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avp extreme edition

avp
Alien vs. Predator Extreme Edition (USA, 2004)
DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 97 Minuten

Extras
Disc 1: Audio-Kommentare von Paul Anderson, Lance Henriksen, Sanaa Lathan, Alec Gillis, Tom Woodruff und John Bruno. Alternative Eröffnungssequenz. "Inside Looks": Hide and Seek - Trailer und "Hinter den Kulissen von Ice Age".
Disc 2: Unveröffentlichte Szenen mit zuschaltbaren Kommentaren. Featurette. Making of. Storyboard-Galerie mit 150 Bildern. Produktionsnotizen: Visuelle Effekte, Spezialeffekte, das Franchise, Marketing.

Regie:
Paul W. S. Anderson

Hauptdarsteller:
Sanaa Lathan (Alexa Woods)
Lance Henriksen (Charles Bishop Weyland)
Raoul Bova (Sebastian de Rosa)




Inhalt:

Der Unternehmer und Robottechnik-Pionier Charles Bishop Weyland ist schwer lungenkrank und hat nicht mehr lange zu leben. Als im Jahre 2004 einer seiner Privatsatelliten eine Wärmequelle tief unter dem Eis der Antarktis entdeckt, deren Form darauf schließen läßt, daß sich dort eine riesige von Menschenhand errichtete Pyramide befindet, setzt Weyland alles daran, als Erster zu dieser Pyramide zu gelangen. So will er noch vor seinem Tod in die Geschichte eingehen. Rasch stellt er ein Team aus Forschern und bewaffneten Sicherheitsleuten unter der Führung der erfahrenen Bergsteigerin Alexa Woods zusammen, die nach anfänglicher Skepsis an der Expedition teilnimmt, weil sie befürchtet, daß die weltfremden Archäologen im ewigen Eis sonst keine große Überlebenschance hätten. Allerdings warten in der Pyramide ganz andere Schwierigkeiten auf Weylands Leute. Zunächst einmal stoßen sie auf eine verlassene Walfängerstation, die zufällig direkt über der in 600 Metern Tiefe unter dem Eis begrabenen Pyramide errichtet worden ist und deren Besatzung im Jahre 1904 aus ungeklärten Gründen spurlos verschwunden war. Hier finden Weylands Leute einen schnurgerade verlaufenden Kanal im Eis, der direkt bis zur Pyramide führt. Satellitenbilder vom Vortag beweisen, daß dieser Kanal innerhalb von 24 Stunden gebohrt worden sein muß - aber von wem? Auf der ganzen Erde gibt es keinen Bohrer, der das leisten könnte!

Während die Forscher die Pyramide untersuchen und anhand der dort gefundenen Hieroglyphen herausfinden, daß die Anlage von einem Volk erbaut worden sein muß, aus dem später die großen vorgeschichtlichen Kulturen (u.a. die Ägypter und die Azteken) hervorgegangen sind, lösen sie unbemerkt einen Mechanismus aus, der eine tief im Inneren der Pyramide verborgene Maschinerie in Gang setzt. Die Pyramide ist nämlich eine von vielen, die vor Jahrtausenden für ein außerirdisches Jägervolk errichtet worden sind. Die Jäger hatten den Menschen beigebracht, wie man Gebäude aus Stein errichtet und waren als Götter verehrt worden. Anlagen von der Art der Antarktis-Pyramide waren von den Jägern als Trainingseinrichtung für ihre Heranwachsenden benutzt worden. Die jungen Jäger mußten dort ihren gefährlichsten Gegnern (den Aliens) gegenübertreten und sich im Kampf gegen diese Bestien ihre Plasmawaffen verdienen. Die Jäger waren zu diesem Zweck alle 100 Jahre auf die Erde zurückgekehrt - zuletzt 1904. Auch jetzt wollen wieder drei Jäger mit dem Initiationsritus in der Pyramide beginnen. Dummerweise entdecken Weylands Leute den Behälter mit den Plasmawaffen und nehmen diese an sich. Dadurch wird die Erweckung der im Kern der Pyramide angeketteten Alien-Queen ausgelöst. Trotz ihres langen Kälteschlafs ist die Queen bald wieder quicklebendig und beginnt sofort mit der Eiablage. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten allzu neugierigen Wissenschaftler von Facehuggern angesprungen werden und bis sich wenig später einige Aliens in der Pyramide tummeln, die sich nicht nur einen von Weylands Leuten nach dem anderen schnappen, sondern auch den Jägern das Leben schwer machen. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, daß das Labyrinth im Inneren der Pyramide sich alle 10 Minuten verschiebt, so daß immer neue Korridore entstehen.

