Attack the Block


Attack the Block (GB, 2011)

Blu-ray, Capelight
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 88 Min.

Extras
- 3 Audiokommentare
- Behind the Block (58:53 Min.)
- Ungefilmte Action (4:47 Min.)
- That's a Rap (2:18 Min.)
- Meet the Gang (3:59 Min.)
- Creature Feature (19:39 Min.)
- Joe's Massage (2:16 Min.)
- Deutscher Kinotrailer
- BD Live

Regie:
Joe Cornish

Hauptdarsteller:
John Boyega (Moses)
Jodie Whittaker (Sam)
Jumayn Hunter (Hi-Hatz)
Nick Frost (Ron)




Inhalt

Der fünfzehnjährige Moses und seine Gang (Pest, Dennis, Jerome und Biggz) leben in einem Plattenbau in London. Eines Abends überfallen sie die im selben Wohnblock lebende junge Krankenschwester Sam. Plötzlich fällt direkt neben ihnen etwas vom Himmel und zerschmettert ein Auto. Sam kann entkommen und erstattet Anzeige. Moses will die Gelegenheit nutzen, um das Autowrack auszuräumen. Dabei wird er von einer definitiv nicht von der Erde stammenden Kreatur angegriffen und im Gesicht verletzt. Das nur kindergroße Ding flieht. Die Jungs verfolgen und erschlagen es. Sie schleppen die Kreatur zu Ron, einem Drogendealer, der zusammen mit seinem Boss Hi-Hatz eine Hanfplantage im Block betreibt. Die Jungs glauben, dass sich Ron mit Tieren auskennt und wollen erfahren, ob die Kreatur etwas wert ist. Das tote Vieh wird bis auf weiteres in der "Grasbude" deponiert. Hi-Hatz will, dass Moses zuerst ein paar Drogen für ihn verkauft.

Wenig später fallen wieder glühende Objekte vom Himmel. Die Jungs wollen sich das ansehen und ein paar Aliens töten. Tatsächlich sind zahlreiche weitere außerirdische Wesen zur Erde gelangt, aber sie sind weit größer und gefährlicher als die tote Kreatur. Die Jungs müssen um ihr Leben laufen und werden getrennt. Biggz versteckt sich in einem Müllcontainer. Moses wird von den durch Sam alarmierten Polizisten verhaftet, aber die Polizisten werden von den Außerirdischen zerfetzt. Moses und Dennis kapern den Polizeiwagen, um den Aliens zu entkommen. Sie rammen das Auto von Hi-Hatz, der darüber gar nicht erfreut ist - ebensowenig wie über das grausige Schicksal, das seinen Kumpel ereilt, der einem Außerirdischen zu nahe kommt. Jetzt haben die Jungs außer den tobenden Kreaturen auch noch einen bewaffneten, rachsüchtigen Drogendealer auf den Fersen. Sie fliehen ausgerechnet in Sams Wohnung. Die Krankenschwester versorgt Pest, der von einem Außerirdischen gebissen wurde. Kurz danach dringt eines der Wesen in Sams Wohnung ein. Es gelingt Moses, das Ding zu töten. Sam will nicht allein bleiben und folgt den Jungs zu deren Freundinnen, doch inzwischen ist der gesamte Block voller Ungeheuer. Zwei davon brechen in die Wohnung der Mädchen ein und töten Dennis. Sam rettet Moses, indem sie eine der Kreaturen mit einem Küchenmesser erledigt. Die Mädels schalten das zweite Wesen mit einem Schlittschuh aus. Sie glauben erkannt zu haben, dass das Wesen nur hinter Moses her war.

Während die Mädels nach draußen fliehen, wo inzwischen ein großes Polizeiaufgebot aufmarschiert ist, versuchen die Jungs in die "Grasbude" zu gelangen, denn das ist die am besten gesicherte Wohnung im Block. Brewis, einer von Rons Kunden, schließt sich ihnen an. Unterwegs fällt Jerome einem der Wesen zum Opfer. Hi-Hatz, der inzwischen zwei weitere Schergen an die Kreaturen verloren hat, lauert den Überlebenden in der "Grasbude" auf, wird aber von den unzähligen Bestien gefressen, die durch das Fenster eindringen. Moses, Pest, Sam und Brewis verschanzen sich im Plantagenraum, wo unzählige Hanfpflanzen im UV-Licht gedeihen. In diesem Licht wird erkennbar, dass sowohl das tote Alien als auch Moses über und über mit einer sonst unsichtbaren Substanz besudelt sind. Brewis meint, dass es sich um Pheromone eines weiblichen Wesens handelt, und dass die anderen Kreaturen Männchen sind, die über jeden herfallen, der nach "Weibchen" riecht. Moses will den Lockvogel spielen, um die Aliens zu vernichten. Da Sam "sauber" ist, kann sie ungehindert in Moses' Wohnung gehen und dort das Gas aufdrehen. Dann hetzt Moses selbst dorthin, das tote Weibchen auf dem Rücken. Erwartungsgemäß folgen ihm alle Außerirdischen. Moses schleudert den Kadaver in die Küche, zündet das Gas mit einer Silvesterrakete, nachdem sich alle Männchen um das tote Weibchen herum versammelt haben, und rettet sich mit einem beherzten Sprung aus dem Fenster vor der gewaltigen Explosion. Draußen werden alle außer Sam verhaftet. Man hält Moses für den Mörder der beiden Polizisten. Sam widerspricht und behauptet, Moses habe sie beschützt. Alle Bewohner des Blocks jubeln Moses zu...

