Ant-Man


Ant-Man (USA, 2015)

Blu-ray, Marvel
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 117 Minuten

Extras:
- Audiokommentar mit Peyton Reed und Paul Rudd
- Making of: Ein Held in Ameisengröße (14:34 Min.)
- Makro-Dreharbeiten (8:06 Min.)
- WHiH-Nachrichten (9:12 Min.)
- Zusätzliche und erweiterte Szenen (8:39 Min.)
- Gags vom Dreh (3:25 Min.)

Regie:
Peyton Reed

Hauptdarsteller:
Paul Rudd (Scott Lang - "Ant-Man")
Michael Douglas (Henry Pym)
Evangeline Lilly (Hope van Dyne)
Corey Stoll (Darren Cross)




Story

In den Achtzigerjahren arbeitet der Wissenschaftler Henry Pym für S.H.I.E.L.D. und geht als "Ant-Man" überall auf der Welt in den Einsatz. Er hat eine als "Pym-Partikel" bezeichnete Substanz entwickelt, mit der sich jegliche Materie praktisch unbegrenzt verkleinern und vergrößern lässt. Auf Ameisengröße geschrumpft und mit übermenschlichen Kräften ausgestattet ist Pym der perfekte Infiltrator. Doch diese Technik hat auch Schattenseiten. Wer die Partikel einsetzt, muss einen speziellen Helm tragen, weil es sonst auf die Dauer zu einer Bewusstseinsveränderung kommt. Außerdem muss beim Schrumpfungsprozess eine Grenze beachtet werden. In den von Pym entwickelten Ant-Man-Anzug ist deshalb ein Regulator integriert. Wird er deaktiviert, so schrumpft der Träger des Anzugs ewig weiter und verschwindet für immer. Pyms Frau Janet lässt ihrem Mann keine Ruhe, bis er einen zweiten Anzug für sie konstruiert. In der Rolle der "Wasp" unterstützt sie ihn, als er versucht, eine von russischen Separatisten gestartete Interkontinentalrakete mit atomarem Sprengkopf unschädlich zu machen. Sie erkennt, dass Pym die Raketenhülle nicht durchbrechen kann, deaktiviert den Regulator, schrumpft auf subatomare Größe und deaktiviert die Rakete. Pym sieht seine Frau nie wieder. Er verbringt die nächsten Jahre damit, alles über Quantenphysik zu lernen, aber er findet keinen Weg, um Janet zurückzuholen. Seiner Tochter Hope verheimlicht er, was ihrer Mutter geschehen ist. Eines Tages erfährt Pym, dass S.H.I.E.L.D. versucht, die von ihm aufgrund ihrer Gefährlichkeit sorgfältig geheim gehaltenen Partikel zu kopieren. Er quittiert den Dienst, hängt den Ant-Man-Anzug an den Nagel und gründet eine Forschungsfirma.

Jahrzehnte später geht Pym in den erzwungenen Ruhestand. Hope hat sich von ihm entfremdet und seinen ehemaligen Schützling Darren Cross zum Firmenchef gemacht. Pym hat die Existenz Ant-Mans in all den Jahren stets geleugnet, doch Cross lässt nicht locker. Er setzt sein ganzes Genie ein, um eigene Pym-Partikel zu erschaffen und einen leistungsfähigeren Kampfanzug ("Yellowjacket") herzustellen, den er als fortschrittliches Waffensystem an den Meistbietenden verkaufen will. Dabei schreckt er auch nicht vor Mord zurück. Bisher hatten seine Experimente mit lebendem Gewebe noch keinen Erfolg. Hope und Pym versuchen seine Pläne zu durchkeuzen, alle Daten zu vernichten und den Yellowjacket-Prototypen sicherzustellen. Das kann nur mit dem Einsatz der Schrumpftechnik bewerkstelligt werden. Pym kann nicht wieder als Ant-Man aktiv werden. Er weigert sich, Hope den Ant-Man-Anzug tragen zu lassen, denn er fürchtet, sie wie Jane zu verlieren. Hope fühlt sich zurückgesetzt, unterstützt ihren Vater aber weiterhin. In dem Meisterdieb Scott Lang findet Pym einen geeigneten Kandidaten für die Rolle des Ant-Man. Lang wird nach mehrjähriger Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen. Er sehnt sich nach seiner kleinen Tochter Cassie. Seine Exfrau Maggie und deren neuer Partner, der Polizist Paxton, weisen ihn jedoch ab. Als Lang auch noch seinen Job verliert, gerät er trotz aller guten Vorsätze wieder auf die schiefe Bahn, denn er hofft, Maggie durch Unterhaltszahlungen umstimmen zu können, hat aber kein Geld. Lang geht auf einen Vorschlag seines alten Freundes Luis ein, der erfahren hat, dass im Haus eines derzeit verreisten alten Mannes ein Vermögen versteckt ist. Lang bricht ein, überwindet alle Sicherheitseinrichtungen und knackt den Safe. Darin liegt aber nur etwas, das Lang für einen Motorradanzug mit Helm hält. Diese Trophäe nimmt er mit.