Natürlich kommt es auch zu Zusammenstößen zwischen Jägern und Menschen, denn die Jäger wollen natürlich endlich ihre stärksten Waffen - die Plasmagewehre - in Besitz nehmen. Zu guter Letzt sind nur noch Alexa und einer der drei Jäger übrig und sie müssen sich verbünden, um gegen die Übermacht der Aliens bestehen zu können. Alexa verdient sich den Respekt des Jägers, als sie ihm eine der Plasmawaffen überreicht und kurz danach ganz allein eines der Aliens tötet. Der Jäger legt eine Bombe in der Eiablage-Kammer, denn auch er ist daran interessiert, daß sich die Alien-Pest nicht über die ganze Erde (das bevorzugte Jagdrevier seines Volkes) ausbreitet. Nur knapp entgehen Alexa und der Jäger der Verfolgung durch die Aliens und der Explosion der Bombe. Dann versinkt die gesamte Pyramide in einem gigantischen Krater - die Gefahr ist gebannt. Oder doch nicht? Gerade hat der Jäger Alexa mit Alien-Säureblut ein rituelles Brandzeichen verpasst, das die Menschenfrau als Jägerin auszeichnet, da bricht die Alien-Queen aus dem Eis hervor. Ihre Krieger hatten sie von den Ketten befreit. Gemeinsam können Alexa und der Jäger die Queen zwar in die Tiefen des Ozeans befördern, doch der Jäger wird dabei tödlich verletzt. Nach seinem Tod landet ein großes Raumschiff seiner Kameraden, das ihn abholt und in dem seine Leiche aufgebahrt wird. Unbemerkt bricht ein Chestburster aus ihm hervor - auch der junge Jäger war von einem Facehugger infiziert worden! Der Chestburster ist vermutlich der erste einer neuen Art: Ein Alien-Jäger-Hybrid...

Der Film:

Die Idee, zwei der beliebtesten Film-Monster gegeneinander antreten zu lassen, ist nicht neu. Im Fall der Aliens und der Jäger gab es schon recht bald nach dem Film Predator eine Comicserie und Computerspiele, in denen dieser Kampf zelebriert wurde. Außerdem war schon im Film Predator 2 ein Alien-Schädel zwischen den Jagdtrophäen im Raumschiff der Außerirdischen zu sehen. Jetzt hat sich Resident Evil - Regisseur Paul Anderson dieses Themas angenommen. Was dabei herausgekommen ist, erfüllt weder die Fans der Alien - Reihe noch die der Predator - Filme mit reiner Freude. Das mag schon daran liegen, daß eine niedrige Altersfreigabe angestrebt wurde und daß deshalb die Kampfszenen bei weitem nicht so hart ausfallen, wie man es sich angesichts der "großen Vorbilder" gewünscht hätte. Dem Film fehlt also einfach der rechte "Biss". Außerdem muß man sagen, daß in "Alien vs. Predator" (AvP) eindeutig zu viele Menschen vorkommen. Am interessantesten wird es nämlich immer erst dann, wenn tatsächlich Aliens und Jäger aufeinander losgehen. Wen kümmert schon das Schicksal der lebenden Brutkästen? Ihre sehr schnell verlaufende Auslöschung in diesem Film fällt denn auch kaum weiter auf. Die meisten Personen sind bloße Staffage, sie sind schnell vergessen.

