Zurück zu den Filmen

Per Anhalter durch die Galaxis Per Anhalter durch die Galaxis (GB, 2005)
DVD - Regionalcode 2, Touchstone Home Entertainment
FSK: 6
Laufzeit: ca. 104 Minuten

Extras
Audiokommentare, Making Of, "Zusätzliche Eintragung in den Reiseführer", Zusätzliche (Pannen-)Szenen, Wirkliche zusätzliche Szenen, Lied zum Mitsingen: "So long and thanks for all the Fish!"

Regie:
Garth Jennings

Hauptdarsteller:
Martin Freeman (Arthur Dent)
Mos Def (Ford Prefect)
Sam Rockwell (Zaphod Beeblebrox)
Zooey Deschanel (Tricia McMillian, "Trillian")
John Malkovich (Humma Kavula)
Bill Nighy (Slartibartfast)
Alan Rickman (Stimme von Marvin)
Helen Mirren (Stimme von Deep Thought)




Inhalt:

Als Arthur Dents Haus abgerissen wird, weil es dem Bau einer Umgehungsstraße im Weg steht, denkt der ahnungslose Erdling, dies sei der schwärzeste Moment seines Lebens. Doch dann kommt sein alter Freund Ford Prefect vorbei und schleppt ihn in einen Pub, um sich gemeinsam mit ihm zu betrinken, weil angeblich in wenigen Minuten die Erde vernichtet werden soll. Ford selbst behauptet, er komme von einem kleinen Planeten aus dem Gebiet der Beteigeuze. Der Alkohol sei für den Elektrolythaushalt erforderlich, wenn man per Anhalter in einem Raumschiff mitreisen wolle - und genau das macht Ford, wobei er Arthur mitnimmt (weil der ihm damals, bei Fords Ankunft auf der Erde, das Leben gerettet hat), als tatsächlich die Vogonen auftauchen und die Erde sprengen, da der Planet dem Bau einer Hyperraum-Expreßroute im Weg steht. Leider sind die Vogonen gar nicht begeistert von den blinden Passagieren, die sich an Bord eines ihrer Schiffe gebeamt haben. Der Kommandant foltert Arthur und Ford erst mit seinen grauenhaften poetischen Eigenkreationen, dann läßt er sie kurzerhand aus dem Schiff werfen. Der unglaublich unwahrscheinliche Zufall, daß in genau diesem Moment das von Zaphod Beeblebrox entwendete Raumschiff "Herz aus Gold" vorbeikommt und die beiden rettet, ist dem Unendlichen Unwahrscheinlichkeitsantrieb des Schiffes zu verdanken. Mit an Bord ist Tricia McMillian, genannt Trillian, eine junge Frau, die Arthur vor einiger Zeit auf einer Kostümparty kennengelernt hatte. Er war damals nicht bereit gewesen, einfach mit ihr zu einem Abenteuer ins Unbekannte aufzubrechen und hatte sie deshalb an einen Typen verloren, der behauptet hatte, er komme von einem anderen Planeten - das war natürlich Zaphod Beeblebrox, Präsident der Galaxis, Fords Halbcousin und Erfinder des Pangalaktischen Donnergurglers.

Gemeinsam machen die vier Leutchen und der manisch depressive Roboter Marvin sich auf die Suche nach dem Planeten Magrathea, wo der Supercomputer Deep Thought nach Millionen von Jahren des Grübelns über die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest lediglich die Zahl "42" ausgeworfen hat. Unterwegs treffen sie Humma Kavula, den früheren Konkurrenten Zaphods um das Amt des galaktischen Präsidenten, der ihnen die Koordinaten Magratheas unter der Bedingung überläßt, daß sie ihm von dort eine besondere Waffe mitbringen sollen. Als Pfand behält er Zaphods zweiten Kopf. Kaum haben die Gefährten Humma Kavula verlassen, da werden sie auch schon von den Vogonen angegriffen, die glauben, Beeblebrox sei entführt worden. Zum Glück sind die Vogonen die schlechtesten Schützen des Universums, allerdings gelingt es ihnen, Trillian zu schnappen. Sie soll auf Vogsphäre dem Gefräßigen Plapperkäfer von Traal vorgeworfen werden. Es gelingt ihren Freunden gerade noch rechtzeitig, sie zu befreien. Zufällig erfährt Trillian, daß Zaphod es war, der die Sprengung der Erde angeordnet hat... Nach einigen weiteren unbedeutenden Schwierigkeiten, zu denen auch zwei thermonukleare Raketen gehören, die auf die "Herz aus Gold" abgefeuert werden, erreicht man endlich Magrathea. Dort durchqueren Zaphod, Ford und Trillian ein Dimensionstor. Arthur bleibt mit Marvin zurück, da er zu lange zögert.