Am nächsten Tag zieht Lang den Anzug an und drückt einen der an den Handschuhen angebrachten Knöpfe. Prompt wird er extrem verkleinert und erlebt eine wilde Achterbahnfahrt in Insektengröße. Eine Stimme spricht per Funk zu ihm. Es ist Pym, der den Einbruch als Test für Lang arrangiert hat und ihn mittels winziger Kameras auf dem Rücken von Ameisen beobachtet, die er per Gedankenübertragung kontrollieren kann. Lang bringt den Anzug zurück. Dabei wird er verhaftet (später erfährt er, dass Hope die Polizei gerufen hat) und landet in Paxtons Revier hinter Gittern. Pym stattet ihm einen Besuch ab und bietet ihm ein neues Leben an. Ameisen bringen den verkleinerten Anzug in Langs Zelle. Mit Hilfe der geflügelten Ameise Antony entkommt Lang aus dem Revier. Er landet in Pyms Anwesen, wo er in alles eingeweiht und anschließend für den Einbruch bei Cross trainiert wird. Hope ist zunächst sehr skeptisch, lässt sich aber umstimmen, zumal Lang ihr klar macht, dass ihr Vater sie nur schützen wollte. Später enthüllt Pym noch das Geheimnis um Janets Tod. Währenddessen erzielt Cross einen Durchbruch. Seine Schrumpfungspartikel funktionieren nun auch bei Lebewesen. Yellowjacket ist einsatzbereit und soll demnächst verkauft werden. Lang perfektioniert den Umgang mit dem Anzug sowie mit Wurfgeschossen, mit denen sich Objekte verkleinern und vergrößern lassen. Nachdem er gelernt hat, wie er verschiedene Arten von Ameisen zu wertvollen Helfern machen kann, stiehlt Lang ein von Pym entwickeltes für den Einbruch bei Cross benötigtes Störmodul aus der Avengers-Zentrale. Dabei gerät er mit Sam Wilson ("Falcon") aneinander, der eine peinliche Niederlage im Kampf gegen den an sich ganz sympathischen Winzling erleidet.

Unterstützt von Hope und Luis sowie einer Ameisenarmee dringt Lang in die Firmenzentrale ein. Sämtliche Datenspeicher werden gelöscht, Bomben werden im Gebäude verteilt. Zwei befreundete Kleinkriminelle hacken die Sicherheitssysteme und lenken die Polizei ab. Pym ist zugegen, als Cross Yellowjacket den Kunden präsentiert. Diese gehören zu Hydra. Dann schnappt die Falle zu. Cross ist über alles im Bilde. Er nimmt den miniaturisierten Yellowjacket-Anzug an sich, bevor Lang ihn stehlen kann, und droht Pym zu erschießen. Lang verhindert das, doch Cross entkommt mit einem Hubschrauber und legt den Yellowjacket-Anzug an. Lang verfolgt ihn. Hope, Pym und Luis können das Gebäude verlassen, bevor es vollständig vernichtet wird. Beim Kampf zwischen Lang und Cross stürzt der Hubschrauber ab. Cross wird vorübergehend außer Gefecht gesetzt. Lang wird von Paxton verhaftet. Da kommt über Polizeifunk die Meldung über eine Geiselnahme. Cross hat Cassie in seine Gewalt gebracht, um Lang anzulocken. Paxton eilt nach Hause. Lang kann sich befreien. Im Kinderzimmer prallen Ant-Man und Yellowjacket erneut aufeinander. Um Cross zu besiegen und Cassie sowie Paxton zu retten, muss Lang den Regulator deaktivieren. Nur so kann er ins Innere des Yellowjacket-Einzugs eindringen und diesen so schwer beschädigen, dass er unkontrolliert schrumpft. Das ist das Ende von Cross. Lang treibt durch den Quantenschaum. Mit dem letzten Vergrößerungs-Wurfgeschoss gelingt es ihm, den Schrumpfungsprozess umzukehren. Dann kann er endlich seine Tochter in die Arme schließen. Das macht er später auch mit Hope; die beiden werden ein Paar.