Das soll jetzt aber nicht heißen, daß AvP schlecht oder langweilig wäre. Nein, es wird ordentlich Spannung geboten und es gibt viele sehr schöne Aliens und Jäger zu bestaunen. Die Aliens sind genau so bizarr-schleimig-wendig wie sie sein müssen und sie schlagen stets aus dem Dunkel zu, was für einige Schreckmomente sorgt. Die Alien-Queen hat ebenfalls einige unheimlich starke Szenen, in denen sie wie eine unaufhaltsame Dampframme alles plattmacht, was sich ihr in den Weg stellt. Bei den Jägern muß man berücksichtigen, daß sie noch nicht "erwachsen" sind und noch nicht ihre volle Kampfkraft erreicht haben. Trotz ihrer vielleicht etwas zu plumpen Bewegungen sehen sie sehr überzeugend aus. Jetzt ergibt auch die schwere Panzerung und umfangreiche Bewaffnung der Jäger einen Sinn: Im Kampf gegen Menschen hätten sie all das eigentlich gar nicht nötig, aber wenn es gilt, sich eines dieser extrem schnellen und starken Aliens vom Leibe zu halten, dann braucht man schon schwere Kaliber! Was das Kreaturen- und Waffen-Design angeht, gibt es an AvP schonmal nicht das Geringste auszusetzen. Die anderen Spezialeffekte (z.B. die Raumschiffe der Jäger und natürlich die Pyramide) können sich ebenfalls sehen lassen. Besonders angenehm aufgefallen ist mir, daß Computergrafiken nur sparsam eingesetzt werden, stattdessen wurde viel mit Modellen und anderen traditionellen Effekten gearbeitet.

AvP fängt relativ langsam an, aber spätestens innerhalb der Pyramide überschlagen sich dann die Ereignisse und man kommt aus der atemlosen, im typischen Videoclipstil geschnittenen Action gar nicht wieder heraus. Langeweile kommt da nicht auf. Natürlich ist von Anfang an absehbar, wie die Ereignisse sich entwickeln werden und daß vermutlich nur Alexa (ein durchaus würdiger Ripley-Ersatz) überleben wird. Überhaupt darf man von der teils ziemlich unlogischen Story nicht zu viel erwarten. Am besten gar nichts.

Dann gibt es da noch eine Vielzahl von Anspielungen auf die bisherigen Alien- und Predator - Filme, die nur "Eingeweihten" auffallen. Am offensichtlichsten ist natürlich die Figur des Milliardärs Weyland, aus dessen Firma die Weyland-Yutani Corporation hervorgegangen ist. Weyland ist ein Pionier der Robotertechnik und hat offensichtlich als Vorlage für das Design des "Bishop"-Androiden gedient, der in Aliens und Alien 3 aufgetreten ist. Es gibt sogar eine Szene, in der Weyland den beliebten Messertrick vollführt. Dann gibt es da noch den Soldaten, der beinahe wieder das gleiche Schicksal erleidet wie in "Resident Evil" (es ist der selbe Schauspieler), aber diesmal wird er von einem Jäger erlöst, bevor er in Würfelchen geschnitten wird. Als Fan sieht man solche kleinen Gags immer wieder gern.

Insgesamt kann man sagen: AvP möchte gern die Fans beider Serien bedienen, dürfte das aber wohl eher bei anspruchslosen Leuten schaffen, die diese älteren Filme nicht kennen. Denen wird solide Action mit beeindruckenden Monstern geboten - mehr aber auch nicht. Die "echten" Fans dürften eher enttäuscht sein, aber sie werden zugeben müssen, daß die Kontinuität innerhalb der beiden fiktiven Universen gewahrt bleibt, d.h. AvP fügt sich als eigenständiger Bestandteil ganz gut in beide Serien ein und fügt einige neue, absolut stimmige Aspekte hinzu. Durch die "Geburt" des neuen Aliens am Schluß ist eine Fortsetzung übrigens wohl vorprogrammiert...

