The Avengers


Marvel's The Avengers (USA, 2012)
- The Avengers -

Blu-ray 3D, Walt Disney / Paramount / Marvel
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 143 Minuten

Extras:
- Building a cinematic Universe (1:38:20 Min.)
- Marvel One Shot: Item 47 (11:20 Min.)
- Gag Reel (4:05 Min.)
- Deleted & Extended Scenes (14:59 Min.)
- A visual Journey (6:28 Min.)

Regie:
Joss Whedon

Hauptdarsteller:
Robert Downey Jr. (Tony Stark / Iron Man)
Chris Evans (Steve Rogers / Captain America)
Chris Hemsworth (Thor)
Mark Ruffalo (Dr. Bruce Banner / Hulk)
Scarlett Johansson (Natasha Romanoff / Black Widow)
Jeremy Renner (Clint Barton / Hawkeye)
Samuel L. Jackson (Nick Fury)
Tom Hiddleston (Loki)
Clark Gregg (Phil Coulson)
Stellan Skarsgard (Dr. Erik Selvig)
Cobie Smulders (Maria Hill)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Iron Man, Iron Man 2, Der unglaubliche Hulk, Captain America und Thor.

Loki schließt ein Bündnis mit den Chitauri. Deren Anführer verpflichtet sich, Loki eine Armee zur Verfügung stellen, sofern dieser ihm den Tesserakt überlässt. Gemeinsam wollen sie dann die Erde erobern. Der Tesserakt wird zurzeit von Dr. Erik Selvig in einer geheimen S.H.I.E.L.D.-Forschungseinrichtung untersucht. Man hofft, diese unerschöpfliche Energiequelle für die Menschheit nutzbar machen zu können. Es gelingt Loki, das Artefakt aus der Ferne anzuzapfen und ein Dimensionsportal zu öffnen, über das er direkt in die Geheimbasis vordringen kann. Mit seinem Zepter macht er Selvig, Agent Clint Barton und andere S.H.I.E.L.D.-Mitarbeiter zu willenlosen Sklaven, stiehlt den Tesserakt und verschwindet. Das Portal kollabiert, wodurch die Basis vernichtet wird. Für Nick Fury steht fest, dass sich die gesamte Menschheit von diesem Moment an im Krieg mit einer überlegenen außerirdischen Macht befindet, und dass dieser Krieg nur mit Hilfe der Avengers gewonnen werden kann. Doch dieses Superheldenteam existiert bislang nur in der Theorie. Steve Rogers (Captain America) ist aus Pflichtbewusstsein bereit, für S.H.I.E.L.D. zu arbeiten. Tony Stark (Iron Man) stößt auf "Einladung" Agent Coulsons hinzu, will sich als egomanischer Individualist aber niemandem unterordnen - schon gar nicht einem Geheimdienst, der ihn nicht in alle Details einweiht. Agentin Natasha Romanoff (Black Widow) überredet Dr. Bruce Banner mit sanftem Zwang, sich der Gruppe anzuschließen. Banner hat allerdings genug eigene Probleme; er bemüht sich seit gut einem Jahr, sein Alter Ego - den Hulk - nicht zum Vorschein kommen zu lassen. Thor ist in Asgard unerreichbar.

Auf dem S.H.I.E.L.D.-Helicarrier, einem fliegenden Riesenflugzeugträger, geht Stark die Forschungsergebnisse Selvigs durch, während Banner versucht, die Gammastrahlensignatur des Tesserakts aufzuspüren. Da erscheint Loki in aller Öffentlichkeit mit seinen Schergen in Stuttgart. Barton stiehlt dort eine große Menge Iridium. Es wird zur Stabilisierung des Tesserakts benötigt. Als sich Loki damit vergnügt, eine Menschenmenge zu bedrohen und zu demütigen, greifen Captain America und Iron Man ein. Loki wird festgenommen, doch da erscheint sein Bruder Thor, der Loki und den Tesserakt zurück nach Asgard holen will. Nun kann sich Loki zurücklehnen und zusehen, wie sich die drei Überwesen gegenseitig verprügeln, bis sie übereinkommen, Loki vorerst im Helicarrier einzusperren. Die Meinungsverschiedenheiten unter den Avengers werden durch Lokis Einflüsterungen noch verschärft. Rogers ist nicht erfreut, als er erfährt, dass S.H.I.E.L.D. an der Weiterentwicklung der Hydra-Waffentechnik arbeitet. Fury wendet ein, dass sich die Menschheit irgendwie gegen übermächtige Gegner wie zum Beispiel abtrünnige Asen verteidigen können muss. Der Helicarrier wird von Lokis Kämpfern angegriffen und schwer beschädigt. Banner beginnt sich allzu sehr aufzuregen. Er verwandelt sich in den Hulk und richtet noch mehr Chaos an. Loki flieht und tötet Agent Coulson, als dieser sich ihm allein entgegenstellt. Black Widow hält Barton auf und schlägt ihn bewusstlos. Iron Man und Captain America bewahren den Helicarrier vor dem Absturz.

