Alien Anthology


Alien Anthology - Limited Facehugger Edition

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 16
Gesamtlaufzeit: ca. 558 Minuten




Inhalt

Diese seit 2010 erhältliche Box enthält sechs Blu-ray-Discs in einem Schuber und ist mit einer Reliefprägung versehen, die einen Facehugger darstellt. Das Ganze steckt in einem kleinen Pappfuß mit dem FSK-Logo. Den kann man entfernen, so dass sich die Facehugger-Box sehr schön in mein Regal mit diversen Alien-Figuren einfügt! Auf den ersten vier Discs befindet sich je ein Film in zwei verschiedenen Versionen mit den dazu gehörenden Audiokommentaren, isolierter Filmmusik und entfallenen Szenen. Das Bonusmaterial ist so irrsinnig umfangreich, dass ich hier nicht alle Einzelpunkte aufliste - das würde den Rahmen sprengen!

Folgende Filme sind enthalten:

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt
- Kinoversion (USA, 1979, ca. 117 Min.)
- Directors Cut (USA, 2003, ca. 116 Min.) mit Einleitung von Ridley Scott
Extras
- 1999 Audiokommentar von Ridley Scott (nur für Kinoversion)
- 2003 Audiokommentar von Ridley Scott, den Schauspielern und dem Filmteam
- Isolierte Filmmusik der Kinoversion von 1979
- Isolierte Filmmusik des Komponisten zur Kinoversion von 1979
- 7 entfallene Szenen
- "The Beast within: Making Alien"
- "Enhancement Pods"
- The Alien Anthology Archives

Aliens - Die Rückkehr
- Kinoversion (USA, 1986, ca. 137 Min.)
- Special Edition (USA, 1990, ca. 154 Min.) mit Einleitung von James Cameron
Extras
- 2003 Audiokommentar von James Cameron, den Schauspielern und dem Produktionsteam
- Isolierte Filmmusik zur Kinoversion von 1986
- Isolierte Filmmusik des Komponisten zur Kinoversion von 1986
- 16 entfallene Szenen
- "Superior Firepower: Making Aliens"
- "Enhancement Pods"
- The Alien Anthology Archives

Alien 3
- Kinoversion (USA, 1992, ca. 115 Min.)
- Special Edition (USA, 2003, ca. 145 Min.)
Extras
- 2003 Audiokommentar von den Schauspielern und dem Filmteam
- Isolierte Filmmusik zur Kinoversion von 1992
- 31 entfallene Szenen
- "Wreckage and Rage: Making Alien 3"
- "Enhancement Pods"
- The Alien Anthology Archives

Alien 4 - Die Wiedergeburt
- Kinoversion (USA, 1997, ca. 109 Min.)
- Special Edition (USA, 2003, ca. 116 Min.) mit Einleitung von Jean-Pierre Jeunet
Extras
- 2003 Audiokommentar von Jean-Pierre Jeunet, den Schauspielern und dem Filmteam
- Isolierte Filmmusik zur Kinoversion von 1997
- 11 entfallene Szenen
- "One Step beyond: Making Alien Resurrection"
- "Enhancement Pods"
- The Alien Anthology Archives

Zusätzliches Bonusmaterial
- "Alien Evolution" - 2001 Original Version (48:58 Min.)
- "Alien Evolution" - 2003 Alien Re-Edit (64:33 Min.)
- "The Alien Saga" (109:02 Min.)
- Aliens 3D Attraction (Text und Bilder)
- "Aliens in the Basement: The Bob Burns Collection" (16:54 Min.)
- Parodies
- Dark Horse Still Gallery (Text und Bilder)
- Patches and Logos Gallery (Bilder)


Kommentar:

Alle vier Alien-Filme in HD-Qualität und ausgestattet mit vermutlich allem, was es überhaupt an Bonusmaterial gibt - da lohnt sich der Kauf selbst dann, wenn man schon alle Filme einzeln oder z.B. in der "Legacy-Box" auf DVD besitzt. Denn gerade die älteren Filme sehen auf Blu-ray brillanter, schärfer, detailreicher, farbstärker und einfach genialer aus, als man sie je zuvor genießen konnte.

