Alien Covenant


Alien: Covenant (USA/GB, 2017)

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 122 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Entfallene und erweiterte Szenen (17:37 Min.)
- USCSS Covenant (16:36 Min.)
- Sector 87 - Planet 4 (9:15 Min. & Bildergalerien)
- Ridley Scotts Einblicke in die Produktion (55:30 Min.)
- Produktionsgalerie
- Original Kinotrailer

Regie:
Ridley Scott

Hauptdarsteller:
Katherine Waterston (Daniels)
Michael Fassbender (Walter / David)
Billy Crudup (Christopher Oram)
Danny McBride (Tennessee)




Inhalt

Zur Vorgeschichte siehe Prometheus - Dunkle Zeichen.

Das Raumschiff USCSS Covenant ist unterwegs zum Planeten Origae-6. Die vierzehnköpfige Crew und 2000 Kolonisten, die auf Origae-6 eine neue Heimat finden sollen, verbringen die mehrjährige Reise im Hyperschlaf. Der Android Walter und der Schiffscomputer überwachen den Flug. Im Jahre 2104 kommt es zu einem unvorhersehbaren Unfall, durch den das Schiff beschädigt wird. Mehrere Dutzend Kolonisten sterben im Schlaf. Walter ist gezwungen, die Crew vorzeitig aufzuwecken. Dabei kommt es zu einer Fehlfunktion, der Captain verbrennt in seiner Stasiskapsel. Nächster in der Kommandokette ist Christopher Oram. Er ist mit der Situation überfordert und wird von der Besatzung nur widerwillig als neuer Captain akzeptiert. Während der Reparaturarbeiten wird ein verstümmeltes Funksignal aufgefangen. Es handelt sich um eine Frauenstimme, die "Country Roads" singt, ein Lied von John Denver. Die Quelle des Signals befindet sich auf einem erdähnlichen Planeten, den die Covenant in zwei Wochen erreichen kann. Die Weiterreise nach Origae-6 würde dagegen sieben Jahre in Anspruch nehmen. Gegen den Widerstand seiner ersten Offizierin Daniels erfüllt Oram den Wunsch der Crew und gibt den Befehl zum Anflug auf die unbekannte Welt. Dort wird das Wrack eines riesigen fremdartigen Raumfahrzeugs entdeckt, von dem das Funksignal ausgeht. Von der Erde stammende Ausrüstungsgegenstände liegen herum. Somit wird klar, dass mindestens ein Besatzungsmitglied des vor elf Jahren verschollenen Raumschiffes Prometheus an Bord gewesen sein muss; wahrscheinlich Dr. Elizabeth Shaw.

Oram, Daniels und Walter beteiligen sich an der Erkundung des Planeten, der sich hervorragend zur Kolonisierung zu eignen scheint. Wie sich schon bald herausstellt, ist das scheinbar unberührte Paradies eine wahre Hölle. Zwei Männer infizieren sich mit Sporen, die sich im Körper rasant vermehren. Bizarre Kreaturen entstehen, die die Infizierten als Wirte benutzen und diese töten, wenn sie aus ihren Körpern hervorbrechen. Die neu "geborenen" Kreaturen gehen sofort zum Angriff über. Mehrere Menschen sterben. Die Landefähre wird im entstehenden Chaos zerstört, so dass die Überlebenden nicht zum Mutterschiff fliehen können. Weitere aggressive Lebewesen nähern sich aus allen Richtungen. Da erscheint David, der Android der Prometheus, und vertreibt die Kreaturen. Er führt die Überlebenden zu einer Stadt jener Außerirdischen, die als "Konstrukteure" bezeichnet werden und mutmaßlich zur Entstehung des intelligenten Lebens auf der Erde beigetragen haben. Von den Konstrukteuren sind nur deformierte Leichen übrig. David erklärt, außer ihm und Shaw habe niemand das Ende der Prometheus überstanden. Beim Absturz des fremden Raumschiffes, mit dem sie diesen Planeten erreicht hätten, sei Shaw gestorben. Außerdem sei eine Biowaffe freigesetzt worden, deren Zweck in der Vernichtung aller organischen Lebensformen bestehe. Alle Lebewesen außer Pflanzen werden von den extrem mutagenen Nanopartikeln der Waffe entweder sofort vernichtet oder in Kreaturen wie jene umgewandelt, denen die beiden Männer von der Covenant zum Opfer gefallen sind.