Fury nutzt Coulsons Tod, um den Avengers den nötigen moralischen Anstoß zu geben, so dass sie endlich zu einem Team zusammengeschweißt werden. Als Barton (Hawkeye) aus der Bewusstlosigkeit erwacht, ist er frei von Lokis Beeinflussung und wird wieder in die Avengers-Initiative einbezogen. Es wird klar, dass Loki beabsichtigt, ein Dimensionsportal auf der Spitze des Stark Tower in New York zu öffnen. Tatsächlich hat Selvig dort bereits ein entsprechendes Aggregat aufgebaut, welches den Tesserakt mit Starks Arc-Reaktor verbindet und durch einen unzerstörbaren Energieschirm geschützt ist. Die Avengers können nur zusehen, wie sich ein Loch in der Raumzeit öffnet, das unzählige Chitaurisoldaten und gigantische Kampf-Cyborgs ausspuckt. Captain America übernimmt die Führung der Avengers. Gemeinsam versuchen sie die Chitauri einigermaßen beschäftigt zu halten und die Bevölkerung New Yorks zu beschützen. Doch als eine Angriffswelle nach der anderen aus dem Portal strömt, befiehlt der Sicherheitsrat gegen Furys Willen den Abschuss einer Atomrakete auf New York. Währenddessen wird Loki vom Hulk außer Gefecht gesetzt. Selvig - inzwischen wieder er selbst - verrät Black Widow, dass man den Energieschirm mit Lokis Zepter durchdringen kann. Black Widow deaktiviert das Aggregat, während Iron Man die Atomrakete abfängt und so durch das Portal lenkt, dass das Chitauri-Basisschiff davon vernichtet wird. Im selben Moment fallen sämtliche auf der Erde verbliebenen Chitauri tot um. Iron Man stürzt im letzten Moment durch das sich schließende Portal zurück, der Hulk fängt ihn auf. Loki muss sich ergeben.

Die Öffentlichkeit ist nun über die Existenz der Avengers informiert. Ihre Taten werden in den Medien kontrovers diskutiert. Viele Menschen lieben und bewundern die Helden, manche machen sie jedoch für den Angriff der Chitauri verantwortlich. Thor bringt Loki und den Tesserakt nach Asgard. Das restliche Team geht getrennte Wege, aber sollte die Erde je wieder bedroht werden, so werden sie zum Gegenschlag bereit sein. Fury täuscht sich nicht, wenn er annimmt, dass diese Botschaft anderswo im Universum angekommen ist: Der Anführer der Chitauri warnt seinen Herrn vor einem weiteren Angriff auf die Menschen.

Kommentar

Das Treffen zwischen dem Chitauri-Anführer und dem Oberboss findet in einer Szene während des Abspanns statt. Ich hatte keine Ahnung, wer dieser Oberboss sein könnte. Inzwischen habe ich gelesen, dass das Thanos sein soll, ein Schurke aus dem Marvel-Universum. Er scheint gar nicht so sehr beeindruckt von der angeblichen Gefährlichkeit der Menschen bzw. der Avengers zu sein, vielmehr scheint er sich auf einen Kampf mit ihnen zu freuen. Vielleicht ist er ja der Hauptgegner im nächsten Avengers-Film? Dass es einen zweiten Film geben wird, steht wohl fest, denn die Einspielergebnisse des ersten sind phänomenal - meiner Meinung nach völlig zu Recht. Nach dem Abspann kommt übrigens noch eine Szene. Die Avengers sitzen in einem Schnellrestaurant in New York und kauen etwas lustlos auf Schawarma herum. Vielleicht sind sie auch nur müde nach den Anstrengungen der Schlacht.