Bis heute ist mir keine andere derart umfangreich mit Bonusmaterial und gleichzeitig mit einer so durchdachten, benutzerfreundlichen Menüführung ausgestattete DVD oder Blu-ray untergekommen. Das geht schon damit los, dass eine "Alles abspielen" - Option stets dann verfügbar ist, wenn eine Dokumentation aus vielen Einzel-Clips besteht. Diese Option habe ich bei anderen Filmen schon oft schmerzlich vermisst. Besonders pfiffig sind aber der so genannte "MU-TH-UR-Modus" und das "Datasearch"-Feature. Mit ersterem können alle möglichen Zusatzinformationen (Text, Bild, Audiokommentare) während des laufenden Films ein- und wieder ausgeblendet werden. Außerdem kann man Lesezeichen zu Bonusmaterial anlegen, das sich auf den beiden Bonusdiscs befindet. Man kann die Discs dann wechseln und die Wiedergabe nahtlos fortsetzen bzw. die Lesezeichen öffnen. Die Datensuche ist so etwas wie ein alphabetisch sortiertes Nachschlagewerk zu allen möglichen Namen und Begriffen. Klickt man einen Begriff an, öffnet sich ein Untermenü mit verschiedenen Einträgen zu diesem Thema. Durch Klick auf diese Einträge kann man direkt auf die entsprechende Stelle des Bonusmaterials zugreifen. Genial - und nur so lässt sich die Masse des Bonusmaterials vernünftig bewältigen!

Extras wie Audiokommentare und entfallene Szenen sind auf den vier Discs mit den Spielfilmen vorhanden. Hinzu kommen zwei Bonus-Discs mit umfangreichen Dokumentationen. Disc 5 enthält je eine Doku aus dem Jahre 2009 zu jedem Film. Diese Dokus könnte man als Herzstück des Bonusmaterials bezeichnen. Sie behandeln alle Phasen des Entstehungsprozesses von den ersten Drehbuchentwürfen bis hin zu den Uraufführungen in einer Ausführlichkeit, die keine Fragen offen lässt. Unzählige Interviews mit allen an der Entstehung beteiligten Personen, massenweise Hinter-den-Szenen-Material, Testaufnahmen und dergleichen können bewundert werden. Man sieht, wie Masken, Modelle, Matte-Paintings, Stunts usw. entstehen, verschiedene Drehbuch-Ideen werden erläutert. Alle vier Dokumentationen werden durch so genannte "Enhancement Pods" ergänzt. Das sind Featurettes, die für die großen Dokumentationen nicht verwendet worden sind. Sie vertiefen viele verschiedene Themen noch weiter. Weitere Berge von Bonusmaterial finden sich auf Disc 6. Diese Disc trägt den Oberbegriff "The Alien Anthology Archives" und enthält Zusammenstellungen von Material aus den unterschiedlichsten Quellen, das teilweise auch schon in älteren Editionen der Spielfilm-Tetralogie vorhanden war. Das Material ist nach Filmen sortiert und untergliedert in die Rubriken "Pre-Production", "Production" sowie "Post-Production and Aftermath". Hier findet man vor allem unzählige Textinfos und Bilder-/Videoclipgalerien. Dazu gehören Skizzen, Entwürfe, Konzeptzeichnungen, Storyboards, Szenenfotos usw., Multi-Angle-Versionen einzelner Szenen und Zusammenstellungen der verschiedenen Computeranzeigen aus den Filmen. Trailer zu allen Filmen sind natürlich ebenfalls vorhanden.