Funkkontakt mit der Covenant kommt aufgrund eines heftigen Sturms erst nach einiger Zeit zustande. Der Sturm erschwert auch die Bergung der Überlebenden. Diese müssen feststellen, dass David gelogen hat. Seiner Meinung nach sollten sich die Menschen nicht in der Galaxie ausbreiten dürfen, sondern ausgerottet werden. Bei den auf diesem Planeten lebenden Konstrukteuren hatte er schon Erfolg. Er hat die Biowaffe absichtlich freigesetzt. Besessen von der Vorstellung, etwas nie dagewesenes zu erschaffen, hat David in den letzten zehn Jahren mit den Nanopartikeln und den verschiedenen daraus hervorgegangenen Lebewesen experimentiert, wobei er Shaw als Versuchsobjekt missbraucht und schließlich ermordet hat. Jetzt braucht er neues "Rohmaterial". Eine seiner Kreaturen dringt in die vermeintlich sichere Anlage ein und zerfetzt eine Frau, die sich von der Gruppe getrennt hat. David sorgt dafür, dass Oram, der die Kreatur erschießt, zum Wirt seiner neuesten Schöpfung wird. Der Lebenszyklus des Wesens umfasst mehrere Stadien. Aus einem Ei schlüpft ein Facehugger, der einem geeigneten Wirt die Keimzelle für das nächste Stadium einpflanzen kann. Das Endergebnis ist ein perfekter Killer, ein Xenomorph. Walter versucht David aufzuhalten, wird aber von diesem besiegt. Die letzten menschlichen Überlebenden - Daniels und Lope, der Sicherheitschef der Covenant - bekommen davon nichts mit, so dass David in die Rolle des baugleichen Walter schlüpfen kann. Alle drei werden vom Piloten Tennessee mit einem Beiboot der Covenant abgeholt. Der Xenomorph folgt ihnen, kann aber vernichtet werden.

Zurück in der Covenant treibt nach kurzer Zeit ein weiterer Xenomorph sein Unwesen, denn Lope war von einem Facehugger angefallen worden. Zwei der im Mutterschiff zurückgebliebenen Besatzungsmitglieder werden von der Kreatur getötet. Es gelingt Daniels und Tennessee, das Ungeheuer ins All zu katapultieren. Nun kann die Covenant die Reise nach Origae-6 fortsetzen. Daniels und Tennessee legen sich in die Hyperschlafkapseln. Im letzten Moment erkennt Daniels, dass sie getäuscht wurde - nicht Walter übernimmt die Kontrolle über das Schiff, sondern David. Es ist bereits zu spät, der Hyperschlaf wird aktiviert. David hat zwei Facehugger-Embryos in seinem Körper auf das Schiff geschmuggelt. Jetzt hat David viel Zeit und hunderte Versuchsobjekte für weitere Experimente. Er setzt einen Funkspruch an die Erde ab, in dem er sich als Walter ausgibt, vom Tod der Crew durch ein Unglück und der Fortsetzung der Mission spricht.


Kringels Meinung

Ich schätze Ridley Scott sehr, denn er hat uns zwei der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten geschenkt, wenn nicht gar zwei der besten Filme überhaupt: Blade Runner und Alien. Diese zeitlosen Klassiker sind einzigartige Meilensteine des SF-Kinos. Beide wurden fortgesetzt, "Alien" sogar mehrmals. Verantwortlich waren stets andere Regisseure. Jeder hat dem jeweiligen Film seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt - nicht immer mit durchschlagendem Erfolg, aber immerhin. Scott selbst hat dann mit Prometheus ein Prequel beigesteuert, welches er nun mit "Alien: Covenant" fortsetzt. Die beiden Filme sind einander, sowohl vom Ablauf her als auch was Stärken und Schwächen angeht, so ähnlich, dass ich meinen Kommentar zu "Prometheus" fast wiederholen könnte. Dabei ist "Alien: Covenant" allerdings der bessere Film, das heißt, die Schwächen machen sich etwas weniger störend bemerkbar und die Stärken sind deutlicher ausgeprägt. Trotzdem bin ich nach wie vor der Ansicht, dass man nach Aliens - Die Rückkehr besser auf weitere Fortsetzungen, Spin-offs (siehe Alien vs. Predator / Alien vs. Predator 2) und Prequels verzichtet hätte. Nach "Alien: Covenant" wissen wir, dass der uns aus dem allerersten Film bekannte Xenomorph von David entwickelt wurde. Toll. Na und? Mussten wir das wissen? Eher nicht! Wer zuviel erklärt, der läuft Gefahr, die eigene Schöpfung zu entmystifizieren. Scott hat nichts Neues zu sagen, er fügt lediglich Versatzstücke aus den bisherigen Alien-Filme zusammen.

