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Batman Batman (USA, 1989)
DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 12
Laufzeit: ca. 121 Minuten

Extras
Infos zu den Schauspielern (Texttafeln), Produktionsnotizen (Texttafeln), Trailer

Regie:
Tim Burton

Hauptdarsteller:
Michael Keaton (Bruce Wayne / Batman)
Jack Nicholson (Jack Napier / Joker)
Kim Basinger (Vicky Vale)
Michael Gough (Alfred)
Robert Wuhl (Alexander Knox)
Jack Palance (Boß Karl Grissom)




Inhalt:

In Gotham City regieren Gangsterbanden, gegen die Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent und Polizeichef Gordon kaum etwas ausrichten können. Doch die Stadt hat auch einen Beschützer: Batman. In der Maske einer bedrohlichen Gestalt, die an eine riesige Fledermaus erinnert, verbreitet er Angst und Schrecken unter den Verbrechern. Düstere Legenden ranken sich um ihn. Man hält ihn für ein übernatürliches, nichtmenschliches Wesen, das alle Verbrecher gnadenlos zur Strecke bringt. Die Polizei glaubt nicht an seine Existenz, selbst die Presse hat es noch nicht geschafft, auch nur ein einziges Foto von dem stets im Dunkel der Nacht agierenden Einzelgänger zu schießen. In Wirklichkeit steckt ein normaler Mensch hinter Batmans Maske: Es ist Bruce Wayne, ein Multimillionär, der als Kind die Ermordung seiner Eltern mit ansehen mußte und sich dem Kampf gegen das Böse verschrieben hat. Seine diversen technischen Hilfmittel, sein Kampftraining und sein scharfer Verstand machen Wayne alias Batman zusammen mit dem Ruf, den er in der Unterwelt hat, zu einem wahren Superhelden, obwohl er keine übermenschlichen Fähigkeiten besitzt.

Eine neue Dimension des organisierten Verbrechens bricht in Gotham City an, als Gangsterboß Napier seine zu mächtig gewordene rechte Hand Jack Napier beseitigen läßt. Napier, der Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt und mit Grissoms Freundin angebandelt hat, wird in eine Falle gelockt. Grissom schickt ihn in eine Chemiefabrik, die als Geldwaschanlage dient. Dort soll Napier »aufräumen«. Gleichzeitig informiert Grissom jedoch die Polizei, außerdem trifft Batman in der Chemiefabrik ein. Auf der Flucht wird Napier verletzt und stürzt in einen Bottich mit Säure. Batman versucht ihn noch festzuhalten, doch Napier versinkt in der giftigen Brühe und wird durch die Abwasserkanäle weggespült. So entkommt er zwar, da man ihn für tot hält, doch er ist auf bizarre Weise verstümmelt: Seine Haut ist weiß gebleicht, seine Haare sind grün - und sein Gesicht ist zu einem ständigen Grinsen verzerrt. Napier, der schon immer ein halber Psychopath war, verliert wegen der Verunstaltung vollends den Verstand. Et voilá: Der Joker ist geboren, ein wahnsinniger Superschurke, der sich umgehend an Grissom rächt und mit brutaler Gewalt die Kontrolle über alle Gangstersyndikate der Stadt an sich reißt.

Inzwischen verliebt Bruce Wayne sich in die schöne Fotografin Vicky Vale, die sich zum Ziel gesetzt hat, die geheimnisvolle Riesenfledermaus zu stellen. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht ist er hin und her gerissen: Soll er den Kontakt mit ihr einstellen, um sie nicht zu gefährden und sich in seinem Kampf gegen das Verbrechen nicht ablenken zu lassen? Oder soll er sie in sein Geheimnis einweihen? Zunächst einmal muß er seine Aufmerksamkeit jedoch dem Joker widmen. Dessen Pläne sehen nämlich unter anderem vor, Batman aus dem Weg zu räumen, tödliche Chemikalien in Gotham City zu verbreiten - und Vicky zu heiraten. Batman rettet Vicky vor dem Zugriff des Jokers und lanciert mit ihrer Hilfe eine Warnung vor den Giften des Jokers in der Zeitung. Der Joker gibt allerdings nicht auf und dringt in Vickys Wohnung ein. Dort ist gerade Bruce Wayne zu Besuch, der jetzt erkennt, daß der Joker (bzw. Napier) der Mörder seiner Eltern ist. Zum Schein läßt er sich erschießen, der Joker zieht sich zunächst einmal zurück. Alfred, Bruce Waynes Butler oder vielmehr sein Elternersatz, offenbart Vicky Vale die Wahrheit über Batmans Identität.

Den finalen Schlag gegen Gotham City will der Joker am Tag der Zweihundertjahrfeier führen. Er kündigt öffentlich an, bei der für die Feier angesetzten Parade Geld wie Konfetti regnen zu lassen. Damit will er allerdings nur so viele Menschen wie möglich anlocken (was ihm auch gelingt), denn in Wirklichkeit plant er einen Giftgasanschlag. Als die Parade beginnt, ist Vicky Vale mittendrin. Der Joker nimmt, bewacht von seinen schwer bewaffneten Männern, ebenfalls teil. Er lenkt einen Festwagen mit riesigen Ballonfiguren durch die Straßen - doch die Ballons sind mit Giftgas gefüllt. Gerade noch rechtzeitig kann Batman die Ballons mit seinem Batwing-Jet wegschleppen, nachdem er die Chemiefabrik des Jokers zerstört hat, doch dann wird er vom Joker abgeschossen. Batman folgt dem Joker in eine alte Kathedrale - der Widerling hat Vicky Vale dort hineingeschleppt. Auf dem Glockenturm kommt es zur finalen Konfrontation. Beinahe gewinnt der Joker die Oberhand, doch sein Versuch, sich von einem Helikopter in Sicherheit bringen zu lassen, wird ihm zum Verhängnis. Batman fesselt die Beine des Schurken an einen steinernen Wasserspeier, der den Joker in die Tiefe reißt.

