Drei Haselnüsse für Aschenbrödel


Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (CSSR/DDR, 1973)
- Tri orisky pro Popelku -

DVD Regionalcode 2, Icestorm Entertainment
Altersfreigabe: FSK 0
Laufzeit: ca. 82 Minuten

Extras:
- Fünf Sterne für drei Haselnüsse (29:24 Min.)

Regie:
Vaclav Vorlicek

Hauptdarsteller:
Libuse Safrankova (Aschenbrödel)
Pavel Travnicek (Prinz)
Carola Braunbock (Stiefmutter)
Dana Hlavacova (Dora)
Rolf Hoppe (König)
Karin Lesch (Königin)
Vladimir Mensik (Vinzek)




Story

Seit dem Tod ihres Vaters wird Aschenbrödel von ihrer Stiefmutter drangsaliert. Als Erbin eines großen Landgutes führen die Stiefmutter und deren Tochter Dora ein Leben im Überfluss, aber Aschenbrödel muss sich in Lumpen kleiden, wird als Dienstmagd behandelt und regelmäßig erniedrigt. Von ihrem Vater hat Aschenbrödel die Jagd mit der Armbrust gelernt und ihre größte Freude ist es, mit dem Schimmel Nikolaus durch die Wälder zu reiten. Die Stiefmutter verbietet ihr alles, aber davon lässt sich die junge Frau nicht zurückhalten. Aschenbrödel hat viele Freunde unter dem Gesinde, die ihr beistehen, unter anderem den Knecht Vinzek. Alle Tiere sind Aschenbrödels Freunde, sie helfen ihr stets, wenn sich die Schwiegermutter wieder einmal eine besonders perfide Arbeit für das Mädchen ausdenkt.

Eines Tages kommt der König mit seinem Gefolge auf der Durchreise zu seinem Schloss beim Landgut vorbei und wird fürstlich bewirtet. Aschenbrödels Stiefmutter hofft auf eine Ehe Doras mit dem Prinzen und schmeichelt sich beim König ein, um eine Einladung zum bevorstehenden Hofball zu erhalten. Tatsächlich möchte der König seinen Sohn nur zu gern verheiraten, weil er hofft, dass der rebellische junge Mann, der viel lieber mit seinen Freunden auf die Jagd geht, als Geschichte und Etikette zu studieren, dann ruhiger werden wird. Bei einem heimlichen Reitausflug begegnet Aschenbrödel dem Prinzen zufällig. Er ist beeindruckt von dem schlagfertigen und schönen, wenn auch ziemlich schmutzigen Mädchen, bekommt sie aber nicht zu fassen. Als Vinzek wenig später in die Stadt fährt, um Stoffe für die Ballgarderobe seiner Herrinnen zu besorgen, verspricht er Aschenbrödel, ihr auch etwas mitzubringen. Sein Geschenk für sie sind drei Haselnüsse aus einem Vogelnest, das ihm buchstäblich in den Schoß gefallen ist. Wie sich herausstellt, sind es Zaubernüsse. Die erste enthält Kleidung für einen Jäger. Ausstaffiert wie ein junger Mann nähert sich Aschenbrödel der Jagdgesellschaft des Prinzen, gibt mehrere Meisterschüsse ab und erhält zur Belohnung einen wertvollen Ring. Sie verschwindet, ohne ihre wahre Identität preiszugeben.

In der zweiten Nuss sind ein Ballkleid für Aschenbrödel und ein prächtiger Damensattel für Nikolaus versteckt. Als sich Aschenbrödel so herausgeputzt und verschleiert auf dem königlichen Ball zeigt, ist die Müdigkeit des Prinzen, der schon mit zahlreichen Bewerberinnen um seine Gunst hat tanzen müssen, sofort verflogen. Er tanzt mit der geheimnisvollen Fremden und macht ihr einen Heiratsantrag. Aschenbrödel hat sich längst in den Prinzen verliebt, gibt ihm aber ein Rätsel auf, das er lösen muss, um ihre Hand zu gewinnen. Da er nicht erraten kann, dass Aschenbrödel, der junge Jägersmann und die verschleierte Schönheit ein und dieselbe Person sind, flieht sie aus dem Schloss. Sie verliert einen Schuh, den der Prinz bei der Verfolgung mitnimmt. Zurück im Gutshof verlangt der Prinz, dass nach der vermeintlichen Prinzessin gesucht wird. Die anwesenden Frauen sollen den Schuh anprobieren, aber er ist allen zu klein. Die ebenfalls zurückgekehrte Stiefmutter sieht ihre Chance gekommen. Sie fesselt Aschenbrödel, stiehlt den Schuh und fährt mit Dora davon, die in Aschenputtels Ballkleid gehüllt wurde. Der Prinz holt die Damen ein und merkt schnell, dass er in die Irre geführt werden sollte. Aschenbrödel kann sich befreien. Sie öffnet die dritte Nuss. Zum Vorschein kommt ein Brautkleid, in dem sie sich dem Prinzen zeigt. Nachdem sie die Schuhprobe bestanden hat, begreift der Prinz endlich den Sinn des Rätsels. Damit steht der Hochzeit nichts mehr im Wege.


