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Barbarella Barbarella (Frankreich / Italien, 1968)
DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 16
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras
Kinotrailer

Regie:
Roger Vadim

Hauptdarsteller:
Jane Fonda (Barbarella)
John Phillip Law (Pygar)
Anita Pallenberg (Schwarze Königin)
Milo O'Shea (Durand Durand)
David Hemmings (Dildano)




Inhalt

Irgendwann in ferner Zukunft. Der Wissenschaftler Durand Durand verschwindet. Das Problem dabei: Er hat mit dem "Positronenstrahl" eine schreckliche Waffe entwickelt. Würde diese einem Volk in die Hände fallen, das nicht so friedliebend ist wie die Erdbewohner, dann wäre das eine nicht auszudenkende Katastrophe. Also entsendet der Präsident der Erde seine beste Agentin und Astronavigatrix: Barbarella. Da ihr Schiff durch einen Magnetsturm beschädigt wird, muß Barbarella auf Lythion notlanden. Dort ist sie aber genau richtig, denn auch Durand Durands Schiff ist auf diesem Planeten abgestürzt. Zunächst einmal muß Barbarella einigen Kindern entkommen, die sie an ihre fleischfressenden Puppen verfüttern möchten. Von ihrem Retter, Mark Hand, erfährt sie, daß Durand Durand sich wahrscheinlich in der Stadt Sogo aufhält. Hand repariert auch Barbarellas Schiff - oder er versucht es zumindest, denn kaum startet die Agentin, da stürzt das Ding schon wieder ab.

So gelangt Barbarella in ein Labyrinth, das Sogo umgibt. Dorthin werden alle Wesen verbannt, die nicht böse genug sind - wie Barbarella später erfährt, wurde die Stadt über einer Art lebendigem Ozean errichtet, der als "Mathmos" bezeichnet wird. Das Mathmos ernährt sich von bösen Gedanken, Taten und Körpern. Im Austausch dafür ermöglicht es das Leben in Sogo und versorgt die Bewohner der Stadt mit allem, was sie brauchen. Deshalb leben in Sogo nur die bösartigsten, perversesten Wesen und gehen dort allen erdenklichen Scheußlichkeiten nach. Beherrscht werden sie von einer Tyrannin, der Schwarzen Königin. Barbarella begegnet im Labyrinth dem blinden Engel Pygar, der den Spaß am Fliegen verloren hat. Barbarella gibt ihm diesen Spaß mit einer anderen Art von Lust zurück, denn nur auf dem Luftweg kann man nach Sogo gelangen. Der Weg ist allerdings beschwerlich, denn schießwütige Roboter stellen sich Barbarella und Pygar entgegen.

In Sogo angekommen, gibt es natürlich sofort Probleme mit den fiesen Bewohnern und der noch fieseren Großen Tyrannin. Barbarella kann entkommen und begegnet dem etwas schusseligen Dildano, der eine Widerstandsbewegung anführt. Barbarella soll ihm helfen, die Tyrannin zu stürzen. Sie ist schon auf dem Weg zur Traumkammer, in der die Schwarze Königin schläft, als sie vom Majordomus des Palasts abgefangen wird. Der Kerl foltert sie mit einer Orgel der besonderen Art: Barbarella wird hineingesteckt und soll an übergroßer Lust sterben. Allerdings hat die gute Frau enorme "Nehmerqualitäten", so daß ihr Folterer sich geschlagen geben muß. Barbarella erkennt, daß der Mann mit dem gesuchten Wissenschaftler identisch ist. Er hintergeht sie jedoch, denn er will die Macht über Sogo an sich reißen. So findet Barbarella sich zusammen mit der Tyrannin in der verschlossenen Traumkammer wieder - Durand Durand hat den Schlüssel weggeworfen. Er setzt sich auf den Thron und vernichtet Dildanos Rebellen, die den Palast angreifen, mit dem Positronenstrahl.

Die Schwarze Königin hat aber noch einen Trumpf in der Hinterhand: Sie befreit das Mathmos. Der Ozean brodelt über und verschlingt ganz Sogo. Nur Barbarella und die Tyrannin bleiben verschont, denn das Mathmos hat eine Blase um die beiden herum erschaffen, um sich selbst vor Barbarellas Unschuld zu schützen! Auch Pygar, der ja die Güte in Person ist, schmeckt dem Ozean nicht. Genau wie Barbarella wird auch er einfach vom Mathmos "ausgekotzt". Mission erfüllt!

Der Film:

Wer die späten Sechziger und die frühen Siebziger des 20. Jahrhunderts nicht selbst erlebt hat und nur SF-Filme mit modernen Special Effects kennt, der wird diesen Film wahrscheinlich angewidert in die Ecke pfeffern. Jüngere Zuschauer werden die Auftritte damals so berühmter Leute wie Ugo Tognazzi, David Hemmings, Anita Pallenberg (damaliges Top-Model) und Marcel Marceau (ausnahmsweise ohne weiße Schminke und - hoppla! - in einer Sprechrolle) wahrscheinlich nicht so recht würdigen können. Aber auch ältere Semester hätten Grund dazu, den Film zu ignorieren, denn "Barbarella" ist im Grunde langweilig und geschmacklos, strotzt nur so vor bestenfalls unfreiwillig komischen Dialogen voller schlüpfriger Anzüglichkeiten, und wurde offenbar hauptsächlich aus dem einen Grund gedreht, Jane Fondas damals recht fesche Reize entweder in diverse Kostüme zu stecken oder - viel wichtiger - sie unter den lächerlichsten Vorwänden aus eben diesen Kostümen zu befreien. So verliert Barbarella all ihre Klamotten stets nach kürzester Zeit auf die eine oder andere Weise, kriegt erstaunlicherweise aber auch an den unbekleideten Stellen im heftigsten Gefecht immer nur leichte Kratzer ab, die wenig später wie von Zauberhand wieder verschwunden sind.

Warum also sollte man sich diesen Film ansehen? Eben deswegen, weil er so schräg ist. Als Parodie auf die alten "Flash Gordon" - Serials funktioniert er ja eigentlich auch ganz gut. Am interessantesten sind allerdings die doch recht phantasievollen Bühnendesigns und die eigenartigen Kostüme / Masken, vor allem im Labyrinth und in Sogo. Klar: Die Spezialeffekte sind aus heutiger Sicht einfach nur lächerlich. Die Nebendarsteller (und auch so mancher Hauptdarsteller) agieren derart unbeholfen und hölzern, daß man nur den Kopf schütteln kann. Selbst Jane Fonda wirkt... nun... sagen wir mal: unschuldig (was ja auch zur Rolle paßt). Aber irgendwie ist all das so bizarr, daß man es zumindest einmal gesehen haben sollte. Schon deshalb, um all die vielen Anspielungen in anderen Filmen zu verstehen, denn "Barbarella" wird immer wieder mal zitiert. Man könnte fast sagen: Der Film ist so schlecht, daß er schon wieder gut ist.

Die DVD:

Ein Kinotrailer ist das einzige Extra auf der DVD. Bild- und Tonqualität sind für einen so alten Film immerhin durchaus in Ordnung.

J. Kreis, 27.04.2006
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