Auf Disc 6 ist außerdem noch weiteres Bonusmaterial ohne Zuordnung zu den Filmen vorhanden. Eine Liste findet ihr oben bei "Zusätzliches Bonusmaterial". Diese teils sehr ausführlichen Dokumentationen überschneiden sich natürlich teilweise mit den Haupt-Dokus auf Disc 5, es ist aber auch eine Fülle von neuem Material aus den verschiedensten Jahren zu sehen. Außerdem Parodien (aus der TV-Serie "Family Guy" und aus Spaceballs) und Infos zu den Alien-Comics des Verlags Dark Horse. Besonders interessant fand ich den Beitrag über Bob Burns, einen Sammler, dem das Studio eine unglaubliche Auswahl von Original-Requisiten aus allen vier Alien-Filmen überlassen hat. Er betreibt eine Art Museum, in dem er diese Objekte und zahlreiche weitere Gegenstände aus anderen Filmen aufbewahrt. Die Featurette stammt aus dem Jahr 2003. Burns erzählt, wie er zu der Sammlung gekommen ist und präsentiert einige Glanzstücke.

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt:

Die Bildqualität ist sehr nah an der absoluten Perfektion! Der Film ist ja ohnehin schon zeitlos, aber mit einem derart hervorragenden Bild könnte man ihn jederzeit wieder ins Kino bringen - wer den Film noch nicht kennt, würde niemals glauben, dass er bereits über 30 Jahre alt ist. Er sieht so frisch und knackig aus, als sei er gerade erst mit brandneuer digitaler Aufnahmetechnik fertig gestellt worden. Die Tonqualität kann da leider nicht ganz mithalten, aber das stört den ansonsten äußerst positiven Gesamteindruck nicht wesentlich.

Interessanterweise ist der Directors Cut etwas kürzer als die Kinoversion, enthält aber trotzdem zusätzliche Szenen. Auffälligster Unterschied: Im Directors Cut gelangt Ripley bei der Flucht vor dem Alien in einen Bereich des Schiffes, den das fremde Wesen bereits in eine Art Brutkammer verwandelt hat. Dort findet Ripley Dallas und Brett. Letzterer wurde schon fast ganz in ein Alien-Ei umgewandelt, bei Dallas ist der Prozess noch nicht so weit fortgeschritten. Er bittet Ripley, ihn zu töten, und sie erfüllt ihm diesen Wunsch. Ich empfinde diese zusätzliche Szene allerdings eher als störend und auch sonst gefällt mir die Schnittfolge der Kinoversion besser.

Die mehr als zweieinhalb Stunden lange Haupt-Dokumentation heißt im Original "The Beast within: Making Alien". Sie enthält aktuelle Interviews mit Ridley Scott, den Schauspielern (nur Ian Holm und Yaphet Kotto kommen nicht zu Wort) und vielen Mitgliedern des Produktionsteams - z.B. auch H.R. Giger und Dan O'Bannon. Es werden Hinter-den-Szenen-Material, Probeaufnahmen und Filmausschnitte gezeigt, auch solche, die es nicht in die endgültige Fassung von "Alien" geschafft haben. Vieles war mir zwar schon bekannt, aber dass z.B. der britische Schauspieler Jon Finch als Erstbesetzung für die Rolle des Kane vorgesehen war und sogar schon einige Szenen mit ihm gedreht worden sind, bevor er wegen einer Erkrankung aussteigen musste, war mir neu. Anders als bei den meisten anderen Filmdokumentationen, die ich kenne, wird hier nicht mit deutlicher Kritik gegeizt. Dan O'Bannon ereifert sich mehrfach darüber, dass die anderen Drehbuchautoren sein ursprüngliches Skript, wie er meint, verhunzt haben.

Die "Enhancement Pods" sind insgesamt fast 80 Minuten lang. Besonders interessant sind längere Improvisationen von Yaphet Kotto und Harry Dean Stanton, sowie Bewegungstests mit Bolaji Badejo, der auch ohne Alien-Kostüm schon ziemlich gruselig aussieht. Nur in den "Enhancement Pods" sind Interviews mit Jerry Goldsmith enthalten. Man erfährt, dass einige Bestandteile des von ihm komponierten Soundtracks ohne sein Wissen entfernt worden sind - seine Version des Soundtracks gehört ebenfalls zum Bonusmaterial, man findet ihn als isolierte Tonspur auf Disc 1.