Kringels Meinung

Ach, die Märchenfilme der Siebzigerjahre! Diese teils in deutsch-tschechischer Koproduktion entstandenen, für Fernsehproduktionen der damaligen Zeit recht aufwändig gestalteten Filme gehören zu den unvergesslichen TV-Highlights meiner Kindheit. Sie haben einen ganz besonderen Charme, dem ich mich nach wie vor nicht entziehen kann. Und von all diesen Klassikern ist "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" wohl der schönste! Der Film ist laut Wikipedia 1975 erstmals im damaligen Westdeutschland gezeigt worden, und ich bin ziemlich sicher, dass ich ihn damals schon zum ersten Mal gesehen habe. Da die Story in einer unbestimmten Epoche und an einem nicht näher bezeichneten Ort spielt, ist "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" sozusagen zeitlos. Der Film hat längst Kultstatus erreicht und läuft immer wieder mal im Fernsehen, besonders zur Adventszeit, in die er perfekt hineinpasst. Er ist auch heute, 40 (!) Jahre später, noch sehr beliebt, was vielleicht mit daran liegt, dass Aschenbrödel hier eine deutlich andere, viel aktivere Figur ist als Aschenputtel, ihr Pendant im Märchen der Gebrüder Grimm. Dort ist von ihrer Selbstständigkeit und Schlagfertigkeit sowie von ihrem Geschick als Jägerin nicht die Rede. Die bezaubernde Libuse Safrankova ist wahrhaftig die beste Besetzung für diese Rolle.

Zu etwas wirklich besonderem wird der Film aber durch die herrlichen Drehorte (unter anderem Schloss Moritzburg bei Dresden) und Landschaftsaufnahmen, die prächtigen Kostüme und die detailverliebte Ausstattung sowie die stimmungsvolle Musik. Besonders gut gefallen mir jedes Mal die Szenen im tief verschneiten Wald. In der Realität kann ich Eis und Schnee nicht so viel abgewinnen, aber die Winter-Atmosphäre in diesem Film ist einfach wunderschön - märchenhaft eben. "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist der perfekte Film für einen Weihnachtsfeiertag. Nur wer absolut nichts mit romantischen Märchen anfangen kann, wird diesen Film womöglich nicht mögen. Alle anderen werden ihn sicher ebenso lieben wie ich.


DVD-Features

Ältere DVD-Veröffentlichungen sollen, wie ich gelesen habe, ziemlich schlechte Bild- und Tonqualität haben. Von meiner in der Reihe "Märchen-Klassiker" erschienenen Fassung (vermutlich aus dem Jahre 2010) kann ich das nicht sagen; ich war ganz zufrieden. Zeitgenössische Filmdokumentationen oder dergleichen sind nicht vorhanden, stattdessen findet man beim Bonusmaterial eine deutsche Produktion. Sie beginnt damit, dass Passanten gefragt werden, ob sie den Film kennen und mit wie vielen Sternen sie ihn bewerten würden. Tja, natürlich kennt jeder den Film, egal wie alt oder jung, und jeder gibt die Maximalzahl: Fünf Sterne! Dann folgen mit Filmausschnitten vermischte Interviews aus dem Jahre 2008, in denen mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem damaligen DEFA-Produktionsteam sowie Rolf Hoppe von den Dreharbeiten erzählen, wobei sie manche Anekdote preisgeben. Besonders interessant fand ich die Tatsache, dass der Film ursprünglich im Sommer hätte gedreht werden sollen. Gut, dass es nicht so gekommen ist, denn das wäre dann ein völlig anderer Film geworden! Bei den Dreharbeiten in Deutschland war zwar Winter, aber es hatte noch kaum geschneit. Also wurde Kunstschnee verwendet, aber der musste aus der CSSR importiert werden, denn der DDR-Kunstschnee bestand aus Fischmehl... Im Böhmerwald lag dann mehr als genug echter Schnee, da hatten die Schauspieler in manchen Szenen Probleme, überhaupt vom Fleck zu kommen.


Screenshots


Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Aschenbrödel (rechts) muss mal wieder die Drecksarbeit machen


Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Der Prinz (ganz rechts) und seine Freunde begegnen Aschenbrödel zum ersten Mal


Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Die Zauber-Haselnüsse sind Vinzek in den Schoß gefallen


Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Der "junge Jägersmann" bereitet seinen Meisterschuss vor


Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

König, Prinz, Königin und Hofstaat


Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Die Stiefmutter (rechts) und Dora, ihre Tochter


Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Die schöne Unbekannte und der Prinz beim königlichen Ball


Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Aschenbrödel im Brautkleid


J. Kreis, 01.01.2015




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