Apollo 13


Apollo 13 (USA, 1995)

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 139 Minuten

Extras:
- Audiokommentare des Regisseurs sowie von James & Marilyn Lovell
- U-Control (Bild-im-Bild-Material)
- Der verlorene Mond: der Triumph von Apollo 13 (58:06 Min.)
- Die Eroberung des Weltraums: Der Mond und darüber hinaus (48:26 Min.)
- Die Glückszahl 13: Die Geschichte der Astronauten (12:14 Min.)

Regie:
Ron Howard

Hauptdarsteller:
Tom Hanks (James A. Lovell)
Bill Paxton (Fred Haise)
Kevin Bacon (John L. Swigert)
Gary Sinise (Thomas K. Mattingly)
Ed Harris (Gene Kranz)
Kathleen Quinlan (Marilyn Lovell)




Story

Als Neil Armstrong, Kommandant der Apollo-11-Mission, am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betritt, sitzen abertausende Menschen in aller Welt voller gespannter Erwartung vor dem Fernseher. Dazu gehört auch Jim Lovell, ebenfalls Mitglied des NASA-Raumfahrtprogramms. Im Vorjahr hat er zur Crew von Apollo 8 gehört und war somit einer der ersten Menschen, die den Mond umrundet haben. Lovell ist Kommandant von Apollo 13, diesmal soll er ebenfalls auf dem Mond landen dürfen. Der Start erfolgt im Jahr 1970. Lovells Crewmitglieder sind Fred Haise und John Swigert. Letzterer fungiert als Kommandokapselpilot und ist nur die Zweitbesetzung. Ursprünglich war der erfahrenere Pilot Thomas Mattingly für diesen Posten vorgesehen. Mattingly musste ausgesondert werden, weil er sich bei einem Kollegen angesteckt haben könnte, der die Masern hat. Der Flug verläuft zunächst weitgehend problemlos, findet in den Medien aber fast keine Beachtung. Die Raumfahrt-Euphorie ist längst abgeklungen, Raketenstarts gelten als Routine. Dass jeder Raumflug mit extremen Risiken verbunden ist, zeigt sich, als Swigert befehlsgemäß die Ventilatoren in den Sauerstofftanks aktiviert. Aufgrund eines kleinen Fehlers kommt es zu einer Explosion, bei der einige Sauerstofftanks und Treibstoffzellen beschädigt werden. Wegen des Sauerstoffverlusts funktioniert auch die Energieversorgung nicht mehr richtig. Nur mit Mühe bekommen die Astronauten das schlingernde Raumschiff wieder unter Kontrolle.

Schon bald zeigt sich das ganze Ausmaß der Schäden und es wird klar, dass die Mission abgebrochen werden muss - es steht noch nicht einmal fest, dass die Crew sicher zur Erde zurückkehren können wird. Als diese Information an die Öffentlichkeit gelangt, beginnt ein gewaltiger Medienrummel. Lovells Haus wird von mehreren Fernsehteams belagert. Man betet für die drei Astronauten, die nun zusammen mit den von Flugdirektor Gene Kranz geleiteten Mitarbeitern des Mission Control Center nach Lösungen für die mannigfaltigen Probleme suchen. Zunächst müssen die Raumfahrer die Kommandokapsel Odyssey verlassen und in die Mondlandefähre Aquarius umsiedeln. Aquarius dient nun quasi als Rettungsboot. Odyssey muss komplett deaktiviert werden. Während die Astronauten CO2-Filter improvisieren, tüftelt Mattingly (der keineswegs an Masern erkrankt ist) auf der Erde im Simulator aus, wie die Energieversorgung der Mondlandefähre sichergestellt werden kann. Da alle nicht unbedingt benötigten Stromverbraucher abgeschaltet werden müssen, haben die Astronauten unter der Kälte zu leiden. Kurskorrekturen können jetzt nur noch "blind" durchgeführt werden. Zu allem Übel erkrankt Haise auch noch an Blasenentzündung.

Während des mehrtägigen strapaziösen Rückflugs wachsen Spannungen zwischen den drei Astronauten. Endlich hat sich das Raumschiff der Erde weit genug und im richtigen Winkel genähert, so dass die Landekapsel abgetrennt werden kann. Man befürchtet, der Hitzeschild der Kapsel könne bei der Explosion beschädigt worden sein. Wäre das der Fall, so würde die Kapsel beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Ein Funkkontakt ist während der Wiedereintrittsphase unmöglich. So vergehen vier bange Minuten, bis sich Lovell endlich per Funk bei der Missionskontrolle meldet und die sichere Wasserung der Kapsel verkündet. Lovell, Haise und Swigert werden mit Hubschraubern geborgen. Lovell konnte sich seinen Traum vom Mondspaziergang nicht erfüllen. Seine Mission wird dennoch als "erfolgreicher Fehlschlag" bewertet, denn neben der Rettung der Astronauten konnten wichtige Erkenntnisse für die Raumfahrt gewonnen werden. Das Apollo-Programm wird im Jahre 1972 endgültig eingestellt.


