge ein, die sie aus den von Hera gemalten Noten abgeleitet hat. Durch den Sprung wird die GALACTICA so schwer beschädigt, dass sie nie wieder mit Überlichtgeschwindigkeit wird fliegen können, aber sie erreicht den Orbit eines Planeten, der wie eine zweite Erde aussieht. Die Flotte folgt zwölf Stunden später. Der Planet ist ein wahres Paradies, und es gibt dort sogar Menschen - allerdings befinden sich diese auf einer sehr primitiven Entwicklungsstufe. Sie sind nomadisch lebende Jäger und Sammler. Baltar und Dr. Cottle finden heraus, dass diese Menschen mit den Überlebenden der zwölf Kolonien genetisch kompatibel sind. Das Weiterbestehen der Menschheit ist also gesichert.

Lee Adama macht einen Vorschlag, der von allen knapp 40.000 Überlebenden angenommen wird: Sie wollen alles hinter sich lassen und noch einmal ganz von vorne anfangen. Die Menschen werden in kleinen Gruppen auf dem ganzen Planeten verteilt, ausgestattet mit etwas Proviant und Ausrüstung, aber ohne Waffen und moderne Technik. Anders lenkt die GALACTICA und die Flotte in die Sonne. Die humanoiden Zylonen schließen sich den Menschen an. Sie überlassen das Basisschiff den Zenturios, die somit endlich frei sind. Admiral Adama verabschiedet sich von seinem Sohn und Starbuck. Er nimmt einen Raptor, um der sterbenden Laura Roslin die Schönheit der neuen Erde zu zeigen. Nach ihrem Tod lässt er sich an einem einsamen Ort nieder, um dort die Blockhütte zu bauen, von der er und Roslin immer geträumt haben. Starbuck verschwindet von einer Sekunde auf die andere, während sich Lee noch mit ihr unterhält.

150.000 Jahre später hat die Menschheit ein Technologie-Level erreicht, das sich dem Entwicklungsstand der zwölf Kolonien annähert. Baltars innere Nummer 6 und ihr männliches Gegenstück in der Gestalt Baltars schlendern in New York über den Times Square und stellen fest, dass die Menschheit offensichtlich dabei ist, denselben Fehler erneut zu begehen: Es werden Roboter konstruiert, die inzwischen schon zumindest äußerlich kaum noch von Menschen unterscheidbar sind...

Die Episoden:

In meinem Archiv findet ihr folgende Episodenführer und Rezensionen:

Klassische Fernsehserie Teil 1 und Teil 2
Remake-Miniserie
Erste Staffel der Remake-Fernsehserie
Zweite Staffel der Remake-Fernsehserie Teil 1 und Teil 2
Dritte Staffel der Remake-Fernsehserie Teil 1 und Teil 2
Vierte Staffel der Remake-Fernsehserie Teil 1
Langfilm "Razor"
Langfilm "The Plan"

In diesen Reviews bin ich schon ausführlich genug auf die Serie eingegangen, das möchte ich nicht alles wiederholen.

Die zweite Hälfte der letzten Staffel beginnt mit einigen gehörigen Knallefekten: Die Erde ist radioaktiv verseucht, die originale Kara Thrace ist tot, der 13. Stamm hat aus Zylonen bestanden und Ellen Tigh ist eine der letzten fünf Zylonen... Das steht zwar alles nicht in direktem Widerspruch zu den bisherigen Erkenntnissen, aber man fragt sich, ob all das hätte sein müssen - und natürlich ergeben sich gleich einige neue Fragen. Zumindest eine davon bleibt ungeklärt: Wer oder was ist Kara Thrace Version 2.0? Und natürlich bleibt bis zum Ende der Serie offen, wer oder was hinter den ganzen Rätseln steckt. Eine höhere Macht? Gott? Am Ende finden die Überlebenden einen zweiten bewohnbaren Planeten. Sie nennen ihn "Erde" und besiedeln ihn. Ein paar Jahrzehntausende später ist daraus "unsere" Erde geworden und die virtuelle Nr. 6 sowie der virtuelle Baltar wandeln durch New York. Waren "Head-Six" und "Head-Baltar" also nie Halluzinationen/Visionen (Baltar und Caprica-6 sind schließlich längst tot, wer sollte also jetzt halluzinieren?) sondern wirklich und wahrhaftig Engel? Sorry - aber das ist mir zu schwurbelig. All die Visionen, Prophezeiungen und dergleichen - hätte man sich da nicht eine handfestere Lösung ausdenken können? Man möchte Adama direkt applaudieren, wenn er sagt, dass er die Schnauze voll von Visionen hat... Mir ist klar, dass die Auflösung aller Rätsel und das mehr-oder-weniger-Happy-End ohne das Eingreifen einer höheren Macht nur schwerlich zu erzielen gewesen wäre, aber wirklich zufrieden bin ich damit nicht. Dass die Menschen einfach irgendeinen Planeten dazu erklärt haben DIE ERDE zu sein, OK, damit kann man leben. Dass sie alle widerspruchslos auf sämtliche Annehmlichkeiten moderner Technik verzichten, kann man schon schwerer akzeptieren. Gerade nach dem jahrelangen entbehrungsreichen Leben in der Flotte hätte ich mir jedenfalls ein anderes Schicksal gewünscht, als mich zusammen mit irgendwelchen primitiven Cro-Magnon-Menschen in eine Lehmhütte ohne Wasser und Strom zu hocken, frugale Mahlzeiten zu mir zu nehmen und irgendwann elendiglich an einer simplen Infektion zu sterben oder so...