Lang ist jetzt der neue Ant-Man. Paxton respektiert ihn, heißt ihn bei sich willkommen und deckt ihn gegenüber der Polizei. Cassie hat doppelten Grund zur Freude. Ihr Vater ist ein Superheld, außerdem hat sie ein neues Haustier: Eine Ameise, die beim Kampf zwischen Lang und Cross vergrößert wurde. Lang erfährt, dass Wilson ihn sucht - Falcon und Captain America sind in Schwierigkeiten. Angesichts der Tatsache, dass Lang aus der Quantenrealität zurückgekehrt ist, fragt sich Pym, ob Janet vielleicht doch gerettet werden kann. Jetzt endlich ist er bereit, sein letztes Geheimnis zu enthüllen. Es existiert ein zweiter Wasp-Anzug, ein verbesserter, noch nicht vollendeter Prototyp. Den überlässt er Hope.


Kringels Meinung

Vor dem Kinostart von The Avengers wurde jedes Mitglied des gleichnamigen Teams mit mindestens einem eigenen Film vorgestellt. Diese Strategie hat sich als geradezu genialer Kunstgriff erwiesen, denn in "The Avengers" mussten danach keine Superhelden-Entstehungsgeschichten mehr erzählt werden und man konnte sich auf das Zusammenwachsen des Teams sowie auf knackige Action konzentrieren. Zudem hat sich auf diese Weise über die Jahre hinweg ein eigenständiges Universum entwickelt: Das Marvel Cinematic Universe (MCU). Es basiert auf verschiedenen Comicserien aus dem Hause Marvel, hat aber durchaus neue Wege eingeschlagen. In den auf "The Avengers" folgenden Filmen wurde immer wieder Bezug auf die bisherigen Geschehnisse genommen, Figuren aus manchen Filmen hatten Gastauftritte in anderen. Die Kontinuität wurde immer gewahrt und es gibt sogar einen übergreifenden Handlungsbogen, der vermutlich bald in eine Auseinandersetzung mit einem kosmischen Superbösewicht münden wird. "Ant-Man" folgt in der MCU-Chronologie auf "Avengers: Age of Ultron". Traditionsgemäß verweist eine auf den Abspann folgende Szene in jedem MCU-Film auf den nächsten Teil der Reihe. In diesem Fall ist das "The First Avenger: Civil War". Man sieht Sam Wilson (Falcon) und Steve Rogers (Captain America), die den Winter Soldier gefangen halten. Da Tony Stark nicht kontaktiert werden kann, meint Cap, man stehe nun wohl allein. Falcon widerspricht, denn er kennt da so einen Typen. Damit ist natürlich Ant-Man gemeint, der in "Civil War" einen wahrhaft kolossalen Auftrittt hat.

Am MCU gefällt mir besonders gut, dass nicht einfach ein beliebiger nach Schema F zusammengeschusterter Actionfilm nach dem anderen auf den Markt geworfen wird. Nein, jeder Film hat seinen eigenen Stil, so wie jede Hauptfigur unverwechselbare Charakterzüge trägt. Und damit meine ich nicht die individuellen Superkräfte. Steve Rogers ist ein von soldatischen Tugenden geprägter ernsthafter Mann mit unerschütterlicher Integrität. Bei Thor herrscht göttliche Epik mit einem Schuss Großspurigkeit vor. Der superreiche Lebemann Tony Stark ist ein hyperaktives Genie und ein nie versiegender Quell bissiger Kommentare. Scott Lang ist viel bodenständiger als die genannten Helden. Als Meisterdieb, Technik-Bastler und Fassadenkletterer ist er beiliebe kein Durchschnittstyp, er ist jedoch geerdeter, menschlicher als seine Kollegen. Ihm geht es schließlich nicht unbedingt darum, die Welt zu retten. Er möchte einfach nur mit seiner Tochter zusammen sein. Paul Rudd bringt die Gewitztheit der Figur sehr gut rüber. So gut der Schauspieler in dieser Rolle auch ist - Evangeline Lilly und Michael Douglas spielen ihn fast an die Wand. Oder halt: Vielleicht sollte ich lieber sagen, dass diese drei ihre besten Szenen haben, wenn sie zusammen sind. Genial gemacht sind übrigens auch zwei Szenencollagen, in denen Luis umständlich erzählt, wie bestimmte Informationen an seine Ohren gelangt sind. Alle Personen der Informationskette werden eingeblendet und sprechen lippensynchron mit seiner Stimme.