Kringels Meinung

Leider war ich im Jahre 1969 zu jung, um die erste Mondlandung bewusst mitzuerleben. Dennoch haben mich die Raumfahrtprogramme schon immer fasziniert. Diese Faszination ist inzwischen ein wenig abgeklungen, wohl aus dem einfachen Grund, weil es heutzutage keine so medienwirksamen Aktionen wie die Apollo-Missionen mehr gibt. Aber wenn ich mir "Apollo 13" anschaue, dann ist es wieder da, jenes merkwürdige Gefühl, das von Science Fiction - Fans gern als "Sense of wonder" bezeichnet wird. Dabei ist "Apollo 13" pure Wissenschaft und hat mit Fiktion nichts zu tun. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass nichts so spannend ist wie die Realität! Der "erfolgreiche Fehlschlag" von Apollo 13 dürfte wegen seines glücklichsten Ausgangs aber auch das aufregendste Ereignis in der Geschichte der bemannten Raumfahrt darstellen. Man muss jedenfalls kein Raumfahrt- oder Technikfan sein, um bis zur letzten Minute von der dramatischen Heimkehr der Astronauten gepackt zu sein.

Der Film bildet die Vorgänge im Inneren des Raumschiffes und in den Kontrollzentren so genau ab, dass man fast meinen könnte, man hätte es mit einem Dokumentarfilm zu tun. Durch den ständigen Perspektivwechsel reißt die Spannungskurve aber nie ab. Im Kontrollzentrum wird viel über technische Abläufe und Details gesprochen, man kriegt sich über verschiedene Lösungsansätze in die Haare und so weiter. Derweil geht es den Astronauten immer schlechter, das Nervenkostüm wird durch Schlafmangel und ständige Angst strapaziert. Gleichzeitig harren die Angehörigen vor Fernseher und Radio aus; während alle anderen wenigstens etwas tun können, egal ob das nun erfolgversprechend ist oder nicht, sind die Familien der Astronauten dazu verdammt, hilflos zusehen und sich die Spekulationen der TV-Moderatoren anhören zu müssen. Obwohl sich alle bemühen, ruhig und professionell zu bleiben, ist die Todesgefahr stets spürbar. Den durch die Bank hervorragenden Schauspielern (und damit meine ich neben Hanks vor allem Harris und Sinise) ist es zu verdanken, dass man wunderbar mitfiebern kann.

Aber auch auf der technischen Seite kann "Apollo 13" selbst zwanzig Jahre nach der Uraufführung noch überzeugen. Es gibt heute natürlich noch perfektere Darstellungen, zum Beispiel "Gravity" aus dem Jahre 2013, dennoch sind nicht nur die in der Schwerelosigkeit des Alls spielenden Szenen (siehe unten) jederzeit glaubwürdig. Wenn sich Lovell am Ende nach vier nervenzermürbenden Minuten endlich doch noch bei Mission Control meldet, hätte ich fast selbst in den dort ausbrechenden Jubel eingestimmt.


Blu-ray-Features

Die Blu-ray ist mit sehr interessantem, wenn auch teilweise redundantem Bonusmaterial ausgestattet. So kommen in den zwei Audiokommentaren neben dem Regisseur auch der Kommandant von Apollo 13 und seine Gattin zu Wort, außerdem kann man "U-Control" aktivieren. Dann erscheint während des Films an bestimmten Stellen ein Symbol, und wenn man nun die ENTER-Taste der Fernbedienung drückt, werden Textinformationen und Bilder eingeblendet. Diese sind unterteilt in die Rubriken "Die Apollo-Ära" und "Technische Erklärungen".

Die drei Dokumentationen beschäftigen sich nur zu einem vergleichsweise geringen Teil mit dem Film und mehr mit der realen Apollo-13-Mission. Sowohl in "Der verlorene Mond" als auch in "Die Glückszahl 13" (1995) sind auch Filmausschnitte, Hinter-den-Szenen-Material und Interviews mit den Schauspielern sowie der Produktionscrew enthalten. So erfährt man unter anderem, dass das Filmteam zur Produktion der Szenen, in denen Schwerelosigkeit herrschen soll, auf eine Boeing KC-135 zurückgreifen durfte. Mit diesem Flugzeug wurden dann -zig Parabelflüge durchgeführt, so dass Dreharbeiten in "echter" Schwerelosigkeit möglich waren. Viel mehr Aufmerksamkeit wird in beiden Dokus aber den Raumfahrern und dem Bodenpersonal gewidmet. Es sind zahlreiche Interviews aus den Siebzigerjahren und anderes zeitgenössische Material vorhanden. Zur Verdeutlichung des Fluges von Odyssey und Aquarius wurden anscheinend eigens kurze CGI-Clips entwickelt.

"Die Eroberung des Weltraums" (2003) widmet sich voll und ganz der Geschichte der bemannten und unbemannten Raumfahrt, beginnend mit den sowjetischen Erfolgen (Sputnik, Juri Gagarin) und der extrem riskanten Aufholjagd der USA. Es folgen Infos über das Gemini-Programm, die auch im Film thematisierte Katastrophe von Apollo 1 und die Mondlandung bis hin zu späteren Projekten (Space Shuttles, Marsmissionen, Weltraumteleskope, ISS). Sogar Isaac Asimov, der bekannte Science Fiction - Autor und Erfinder der drei Robotergesetze, kommt einmal kurz zu Wort. Bei aller Kürze bietet diese Doku doch einen sehr schönen Überblick.


J. Kreis, 01.04.2015




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