Battlestar Galactica: The Plan


Battlestar Galactica - The Plan (USA, 2009)

BluRay, Universal
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 112 Minuten

Extras
- Audiokommentar
- Entfallene Szenen (13:53 Min.)
- The Cylon Attack (3:57 Min.)
- The Cylons of "The Plan" (6:45 Min.)
- From Admiral to Director (6:42 Min.)
- The Magic behind "The Plan" (19:04 Min.)

Regie:
Edward James Olmos

Hauptdarsteller:
Dean Stockwell (Nummer 1 - "John Cavil")
Callum Keith Rennie (Nummer 2 - "Leoben Conoy")
Rick Worthy (Nummer 4 - "Simon O'Neill")
Matthew Bennett (Nummer 5 - "Aaron Doral")
Tricia Helfer (Nummer 6 in verschiedenen Ausführungen)
Grace Park (Nummer 8 - Lt. Sharon "Boomer" Valerii)
Edward James Olmos (Commander William Adama)
Michael Trucco (Samuel T. Anders)
James Callis (Dr. Gaius Baltar)
Katee Sackoff (Captain Kara Thrace - "Starbuck")
Lymari Nadal (Giana O'Neill)




Inhalt:

Zur Vorgeschichte: Siehe Kampfstern Galactica.

Die zwölf Kolonien wurden von den Zylonen vernichtet, aber die Menschheit wurde nicht wie geplant vollständig ausgerottet. Etwa 50.000 Überlebende sind mit einer kleinen Flotte in die Tiefen des Alls geflohen, und auch auf dem von den Zylonen besetzten Planeten Caprica gibt es noch Menschen, die hartnäckig Widerstand leisten. Die Flüchtlingsflotte wird vom Kampfstern GALACTICA unter dem Kommando William Adamas angeführt. Kopf des Widerstands auf Caprica ist der ehemalige Sportler Samuel Anders. In beiden Gruppen befinden sich zylonische Infiltratoren: Humanoide Wesen, die sich zum Teil selbst für Menschen halten und nur durch komplizierte medizinische Tests von echten Menschen unterschieden werden könnten. Ihre Identität ist den Menschen zunächst nicht bekannt. Sie sind quasi unsterblich, denn ihr Bewusstsein wird nach ihrem körperlichen Tod von so genannten Auferstehungsschiffen eingefangen und in neue Körper geladen. Die verschiedenen humanoiden Zylonenmodelle werden sowohl durch Nummern als auch durch Eigennamen identifiziert - es gibt unzählige Exemplare jeder Modellreihe. Nur ihr Oberhaupt - Nummer 1 alias John Cavil - kennt die Wahrheit über die Entstehung der acht humanoiden Zylonenmodelle: Sie wurden von einer früheren Generation humanoider Zylonen erschaffen, die vor Jahrtausenden auf Kobol, der Urheimat aller Menschen, entstanden ist. Nur fünf Einzelexemplare dieser ersten Zylonengeneration (die "letzten Fünf") existieren noch in der Gegenwart.

Es ist Cavil gelungen, die letzten Fünf zu töten, ihr Bewusstsein in neue Körper zu laden und ihnen dabei gleichzeitig das Wissen um ihre wahre Identität zu nehmen. Er hat sie in den Kolonien ausgesetzt, um sie dazu zu bringen, die Sünden der Menschen zu erkennen und ihre Liebe zu ihnen zu verwerfen. Sein Plan sieht außerdem vor, dass die letzten Fünf bei der Vernichtung der Kolonien getötet und in neue Körper geladen werden. Beide Vorhaben scheitern, denn die letzten Fünf lernen die Menschen durch ihr Leben mit ihnen nur noch mehr zu lieben, außerdem überleben sie den Genozid. Vier von ihnen befinden sich in der Flüchtlingsflotte, der fünfte ist Samuel Anders. Je ein Cavil-Exemplar schleicht sich deshalb in der GALACTICA und im Widerstand auf Caprica ein, um das Vernichtungswerk mit Hilfe der anderen Infiltratoren zu vollenden. Der Flotten-Cavil gibt sich als Priester aus, bleibt aber meist im Verborgenen und verteilt Aufgaben an seine Artgenossen. Zylonen-Infiltrator Nummer 2 (alias Leoben Conoy) soll den verschlüsselten Flottenfunk knacken. Nummer 5 (alias Aaron Doral) soll einen Selbstmordanschlag begehen. Nummer 6 (die in zwei Kopien auftritt) soll Dr. Gaius Baltar diskreditieren, denn der Wissenschaftler hat einen Zylonen-Detektor entwickelt. Außerdem aktiviert Cavil einen weiteren Zylonen, der als "Schläfer" ins Militär eingschleust wurde: Lt. Sharon Valerii, Rufzeichen "Boomer", und in Wahrheit Zylonenmodell Nummer 8. Sie soll die GALACTICA beschädigen und Commander Adama töten. Der Caprica-Cavil hat weniger zu tun, außerdem entwickelt er mit der Zeit Zuneigung zu den Menschen und kommt zu dem Schluss, dass die Vernichtung der Kolonien ein Fehler war.

