Antboy


Antboy (Dänemark, 2013)

DVD Regionalcode 2, Ascot Elite Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 0
Laufzeit: ca. 77 Minuten

Extras:
- Trailer

Regie:
Ask Hasselbalch

Hauptdarsteller:
Oscar Dietz (Pelle Nohrmann - "Antboy")
Samuel Ting Graf (Wilhelm)
Amalie Kruse Jensen (Ida Sommersted)
Cecilie Alstrup Tarp (Amanda Sommersted)
Nicolas Bro (Dr. Albert Gaemelkra - "Der Floh")




Story

Pelle Nohrmann, ein zwölfjähriger Schüler, fühlt sich klein und unbedeutend wie eine Ameise. Die anderen Kinder nehmen die Anwesenheit des schüchternen kleinen Jungen nicht zur Kenntnis, schon gar nicht die schöne Amanda Sommersted, in die Pelle heimlich verliebt ist. Nicht einmal die beiden Klassenrowdys halten es für der Mühe wert, ihn so zu mobben wie zum Beispiel den Nerd Wilhelm. Pelle wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich einmal Beachtung zu finden. Eines Tages mischt er sich ein, als die Rowdys Wilhelm mal wieder in der Mangel haben. Er muss fliehen und sich im Garten eines vermeintlich verlassenen Hauses verstecken. Dort wird Pelle von einer Ameise gebissen, woraufhin er das Bewusstsein verliert. In der Nacht verspürt er gewaltigen Heißhunger, den er mit Süßigkeiten stillt. Am nächsten Morgen fühlt sich Pelle komisch. Gegenstände bleiben an seinen Händen haften und als er eine abgeschlossene Tür öffnen will, reißt er den Griff mitsamt einem Teil des Türblatts ab. Wilhelm bekommt das mit und beobachtet Pelle genau. Als Comicfan ist ihm sofort klar: Pelle besitzt Superkräfte! Gemeinsam gehen die beiden Jungs der Sache auf den Grund. Seit dem Biss der Ameise hat Pelle ähnliche Fähigkeiten wie dieses Tier. Fliegen kann er nicht, aber er kann senkrechte Wände hinaufklettern und das vielfache seines eigenen Gewichts heben, hat einen extrem leistungsfähigen Geruchssinn und pinkelt Ameisensäure. Diese Kräfte verliert Pelle jedoch, wenn er nicht regelmäßig Zucker zu sich nimmt.

Flugs bestellt Wilhelm im Internet ein cooles Superheldenkostüm, das er ein wenig modifiziert, so dass Pelle bald als Antboy auf Verbrecherjagd gehen kann. Per Headset steht Pelle ständig mit Wilhelm in Verbindung und am Einsatzgürtel befinden sich Vorratstaschen voller Schokolade. Ein erster Test verläuft erfolgreich; Pelle macht einen Taschendieb unschädlich. Schon bald sind die Nachrichten voller Nachrichten über Antboy. Der Mini-Superheld erfreut sich größter Beliebtheit und sonnt sich in der ihm gezollten Aufmerksamkeit. Wilhelm moniert nicht zu Unrecht, dass Pelle nur den Superhelden spielt, weil die Mädchen ihn süß finden. Doch schon bald wird Antboy wirklich gebraucht. Ida, Amandas Schwester, nimmt Kontakt mit ihm auf. Ein Superschurke, der sich selbst "Der Floh" nennt, hat Amanda entführt! Er droht damit, ihr das Blut auszusaugen, sollte ihr Vater (der Direktor des Forschungsinstituts ExoFarm) nicht binnen 48 Stunden 20 Millionen Kronen zahlen und von seinem Posten zurücktreten. Mit seiner Supernase kann Pelle anhand eines von Amanda bei der Entführung verlorenen Anhängers die Spur des Mädchens aufnehmen. Sie führt zu eben jenem Haus, in dessen Garten Pelle von der Ameise gebissen worden ist. Nachdem er das Vorhängeschloss der Kellertür kaputturiniert hat, kann sich Pelle in dem Haus umsehen. Amanda wird dort in einer Art Laboratorium gefangen gehalten. Der Floh überrumpelt Pelle. Er landet ebenfalls in einer ausbruchssicheren Zelle.