Kommentar

...und das war der Moment, in dem ich die "Schneller Vorlauf"-Taste gedrückt habe, weil es nicht mehr auszuhalten war. Ich hatte erwartet, eine kultige Komödie zu sehen. Zu sehen war aber ein Actionfilm mit ein bisschen mäßig witziger Situationskomik und penetrant dämlichem Gangsta-Gehabe. Letzteres ist an sich schon schwer zu ertragen (die deutsche Synchonisation macht es nur noch schlimmer), aber das Gejubel setzt allem die Krone auf. Es wäre akzeptabel gewesen, wenn die Kids durchgehend als das dargestellt worden wären, was sie sind: Kleinkriminelles Gesindel. Verbrecher, die zur letzten Hoffnung der Blockbewohner werden, aber trotzdem Verbrecher bleiben - den Ansatz hätte ich gut gefunden. Aber nein, im weiteren Verlauf will uns Joe Cornish weismachen, die Typen seien alle irgendwie noch kleine, unschuldige Jungs mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Als wäre es gar nicht so schlimm, dass sie zum Vergnügen (denn das Geld scheinen sie nicht zu brauchen) irgendwelche Leute ausrauben. Hätten sie gewusst, dass Sam im selben Block wohnt, dann hätten sie sie in Ruhe gelassen, behauptet Moses oder einer seiner Kumpels. Was bitte ist das denn für eine Moral? Moses würde sich sogar für die anderen aufopfern, so dass er am Ende zum umjubelten Helden des Blocks wird. Zwischendurch albern zwei nervende kleine Gören herum, die den Aliens mit Spritzpistolen entgegentrenten und sich nach Kräften bemühen, ihre Vorbilder zu imitieren, damit aus ihnen mal genauso coole Kriminelle werden. Das ist nicht witzig. Dass die jungen Schauspieler ihre Sache richtig gut machen ändert daran nichts.

Sollte es sich bei alldem um Gesellschaftskritik handeln, dann ist mir die Botschaft entgangen. Ebenso wie mir der Humor entgangen ist, sofern er denn tatsächlich vorhanden sein sollte. Lustig finden kann ich das Ganze jedenfalls nicht. Vielleicht war ich einfach noch nicht breit genug, als ich den Film angeschaut habe. Außerdem fehlen mir leider die Identifikationsfiguren, die bei einem Film dieser Art eigentlich unverzichtbar sind. Wenn einem das Schicksal der von bösen Außerirdischen verfolgten Menschen egal ist, oder wenn man ihnen - wie ich - einen möglichst unangenehmen Tod wünscht, dann verpufft die Bedrohung wirkungslos. Erst recht, wenn die Aliens eher an Muppets oder knuffig-puschelige Teddybären erinnern als an blutdürstige Monster. Gut, immerhin bekommt man recht drastisch vor Augen geführt, was sie anrichten können. Es spritzt viel Blut, eine Kehle wird herausgerissen, ein Kopf wird abgetrennt, ein Gesicht wird abgenagt. Diese Effekte können sich wirklich sehen lassen. Sie wollen aber auch wieder nicht so recht zum Komödien-Image passen. Ansonsten wird viel in tristen Wohnsiedlungen herumgerannt, mit Mopeds durch die Gegend gefahren, dummes Zeug geredet und gekifft. Toll.

Blu-ray-Features

Das Making of "Behind the Block" und die anderen Featurettes ermöglichen zusammengenommen einen guten Einblick in die Entstehung des Films, außerdem sind sie tausendmal witziger als der Film selbst. Es wird viel am Set herumgealbert, die Kids stellen sich gegenseitig und ihre Figuren vor, sie rappen spontan und man bekommt Eindrücke von Proben, Dreharbeiten usw. zu sehen. Man sieht, wie der Regisseur massiert wird, wobei er köstliche Kommentare abgibt. Eine Featurette beschäftigt sich ganz mit den Aliens, also mit Entwürfen, Modellen, Stuntleuten in Alien-Kostümen, die ihre Stunts und Bewegungsabläufe proben und so weiter. Außerdem kann man Storyboards zu nicht gedrehten Szenen bewundern.


J. Kreis, 05.06.2012




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