Alien 4

Alien Legacy Box


Alien 4 - Die Wiedergeburt (USA, 1997)
- Alien: Resurrection -

DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 104 Minuten

Extras:
- Hinter den Kulissen - Featurette (3:54 Min.)
- Original Kinotrailer

Regie:
Jean-Pierre Jeunet

Hauptdarsteller:
Sigourney Weaver (Ellen Ripley - Klon Nr. 8)
Winona Ryder (Annalee Call)
Ron Perlman (Johner)
Dan Hedaya (General Martin Perez)
J.E. Freeman (Dr. Wren)
Brad Dourif (Dr. Jonathan Gediman)
Michael Wincott (Frank Elgyn)
Dominique Pinon (Vriess)
Gary Dourdan (Christie)
Raymond Cruz (Vincent Distephano)
Kim Flowers (Sabra Hillard)
Leland Orser (Larry Purvis)




Inhalt:

Zur Vorgeschichte: Siehe Alien 3.

200 Jahre nach ihrem Tod auf dem Planeten Fiorina 161 wird Ellen Ripley wiedergeboren. Sie wird aus Zellmaterial geklont, welches in der Strafkolonie sichergestellt werden konnte. Die Weyland-Yutani Corporation existiert zwar schon lange nicht mehr, aber das Interesse der Wissenschaftler und Militärs an den Aliens hat nicht nachgelassen. Man nimmt an, aufgrund der genetischen Verschmelzung der Alien-Embryos mit ihren Wirten werde sich ein Alien aus Ripleys rekonstruiertem Körper extrahieren lassen. Die Experimente werden an Bord des riesigen Raumschiffes AURIGA durchgeführt und erbringen zunächst keine brauchbaren Ergebnisse. Die ersten sieben Klone erweisen sich als nicht lebensfähige Mensch-Alien-Mischwesen. Klon Nr. 8 scheint jedoch eine perfekte Kopie Ellen Ripleys zu sein - und sie trägt das Embryo einer Alien-Königin in ihrem Körper. Auf Bitten Dr. Gedimans wird Ripley nach der operativen Entnahme des Aliens vom Chefwissenschaftler Dr. Wren am Leben gelassen, aber eingesperrt. Die Alien-Königin wächst schnell heran und legt Eier. General Perez, Kommandant der AURIGA, heuert die Schmugglerbande eines gewissen Elgyn an, um an Wirte für neue Aliens zu kommen. Die Schmuggler reisen mit ihrem klapprigen Schiff BETTY an. Sie liefern einige entführte und in Tiefschlaf versetzte Siedler ab, kassieren ihren Lohn und dürfen etwas Zeit in der AURIGA verbringen.

Zu den Schmugglern gehört eine junge Frau namens Call. Sie ist in Wahrheit ein Android der neuesten Generation, erschaffen und perfektioniert von anderen Androiden. Sie besitzt Informationen über die geheimen Experimente und ist gekommen, um den Ripley-Klon zu töten. Es bleibt allerdings bei dem Versuch, denn Ripley ist nicht mehr ganz menschlich. Ihre Gene haben sich mit den Erbinformationen der Aliens vermischt. Sie hat deshalb übermenschliche Körperkräfte, Säureblut und enorme Selbstheilungsfähigkeiten. Sie kann Aliens riechen und aus der Ferne spüren. Außerdem besitzt sie fast alle Erinnerungen der Original-Ripley. Call wird von Wren festgenommen und soll zusammen mit den anderen Schmugglern getötet werden. Inzwischen sind mehrere Alien-Krieger entstanden. Dr. Gediman versucht sie abzurichten. Tatsächlich erweisen sich die Aliens als intelligent und lernfähig - so lernfähig, dass es ihnen schließlich gelingt, ihre vermeintlich ausbruchssicheren Zellen zu zerstören und zu entkommen. Sie richten ein Blutbad unter der Besatzung des Raumschiffes an. Auch Perez wird getötet. Die AURIGA nimmt automatisch Kurs auf die Erde. Im entstehenden Chaos gelingt den Schmugglern und Ripley unabhängig voneinander die Flucht. Die Schmuggler nehmen Wren als Gefangenen mit. Er soll ihnen helfen, den Hanger zu erreichen, in dem die BETTY angedockt hat. Ein Soldat namens Distephano schließt sich ihnen an. Unterwegs fällt Elgyn einem Alien zum Opfer, das von Ripley getötet wird, bevor es über die anderen Schmuggler herfallen kann. Ein weiterer Überlebender stößt zu der Gruppe: Eine der Versuchspersonen namens Purvis ist noch am Leben.