Die DVD:

Wieder so eine "moderne" DVD, bei der man, sobald man sie einlegt, erstmal durch -zig Warnhinweise über das Verbot von Raubkopien sowie durch diverse Filmtrailer genervt wird. Das alles startet nämlich selbständig - man muß mehrmals auf "weiter" klicken, bis man endlich im DVD-Menü landet! Ich finde, das ist eine Frechheit. Wenn man schon Geld für die DVD ausgibt, dann sollte man sie auch ohne diese lästigen, unerwünschten Beigaben genießen dürfen.

Man kann den Hauptfilm wahlweise in der normalen Kinoversion oder in einer verlängerten Version starten. Letztere hat lediglich einen erweiterten Anfang. Die betreffende Szene spielt wohl im Jahr 1904 und zeigt den Grund für das Verschwinden der Walfänger: Man sieht, wie einer der Männer von der Walfangstation von einem Jäger angegriffen wird - der wiederum wird von einem Alien attackiert. 11 nicht verwendete, leider aber nur sehr kurze Szenen mit optionalem Autiokommentar des Regisseurs befinden sich auf der 2. DVD. Man erfährt u.a., daß die Jäger, die in die Pyramide eindringen, eigentlich Halbwüchsige sind, die sich erst ihre Waffen verdienen müssen - Teenies also...

Die Extras der "Extreme Edition" können sich mehr als sehen lassen. Die kurzen Angaben auf dem DVD-Cover lassen nicht ahnen, daß sich eine solche Vielzahl von hochinteressanten Beiträgen dahinter verbirgt. Die Dokumentationen sind entsprechend den Produktionsphasen des Films unterteilt und sie verdienen den Namen "Dokumentation" tatsächlich. Oft bekommt man ja bei "Making Ofs" nur eine Mixtur aus Filmszenen und Interviewschnipseln geboten. Nicht so bei dieser DVD! Es sind zwar auch Filmausschnitte vorhanden, aber keine aus diesem Film, sondern nur welche aus den älteren Alien- und Predator-Filmen. Und auch die sind sehr knapp gehalten, sozusagen als Referenz, damit man sehen kann, inwiefern AvP sich von seinen Vorbildern unterscheidet. Natürlich werden auch alle möglichen Leute (Schauspieler und Produktionsteam) interviewt, aber ihre Aussagen beschränken sich nicht auf Eigenlob und nichtssagende Floskeln. Vielmehr wird richtig gut erklärt, was Regisseur und Team mit AvP erreichen wollten, wie die einzelnen Kulissen, Kreaturen und Effekte entstanden sind und so weiter. Diese sehr informativen Beiträge haben insgesamt doppelte Spielfilmlänge und verdienen uneingeschränktes Lob.

Ich sehe es immer gern, wenn bei den Extras zu einem Film auch Beiträge gezeigt, werden, die nur sekundär etwas mit dem Film zu tun haben. So gibt es hier zwei sehr nette Features: Einmal werden die "Alien vs. Predator" - Comics, die dem Film zugrundeliegen, ausführlich vorgestellt. Man kann gut erkennen, daß viele Szenen des Films tatsächlich fast genau diesen Comics entnommen wurden. Ich selbst kenne die Comics nicht, aber Fans der AvP-Serie dürften während des Films so einige Aha-Erlebnisse haben. Das zweite Feature ist eine Vorstellung von Todd McFarlane. Dieser junge Mann hat die Comicfigur "Spawn" erfunden und eine Firma gegründet, die seit Jahren qualitativ hochwertige Sammler-Modelle ("Spielzeug" will ich dazu nicht sagen) von Figuren aus Filmen, Videospielen, Comics usw. herausbringt. Einige dieser Staubfänger stehen natürlich auch bei mir zu Hause rum! McFarlane kommt selbst zu Wort und man darf einen Blick in seine Werkstätten werfen.

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