Mit "Stärken" meine ich die Spezialeffekte. Die stellen wirklich alles in den Schatten, was je in einem Film dieses Franchise zu sehen war. Die Covenant sieht einfach klasse aus, der fremde Planet erfreut das Auge mit imposanten (echten und digitalen) Landschaften, die Stadt der Konstrukteure wirkt schön düster, Davids Forschungslabor mit den an H.R. Gigers Kunstwerke angelehnten Zeichnungen, Anatomiestudien, detailreichen Präparaten usw. ist ein wunderbares Gruselkabinett ... und es wird eine Vielzahl unterschiedlicher Kreaturen präsentiert. Eine ist ekliger und bedrohlicher als die andere! Das Design ist wirklich klasse, noch besser finde ich die Art und Weise, wie die Viecher eingesetzt werden. Allein schon das Hervorbrechen der kleinen Parasiten aus Rücken bzw. Mund der ersten beiden Opfer - wow! Ich konnte übrigens zu keinem Zeitpunkt erkennen, wann echte Modelle/Masken verwendet wurden und wann computergenerierte Kreaturen zum Einsatz gekommen sind. In Sachen Action gibt's ebenfalls nichts auszusetzen, wenn ich auch auf den gleich zweimal kurz hintereinander eingebauten Gag, dass jemand in einer Blutlache ausrutscht, übel hinknallt und deshalb zur leichten Beute der Kreaturen wird, gut hätte verzichten können.

Der Film könnte sogar spannend sein, wenn er nicht so vorhersehbar wäre. Die Handlung verläuft nach dem altbekannten Schema. Nacheinander fallen Personen, die gar nicht die Zeit hatten, irgendwie an Profil zu gewinnen und mir ans Herz zu wachsen, verschiedenen Kreaturen zum Opfer. Ich muss zugeben, dass ich mir bei einigen nicht mal den Namen merken konnte bzw. dass ich ihre Existenz zurvor überhaupt nicht zur Kenntnis genommen habe. So spektakulär ihr Ableben auch inszeniert sein mag, so bedeutungslos bleibt es doch in Sachen emotionaler Beteiligung des Zuschauers. Die Spannung wird auch dadurch entwertet, dass sich die Protagonisten unsagbar dumm anstellen. Jeder Schlafmütze müsste klar sein, dass mit David etwas ganz und gar nicht stimmt, trotzdem wird ihm bis zuletzt vertraut. Das ist nur einer von vielen Stolpersteinen und auch nicht der erste. Ich kann gerade noch akzeptieren, dass Oram den Befehl zum Anflug auf Davids Planeten gibt. Schließlich ist er total überfordert und alles andere als eine Führungspersönlichkeit. Ihm ist klar, dass sich die Crew nach der Sache mit dem Captain weigern wird, wieder in den Hyperschlaf zu gehen und er ist einer jener Typen, die einfach nicht fähig sind, unangenehme Entscheidungen durchzusetzen. Also erfüllt er den Wunsch der Mehrheit. Ich finde es noch nicht mal unlogisch, dass dieser Planet nie entdeckt wurde, obwohl er der Erde offensichtlich viel näher ist als Origae-6. Der Weltraum ist groß und größtenteils leer - vielleicht hat man in diesem Sektor einfach noch nicht nachgesehen.

