Der Android


Der Android (USA, 1982)
- Android -

DVD Regionalcode 0, MGM/HanseSound
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 77 Min.

Extras
- Trailer

Regie:
Aaron Lipstadt

Hauptdarsteller:
Don Keith Opper (Max 404)
Klaus Kinski (Dr. Daniel)
Brie Howard (Margaret Kallisti - "Maggie")
Norbert Weisser (Gunther Keller)
Crofton Hardester (Orlando Mendes)
Kendra Kirchner (Cassandra 1)




Inhalt

Androiden - Kunstwesen, die äußerlich nicht von Menschen unterscheidbar sind - sind illegal, seit sie in München einen Aufstand angezettelt haben. Man befürchtet, außer Kontrolle geratene Androiden könnten Anschläge auf die Chefs der irdischen Großkonzerne verüben. Androiden dürfen sich deshalb nicht mehr auf der Erde aufhalten. Die Firma Terracorp betreibt weiterhin Roboterforschung, allerdings nicht auf der Erde, sondern in der Raumstation UL-C53. Dort arbeitet Dr. Daniel am Projekt "Cassandra 1". Sein Ziel besteht in der Erschaffung einer perfekten Arbeits- und Liebessklavin. Als Gehilfe steht ihm der Android Max 404 zur Seite. Die beiden leben jahrelang völlig allein in der Station. Daniel gerät bei seinen Forschungen in eine Sackgasse, denn er braucht eine menschliche Frau, um den Cassandra-Androiden zum Leben zu erwecken. Max beschäftigt sich derweil mit Videospielen und Lehrfilmen über die Beziehung zwischen Mann und Frau. Am 15. Oktober 2036 erhält Daniel über Funk die Mitteilung, dass sein Projekt eingestampft werden soll. Er denkt aber gar nicht daran, die Arbeit so kurz vor dem Ziel einzustellen.

Wenig später nähert sich das Raumschiff S.E.R.P. Neptune der Station und funkt um Hilfe. Ohne Daniels Wissen lässt Max zu, dass das Schiff in einem Stationshangar andockt. Daniel reagiert zunächst ungehalten, als er erfährt, dass Fremde in der Station sind. Er beruhigt sich aber schnell, denn zu der dreiköpfigen Besatzung der Neptune gehört Maggie, eine junge Frau, die Daniel gut gebrauchen kann. Auch Max ist sehr an Maggie interessiert, denn er hat noch nie eine lebendige Frau gesehen. Maggie, Gunther Keller und Orlando Mendes richten sich häuslich in UL-C53 ein und beginnen mit der Reparatur ihres beschädigten Schiffes. Max verliebt sich in Maggie. Er hofft, sie werde ihn mit zur Erde nehmen, denn er weiß, dass Daniel ihn verschrotten will, sobald Cassandra fertig gestellt ist. Verständlicherweise erleidet seine Loyalität gegenüber Daniel durch diese Erkenntnis einigen Schaden. Dann erscheint das Terrapol-Raumschiff Minos, das die Ausbrecher verfolgt hat. Max erfährt, dass es sich bei der Besatzung der Neptune um entflohene Schwerverbrecher handelt. Da er Maggie nicht verlieren will, schießt er das Polizeischiff mit dem Stationslaser ab.

Bei einem nächtlichen Stelldichein lässt sich Maggie von Max ins Labor führen. Sie will Cassandra sehen. Als sich Max dem weiblichen Androiden nähert, fließt Energie zwischen den beiden. Dadurch wird Cassandra aktiviert. Das bleibt Daniel nicht verborgen. Er tötet Maggie, um ihre Lebensenergie auf Cassandra zu übertragen. Sowohl Max als auch Keller halten Mendes für den Mörder. Keller greift seinen Kameraden an, wird von diesem aber überwältigt und erschlagen. Daniel programmiert Max so um, dass aus dem schüchternen Androiden ein Killer wird. Während Max Mendes tötet, beschäftigt sich Daniel mit Cassandra. Der weibliche Android erweist sich jedoch als widerspenstig und wehrt Daniels Annäherungsversuche ab. Max erkennt seinen Irrtum, was Maggies Tod angeht, und steht Cassandra bei. Gemeinsam reißen sie Daniel den Kopf ab. Der stößt allerdings weiter finstere Drohungen aus, denn auch Daniel ist ein Android. Als weitere Polizeischiffe eintreffen, ersinnt Cassandra einen Fluchtplan. Max gibt sich als Daniel aus, Cassandra spielt seine Assistentin. Die Terrapol-Landetruppen fallen auf den Trick herein und nehmen die beiden mit zur Erde. Cassandra glaubt, dass dort insgeheim noch weitere Androiden leben.

