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american_werewolf American Werewolf (USA/GB 1981)
- An American Werewolf in London -

DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 16
Laufzeit: ca. 93 Minuten

Extras:
Audiokommentar, Hinter den Kulissen, Outtakes, Interviews mit John Landis und Rick Baker, Die technischen Effekte im Film "Casting of the Hand", Vergleich: Vom Storyboard zur filmischen Umsetzung, Fotogalerie

Regie:

John Landis

Hauptdarsteller:
David Naughton (David Kessler)
Jenny Agutter (Schwester Alex Price)
Griffin Dunne (Jack Goodman)
John Woodvine (Dr. Hirsch)





Inhalt:

David Kessler und Jack Goodman sind zwei Studenten aus den USA, die einen dreimonatigen Rucksack-Urlaub in Europa machen. Ihre Reise hat sie nach Nordengland geführt, wo sie in eine ziemlich einsame Gegend geraten. Als sie ein winziges Dorf erreichen und im dortigen Pub einkehren, werden sie alles andere als freundlich empfangen. Man gibt ihnen zuerst nur deutlich zu verstehen, daß sie nicht willkommen sind. Als Jack aber nach der Bedeutung eines an die Wand gemalten Pentagramms fragt, werden die beiden sozusagen rausgeworfen. Man gibt ihnen noch die Warnung mit auf den Weg, daß sie sich vom Moor fernhalten und vor dem Mond hüten sollen. Es ist dunkel, es ist kalt, es fängt an zu regnen... so dauert es nicht lang, bis die beiden vom Weg abkommen. Als sie merken, daß sie sich verlaufen haben, fängt in der Ferne ein Wolf an zu heulen - und das Geräusch kommt näher! Plötzlich wird Jack von einer riesigen Bestie angefallen und zerfleischt. Als David seinem Freund zu Hilfe kommen will, verpaßt das Monster ihm einen Hieb mit der Pranke, es wird jedoch gerade noch rechtzeitig von den Dorfbewohnern erschossen, die sich eines besseren besonnen haben und den Studenten gefolgt sind, denn sie wußten genau, daß in dieser Vollmondnacht ein Wolf unterwegs sein würde. Das letzte, was David sieht, bevor er das Bewußtsein verliert, ist seltsamerweise kein toter Wolf, sondern ein toter nackter Mensch.

David kommt nach einigen Tagen in einem Krankenhaus in London wieder zu Bewußtsein. Er ist verwirrt, als er hört, daß die Ermittlungen wegen Jacks Tod eingestellt wurden und als niemand ihm glaubt, daß ein wolfsähnliches Monster der Täter war. Angeblich haben mehrere Zeugen ausgesagt, Jack sei von einem entsprungenen Irren angefallen worden. Davids Verletzungen heilen gut, aber er leidet unter seltsamen Alpträumen, in denen er sich selbst sieht, wie er durch den Wald rennt und Tiere tötet oder in denen alle Menschen, die ihm etwas bedeuten, von bizarren Ungeheuern niedergemetzelt werden. Dann bekommt David "Besuch" von Jack. Der schrecklich zugerichtete Tote erzählt, er sei einem Werwolf zum Opfer gefallen und sei dazu verdammt, so lange als Untoter auf Erden zu wandeln, bis der letzte Werwolf vernichtet ist. Da David von dem Werwolf nur verletzt worden ist, sagt Jack, wird er derjenige sein, der sich beim nächsten Vollmond in einen blutdürstigen Wolf verwandeln wird! Er gibt David den Rat, sich selbst zu töten, bevor es zu spät ist. David fürchtet, er sei dabei den Verstand zu verlieren und daß er sich Jacks Besuch nur eingebildet hat.

Alex, eine junge Krankenschwester, wirft ein Auge auf David. Als er aus der Behandlung entlassen wird, bietet sie ihm an, bei ihr zu wohnen. Die beiden werden ein Paar. Noch in der ersten gemeinsam verbrachten Nacht kommt Jack, der allmählich schimmlig-grün aussieht (zum Glück kann niemand außer David ihn sehen), zu einem weiteren Besuch vorbei. Er warnt David erneut, denn es sind nur noch wenige Stunden bis zur nächsten Vollmondnacht! Alex muß zum Dienst, David bleibt allein. Ruhelos durchstreift er die Wohnung. Plötzlich wird er von schrecklichen Schmerzen gequält und hat das Gefühl, verbrennen zu müssen. Tja, der Mond ist aufgegangen! David verwandelt sich in eine große, wolfsähnliche Kreatur, die nur noch vom Blutdurst getrieben wird. Er tötet ein Pärchen, das auf dem Weg zu einer Party ist, einen Mann in der U-Bahn und ein Pennertrio. Am nächsten Tag erwacht er - wieder als Mensch, nackt und ohne sich an das Geringste erinnern zu können - im Zoo in einem Wolfsgehege. Nachdem er einen Damenmantel geklaut hat, mit dem er seine Blöße bedecken kann, kehrt er zu Alex zurück, die ihn schon verzweifelt gesucht hat. Als er aus den Zeitungen von den schrecklichen Morden der vergangenen Nacht erfährt, ist ihm alles klar: Jacks Warnungen waren wahr. Natürlich glaubt ihm niemand und einen Selbstmord bringt er nicht über sich. Er rennt ziellos davon, um zu gegebener Zeit nicht etwa in der Nähe von Alex zu sein.