Wenig später begegnet Arthur dem Planeten-Konstrukteuer Slartibartfast. Von ihm erfährt er, daß die Erde nichts anderes war als ein gigantischer, von Deep Thought entworfener Computer, der die Frage formulieren sollte, zu der die Antwort "42" paßt. Slartibartfast hat die Erde im Auftrag pandimensionaler Wesenheiten gebaut, die in der Gestalt von weißen Mäusen ihre Experimente mit den Menschen betrieben haben. Dummerweise haben die Vogonen die Erde kurz vor der Vollendung des Programms zerstört, doch es gibt ein Backup: Erde 2! Während Arthur die Planeten-Baustelle besichtigt, bringen Zaphod, Ford und Trillian auf Magrathea die von Humma Kavula gewünschte Waffe an sich: Eine Art Kanone, mit der man das Opfer dazu bringen kann, den Standpunkt des Schützen genau zu verstehen (die Waffe wurde, wen wundert's, von Frauen entwickelt). In Arthurs Haus auf Erde 2 begegnen sich alle Gefährten wieder. Auch die pandimensionalen Wesenheiten (zwei weiße Mäuse, die schon seit geraumer Zeit auf der "Herz aus Gold" ihr Unwesen getrieben haben) sind anwesend. Sie wollen Arthurs Gehirn entnehmen, da es wahrscheinlich die gewünschte Frage enthält.

Arthur kann sich befreien und die Mäuse zu Mus verarbeiten. Da erscheinen wieder mal die Vogonen und schießen wild um sich. Marvin, dessen Schwarzseherei sich als berechtigt erweist (der einzige Treffer, den die Vogonen anbringen, erwischt natürlich ihn), besiegt die gesamte Vogonenhorde, indem er mit der magratheanischen Waffe auf sie schießt. Prompt leiden die Vogonen unter genau den gleichen Depressionen wie Marvin und sind keine Gefahr mehr. Jetzt kann der Schöpfungsprozeß auf Erde 2 neu beginnen, Arthur und seine Freunde können sich auf den Weg zum Restaurant am Ende des Universums machen...

Der Film:

Mir war zwar von vornherein klar, daß die Romane von Douglas Adams nicht adäquat verfilmt werden können. Wie hätte man auch die vor Wortwitz nur so sprühenden Dialoge und Reiseführer-Einträge in einen Film einbauen können? Aber daß dieser Film so unwitzig sein würde, hätte ich nicht erwartet! Der skurrile Humor der Romanvorlage kommt allenfalls noch in der ersten halben Stunde des Films zur Geltung oder in den (leider viel zu seltenen) Szenen, in denen Einträge aus dem Reiseführer vorgelesen werden. Ich will zugestehen, daß ich als Kenner der Romane viele nette Details und Anspielungen entdecken konnte, die ich mal als Verneigung der Filmemacher vor Douglas Adams und der alten Hörspiel- bzw. TV-Serie interpretieren möchte (zum Beispiel die alte Titelmelodie). Ich gebe auch gern zu, daß manche Dialoge fast 1:1 aus dem Roman übernommen wurden und daß Alan Rickmans Stimme für Marvin einfach perfekt ist. Aber all das reicht einfach nicht, denn der Film wird von plattem Slapstick, unpassender Action und anderen Übertreibungen dominiert. Klassisches Beispiel für letzteres: Zaphod Beeblebrox, die interessanteste Figur der Romane, mutiert in diesem Film zu einer beinahe unerträglichen Nervensäge. Die Idee, seine zwei Köpfe übereinander zu setzen, nicht nebeneinander, ist durchaus okay. Aber der zweite Kopf nervt womöglich noch mehr als der erste...