Kommentar

Na, hat da jemand bei Blade Runner abgekupfert? Die Erde ist Sperrgebiet für künstliche Menschen, die Androiden rebellieren gegen ihre Herren, und es stellt sich die Frage, wie man das Menschsein an sich definieren kann. Dieser Hintergrund wird in "Android" nicht annähernd so gut ausgearbeitet wie in "Blade Runner", er dient aber auch nicht nur als Aufhänger für vordergründige Action. Die gibt's zwar durchaus - ein paar zünftige Feuergefechte mit Laserwaffen und Faustkämpfe werden geboten - aber der Schwerpunkt liegt doch auf der Figurenzeichnung. Zumindest erhält Don Keith Opper viel Screentime und kann seiner Figur somit einige Tiefe verleihen. Man nimmt ihm die inneren Leiden des naiven, unbeholfenen Kunstgeschöpfes, dessen Eigenständigkeit nur als Makel betrachtet wird, problemlos ab. Die anderen Figuren sind dagegen kaum mehr als Beiwerk. Die schauspielerischen Leistungen der Darsteller sind nicht weiter erwähnenswert (Brie Howard und Kendra Kirchner steuern immerhin etwas Nacktheit bei), und das gilt leider auch für Klaus Kinski. Er kann als moderner Frankenstein ansatzweise überzeugen, aber er hat einfach nicht genug Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Er scheint auch gar keine Lust gehabt zu haben, sich besonders ins Zeug zu legen. Wenigstens sorgt er für eine gelungene Schlusspointe.

Effekte und Ausstattung sind eher als spartanisch zu bezeichnen, aber das muss ja kein Mangel sein. Das Innere der Raumstation ist für Achtzigerjahre-Verhältnisse gut gelungen, die Raumschiffe können sich sehen lassen und die antiquierte Elektronik entfaltet ein geradezu nostalgisches Flair. Max scheint nicht nur enorme Körperkräfte, sondern sogar telekinetische Fähigkeiten zu haben, letzteres könnte auch für Daniel gelten. Cassandra wiederum scheint in die Zukunft sehen zu können. Die entsprechenden Szenen sind sehr kurz und diese besonderen Eigenschaften der Androiden sind für den Film eigentlich irrelevant. Sie können höchstens als Erklärung für die besondere Beziehung zwischen den dreien herhalten. Das führt mich aber wiederum zu der Frage, warum Daniel von alldem noch nichts bemerkt hat, bzw. warum er nicht längst auf den Gedanken gekommen ist, Max zur Aktivierung Cassandras einzusetzen. Die Sache mit Maggies Tod kommt mir ebenfalls eher sinnlos vor. Wozu Daniel sie letzten Endes wirklich braucht, bzw. warum sie sterben musste, bleibt unklar.

Ganz nettes, leider sehr kurzes Filmchen - SF-Fans dürfen ruhig mal einen Blick riskieren. Übrigens frage ich mich, warum der Film erst ab 16 Jahren freigegeben wurde. Das Ding ist völlig harmlos. Angesichts der kurzen Laufzeit liegt der Verdacht nahe, dass der Film geschnitten wurde. Ich konnte aber keine Informationen darüber finden.

DVD-Features

Keine Extras außer einem englischen Trailer, eher maue Bild- und Tonqualität, kein Wendecover. Mehr gibt's zur DVD nicht zu sagen.


Screenshots


Der Android

Aufklärungsunterricht für Androiden. Man beachte die Intelligenzquotienten!


Der Android

Dr. Daniel ist sauer: Fremde in der Basis stören ihn bei der Gartenarbeit!


Der Android

Doch halt! Sie haben eine Frau dabei!


Der Android

Und was immer ihre Werte auch bedeuten sollen: Sie sind brauchbar!


Der Android

Keller und Mendes dagegen werden nicht mehr gebraucht. Sie scheinen es zu ahnen.


Der Android

Kaum funkt es zwischen Max und Cassandra...


Der Android

...schon erhebt sich die Schöne.


Der Android

Merke: Aggressionen sind rot und werden oben links eingefügt!


Der Android

Scheint keine angenehme Prozedur zu sein...


Der Android

...aber immer noch besser, als den Kopf zu verlieren!


J. Kreis, 29.10.2012




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