Aber bis es soweit ist, muss in den letzten Episoden noch ein weiter Weg zurückgelegt werden, und der hat es in sich. Diese Phase ist noch düsterer als alle Episoden der ersten Hälfte dieser Staffel. Alles löst sich auf, die Ordnung zerfällt - symbolisiert durch den überall in der GALACTICA herumliegenden Müll, die Schmierereien an den Wänden und die träge herumlungernden Gestalten in den Korridoren des Schiffes. Roslin gibt sich selbst und die Suche nach einer neuen Heimat völlig auf, und sogar Adama spielt nicht mehr mit. Er versucht nicht mehr, Roslin zu überreden, sondern liegt lieber mit ihr im Bettchen, wenn er sich nicht gerade sinnlos besäuft. Das ist nach all den Schicksalsschlägen einerseits verständlich, andererseits steht es im Widerspruch zur bisherigen Charakterisierung dieser Figuren. Die Dekonstruktion legt aber noch einen Zahn zu: Irgendwann kämpft jeder gegen jeden. Selbst einst sympathische Charaktere (Gaeta, Racetrack, Seelix) werden zu Verrätern, die sogar jemanden wie Lee Adama ermorden würden. Und diesmal versteht man ihre Motivation nicht mehr. Das gilt vor allem für Zarek. Ich dachte bisher, ihm gehe es nicht nur um Macht, sondern um die Sache. Jetzt aber erweist er sich als absolut skrupellos. Er befiehlt die Ermordung des Zwölferrats und hätte gewollt, dass Gaeta Adama töten lässt. Es kommt sogar der älteste Trick der Welt zur Anwendung: Man sieht Adamas Hinrichtung, aber das erweist sich gleich darauf als Traum. Baltar legt die nächste Kehrtwendung hin. Fast hätte man ihm abgenommen, dass er wirklich zum Glauben gefunden hat, aber dann gibt er zu, dass er alles nur spielt. Tja, dann wird der Aufstand beendet - und alles scheint wieder in Butter zu sein. Das geht zu einfach, ebenso wie mir Zareks und Gaetas Erschießung zu schnell kommt. Ein Gerichtsverfahren war da anscheinend nicht mehr nötig? Und damit ist's noch immer nicht genug. Nein, auch die GALACTICA selbst muss dran glauben. Da geht's dann wirklich an's Eingemachte. Es kommt einem so vor, als hätte es den Autoren und Regisseuren ein diebisches Vergnügen bereitet, nach und nach alles zu vernichten, was den Fans ans Herz gewachsen ist.

Es wird immer deutlicher, dass die zum Serienfinale präsentierten Auflösungen rätselhafter Handlungsstränge in dieser Form ursprünglich nicht geplant waren. Anscheinend hat man sich erst zum Ende der Serie Gedanken darüber gemacht, wie man all die losen Fäden miteinander verknüpfen könnte. Wahrscheinlich hatten Regisseure und Autoren zunächst ebenso wenig einen echten Plan wie die Zylonen! Dass Tyrol gar nicht der Vater von Callys Kind ist, ist auch so eine Sache. Die "letzten Fünf" waren ursprünglich vermutlich kein Thema - das hat sich jemand erst im weiteren Verlauf der Serie ausgedacht, und dann ist das Problem aufgetaucht, dass ein Zylon eigentlich keinen Menschen schwängern kann. Also musste ein anderer Vater her. Wie ich im Kommentar zur ersten Hälfte der vierten Staffel schon schrieb: Die Rolle der letzten Fünf ist völlig überbewertet worden. Das Ganze wurde dann entmystifiziert - ebenso wie z.B. die Träume vom Opernhaus. Den Autoren ist anscheinend keine plausible Auflösung für dieses Rätsel eingefallen, und jetzt stellt sich heraus, dass Baltar und Caprica-6 gar nicht daran denken, Hera zu entführen. Sie bringen das Kind einfach nur ins CIC (das in den Visionen wohl durch das Opernhaus symbolisiert wurde). Immerhin bleibt das Ganze mehr oder weniger in sich schlüssig. Ganz am Ende wird klar, warum Hera so wichtig ist. Sie ist die "mitochondriale Eva", also eine Frau, die als Vorfahrin aller heute lebenden Menschen gilt. Somit sind wir also Nachkommen einer Frau, die von einem Menschen und einer Zylonin gezeugt wurde...