Besonders erwähnenswert bei den Extras auf Disc 6 ist z.B. die mehr als eine Stunde lange Dokumentation "The Alien Legacy" aus dem Jahre 1999. Die wurde schon als Bonusmaterial für die "Alien-Legacy-Box" (DVD) verwendet. Ebenfalls ungefähr eine Stunde lang läuft die Doku "Alien Evolution" aus dem Jahre 2003, die u.a. echte Zuschauerreaktionen auf die berühmte Chestburster-Szene enthält. Eine alternative Version dieser Doku findet man auf Disc 6 beim zusätzlichen Bonusmaterial. Hinzu kommen zwei küzere Featurettes: "Experience in Terror" (7:10 Min.) und "American Cinematheque: Ridley Scott Q & A" (15:40 Min.). Ersteres ist fürs Fernsehen produzierte Werbung für den Film aus dem Jahre 1979 in entsprechend grausiger Bildqualität, letzteres ein Interview mit Ridley Scott, das 2001 nach einer Vorstellung von "Alien" im Kinosaal geführt wurde.

Wem das alles noch nicht genug ist, der kann den kompletten ersten Drehbuchentwurf Dan O'Bannons (mit einer langen Text-Einleitung) lesen und Probeaufnahmen mit Sigourney Weaver (ein Kommentar von Ridley Scott ist optional) anschauen. Außerdem sind sieben auch im Director's Cut nicht verwendete Szenen vorhanden, in denen u.a. mehr vom Schiffswrack zu sehen ist. Am interessantesten ist eine Szene, in der eine verzweifelte Lambert zärtlich von Ripley getröstet wird. Dieser Moment wirft ein völlig neues Licht auf die Beziehung dieser beiden Charaktere.

Aliens - Die Rückkehr:

Zwar ist die Bildqualität nicht durchgängig so perfekt wie beim ersten Film, Grund zur Klage findet man aber nicht. Der Film sieht jedenfalls erheblich brillanter aus als auf DVD!

Zur verlängerten "Special Edition" des Films habe ich ja hier schon etwas geschrieben, das möchte ich an dieser Stelle nicht wiederholen. Die Haupt-Doku trägt den Titel "Superior Firepower: Making Aliens" und ist fast drei Stunden lang. Sie ist im Prinzip genausos aufgebaut wie die Doku zu "Alien". Auch hier hagelt es nicht nur Eigenlob, sondern auch Kritik. Camerons Art und Arbeitsweise hat dem britischen Produktionsteam wohl nicht gefallen. Dies und bestimmte kulturelle Differenzen zwischen Briten und Amerikanern haben für Spannungen gesorgt. Außerdem scheinen die Bedingungen, die bei den Dreharbeiten geherrscht haben, sehr anstrengend und manchmal nicht ganz ungefährlich gewesen zu sein. So ist es zu mehreren Beinahe-Unfällen mit dem Panzerwagen gekommen. Alle Beteiligten mussten außerdem unter enormem Zeitdruck arbeiten - auch der Komponist James Horner, von dem erwartet wurde, dass er Melodien für Szenen schreiben sollte, die noch gar nicht existierten.

Die "Enhancement Pods" haben eine Länge von ca. 59 Minuten. Besonders interessant sind unkommentierte Aufnahmen von den Dreharbeiten, bei denen man einen guten Eindruck von Camerons Regieanweisungen bekommt, sowie Testaufnahmen mit Modellen des Chestbursters, des Facehuggers und einem Prototypen der Alien-Queen. Außerdem erfährt man, dass Produzentin Gale Anne Hurd (Camerons damalige Ehefrau) in einer Szene als Double für Jenette Goldstein (Vasquez) einspringen musste, weil die Schauspielerin den Rückstoß einer Pistole nicht glaubwürdig simulieren konnte.