Gemeinsam fliehen die ungleichen Gefährten weiter. Ripley entdeckt ein Laboratorium, in dem die ersten sieben Klone gelagert werden. Einer ist immer noch am Leben und bittet um den Tod. Ripley, die jetzt erst das ganze Ausmaß der verbrecherischen Experimente erkennt, vernichtet den Raum mit einem Flammenwerfer. Wren setzt sich bei einer günstigen Gelegenheit ab. Call klinkt sich in den Hauptcomputer des Schiffs ein. Würde die AURIGA auf der Erde landen, dann wäre der Planet mit Sicherheit bald einer Alien-Invasion ausgesetzt. Deshalb sorgt Call dafür, dass das Schiff abstürzen wird. Letzlich erreichen nur Call, Distephano, Purvis sowie die Schmuggler Joner und Vriess die BETTY. Wren ist bereits dort und droht Call zu ermorden. Purvis umklammert ihn, während ein Chestburster aus ihm hervorbricht, so dass beide sterben. Ripley wurde von einem Alien in die Brutkammer der Königin entführt. So wie Ripley Alien-Gene in sich trägt, hat sich das Erbgut der Königin mit menschlicher DNS vermischt. Die Königin hat deshalb einen menschlichen Fortpflanzungsapparat entwickelt und muss künftig keine Eier mehr legen. Vor Ripleys Augen bringt die Königin eine grässliche Schimäre zur Welt. Das Wesen tötet die Königin. Es fühlt sich eher zu Ripley hingezogen. Während es abgelenkt ist, weil es Gedimans Hirn verspeist, kann Ripley zur BETTY fliehen.

Die AURIGA zerschellt auf der Erde. Die BETTY tritt mehr oder weniger sicher in die Atmosphäre ein. Die Schimäre ist jedoch mit an Bord. Sie zerquetscht Distephanos Kopf und möchte seinen mörderischen Spieltrieb danach an Call abreagieren, wird aber von Ripley zur Ordnung gerufen. Mit einem Spritzer ihres Säureblutes ätzt Ripley ein kleines Loch in eine Luke, durch das die Schimäre ins All gequetscht und dabei vernichtet wird.

Der Film:

Nach Ripleys Tod in Alien 3 dachte ich, dass es das jetzt gewesen sei und dass eigentlich kein weiterer Alien-Film oder zumindest keiner mit Sigourney Weaver mehr kommen könne. Irrtum: Wozu gibt es die Gentechnik? Auf Fiorina 161 wurde Ripley eine Blutprobe entnommen, und wenn es möglich sein soll, Dinosaurier aus uraltem Blut zu klonen, das sich im Inneren eines in Bernstein eingeschlossenen Moskitos befindet - siehe Jurassic Park - warum dann nicht auch Menschen aus wesentlich frischerem Material? Kritik an der Gentechnik darf man bei diesem Film allerdings nicht erwarten. Die Vermischung von menschlicher DNS mit Alien-Erbgut und umgekehrt ist nicht unplausibel, die Idee steht jedenfalls im Einklang mit den bisherigen Filmen. Schließlich haben die Aliens ja immer Charakteristika ihrer jeweiligen Wirte angenommen. Und so haben wir jetzt eben Ripley Version 2.8 sowie eine Alien-Königin, die schwanger werden kann. Die Frage ist nur, ob sich Sigourney Weaver mit "Alien 4" einen Gefallen getan hat. Denn eigentlich braucht niemand diesen Film - nach Teil 3 hätte Schluss sein können. Oder man hätte ganz andere Wege beschreiten müssen. Teil 4 ist jedoch nichts anderes als ein Aufguss der ersten beiden Teile, gewürzt mit einigen schönen Sets und Spezialeffekten, vielen zugegebenermaßen verdammt gut aussehenden Aliens - und mit einer vielleicht etwas zu großen Prise Humor.

