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Alien Legacy Box


Aliens: Die Rückkehr - Special Edition / Legacy Box (USA 1986/1990)
- Aliens -

DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 154 Minuten

Extras:
- Interview mit James Cameron (12:06 Min.)
- Hinter den Kulissen - Ausschnitte
- Original Kinotrailer
- Fotogalerie

Regie:
James Cameron

Hauptdarsteller:
Sigourney Weaver (Ellen Ripley)
Carrie Henn (Rebecca "Newt" Jorden)
Michael Biehn (Corporal Dwayne Hicks)
William Hope (Lieutenant S. Gorman)
Paul Reiser (Carter J. Burke)
Lance Henriksen (L. Bishop)
Bill Paxton (Private W. Hudson)
Jenette Goldstein (Private J. Vasquez)




Inhalt:

Zur Vorgeschichte: Siehe Alien.

57 Jahre sind seit Ellen Ripleys Flucht vor dem Alien vergangen. Sie treibt mit ihrem kleinen Rettungsschiff durchs All, konserviert in einem Schlaftank, so dass sie nicht altert. Das Schiff wird entdeckt, Ripley wird aus dem Tiefschlaf erweckt. Sie verbringt eine Rehabilitationsphase in einer Raumstation nahe der Erde und hat immer wieder Alpträume, in denen ein Chestburster aus ihr hervorbricht. Von Carter Burke, einem Repräsentanten der Weyland-Yutani Corporation - ihres Arbeitgebers - erfährt sie, dass ihre Tochter, zu deren elftem Geburtstag sie wieder zurück sein wollte, längst als alte Frau gestorben ist. Nachdem sich Ripley erholt hat, muss sie sich für die Vernichtung der NOSTROMO rechtfertigen. Natürlich glaubt kein Mensch die Geschichte von einem mörderischen außerirdischen Wesen mit Säure anstelle von Blut, das eine komplette Schiffsbesatzung innerhalb von 24 Stunden ausgelöscht haben soll. Man verzichtet zwar auf eine Bestrafung, entzieht Ripley jedoch das Offizierspatent, so dass sie gezwungen ist, ihr Geld als Dockarbeiterin zu verdienen. Sie traut ihren Ohren nicht, als sie zufällig erfährt, dass LV-426, der Planet, auf dem die Alien-Eier entdeckt worden sind, schon vor geraumer Zeit besiedelt worden ist. Mehrere Dutzend Familien leben auf der jetzt unter dem Namen Acheron bekannten Welt in der Kolonie "Hadleys Hope". Ihre Aufgabe besteht in der Wartung der gigantischen Prozessoren, mit denen die dortige Atmosphäre atembar gemacht wird.

Einige Zeit später wird Ripley von Burke und Lieutenant Gorman von den Colonial Marines aufgesucht. Der Kontakt mit Hadleys Hope ist abgebrochen, die Marines sollen die Lage klären. Burke will selbst mitfliegen, und er hätte Ripley für den Fall der Fälle gern als Beraterin dabei. Ripley lehnt zunächst ab, willigt dann aber doch ein. Sie glaubt, ihre Alpträume nur dann loswerden zu können, wenn sie sich ihrer größten Angst stellt. Während sich das Kampfschiff SULACO Acheron nähert, lernt Ripley die Marines kennen. Die hartgesottenen Soldaten nehmen ihren Bericht nicht besonders ernst. Zur Mannschaft gehört auch der Android Bishop. Aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen mit dem Androiden Ash misstraut Ripley dem künstlichen Menschen. Ripley, Burke und die Marines werden mit einem Landungsschiff auf Acheron abgesetzt. Die Siedlung ist verwüstet und menschenleer. Nur ein kleines Mädchen mit dem Spitznamen Newt, aus dem zunächst kein Wort herauszubringen ist und das sich in den Lüftungsschächten versteckt hält, wird gefunden. Allmählich fasst die Kleine Vertrauen zu Ripley. Die Marines folgen den Signalen der Peilsender, die jeder Siedler bei sich trägt, während Gorman mit den Zivilisten in einem Panzerfahrzeug zurückbleibt. Die Kolonisten scheinen sich alle im Atmosphären-Prozessor aufzuhalten. In Wahrheit sind sie alle zu Opfern der Aliens geworden. Sie wurden in einem gigantischen Nest im Inneren des Prozessors in Kokons eingesponnen und für die Vermehrung der Aliens benutzt. Die Marines finden nur eine lebende Person, die jedoch bei der "Geburt" eines Chestbursters stirbt. Als die Marines das Wesen töten, werden sie von Dutzenden Aliens angegriffen und erleiden schwere Verluste. Der völlig überforderte Gorman ist keine Hilfe. Ripley kann nur noch Corporal Hicks sowie die Privates Hudson und Vasquez retten, indem sie mit dem Panzer mitten in die Anlage hineinfährt.