Diese Gefahr ist also gebannt. Und sollte Polizeichef Gordon eines Tages wieder Hilfe brauchen, hat er jetzt ein Signal, um den Dunklen Ritter zu rufen: Ein Fledermaus-Symbol, das auf den Himmel projiziert wird...

Der Film:

Diese Version von Batman trifft meinen Geschmack am ehesten. Batman ist hier noch der eher schweigsame, kompromißlose und sogar recht brutale Rächer, den ich mir immer vorgestellt habe. Seine Gegner sind nicht einfach nur verrückt, sie sind "echte" Verbrecher, Korruption herrscht in der Stadt, auf deren schmutzigen Straßen sich nur Gesindel herumtreibt. Die Atmosphäre ist also schön düster, die Musik von Danny Elfman paßt perfekt dazu und von der grellbunten Überladenheit oder dem verunglückten Humor späterer Batman-Filme ist hier zum Glück noch nichts zu spüren.

Eigentlich könnte der Titel dieses Films auch "Der Joker" lauten, denn die Handlung konzentriert sich mehr auf den Joker als auf Batman - aber das ist beileibe kein Mangel, im Gegenteil! Denn Jack Nicholson liefert eine derart glänzende Vorstellung ab und scheint mit so viel Spaß bei der Sache gewesen zu sein, daß es eine Freude ist, ihm zuzusehen. Nicholson ist die ideale Besetzung für den unheimlichen Bösewicht, der witzig und sogar charmant sein kann, nur um im nächsten Moment schon wieder total durchzudrehen. Seine verrückten Auftritte und makabren Spielchen sind die eigentlichen Höhepunkte des Films. Ich kenne die Entstehungsgeschichte und die Charakterisierung des Jokers aus den Comics nicht gut genug, habe aber gelesen, daß beides für diesen Film stark verändert worden ist. Gestört hat es mich jedenfalls nicht! Der Joker ist denn auch eine wesentlich interessante Figur als Batman.

Denn Michael Keaton ist dem gegenüber eine zwar sehr gute, aber nicht unbedingt perfekte Besetzung für Batman. Zunächst einmal fällt auf, daß er ein wenig zu klein ist, sogar Robert Wuhl und Kim Basinger sind größer als er. Seine Erscheinung ist in den Szenen, in denen er als Bruce Wayne auftritt, nicht sehr beeindruckend. Ihm fehlt das Charisma, das ich mir für den Darsteller des Dunklen Ritters gewünscht hätte. Auch seine Beziehung zu Vicky Vale bleibt seltsam blaß. Unter der Batman-Maske macht Keaton aber eine bessere Figur - wenn er sich auch wegen der dicken Schichten aus Latex und Leder, unter denen er steckt, offensichtlich kaum bewegen kann. Gut gefallen hat mir, daß Batman in diesem Film nicht nur der super-trainierte Haudrauf ist, als der er in anderen Filmen dargestellt wurde, sondern daß er zahlreiche Gadgets verwendet und wenigstens ein bißchen detektivische Ermittlungsarbeit leistet. In den Comics ist Batmans größte Stärke nämlich nicht unbedingt die Körperkraft, sondern seine überlegene kriminalistische Intelligenz. Die ruhige, nachdenkliche Art, wie Batman hier dargestellt wird (er erkennt ja selbst, daß er fast ebenso neurotisch ist wie der Joker), fand ich sehr überzeugend. Von Batmans Entstehungsgeschichte erfährt man in diesem Film übrigens nichts bis auf die Ermordung seiner Eltern.

Gotham City ist eine interessante Kulisse, in der sich Realistisches mit völlig Irrealem vermischt. Diese fiktive Stadt ist ein Zerrbild amerikanischer Großstädte und gleichzeitig ein kafkaesker Alptraum. Wenn größere Teile der Stadt im Bild sind, erkennt man natürlich (der Film ist aus 1989, da gab's noch keine perfekten Computergrafiken) überdeutlich, daß all die bizarren Wolkenratzer nur Miniaturen sind. Dennoch wirkt die verwinkelte "gotische" Architektur mit ihren dunklen Straßenschluchten, den monumentalen Statuen usw. recht überzeugend und trägt einiges zur Atmosphäre des Films bei. Ausstattung und Design haben einen eigenartigen Stil. Eigentlich soll die Handlung wohl in der Jetztzeit spielen, aber sowohl die Kostüme als auch viele Requisiten scheinen eher den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts zu entstammen.

Die DVD:

Eigentlich null Ausstattung, bis auf die Texttafeln und ein paar Trailer zu anderen Filmen. Umso erstaunlicher ist es, daß die Bildqualität leider nicht so gut ausfällt, wie es für einen Film mit solch dunkler Atmosphäre sein müßte. In den vielen dunklen Szenen und bei den oft durchs Bild wabernden Nebelschwaden bemerkt man allzu oft eine recht heftige Blockbildung. Schade...

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