Zwar richten die Infiltratoren in der Flotte einige Schäden an, doch sie werden durch ihre Gefühle für die Menschen behindert. Nummer 4 (alias Simon O'Neill) lebt schon seit Jahren mit Frau und Kind zusammen, die er wirklich liebt. Deshalb begeht er lieber Selbstmord, als das Schiff zu vernichten, auf dem er mit seiner Familie lebt. Conoy ist fasziniert von der Viper-Pilotin Starbuck, geht den Menschen in die Falle und wird hingerichtet. Doral sprengt sich zwar weisungsgemäß in die Luft, kann aber keine wichtigen Einrichtungen zerstören. Nummer 6 geht nur halbherzig gegen Baltar vor, da sie ihn liebt. Cavil zwingt sie, Selbstmord zu begehen, damit sie bei den Zylonen downloaden und die Koordinaten der Flüchtlingsflotte verraten kann. Boomer wird durch ihre Doppelrolle fast in den Wahnsinn getrieben. Sie schießt zwar auf Adama, zielt aber absichtlich schlecht. Sie wird später von einem aufgebrachten Besatzungsmitglied erschossen. Somit gehen Cavil allmählich die Helfer aus. Er selbst wird von einem Kind belästigt, das sich immer wieder in seine Kapelle schleicht. Als er bemerkt, dass er den kleinen Jungen zu mögen beginnt, tötet er ihn. Sein Ende naht, als Anders und die anderen Guerillas - einschließlich Caprica-Cavil - durch Starbuck und einige Marines evakuiert werden. Bei ihrer Ankunft in der GALACTICA wird klar, dass die beiden Cavils humanoide Zylonen sein müssen. Der Caprica-Cavil hat zwar gute Nachrichten (bei den Zylonen hat es einen Stimmungswandel gegeben; sie sind zu einem Waffenstillstand bereit), wird aber ebenso wie sein "Bruder" verhaftet und aus einer Luftschleuse geworfen. Ihr Tod ist zwar nicht endgültig, da sich ein Auferstehungsschiff in der Nähe befindet, aber Caprica-Cavils Bewusstsein wird vermutlich "auf Eis gelegt" werden, da er den Plan der Cavil-Modellreihe für falsch hält.

Der Film:

Die Fernsehserie "Battlestar Galactica" ist ein Remake der Serie Kampfstern Galactica aus den Jahren 1978 und 1979. Das Remake besteht aus einer Miniserie und vier kompletten Staffeln, hinzu kommt noch der Langfilm Razor. In "The Plan" werden die Geschehnisse der Remake-Serie noch einmal aus Sicht der Zylonen erzählt. Der Handlungszeitraum beginnt kurz vor der Vernichtung der Kolonien, umfasst die gesamte erste Staffel und endet zeitglich mit der letzten Folge der zweiten Staffel. Was mit der GALACTICA, der Flüchtlingsflotte und den Zylonen weiter geschieht, erfährt man in diesem Film nicht. Siehe hierzu die dritte und vierte Staffel der Fernsehserie.

Was ich zu Stil und Inhalt von "Battlestar Galactica" zu sagen habe, könnt ihr den oben verlinkten Reviews entnehmen. Ich halte die Serie mit einigen Einschränkungen für eine der besten aktuellen SF-Serien, wenn nicht für die beste überhaupt. Für "The Plan" gilt im Grunde dasselbe. Hier sind die Einschränkungen aber noch ein wenig größer. Das größte Problem dürfte darin bestehen, dass man den Film nur verstehen kann, wenn man die gesamte Serie kennt, denn alle nicht-zylonischen Hauptfiguren werden ziemlich stiefmütterlich behandelt. Wer die Serie nicht gesehen hat, wird in den seltensten Fällen begreifen, wer diese Personen überhaupt sind, in welcher Beziehung sie zu den Zylonen stehen und so weiter. Er wird die Zusammenhänge nicht verstehen, die meist nur angedeutet werden, und er wird nicht begreifen, auf welche in der Serie thematisierten Geschehnisse immer wieder Bezug genommen wird. Ohne Kenntnis der Hintergründe, die in der Serie ausgearbeitet werden, versteht der Zuschauer bei diesem Film oft nur Bahnhof. Den Sinn des zylonischen "Plans" wird er schon gar nicht begreifen, und er wird wegen des offenen Endes irritiert sein.