Ripleys Vorschlag, zur SULACO zurückzukehren und das Gebiet mit Atomwaffen zu zerstören, findet die Zustimmung der Marines. Burke ist dagegen, wird aber überstimmt. Das mit zwei Soldaten bemannte Landungsschiff wird herbeigerufen, aber ein Alien hat sich an Bord geschlichen und tötet die Besatzung während des Anflugs. Das Boot stürzt ab und explodiert. Ripley und ihre Gefährten verschanzen sich in der Siedlung. Ein neues Problem wird akut: Durch die Explosion des Landungsschiffes wurde das Kühlsystem des Atmosphärenprozessors beschädigt. Er wird bald hochgehen und die gesamte Kolonie mit in den Untergang reißen. Bishop begibt sich zur Funkstation, um das zweite Landungsboot per Fernsteuerung von der im Orbit kreisenden SULACO herbeizumanövrieren. Derweil wird klar, dass Burke ein doppeltes Spiel treibt. Er hat den Kolonisten seinerzeit den Befehl erteilt, nach dem Schiffswrack mit den Alien-Eiern zu suchen, aber er hat sie nicht auf die Gefahr hingewiesen. Jetzt befreit er zwei noch lebende Facehugger, die in der medizinischen Station der Kolonie untersucht worden sind. Sie sollen Ripley und Newt ihre Embryos implantieren. Burke will sie im Kälteschlaf zurück zur Erde bringen und auf diese Weise an der Quarantäne vorbeischmuggeln, um die Fremdwesen an die Biowaffenforschung verkaufen zu können. Die Marines greifen noch rechtzeitig ein und töten die Facehugger. Bald danach dringen die Aliens in die Siedlung ein. Hudson, Gorman und Vasquez werden getötet. Auch Burke fällt einem Alien zum Opfer. Newt wird ins Alien-Nest geschleppt.

Ripley und der im Kampf verwundete Hicks hasten zum inzwischen eingetroffenen Landungsschiff. Ripley weigert sich, Newt zurückzulassen, denn sie liebt das Kind wie eine eigene Tochter. Sie rüstet sich mit neuen Waffen aus und dringt ins Zentrum des Nests ein. Dort steht sie einem bislang unbekannten Alien-Typus gegenüber; einer gigantischen Alien-Königin, die bereits hunderte von Eiern produziert hat. Ripley befreit Newt und vernichtet die Eier, bevor sie flieht. Die vor Zorn tobende Alien-Königin folgt ihr, aber in letzter Sekunde können sich die Menschen in das Landungsschiff retten - Bishop erweist sich endgültig als vertrauenswürdig, indem er das Schiff direkt in den bereits zusammenbrechenden Prozessor lenkt. Während das Landungsschiff zur SULACO zurückkehrt, vergeht der Prozessor in einer gewaltigen thermonuklearen Explosion. Doch ein Alien ist der Vernichtung entkommen: Die Königin hat sich unbemerkt ans Fahrwerk des Landungsschiffes geklammert. Im Hangar der SULACO greift sie Bishop an und reißt ihn in zwei Hälften. Ripley stellt sich ihr im Inneren eines Exoskelett-Verladeroboters entgegen und befördert sie zu guter Letzt durch eine Luftschleuse ins All. Der noch funktionsfähige Bishop und Hicks werden für den Rückflug zur Erde in den Kälteschlaf gelegt. Auch Newt und Ripley begeben sich zur Ruhe - und diesmal werden sie ohne Alpträume schlafen können.

Fortsetzung folgt!

Der Film:

Obige Zusammenfassung bezieht sich auf die verlängerte "Special Edition" des Films. Sie ist insgesamt ca. 17 Minuten länger als die Kinofassung. Schon in der Anfangsphase ist jetzt eine komplett neue Handlungsebene vorhanden, die ganz neue Einblicke ermöglicht. In der ursprünglichen Kinofassung bekommt man nur die entvölkerte, zerstörte Siedlung zu Gesicht. In der verlängerten Version sieht man die Siedlung "Hadley's Hope" auf LV-426, bevor sie von den Aliens überrannt wird. Die Kommandozentrale ist voller arbeitender Menschen, Kinder tummeln sich in den Korridoren. Dann wird zur vierköpfigen Familie Jorden umgeblendet, die auf dem Weg zum Alien-Wrack ist. Die Eltern betreten das unheimliche Schiff, während Newt und ihr Bruder im Fahrzeug zurückbleiben. Der Anblick ihres Vaters, der von der Mutter zurückgeschleppt wird, bringt Newt zum Schreien: Im Gesicht des Mannes hat sich ein Facehugger festgeklammert... Ich kannte diese Szenen aus der Romanfassung des Films von Alan Dean Foster. Jahrelang hatte ich jedoch gedacht, dass sie nie gefilmt worden seien. Irrtum! Foster muss den Film in der Schnittfassung gesehen haben, die man jetzt auf DVD bewundern kann. Vielleicht hat er auch nur das Drehbuch gelesen. Im weiteren Verlauf des Films bekommt man automatische Kanonen zu sehen, mit denen sich die überlebenden Menschen vor den Aliens schützen wollen - den Kanonen gelingt es tatsächlich, die Angreifer vorübergehend zurückzuschlagen. Die anderen zusätzlichen Szenen sind zwar nicht ganz so beeindruckend, aber doch interessant: Ripleys erstes Zusammentreffen mit Burke, der ihr vom Tod ihrer Tochter berichtet und Private Hudson, der sich über die Bewaffnung der Marines auslässt, sind nur zwei Beispiele. Zu guter Letzt gibt es eine neue Szene, in der Ripley erstmals ihren Vornamen nennt.