Das Bonusmaterial auf Disc 6 enthält einige Perlen, zum Beispiel den vollständigen, recht umfangreichen Text der digitalen Akten, die im Hintergrund bei Ripleys Vernehmung zu sehen sind. So erfährt man die kompletten Namen der NOSTROMO-Besatzung und kann den gesamten Lebenslauf dieser Personen nachlesen! Außerdem liegt das Bildmaterial der Helmkameras der Marines in voller Länge vor. Im Film wird das ja immer nur kurz hineingeschnitten. Hinzu kommt eine Szene, die weder in der Kinoversion noch in der "Special Edition" verwendet wurde. Während ihrer Suche nach Newt stößt Ripley auf den bereits in einen Kokon eingesponnenen Burke. Sie hilft ihm nicht, drückt ihm aber immerhin eine Granate in die Hand. Es folgt eine ca. vier Minuten lange Zusammenstellung von Filmszenen, die minimal länger sind als im fertigen Film. Im Jahre 1996 muss es einen 3D-Flugsimulator nach "Aliens"-Motiven gegeben haben. Der dazu gehörende Film findet sich beim Bonusmaterial. Horrorfilm-Legende Jeffrey Combs spielt darin eine Hauptrolle. Der Film besteht aus einem ca. 4 Minuten langen Intro und dem ebenso langen Clip, der während der Simulation abgelaufen ist. Darin fahren einige Marines mit einem Panzer durch Alien-verseuchte Korridore, um Kameraden zu retten.

Alien 3:

Wenn das Bild von Teil 3 meist etwas grobkörnig sowie dunkel und trist wirkt, dann liegt das nicht an schlechter Qualität, sondern am beabsichgten Look des Films. Auch hier gibt's also nichts zu meckern.

Einen Kommentar zur verlängerten "Special Edition" findet ihr hier. Unter demselben Link findet ihr auch Informationen zur fast drei Stunden langen Haupt-Doku "Wreckage and Rage: Making Alien 3" und den insg. 74 Minuten langen "Enhancement Pods". Die Special Edition enthält nämlich eine ganze Reihe von Einzel-Beiträgen aus dem Making of - aber bei weitem nicht alle. Im Making of wird sogar noch mehr Kritik laut als in den Dokumentationen zu den ersten beiden Filmen; die Beteiligten nehmen wirklich kein Blatt vor den Mund. Natürlich macht jeder seinen eigenen, sehr subjektiven Standpunkt deutlich, aber es wird doch klar, dass der Produktionsprozess von "Alien 3" die Hölle gewesen sein muss, vor allem für den Regisseur David Fincher. Anscheinend hat er während der Dreharbeiten eine echte Depression entwickelt und war am Ende, als z.B. Entscheidungen bezüglich der Filmmusik getroffen werden mussten, gar nicht mehr verfügbar. Bezeichnenderweise kommt er kein einziges Mal zu Wort - es wäre interessant zu wissen, ob er nicht interviewt werden wollte... Berücksichtigt man die Tatsache, dass die meiste Zeit ohne fertiges Drehbuch und unter wachsendem Zeit-/Kostendruck gearbeitet werden musste, dann kann man sich nur wundern, dass der Film überhaupt fertig geworden ist! Was ich auch nicht gewusst habe: Richard E. Grant war die erste Besetzung für die Rolle des Clemens, außerdem war die Autopsie von Newt ursprünglich viel länger und so blutig, dass diese Szenen auch nicht für die Special Edition verwendet wurden.

Auf Disc 6 befinden sich hauptsächlich Bildergalerien (Storyboards, Konzeptzeichnungen, Fotos) und Trailer, aber u.a. auch eine Zeitraffersequenz, die die Entstehung eines Brennofens zeigt, sowie die ca. 23 Minuten lange Making-of-Featurette aus der "Alien Anthology".