Für Eingeweihte wiederum ergeben sich weniger neue Erkenntnisse, als man hätte erwarten können. Dass die Zylonen die Menschheit vernichten wollten, um sich für ihre Unterdrückung zu rächen, und dass Cavil dabei eigene Ziele verfolgt hat, wurde im Verlauf der Serie ja bereits geklärt. Eigentlich brauchte es den Film nicht, um all das zu verdeutlichen - komplett neue Wendungen oder überraschende Enthüllungen werden sowieso nicht geboten. Man erfährt immerhin, dass Cavil der Strippenzieher für alle zylonischen Aktivitäten in der Flotte war, und man begreift besser, warum Boomer und Leoben Conoy sich so seltsam verhalten haben: Boomer wurde von Cavil bzw. einer Nummer 6 hypnotisiert und war somit eine echte "Schläferin". Cavil konnte sie nach Belieben aktivieren und deaktivieren. Conoy hat schon früh mitgekriegt, dass Starbuck eine ganz besondere Bestimmung zu erfüllen haben würde. Es wird ganz gut verdeutlicht, wie sich die humanoiden Zylonen unter dem Einfluss der Menschen verändern. Schauspieler Rick Worthy darf sich freuen: In der Serie hat er nur sehr selten ein bisschen was zu tun gehabt, aber im Film ist er eine der Hauptfiguren (sogar gleich in mehreren Rollen) und hat einige starke Szenen. Merkwürdig übrigens, dass D'Anna Biers (Nummer 3, in der Serie gespielt von Lucy Lawless) sich nicht bei Cavil gemeldet hat. Sie müsste doch auch in der Flotte sein - oder ist sie erst später dort eingesickert?

Was negativ auffällt, ist die sehr häufige Wiederverwertung von Szenen aus der Serie. Zugegeben: Diese Szenen werden stets durch neue Aufnahmen erweitert und ergänzt, aber man hätte sich doch gewünscht, ausschließlich neues Material zu sehen zu bekommen! Insgesamt macht der Film wegen dieses Aufbaus einen zerstückelten, episodenhaften Eindruck. Schade. Leider verschießt der Film fast sein gesamtes (eigenes) Pulver bereits in der ersten Viertelstunde. Die hat es aber wirklich in sich! Die Zerstörung der Kolonien wird sehr ausführlich gezeigt, und dabei wird vor ziemlich expliziter Gewaltdarstellung nicht zurückgeschreckt. Man sieht die gewaltige Zylonenflotte sowie grandiose Panorama-Aufnahmen verschiedener Kolonien vor und nach der Vernichtung. Nachdem die Bomben gefallen sind, durchstreifen Zenturio-Trupps die Städte und metzeln die Überlebenden nieder. Die Leichen werden dann zu großen Haufen zusammengeschoben und verbrannt. Das ist ganz schön starker Tobak! Die Spezialeffekte und Computergrafiken sind bis auf wenige Ausnahmen einfach wundervoll, und so entfaltet sich ein geniales Enzeit-Szenario - das aber leider recht bald wieder in Vergessenheit gerät, denn die Widerständler auf Caprica sind immer in saftig grünen Wäldern unterwegs, denen man die globale nukleare Katastrophe nicht ansieht. Und ansonsten spielt sich die Handlung meist im Inneren von Raumschiffen ab.

Insgesamt bietet der Film einfach zu wenig. Kaum neue Informationen und nach dem zugegebenermaßen genialen Anfang auch zu wenig Action und "Eye-Candy". Für Fans lohnt sich die Anschaffung natürlich schon wegen der herrlichen Aufnahmen von Caprica-City und anderer Kolonien. Wer "Battlestar Galactica" aber noch nicht kennt, sollte sich zuerst die Serie zu Gemüte führen.

BluRay-Features:

Von den entfallenen Szenen sind nur drei länger als nur ein paar Sekunden: Verlängerte Versionen des Pyramid-Spiels sowie des Dialogs mit Ellen Tigh und Cavil in der Topless-Bar, außerdem eine Szene, in der Caprica-Cavil den Widerstandskämpfern erzählt, dass die Zylonen einen Waffenstillstand wünschen und eine Wiederansiedlung der Menschen auf Picon zulassen würden. Einige Menschen folgen deshalb Boomer und Caprica-6, als diese hinzukommen. Dann aber tauchen Zenturios auf und metzeln alle nieder.

Abgesehen vom Audiokommentar, den ich noch nicht angehört habe, gibt's dann noch vier Featurettes, die zusammengenommen knapp 40 Minuten lang sind und einen recht guten Einblick in den Produktionsprozess bieten. So kann man die Dreharbeiten einer Szene mitverfolgen, in der die Caprica-Widerstandskämpfer einige Zenturios angreifen und man sieht den Regisseur bei der Arbeit. Witzig: Er hat dabei offenbar kiloweise Sonnenblumenkerne verputzt, um die Nerven zu beruhigen. Besonders ausführlich wird auf die Entstehung der CGI-Effekte eingegangen.


J. Kreis, 26.10.2010


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