Inzwischen hat Dr. Hirsch, Davids Arzt, eigene Ermittlungen angestellt und sich in dem kleinen Dorf, in dem alles begonnen hat, umgehört. Von einem der Einwohner, der von Gewissensbissen geplagt wird, erfährt er die schwer zu akzeptierende Wahrheit und schaltet, als er zurück in London ist, die Polizei ein. David hat eine weitere Begegnung mit Jack, von dem inzwischen kaum mehr als ein Gerippe übrig ist. Ausgerechnet in einem Pornokino am Piccadilly Circus stellt Jack ihm seine untoten Opfer der vergangenen Nacht vor. Man diskutiert gemeinsam über verschiedene Suizidmöglichkeiten, doch bald bricht wieder die Nacht herein, es ist immer noch Vollmond, und David verwandelt sich erneut. Er richtet ein Blutbad im Kino an, wird von der Polizei darin eingeschlossen, kann sich aber mir roher Gewalt befreien (der Kommissar, der die Ermittlungen leitet, verliert dabei leider buchstäblich den Kopf). David wird in einer Sackgasse in die Enge getrieben, aber selbst mit schwerer Bewaffnung wagen die Polizisten sich nicht näher heran. Alex trifft am Schauplatz des Geschehens ein und versucht mit ihrem verwandelten Freund zu reden. Einen Moment lang scheint es so, als würde David sie erkennen und wolle ruhig bleiben, doch dann springt er sie an - und wird im gleichen Moment von einem Kugelhagel durchsiebt. Die jetzt näher rückenden Polizisten finden am Ende der Sackgasse nur noch einen toten nackten Mann vor...

Der Film:

Für mich war dies lange Zeit einer der wenigen Filme, die mir wirklich Angst eingejagt haben. Und das, obwohl er einige der witzigsten Szenen der Filmgeschichte enthält (David nackt im Zoo und später im Frauenmantel an der Bushaltestelle - unübertroffen!) und so gar nicht den typischen Horrorfilm-Klischees folgt. Das liegt einerseits daran, daß der Film trotz seines ironischen Humors keineswegs als Komödie angelegt ist und auch nicht mit expliziten Splatterszenen geizt. Als wirklich furchteinflößend habe ich seinerzeit aber vor allem die Verwandlungsszenen empfunden. Erstmals bekam man damals nicht einfach nur einen Schauspieler zu sehen, der immer haariger wird, spitze Ohren und lange Zähne kriegt - nein, diesmal wurde eine echte körperliche Metamorphose gezeigt, eine für den armen David extrem schmerzhafte Verwandlung in ein Wesen, das kaum noch etwas menschliches an sich hat. Nur gut, daß es damals noch keine computeranimierten Effekte gegeben hat, denn mittels CGI hätte man kaum eine so überzeugende Darstellung fürchterlicher Verwandlungsqualen hingekriegt. Das Endergebnis der Verwandlung ist für meinen Geschmack allerdings ein paarmal zu oft und zu gut erkennbar im Bild, denn so GANZ überzeugend ist der Werwolf dann doch nicht geraten. Man sieht zu deutlich, daß es sich um eine Puppe handelt. Die Szene allerdings, in der Jack zerfleischt wird... nun, da konnte ich damals nicht hinsehen und sie wirkt auch heute noch, tja, verdammt echt!

Als London-Freund haben mir natürlich die an Originalschauplätzen gedrehten Szenen besonders gut gefallen, und die Verfolgung des einsamen U-Bahn-Fahrers in der Station Tottenham Court Road sorgt bei mir auch heute noch für eine Gänsehaut. American Werewolf ist ein absoluter Genreklassiker, wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen. Daß der Film eine FSK16-Einstufung erhalten hat, finde ich erstaunlich, denn die Gewaltszenen sind ungeschnitten auf der DVD. Im Vergleich zur englischen Version fehlt lediglich ein ganz kurzer Dialog gegen Ende des Films. Bevor David vergeblich versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden, ruft er nämlich noch zu Hause an.

Die DVD:

Schön, daß es für so einen alten Film doch eine Menge an recht nettem Bonusmaterial gibt, das teilweise sogar noch aus der Zeit stammt, in der er entstanden ist. Die beiden Interviews stammen allerdings aus neuerer Zeit (was einen interessanten Blick darauf erlaubt, wie John Landis sich in den letzten 20 Jahren verändert hat - seine "hippelige" Art hat sich allerdings nicht verändert), es werden öfters Szenen aus dem Film und aus anderen Werwolf-Filmen eingeblendet, die das Gesagte untermalen. Der Ort, an dem die Interviews gedreht wurden, erinnert mich an das London Dungeon, vielleicht ist es aber auch Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett. Die "Hinter den Kulissen"-Featurette stammt ebenso wie "Casting of the Hand" aus 1981. Bei letzterem Beitrag kann man "live" miterleben, wie der Gipsabdruck von David Naughtons Arm für die große Verwandlungsszene genommen wurde. Die "Outtakes" sind schiefgegangene Szenen, alle ohne Ton, aber witzig. Die Bildergalerie liegt in Form einer selbstablaufenden Diashow mit Musik vor.

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