Figurenentwicklung, Humor und Warmherzigkeit sind schon mal dicke Pfunde, mit denen "Ant-Man" wuchern kann. Es gibt aber noch einen Punkt, den ich äußerst lobenswert finde, und das ist die Inszenierung. Bei Fortsetzungen von Serien ist es ja nicht selten so, dass im nächsten Film hauptsächlich mehr von allem geboten wird: Mehr Action, Geballer und Effektgewitter. Ein Erfolgsrezept soll einfach nur getoppt werden. Das geht nicht immer gut aus. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich die Zerstörungsorgien in den beiden Avengers-Filmen, vor allem im zweiten, fast schon ermüdend fand. Bei "Ant-Man" wurde zum Glück gar nicht erst der Versuch gemacht, den vorherigen Film ("Age of Ultron") zu überbieten. Das genaue Gegenteil ist der Fall! Mit herrlicher Selbstironie wird ausgerechnet der Showdown total reduziert. Wo bei den Endkämpfen der Avengers ganze Städte in Schutt und Asche gelegt werden, entgleist hier gerade mal eine Spielzeug-Eisenbahn. Wenn der Superschurke seine gerechte Strafe erhält, vergeht er nicht etwa in einer gewaltigen Explosion, sondern schnurrt zu einem kleinen Punkt zusammen, der vor den Augen des verdutzt guckenden Paxton denkbar unspektakulär verpufft. Das soll nicht heißen, dass in "Ant-Man" keine genialen Spezialeffekte zu bestaunen wären. Nein, der Vorstoß in die Mikrowelt bietet völlig neue Möglichkeiten, und die werden wunderbar umgesetzt.

Sympathische Figuren, mit denen man mitfiebern kann, ungewöhnliche Perspektiven und kreative Action - das macht richtig Spaß! Somit reiht sich "Ant-Man" nahtlos in die Serie gelungener Marvel-Verfilmungen ein. Ich persönlich halte ihn sogar für einen der besten Filme des MCU.


Blu-ray-Features

Das so genannte "Making of" und die Featurette "Makro-Dreharbeiten" sind keine Dokumentationen, sondern eher Werbung für den Film und somit nicht weiter erwähnenswert. In sieben zusätzlichen Szenen mit optionalem Audiokommentar des Regisseurs und des Hauptdarstellers wird hauptsächlich etwas mehr vernachlässigbarer Dialog geboten. Man kann aber auch erkennen, dass die Handlung ursprünglich ein klein wenig anders hätte verlaufen sollen. So gibt sich Scott als Techniker aus, der Henry Pyms Kabelanschluss reparieren soll. Bei dieser Gelegenheit will er das Haus auskundschaften. So begegnen sich die beiden erstmals und Scott erhält jene Münze, die er später bei der ersten erfolgreichen Ameisen-Gedankenkontrolle benutzt. Außerdem setzt Scott den Ant-Man-Anzug zu illegalen Zwecken ein. Er steht auf einem Spieltisch (d.h. man sieht nur eine Pappfigur) und manipuliert die Würfel, so dass seine Kumpels viel Geld gewinnen.

Am interessantesten finde ich die vermutlich eigens für die Blu-ray-Extras produzierten "WHiH-Nachrichten" mit Christine Everhart, einer Figur aus dem MCU, die schon als Journalistin in Iron Man und Iron Man 2 mitgewirkt hat. Sie arbeitet neuerdings für einen Fernsehsender. In der von ihr moderierten Sendung, die beim Bonusmaterial zu finden ist, berichtet sie über Scott Langs Vergangenheit. Aufnahmen von Überwachungskameras, die den Einbruch bei Vistacorp zeigen, werden eingeblendet. Später führt sie ein Ferninterview mit Scott, der immer noch im Gefängnis sitzt. Das Gespräch läuft etwas aus dem Ruder. Auch Cross wird interviewt, allerdings nicht von Everhart.


J. Kreis, 16.02.2017




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