Das wäre ihnen nicht zu verdenken, denn der Showdown ist ganz schön lang, vor allem bietet er genau das, was ein Nerd wie ich von einem Superheldenfilm erwartet: Die Helden haben es mit Massen von fiesen, ernst zu nehmenden Gegnern zu tun, und sie setzen all ihre unterschiedlichen Kräfte beim Kampf gegen die Chitauri konsequent ein, so dass es ordentlich kracht, scheppert, rummst und blitzt. Das herrliche Spektakel ist aber nicht auf den Endkampf beschränkt. Ähnlich beeindruckende Actionszenen sind über den ganzen Film verteilt, tatsächlich fängt er mit der Zerstörung des S.H.I.E.L.D.-Forschungszentrums schon richtig knackig an. Dann folgen einige Reibereien zwischen den Superhelden, die sich erstmal zusammenraufen müssen. Der Angriff auf den genial designten Helicarrier folgt auf dem Fuße. Jede einzelne dieser Szenen ist so spektakulär, dass sie in einem weniger groß angelegten Actionfilm den absoluten Höhepunkt darstellen würde! In "The Avengers" dagegen jagt ein Höhepunkt den nächsten. Was da an Pyrotechnik, CGI usw. aufgefahren wird, sucht wirklich seinesgleichen. Dass das Ganze nicht langweilig wird, liegt nicht zuletzt am großen Ensemble, d.h. nach und nach treten immer mehr Superhelden auf, jeder mit seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Kräften und in Kämpfen mit wechselnder Konstellation. Das erste Teamwork der Avengers findet in Stuttgart statt. Das ist im Grunde nur ein beliebiger Schauplatz wie jeder andere, aber immerhin bekommt dadurch das Aufbegehren eines alten Mannes gegen Lokis Diktatorengehabe eine ganz besondere Note. Dann wird's ein kleines bisschen peinlich: Ausgerechnet der Stars-and-Stripes-Schutzschild Captain Americas bewahrt den guten Mann vor dem Gegrilltwerden... Schwamm drüber.

Erwartung Nr. 1 wird also mehr als erfüllt. Aber was wären Superhelden-Eye-Candy, Action, umfassende Zerstörungen und sonstiges Effektgewitter ohne starke Hauptfiguren, die den Zuschauer für sich einnehmen? Auch in dieser Hinsicht kann "The Avengers" punkten, denn jedes einzelne Mitglied des Heldenteams eignet sich bestens als Sympathieträger. Hierbei erweist sich die Strategie ihrer Einführung durch frühere Filme als gelungener Clou. Origin-Storys müssen diesmal nicht mehr erzählt werden, der Zuschauer kennt die Stärken, Schwächen und Eigenheiten aller Figuren, sofern er die anderen Filme gesehen hat. Wer sie nicht gesehen hat, versteht "The Avengers" trotzdem, denn diesmal geht es um ihr Zusammenwachsen als Team, was sich als gar nicht so einfach herausstellt. Robert Downey jr. ist natürlich ein Garant für launige Kommentare, bissige Wortgefechte und Situationskomik wie in der Szene, in der er Dr. Banner einen kleinen Piekser versetzt, nur um zu sehen, ob er sich unter Kontrolle hat. Chris Evans kann als absolut integrer Soldat überzeugen, der sich allmählich in eine Führungsrolle hineinfuchst. Tom Hiddleston brilliert erneut als ambivalenter Meister der Täuschung, der diesmal allerdings von der anbetungswürdigen Scarlett Johansson geschickt aufs Glatteis geführt wird. Selbst Leute aus der zweiten Reihe wie Clark Gregg als Phil Coulson sowie Cobie Smulders als Maria Hill haben starke Szenen und werden sinnvoll in die Handlung eingebunden. Mein heimlicher Held ist Mark Ruffalo. Er bringt den Spagat zwischen mühsamer Beherrschtheit, leicht schusseligem Wissenschaftler und unterschwelliger Bedrohlichkeit wunderbar rüber. Der Hulk haut ordentlich auf den Putz (schön übrigens, dass man Ruffalos Gesichtszüge nach der Verwandlung immer noch erkennen kann). Sein Kampf gegen Thor ist episch und die Szene, in der er Loki verdrischt, war im Kino ein Brüller - da gab es spontanen Szenenapplaus. Die Figurenzeichnung, die "Chemie" in der Heldengruppe, der Bösewicht... es stimmt einfach alles.