Der Floh (alias Albert Gaemelkra) erklärt, er habe früher als Biochemiker bei ExoFarm gearbeitet und bahnbrechende Forschungen mit einer seltenen Ameisenart angestellt, die über einzigartige Antikörper verfügt. Das genmanipulierte Tier, von dem Pelle gebissen wurde, war das letzte seiner Art. Gaemelkra hat ein Serum entwickelt, mit dem lebensbedrohliche Krankheiten geheilt werden konnten. Damit war er in der Lage, die Krebserkrankung seiner Mutter in Schach zu halten. Doch dann hat Sommersted Gaemelkras Forschungen aufgrund von Sparmaßnahmen eingestellt. Das war das Todesurteil für Gaemelkras Mutter. Daraufhin hat er sich einem anderen Tier zugewandt, um Rache nehmen zu können, nämlich dem Floh. Wie dieser besitzt Gaemelkra eine unglaubliche Sprungkraft, muss aber Blut zu sich nehmen. Einen Tank, der über einen Schlauch mit seinem Körper verbunden ist, trägt er immer mit sich herum. Gaemelkra kennt Pelles Identität. Er behauptet, Amanda liebe nur Antboy und auch Wilhelm sei nicht wirklich an seiner Freundschaft interessiert. Dann kommt die Polizei. Der Floh muss fliehen, Amanda und Antboy werden befreit. Doch die Worte des Flohs haben so schwere Selbstzweifel in Pelle geweckt, dass er das Antboy-Kostüm an den Nagel hängt.

Als der Floh einige Zeit später die Schule angreift, schreitet Pelle nicht ein. Wilhelm setzt sich die Antboy-Maske auf, schnappt sich Insektenvertilgungsmittel und tritt dem Floh entgegen, ist dem Superschurken aber nicht gewachsen. Der Floh klemmt sich Wilhelm unter den Arm und springt in den Wald. Pelle, nun doch wieder im Superheldenoutfit, folgt der Geruchsspur von Wilhelms verlorener Brille. Er benutzt Helm und Cape, um den Floh abzulenken, so dass Wilhelm unbemerkt die Blutzufuhr unterbrechen kann. Pelle stärkt sich mit Schokolade und besiegt den geschwächten Floh, wobei der Bluttank vollständig zerstört wird. Gaemmelkra wird verhaftet. Sommersted spricht Antboy vor den versammelten Pressevertretern höchstes Lob aus. Pelle hat inzwischen erkannt, was die wahre Stärke der Ameisen ist: Sie sind niemals allein! Und auch Pelle hat echte Freunde gefunden, nämlich Wilhelm und Ida, in die er sich im Verlauf seiner Abenteuer zu Amandas Missvergnügen verliebt hat. Nur mit Hilfe seiner Freunde, so meint Pelle, kann Antboy die Welt retten. Wilhelm hätte da auch schon eine Idee für ein eigenes Kostüm, denn bekanntlich braucht jeder Superheld einen Sidekick.


Kringels Meinung

Wofür Sam Raimi in Spider-Man zwei Stunden braucht, das schafft "Antboy" in gut der Hälfte, und selbst diese Laufzeit kommt neben einzelnen etwas zu behäbig geratenen Szenen hauptsächlich wegen eines recht langen, die Handlung ausbremsenden Monologs zustande, in dem der Floh die Gründe für seinen Racheplan erklärt. Solche Monologe sind natürlich typisch für Filmschurken, und auch sonst ist fast alles da, was man von einem Superheldenfilm erwartet: Origin-Story mit Entdeckung und erster Anwendung der besonderen Fähigkeiten, Liebesgeschichte inklusive in Gefahr geratener Schönheit, Auftritt des Antagonisten, Sinnkrise des Helden und so weiter. Diese Phasen werden aufgrund der kurzen Laufzeit sehr schnell abgehandelt. Dennoch ähnelt "Antboy" dem genannten großen Vorbild vielleicht etwas zu sehr. Die Story vom Versager, der unversehens im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht und das nur zu sehr genießt, kam mir doch gleich sehr bekannt vor.

Dass der Film eindeutig für Kinder gemacht ist, schadet dem Vergnügen keineswegs. Große Actionszenen und Spezialeffekte fehlen, beziehungsweise sie fehlen eigentlich nicht - in diesem sympathischen, aber auch harmlosen Film würden sie wie Fremdkörper wirken. Der selbstironische Humor macht "Antboy" auch für jung gebliebene Erwachsene goutierbar. Allein schon die Grundidee, einen kleinen Jungen mit übermenschlichen Kräften auszustatten, die nur bei regelmäßigem Süßigkeitenkonsum aufrecht erhalten werden können, hat was für sich. Außerdem ist "Antboy" nicht zu sehr auf lustig getrimmt, das heißt, die jugendlichen Hauptfiguren werden durchaus ernst genommen und der Floh ist keine Witzfigur. Er ist sogar ganz schön gruselig. Woher zum Beispiel nimmt er denn all das Blut, das er sich anscheinend permanent zuführen muss? Antboy bzw. Pelle hat mit Selbstfindungsproblemen zu kämpfen, die mir, der ich in der Grundschule immer zu den Kleinsten gehört habe, heute noch präsent sind ...

"Antboy" ist ein prima Filmvergnügen für die ganze Familie. Es gibt schon einen zweiten Teil ("Die Rache der Red Fury"), den ich mir sicher noch zulegen werde. Ein dritter ist zurzeit in Arbeit.


Screenshots


Antboy

Antboy!


Antboy

Pelle


Antboy

Amanda


Antboy

Wilhelm und Ida


Antboy

Der Floh


J. Kreis, 16.02.2016




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