"This Time it's War" - das war damals der Slogan im Trailer für diesen Film, und er trifft den Kern ziemlich genau. Von dem Moment an, als die Marines auf LV-426 landen, steigt die Spannung immer weiter an und mündet in fulminante, aufwändige Actionszenen. Wurden die Menschen in Teil 1 noch von einem einzigen fast unbesiegbaren Alien in Schach gehalten, so haben es Ripley und die Marines jetzt mit Dutzenden zu tun. Aber diesmal sind die Menschen nicht ganz so wehrlos wie die armen Leute, die sich das Alien in der NOSTROMO mit Flammenwerfern und Elektroschockern vom Leibe halten wollten. Allerdings erhält ihr rauhbeiniger Optimismus schon sehr bald einen herben Dämpfer! Und so haben wir es hier nicht mit einem SF-Horrorfilm zu tun, in dem die Spannung hauptsächlich dadurch entsteht, dass das Monster eben nicht gezeigt wird, sondern mit einem reinrassigen SF-Actionfilm. Der aber als solcher genauso perfekt ist wie Teil 1. Von "Aliens" kann man eigentlich nur dann nicht absolut begeistert sein, wenn man heftige Explosionen, Schießereien und sonstiges Gemetzel generell nicht mag. Die Aliens werden sehr viel öfter und deutlicher gezeigt als in Teil 1. Sie können zwar nicht mehr den Reiz des absolut Neuen entfalten wie ihr Vorgänger in Teil 1, aber sie sind womöglich noch überzeugender und furchteinflößender - und wenn dann die gewaltige Alien-Königin ihren Auftritt hat, ist eine Steigerung kaum noch möglich. Sigourney Weaver ist als toughe Powerfrau, die ihre Angst besiegt und den Aliens in den Hintern tritt, gleichzeitig aber im Umgang mit Newt erstaunlich sanft sein kann, ebenfalls sehenswert. Bei der Dialogzeile (mit Ripley im Powerloader) "Get away from her, you Bitch!" gab es, wie ich mich noch genau erinnere, damals im Kino spontanes Jubelgeschrei. Interessant übrigens, dass sowohl Ripley als auch die Alien-Queen aus denselben Motiven handeln: Beide wollen ihre "Kinder" schützen.

"Aliens" ist für mich einer der besten Filme der achtziger Jahre und einer der besten Actionfilme aller Zeiten. Auf seine Art ist er genauso als Meisterwerk zu bezeichnen wie "Alien", ein zeitloser Klassiker, der mich immer wieder von der ersten bis zur letzten Minute fesselt, egal wie oft ich ihn schon gesehen habe. Spannungsaufbau, unterstützt durch Kameraführung und Musik, klaustrophobische Umgebungen, intensive Charakterzeichnungen, furiose Kampfszenen und selbst aus heutiger Sicht noch ungemein beeindruckende Effekte - es stimmt einfach alles.

DVD-Features:

Die DVD enthält nur die verlängerte Version des Films, nicht die Kinoversion. Das Interview mit James Cameron stammt aus dem Jahre 1986. Don Shay, Herausgeber des "Cinefex"-Magazins, hat es geführt. Es handelt sich nur um Ausschnitte, das Interview muss im Original länger sein. Cameron spricht über seine Herangehens- und Arbeitsweise, die Tricks und die Story des Films. Zum Bonusmaterial gehören außerdem kurze Clips mit unkommentierten Aufnahmen von den Sets, den Modellen und der Entstehung derselben. Insgesamt sind sie nur wenige Minuten lang.

Details zu den Extras der Legacy-Box findet ihr hier.


J. Kreis, 21.07.2011 (Inhalt und Kommentar überarbeitet)




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