Aber es gibt noch mehr Positives zu vermelden als die (zugegebenermaßen oft nur mühsam gewahrte) innere Schlüssigkeit. So findet Starbuck endlich wieder zu einer Art Normalität zurück, jedenfalls darf sie wieder das coole Kampfschwein spielen und flippt nicht mehr so sehr aus wie in der ersten Hälfte der vierten Staffel. Überhaupt wird recht viel solide Action geboten, und es gibt wundervolle Bilder aus Caprica City vor der Vernichtung, sowie beeindruckende Aufnahmen der GALACTICA und der Zivilflotte, tolle Raumschlachten und dergleichen mehr zu sehen. Der finale Kampf mit der riesigen Zylonen-Raumstation inmitten der Akkretionsscheibe eines Schwarzen Loches ist einfach genial - das gehört eigentlich auf die große Leinwand, sprich: Ins Kino. Zum Abschied von der GALACTICA fliegt Adama noch ein letztes Mal mit seinem alten Viper-Jäger am Kampfstern vorbei, und als Anders die Flotte in die Sonne steuert, erklingt noch einmal die Titelmelodie der klassischen Serie. Irgendwie merkwürdig, aber auch schön zu sehen, wie Menschen und Zylonen zusammenarbeiten und sich vermischen (symbolisiert durch das schleimige Zeug, mit dem die GALACTICA geflickt wird). Die Zylonen hängen jetzt ebenfalls Bilder ihrer Vermissten und Gefallenen in den Fluren auf, genau wie die Menschen. Die letzten drei Folgen enthalten viele Rückblicke auf die Monate oder Jahre vor der Vernichtung der Kolonien, die ich in den Zusammenfassungen nicht erwähnt habe. Man sieht unter anderem Roslins jüngere Schwestern, die zusammen mit ihrem Vater bei einem Unfall sterben. Man erfährt mehr über Baltar: Er hatte einen pflegebedürftigen Vater, um den sich Nummer 6 gekümmert hat. Und vieles mehr! Es ist sehr nett, mal wieder etwas über das Vorleben der Hauptfiguren zu sehen - allerdings hätte ich auf das Techtelmechtel zwischen Starbuck und Lee Adama verzichten können.

Insgesamt findet die Serie ein zwar akzeptables, teils aber auch ziemlich herbeigezwungenes Ende. Sehenswert ist die letzte Hälfte der vierten Staffel natürlich auf jeden Fall.

DVD-Features:

Oh Mann, wann wird Universal endlich ein Einsehen haben und uns einen "Alles Abspielen"-Button genehmigen, damit nicht jedes einzelne Bonus-Fitzelchen gesondert gestartet werden muss? Auch diesmal sucht man dieses Feature wieder vergebens.

Abgesehen von den Audiokommentaren gibt es zu fast allen Episoden teils recht lange nicht verwendete Szenen. So bekommt man die ganz schön brutale Erschießung der Ratsmitglieder zu sehen. Eine weitere nicht verwendete Szene wirft ein anderes Licht auf die Fehlgeburt von Caprica-6. Die Zylonin geht nämlich wegen Schwangerschaftsbeschwerden zu einer Zivilistin, von der sie irgendwelche Kräuter oder dergleichen erhält. Wurde sie also evtl. vergiftet?

Zu den Extras gehört auch ein ca. acht Minuten langer Rückblick, in dem auf witzige (und irrsinnig schnell gesprochene) Weise erzählt wird, was von Beginn der Miniserie bis zum Ende von Staffel 3 geschehen ist. Die elf Videoblogs sind jeweils zwischen dreieinhalb und fünf Minuten lang, jedes geht auf einen anderen Aspekt des Produktionsprozesses und der Serie ein. Mal steht Richard Hatch im Mittelpunkt, mal Ron Moore. Dann wieder geht es um drei Komparsen, die wiederkehrende Rollen haben, die Planungen zum Serienende und die Gedanken der Beteiligten dazu, das zweite Filmteam und seine Aufgaben und so weiter. "A look back" besteht aus sechs Featurettes mit Laufzeiten zwischen knapp vier und neun Minuten, die hauptsächlich aus Interviews bestehen. Die Beiträge beschäftigen sich u.a. mit dem Stellenwert der Religion in der Serie, der Rolle Tom Zareks oder der Frage, wie die verschiedenen Regisseure den Look und den Stil der Serie geprägt haben. In "The Journey ends" (12:38 Minuten) geht's um das Ende der Serie - hauptsächlich wird aber Eigenlob verteilt. "...and they have a Plan" ist im Grunde kaum mehr als Werbung für den Langfilm "The Plan".

Am interessantesten und mit 23:06 Minuten am längsten ist die Featurette "Evolution of a Cue". Komponist Bear McCreary erklärt und zeigt ausführlich, wie ein Musikstück für die Serie entsteht. Diese kleine Dokumentation geht wirklich ins Detail, und angesichts des für eine nur wenige Minuten lange Sequenz betriebenen Aufwands und der dabei eingesetzten Technik fragt man sich, wie es die Komponisten früher ohne all diese Hilfsmittel geschafft haben, Soundtracks zu kreieren.

J. Kreis, 03.11.2010


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