Wenn man den Film als unbedarfter Zuschauer anschaut, d.h. ohne die Romane zu kennen, dann fällt auch der Wiedererkennungs-Wert weg. Dann bleibt nur eine ziemlich wahllos zusammengestellt wirkende Abfolge mäßig interessanter, aber zu keinem Zeitpunkt spannender Szenen übrig. Ab und zu wird man vielleicht wegen der einen oder anderen Idee grinsen müssen, mehr aber auch nicht. Stil und Atmosphäre der Romane finden sich in diesem Film jedenfalls nur ansatzweise wieder. Und die Tatsache, daß (eine Abweichung vom Roman) auf Erde 2 am Schluß alles wieder genau so ist, wie es auf der Original-Erde kurz vor deren Vernichtung war, führt das ganze Finale ad Absurdum... Auch sonst wurde einiges verändert, aber damit kann ich leben. Die für den Film neu erfundene Figur Humma Kavula stört mich nicht, auch wenn sie völlig sinnlos ist. Daß mehr Wert auf die Liebesbeziehung zwischen Arthur und Trillian gelegt wird (die in der Romanserie fast gar nicht zum Tragen kommt), ist okay.

Der Film hat auch seine guten Seiten. Die Spezialeffekte sind zum Beispiel durchweg sehr gut gelungen, teilweise sogar richtig beeindruckend. Angenehm ist mir aufgefallen, daß nicht allzu viele Computergrafiken verwendet wurden. Vor allem die Vogonen (keine CGI, sondern "echte" Kreaturen! Sehr schön!) haben es mir angetan und die Szenen, in denen man die Planetenwerkstatt zu sehen bekommt, sind einfach toll. Auch die Begleiterscheinungen des Unendlichen Unwahrscheinlichkeitsantriebs können sich sehen lassen, besonders eine Szene, in der sich alles quasi in Wolle verwandelt. Das ist einer der besten Momente des Films. Fürs Auge wird also zum Glück einiges geboten, das entschädigt für den unzulänglichen Rest.

Am besten genehmigt man sich also wohl erstmal einen Pangalaktischen Donnergurgler, bevor man die DVD ins Laufwerk legt. Denn nüchtern betrachtet ist diese glattgeleckte Light-Version von "Per Anhalter durch die Galaxis" beinahe schon ein Ärgernis.

Schaut euch den Film bitte - wenn schon - unbedingt im englischen Original an. Die deutsche Synchro macht das Ganze nämlich noch bekloppter, als es ohnehin schon ist. Dabei geht fast jeglicher Wortwitz verloren.

Die DVD:

Auch bei dieser DVD wird man mit der neuesten Unsitte der Filmindustrie "beglückt": Es starten sofort einige Filmtrailer, die man aber überspringen kann. Das Menü gleicht dann jenem des Reiseführers, ist aber leider nicht so schön animiert.

Das Bonusmaterial fällt weniger umfangreich aus, als man es beim Blick aufs Cover erwarten könnte. Die ca. 9 Minuten lange Featurette, in der es außer kurzen Interview-Ausschnitten (die ohnehin kaum mehr als Selbstbeweihräucherung sind) und Filmszenen so gut wie nichts zu sehen gibt, als "Making Of" zu bezeichnen, ist ein Witz. Es gibt insgesamt 5 entfallene Szenen zu sehen, zwei davon sind wahrscheinlich keine richtigen Outtakes, sondern speziell für die DVD gedrehte Gags. Der zusätzliche Eintrag in den Reiseführer entspricht einer Stelle im Roman, in der die Nichtexistenz von Gott anhand der Tatsache bewiesen wird, daß der Babelfisch ein Beweis für seine Existenz ist. Unter einem weiteren Programmpunkt darf man sich nochmals den Titelsong anhören - mit Untertiteln zum Mitsingen. Zu guter Letzt gibt es noch den "Unendlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive". Klickt man auf diesen Menüpunkt, wird eine zufällige Szene aus den Extras abgespielt. Ein völlig überflüssiges Feature.

Wären nicht die beiden Audiokommentare, bei denen nicht nur Regisseur und Produzent zu Wort kommen, sondern auch einige Schauspieler, dann wäre das Bonusmaterial nicht weiter erwähnenswert...

Seitenanfang