Zurück zu den Filmen

Animal Crackers Animal Crackers (USA, 1930)
DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: Keine Altersbeschränkung
Laufzeit: ca. 93 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Victor Heerman

Hauptdarsteller:
Groucho Marx (Captain Jeffrey T. Spaulding)
Chico Marx (Signor Emanuel Ravelli)
Harpo Marx (Der Professor)
Zeppo Marx (Horatio Jamison)
Margaret Dumont (Mrs. Rittenhouse)
Lillian Roth (Arabella Rittenhouse)




Inhalt:

Eigentlich ist es fast unmöglich, die Handlung eines Films der Marx Brothers wiederzugeben. Ich will's trotzdem versuchen, aber eigentlich ist die Handlung nebensächlich, weil sie den Marx Brothers lediglich als Vehikel für ihre chaotischen Gags dient.

Im Grunde dreht sich alles um ein Ölgemälde, das mit großem Tamtam auf einer Party zu Ehren des berühmten Afrikaforschers Captain Spaulding enthüllt werden soll. Das Gemälde gehört dem Kunstsammler Roscoe Chandler, er hat es gerade erst in Europa gekauft. Die Party wird von Mrs. Rittenhouse organisiert, die ihre Tochter Arabella gern mit dem reichen Chandler verheiraten möchte. Arabella liebt aber den Künstler Johnny Parker - doch der ist ein armer Schlucker und niemand will seine Werke ausstellen. Nun kommt Arabella auf die geniale Idee, das Original-Gemälde gegen eine von Johnny gemalte perfekte Kopie auszutauschen. Nach der Enthüllung wollen die beiden den Schwindel aufklären; wenn niemand ihn bemerkt, wäre das der Beweis für Johnnys Können und vielleicht sein erster Schritt zum Erfolg.

Dummerweise haben zwei "Freundinnen" von Mrs. Rittenhouse die gleiche Idee. Sie wollen Mrs. Rittenhouse, die sie wegen ihres gesellschaftlichen Erfolgs beneiden, durch diese Aktion blamieren. Es kommt, wie es kommen muß: Kopie und Original des Gemäldes wechseln mehrmals Platz und Besitzer, bis niemand sich mehr auskennt. Mrs. Rittenhouse ist verzweifelt, die Polizei tappt im Dunkeln, das Chaos ist perfekt. Da kommt der gerade aus Afrika zurückgekehrte Captain Spaulding ins Spiel. Großzügig (oder großspurig?) erklärt er sich bereit, Licht in diese undurchsichtige Angelegenheit zu bringen. Dabei wird er von seinem Sekretär Horatio Jamison sowie von Signor Emanuel Ravelli (ein genialer Musiker, der sich dafür bezahlen läßt, daß er nicht spielt) und dem sogenannten Professor (Fachgebiet Schürzenjagd) behindert... ähm... unterstützt.

Am Ende taucht das Gemälde tatsächlich wieder auf, Johnnys Talent findet gebührende Anerkennung und Captain Spaulding könnte sich selbst auf die Schulter klopfen, wenn er nicht - wie alle anderen Partygäste - bewußtlos am Boden liegen würde...

Der Film:

Etwas sinnvolles zu einem Film der Marx Brothers zu sagen, ist mindestens genauso schwer, wie der Versuch, die Handlung zusammenzufassen. Zunächst einmal muß man wissen, daß "Animal Crackers" die Filmversion einer erfolgreichen Bühnenshow der Marx Brothers ist, und daß man ihm das auch anmerkt. Es gibt nur wenige statische Bühnenkulissen, vor denen sich alles abspielt, dabei muß die Kamera sich kaum einmal von der Stelle bewegen. Man könnte also fast den Eindruck gewinnen, eine Theatervorstellung zu sehen. Dieser Eindruck wird durch die langen Musikeinlagen noch verstärkt.

Wie ich bei der Handlungszusammenfassung schon gesagt habe, ist die Story völlig belanglos. Allenfalls könnte man sie noch als Gesellschafts-Satire bezeichnen. Aber darum geht es in einem Marx-Brothers-Film auch gar nicht, im Zentrum steht vielmehr der chaotische, anarchische Humor von Groucho, Harpo und Chico Marx. Alle drei haben ihre bekannten, unverwechselbaren Markenzeichen: Groucho, immer mit Zigarre und aufgemaltem Schnurrbart, ist der typische Angeber und Schürzenjäger, der sich allerdings mehr für das Vermögen der Damen interessiert als für Herzensdinge. Chico ist der gewiefte Gauner und gibt wie immer eines seiner berühmten Klaviersoli zum Besten. Harpo verblüfft durch seine pure Verrücktheit. Kein Arm ist vor ihm sicher: Immer will er sein Bein hineinhängen. Frauen, die sich in seine Nähe wagen, werden durch die Kulissen gejagt. Harpo spricht niemals ein Wort, spielt dafür aber auf der Harfe, was - wie ich auf einer anderen Page gelesen habe - die Leute seinerzeit zu Tränen gerührt haben soll.

Grouchos Zynismus und seine Schilderungen diverser unglaublicher Abenteuer gehören ebenso zum dominierenden Standard-Repertoire aller Marx-Brothers-Filme wie Wortspiele und verrückte Kalauer (sowie Harpos Mimik). Deshalb sollte man sich den Film unbedingt im englischen Original ansehen, denn die meisten Pointen können einfach nicht übersetzt werden. Gute Englischkenntnisse sind eine Grundvoraussetzung, wenn man sich bei diesem Film wirklich amüsieren will.

Die DVD:

Okay, der Film ist sehr alt und er wurde nicht restauriert oder sonstwie überarbeitet. Deshalb sind Bild- und Tonqualität der DVD auch... nun... gewöhnungsbedürftig. Immer wieder muß man erbärmlich schlechte Passagen ertragen, bei denen der Ton so dumpf ist, daß man kaum etwas versteht und in denen das Bild sehr unscharf erscheint. Das sieht so aus, als wäre der Film aus Bestandteilen unterschiedlicher Qualität zusammengeschnitten worden, denn meistens sind Bild und Ton gerade noch akzeptabel, wenn auch niemals frei von Artefakten und Beschädigungen. Mehr gibt es zur DVD nicht zu sagen, denn Extras sind leider nicht vorhanden.

Seitenanfang