Doch dann geht's los. Dass man die völlig unbekannte Welt nicht aus dem Orbit heraus untersucht, Sonden oder meinetwegen den Androiden runterschickt, der ja gegen unbekannte Krankheitserreger immun (oder jedenfalls entbehrlich) sein dürfte, ist schon absolut unverständlich. Es wird noch schlimmer. Der größte Teil der Crew landet (warum so viele?) und verlässt das Beiboot ohne jeglichen Schutz. Gut, sie haben warme Mützen auf. Aber warum schützt man sich nicht wenigstens mit Atemmasken? Das machen ja sogar Leute auf unserem Planeten, z.B. wenn sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen müssen! Origae-6 wurde jahrelang erforscht, aber hier rennt man gleich fröhlich in der Gegend herum. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust, die unzähligen Logik-Bugs anzuführen. Von der Frage, warum die Hyperschlafkapseln der Kolonisten so aufgehängt sind, dass sie wie verrückt ins Pendeln geraten und sich gegenseitig beschädigen oder warum sie so konstruiert sind, dass sie von innen heraus ausbrennen, wenn man auf den falschen Knopf drückt, bis hin zur nicht befriedigend erklärten Motivation Davids (von der in "Prometheus" noch nichts zu bemerken war) sind es derart viele, dass eine Aufzählung den Rahmen dieser kleinen Review sprengen würde.

Den Schauspielern ist hier kein Vorwurf zu machen. Wenn das Drehbuch ihnen vorschreibt, dass sie sich wie hysterische Vollidioten benehmen müssen, dann ist das eben so. Tatsächlich finde ich die schauspielerischen Leistungen durch die Bank gut (insbesondere Katherine Waterston als starke Frauenfigur) bis hervorragend (Michael Fassbender mal als durchgeknallter David mit fehlgeleiteter Kreativität, mal als stets kühl bleibender Michael, hinter dessen unbewegter Fassade sich möglicherweise doch Emotionen verstecken). Aber das reißt es leider nicht heraus.


Extras

Eine der 12 entfallenen Szenen wurde völlig zu Recht nicht verwendet. Darin warnt Walter seine Kameraden sogar vor David! Das hätte die oben monierte Idiotie auf ein noch schlimmeres Level transportiert. Ansonsten bekommt man ein paar neue Bereiche der Covenant zu sehen und Walter bringt der um ihren Mann trauernden Daniels ein paar Joints - den Stoff hat er offensichtlich selbst angebaut ... Zudem ist eine Rückblicksequenz enthalten, in der Captain Branson (James Franco!) lebendig zu sehen ist.

Hinter den Menüpunkten "USCSS Covenant" und "Sector 87 - Planet 4" verbergen sich fünf weitere nicht verwendete Szenen. Genauer gesagt handelt es sich vermutlich um Clips, die vor dem Kinostart von "Alien: Covenant" für das virale Marketing eingesetzt worden sind. Einer ist aufgebaut wie Werbung für die Walter-Androiden. Man sieht, wie die Kunstmenschen hergestellt werden. Im mit neun Minuten Laufzeit längsten Clip müssen sich die angehenden Crewmitglieder einer Art Stresstest unterziehen. So erfährt man mehr über sie als im ganzen Kinofilm! Am weitaus interessantesten finde ich zwei Clips, in denen David unter anderem erzählt, wie er von Shaw repariert wurde und welche Experimente er auf dem Planeten mit ihr, den Überresten der Konstrukteure sowie verschiedenen Tieren angestellt hat. Das alles ist dann auch zu sehen! Es handelt sich um aufwändig produzierte Kurzfilme, wobei der zweite nicht nur ziemlich gruselig ist (man sieht, wie David in Shaws Überresten herumwühlt), sondern auch eine wichtige Information enthält. Davids Endziel ist die Erschaffung einer Xenomorph-Queen. Es wird angedeutet, dass er Daniels hierfür missbrauchen will ...

"Ridley Scotts Einblicke in die Produktion" enthält den für oberflächliche Making-of-Featurettes typischen Mix aus Filmszenen, Interviews und Hinter-den-Szenen-Material. Immerhin sind sehr viele Details aus Davids Labor zu sehen und man erkennt, welch großer Aufwand zur Herstellung echter Kulissen betrieben wurde. Wann immer möglich wurde auf CGI verzichtet; das finde ich sehr lobenswert.


J. Kreis, 19.07.2018




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