Teil 4 dürfte so ziemlich die meisten Gore-Szenen der ganzen Reihe und den höchsten Ekelfaktor enthalten. Letztendlich ist er aber nur ein weiterer Monsterfilm, der nach dem alten "zehn kleine Negerlein" - Prinzip funktioniert. Was den Film dennoch sehenswert macht, sind neben besagten Effekten vor allem die vielen skurrilen Charaktere, die für Filme des französischen Regisseurs J.P. Jeunet (siehe auch Delicatessen) typisch sind. Das geht schon mit Ripley los. Ihr Charakter hat sich recht stark verändert, wobei unklar bleibt, ob das an der Vermischung des Erbguts liegt oder an den traumatischen Erfahrungen, die sie gemacht hat. Sie will im Grunde nur überleben. Die Besatzungsmitglieder der AURIGA und der BETTY sind ihr mehr oder weniger egal; sie hat ja selbst erlebt, wie aussichtslos alle Versuche sind, anderen Menschen gegen die Aliens zu helfen. Es macht ihr offensichtlich Spaß, die Wissenschaftler in der AURIGA zu verunsichern und den Schmugglern in den Hintern zu treten. Sie ist selbstsicherer und abgebrühter als je zuvor, und es dauert eine Weile, bis sie sich mit den anderen Überlebenden "sozialisiert". Sigourney Weaver gibt sich Mühe, sich seltsam zu verhalten. Das wirkt manchmal unfreiwillig komisch. Ihre stärkste Szene hat sie, als Ripley die grausig deformierten Ergebnisse der ersten sieben Klonversuche entdeckt. Ihr Entsetzen und ihre Trauer sind absolut glaubwürdig, genau wie das Leid des einzigen noch lebenden Klons, der ebenfalls von Weaver gespielt wird.

Die anderen Schauspieler machen ihre Sache so gut, wie es ihnen in der knapp bemessenen Zeit, die für jede einzelne der doch ziemlich vielen Nebenfiguren übrig bleibt, überhaupt möglich ist. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sich die Story von Anfang an auf eine kleinere Gruppe konzentriert hätte. Ron Perlman, Brad Dourif und Dominique Pinon kann man sowieso in jeden beliebigen Film hineinstecken - sie müssen nur ihre unverwechselbaren Charakterköpfe in die Kamera halten. Winona Ryder habe ich damals (1997) für eine Fehlbesetzung gehalten. Mit einigen Jahren Abstand sehe ich das gar nicht mehr so. Auch die Action kann sich sehen lassen, und man muss dem Regisseur zustimmen, wenn er in einem Interview behauptet, es sei ihm gelungen, in jeder einzelnen Szene eine neue Idee einzubauen. Die schwangere Königin ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber akzeptabel. Nur die von ihr zur Welt gebrachte Schimäre... na ja. Ich würde sagen: Da wurde kräftig danebengegriffen. "Alien 4" ist definitiv anders als alle Teile vorher. Er sieht besser aus, aber das macht ihn nicht zu einem besseren Film. Mit den ersten beiden Teilen kann er sich nicht messen. Mir hat er aber immer noch mehr Spaß gemacht als Teil 3...

DVD-Features:

Recht schwaches Bonusmaterial: Die Featurette ist sehr knapp, sie besteht hauptsächlich aus Filmszenen, die mit ein paar Interviewschnipseln und ganz kurzen Blicken hinter die Kulissen durchmischt sind. Das ist kaum mehr als Eigenwerbung. Dazu noch ein Trailer zum vorliegenden Film - das war es dann auch schon.

Details zu den Extras der Legacy-Box findet ihr hier


J. Kreis, 03.08.2011 (Inhalt und Kommentar überarbeitet)




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