Gibt es eigentlich irgendwas, das mir an diesem Film nicht gefällt? Nö. "The Avengers" ist ein Heidenspaß mit bestens aufgelegten Schauspielern, köstlichen Dialogen und bombastischen Schauwerten. Die Story schwächelt ab und zu vielleicht ein bisschen, aber dadurch wird das Vergnügen nicht getrübt.

Blu-ray-Features

Dieses Steelbook enthält drei Discs: Eine Blu-ray mit der 3D-Version des Films, eine weitere mit der 2D-Fassung und etwas Bonusmaterial, sowie eine dritte mit der Doku "Building A Cinematic Universe". Der Film ist nicht hundertprozentig mit der Kinoversion identisch. In der Kinoversion ist beim Kampf Loki vs. Coulson zu sehen, wie die Spitze von Lokis Speer aus Coulsons Brust austritt. Diese Szene wurde in der Blu-ray/DVD-Version leicht abgewandelt. Die Speerspitze wurde wegretuschiert. Warum man sich für diese Änderung entschieden hat, ist mir nicht klar. Die Altersfreigabe ändert sich dadurch ja nicht. Aber vielleicht soll Coulsons Rückkehr in "The Avengers 2" auf diese Weise vorbereitet werden?

Herzstück des Bonusmaterials ist die Dokumentation "Building a cinematic Universe" in Spielfilmlänge. Darin wird ausführlich auf die Comics eingegangen, die "The Avengers" und den vorausgegangenen Filmen zugrunde liegen. Die Entstehung der Marvel-Studios wird erläutert und man erfährt, dass die Entscheidung über die Zusammensetzung des Superheldenteams letzten Endes eine Rechtsfrage war. Spider-Man und Wolverine hätten durchaus mit zum Team gehören können, aber die Marvel Studios haben nicht die Rechte an diesen Figuren. Die Doku beschäftigt sich danach längere Zeit mit den einzelnen Helden und den entsprechenden Filmen. Sie enthält somit Material, das schon bei den Extras der jeweiligen Blu-rays/DVDs zu bewundern war, es kommen aber auch neue Interviews usw. hinzu. Auf "The Avengers" selbst entfallen dann nur noch ca. 15 Minuten. Weiteres Hinter-den-Szenen-Material findet man in "A visual Journey". Das ist eigentlich nur eine typische Werbe-Featurette, sie ermöglicht aber einige Einblicke in die enormen Bühnenbilder - mir war zum Beispiel nicht bekannt, dass der riesige Raum, in dem S.H.I.E.L.D. den Tesserakt testet, gar kein Bühnenbild ist, sondern die Vakuumkammer der NASA!

"Item 47" ist ein aufwändig produzierter Kurzfilm, in dem Agent Sitwell den Auftrag erhält, die einzige noch funktionsfähige Chitauri-Energiewaffe zu beschaffen. Die Knarre ist nach dem Angriff auf New York einem Pärchen in die Hände gefallen, das damit mehrere Banküberfälle begeht. Sitwell hat einige Schwierigkeiten, die beiden jungen Leute zu überwältigen. Um sie unschädlich zu machen, rekrutiert er sie kurzerhand als S.H.I.E.L.D.-Agenten. Köstlich! Ebenfalls sehr lustig ist das "Gag Reel", eine Sammlung von Versprechern und anderen schiefgegangenen Szenen.

Einige der acht Deleted Scenes sind sehr interessant. Offenbar war ursprünglich ein ganz anderer Beginn für den Film vorgesehen: In einer nicht verwendeten Szene sieht man, wie Agentin Hill vom Sicherheitsrat verhört wird - der Film wäre dann so etwas wie ein Rückblick auf die von ihr berichteten Geschehnisse gewesen. Die längste nicht verwendete Szene beschäftigt sich mit Steve Rogers, und eigentlich ist es schade, dass sie es nicht in den fertigen Film geschafft hat. Rogers erinnert sich an den zweiten Weltkrieg und sichtet Akten über seine damaligen Freunde. Alle sind längst tot, aber Peggy Carter lebt noch. Adresse und Telefonnummer stehen in der Akte... Rogers macht einen Spaziergang durch New York, betrachtet die schöne neue Welt und setzt sich in ein Straßencafe. Dort wird er von jemandem angesprochen, und zwar von seinem Schöpfer Stan Lee!


J. Kreis, 17.03.2013




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