Alien 4 - Die Wiedergeburt:

Der vierte und aktuellste Teil der Quadrilogie hat erstaunlicherweise das "schlechteste" Bild. Anführungszeichen deshalb, weil die Bildqualität immer noch deutlich besser ist als bei der DVD-Version. Tiefenschärfe und Feinzeichnung in echter HD-Qualität sieht man allerdings höchst selten. Schade!

Die Special Edition ist ca. sieben Minuten länger als die Kinoversion. Die auffälligsten Änderungen kommen gleich zu Beginn und am Schluss. Während die Kinoversion mit verzerrten Großaufnahmen der missglückten Ripley-Klone beginnt, sieht man in der Special Edition ein Alien-Gebiss, das sich als Kopf eines Insekts herausstellt, als herausgezoomt wird. Ein Typ, der in einer Beobachtungskanzel der AURIGA sitzt, zerquetscht das Vieh. Es wird stetig weiter herausgezoomt, so dass man immer mehr Details des Schiffes sieht und somit erkennen kann, wie riesig es eigentlich ist. Dennoch finde ich den alten Vorspann besser. Auch das Ende kann nicht wirklich überzeugen. In der Special Edition landet die BETTY in der Nähe des Wracks der AURIGA auf der Erde, man sieht dann die zerstörte Stadt Paris. Das entsprechende Matte Painting wirkt viel zu künstlich, um glaubwürdig zu sein. Ansonsten wurden lediglich einige Szenen bzw. Dialoge verlängert - alles nicht besonders interessant oder wichtig für die Handlung.

Die Dokumentation "One Step beyond: Making Alien Resurrection" zeigt, mit welchen Schwierigkeiten sich das gesamte Filmteam herumschlagen musste. Besonders übel waren offenbar die Dreharbeiten für die Unterwasser-Szenen. Nicht genug damit, dass Winona Ryder eine echte Phobie zu bekämpfen hatte, weil sie als Kind beinahe ertrunken wäre - die Schauspieler mussten es mehrere Wochen lang in derselben immer dreckiger werdenden Brühe aushalten, denn das Wasser wurde nicht ausgewechselt, und wenn jemand mal aufs Klo hätte gehen müssen... tja... Außerdem war das Ganze schon deshalb nicht ungefährlich, weil nicht immer sofort jemand mit einer Atemmaske für die Schauspieler zur Stelle war, und ein Auftauchen war teilweise unmöglich! Lustig: Die Szene, in der Sigourney Weaver den Basketball über die Schulter direkt in den Korb wirft, ist nicht manipuliert. Das hat wirklich geklappt! Die Enhancement Pods enthalten u.a. ausführlichere Informationen zu den Kostümen und zu den Modellen der sieben Klone. Man kann sie genauer in Augenschein nehmen. Außerdem werden zwei sehr richtige Feststellungen getroffen: Gigers originelle Idee einer biomechanischen Kreatur ist im Verlauf der Zeit mehr oder weniger verloren gegangen. Die Aliens sind spätestens im vierten Teil nur noch irgendwelche Monster. Ein weiterer Alien-Film müsste etwas wirklich völlig neues sein und einen ganz anderen Weg einschlagen. Nur welchen? Alien vs. Predator kann nicht die Antwort sein.

Ähnliches Material wie zu den anderen Filmen findet man auch zu Teil 4 auf Disc 6. Dazu gehört eine gut 25 Minuten lange, für den Fernsehsender HBO produzierte Featurette aus 1997, bei der Ron Perlman als Erzähler auftritt. Darin kommen sogar Psychologen zu Wort, die der Frage nachgehen, warum und wovor sich Menschen fürchten.

Als abschließendes Fazit zu dieser Box reicht ein einziges Wort: Vorbildlich!


J. Kreis, 18.08.2011




Gastkommentare


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme