Alien

Alien Legacy Box


Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (USA, 1979)
- Alien -

DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 113 Minuten

Extras:
- Audiokommentar von Ridley Scott
- Original Kinotrailer
- Nicht gezeigte Szenen
- Artwork- und Fotogalerie
- Storyboards
- Separate Filmmusik und alternativer Soundtrack
- Bonus-DVD: "The Alien Legacy" (66:54 Min.)

Regie:
Ridley Scott

Hauptdarsteller:
Tom Skerritt (Captain Dallas)
Sigourney Weaver (Ellen Ripley)
Veronica Cartwright (Lambert)
Harry Dean Stanton (Brett)
John Hurt (Kane)
Ian Holm (Ash)
Yaphet Kotto (Parker)
Bolaji Badejo (Alien-Darsteller)




Inhalt:

Der Raumfrachter NOSTROMO ist nach einer langen Tour vollbeladen auf dem Rückflug zur Erde. Die siebenköpfige Crew verbringt die lange Reise im Tiefschlaf, während der Bordcomputer MU/TH/UR 182 ("Mutter") das Schiff steuert. Als Mutter ein nicht identifizierbares Funksignal auffängt, ändert sie den Kurs und weckt die Besatzung. Diese folgt dem Signal zu seiner Quelle und entdeckt auf dem lebensfeindlichen Planetoiden LV-426 ein bizarres Raumschiffswrack. Das fremde Schiff ist verlassen. Nur ein einziges Skelett mit einem offenbar von innen aufgesprengten Loch in der Brust wird gefunden. Kane, ein Besatzungsmitglieder der NOSTROMO, dringt tiefer in das Wrack ein und stößt auf eiförmige Objekte, in deren Innerem noch etwas zu leben scheint. Als er eines der Eier näher in Augenschein nimmt, öffnet sich dieses und plötzlich springt ein spinnenartiges Wesen heraus. Es frisst sich mit einer körpereigenen Säure durch Kanes Helm und legt sich über sein Gesicht. Kane verliert das Bewusstsein. Er wird zurück zur NOSTROMO gebracht. Ellen Ripley, die 3. Offizierin, beharrt auf den Quarantäneprozeduren und will das Erkundungsteam nicht ins Schiff lassen. Wissenschaftsoffizier Ash setzt sich jedoch über ihren Befehl hinweg und öffnet die Schleuse.

Das Wesen kann zwar nicht aus Kanes Gesicht entfernt werden, aber es versorgt ihn mit Atemluft. Wenig später fällt es von selbst ab, scheinbar ist es verendet. Kane fühlt sich wohl, doch als plötzlich sein Brustkorb explodiert und sich ein schlangenähnliches Tier mit messerscharfen Zähnen aus seinem Inneren hervorwindet, ist allen klar: Kane war der Wirt für einen Parasiten. Dieser verschwindet irgendwo in den Tiefen der NOSTROMO und entwickelt sich unheimlich schnell zu einem über zwei Meter großen Monster, das immer wieder aus dem Dunkeln heraus angreift und nach und nach die Besatzung der NOSTROMO dezimiert. Die Besatzungsmitglieder sind Zivilisten, Waffen gibt es auf dem Frachter praktisch nicht. Eine effektive Gegenwehr ist somit nicht möglich. Bald zeigt sich, dass nicht nur das Alien als tödlicher Gegner betrachtet werden muss. Mutter wurde von der Betreibergesellschaft der NOSTROMO darauf programmiert, alle interessanten Funde aus dem All zur Erde zu bringen. Die Crew wird dabei als entbehrlich betrachtet. Ash ist kein Mensch, sondern ein Roboter, der diese Anweisungen umsetzen soll. Er greift Ripley an, wird aber zerstört, bevor er sie töten kann.

Die letzten Überlebenden entschließen sich, den großen Frachtbereich der NOSTROMO zu opfern und mit dem Rettungsschiff NARCISSUS zu fliehen. Das Hauptschiff soll - mit dem Alien darin - gesprengt werden. Bei den Fluchtvorbereitungen fallen weitere zwei Besatzungsmitglieder dem Alien zum Opfer. Ripley, die letzte Überlebende (außer dem Kater Jones) aktiviert die Selbstzerstörungsanlage der NOSTROMO und setzt sich in letzter Sekunde mit der NARCISSUS ab. Als sie sich in die Kälteschlafkapsel legen will, windet sich das Alien aus einem Versteck hervor - es ist vor Ripley in die NARCISSUS gelangt. Die vor Angst fast gelähmte Frau schlüpft in einen Raumanzug und öffnet eine Schleuse, so dass das Alien von der entweichenden Luft ins All geschleudert wird. Ripley zündet die Triebwerke und röstet das Alien, wodurch es vernichtet wird. Dann kann sich die letzte Überlebende endlich zur Ruhe begeben. Sie kann nur hoffen, dass irgendwer sie irgendwann finden wird...

Fortsetzung folgt!

Der Film:

Zu diesem Klassiker des SF-Horrorfilms muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Das Prinzip, nach dem dieser Film funktioniert, ist nicht neu und wurde danach endlos kopiert, aber selten in solcher Perfektion erreicht: Ein tödliches Fremdwesen mit zunächst unbekannten Fähigkeiten macht sich in einem Raumschiff oder in einer anderen Umgebung breit, die man nicht so einfach verlassen kann. Es kann nicht getötet und in den labyrinthischen Decks des riesigen Schiffs nur schwer aufgespürt werden. Nach und nach fallen ihm die Besatzungsmitglieder auf mehr oder weniger spektakuläre Art und Weise zum Opfer, bis am Ende nur noch einer (bzw. eine) übrigbleibt. Dabei sieht man das Monster bis zum Schluss fast nie in voller Größe, es ist nur in ganz kurzen Augenblicken teilweise zu sehen, oder nur als Schatten, und wirkt deshalb umso bedrohlicher. All diese Elemente waren schon damals ebensowenig neu wie die Vermischung von Science Fiction und Horror oder die unübersehbaren sexuellen Untertöne. Neu war aber nicht nur der Aufwand, der für die Erschaffung eines realistischen Monsters und realistischer Raumschiffe betrieben wurde (SF-/Monsterfilme waren früher meist B-Movies), sondern auch die Härte des Films und das äußerst ungewöhnliche, so noch nie gesehene Design. Diese Kombination hat dazu geführt, dass man dem Film sein Alter nicht ansieht. Man könnte ihn genau so erneut ins Kino bringen - wer noch nie etwas von "Alien" gehört hat, käme nicht auf die Idee, dass der Film schon über dreißig Jahre alt ist.

Das von H.R. Giger erschaffene Alien war damals geradezu revolutionär. Ein solch bedrohliches, bizarres, brutales, ekliges und trotzdem irgendwie schönes, bis in winzige Details perfekt designtes Wesen hatte man bis dato noch nicht gesehen und auch sein Entwicklungszyklus (man denke nur an die legendäre Chestburster-Szene) dürfte damals für einen ziemlichen Schock bei den Kinogängern gesorgt haben. Das Alien hat eine ganz andere Qualität und Glaubwürdigkeit als frühere Filmmonster, obwohl es letztendlich auch nichts anderes ist als ein großer Mann in einer Ganzkörpermaske. Die Faszination für das Alien ist auch heute noch ungebrochen. Das Wesen ist längst in den Olymp der Popkultur eingegangen und natürlich wurde es unzählige Male plagiiert. Aber nicht nur das Alien ist sehenswert. Auch der Android Ash und die Raumschiffe sind wundervolle Beispiele für den Einfallsreichtum des Produktionsteams. Das Innere des Androiden mit seinen halb organisch wirkenden Bestandteilen und der weißen Flüssigkeit ist einmalig. Die NOSTROMO ist so etwas wie eine fliegende Fabrik. Ihr Inneres ist schmuddelig und reparaturbedürftig; man sieht dem Schiff deutlich an, dass es schon seit vielen Jahren unterwegs ist und von der Besatzung wahrscheinlich nicht gerade schonend behandelt wird. Man kann sich kaum größere Gegensätze zum klinisch reinen Ambiente in den Raumschiffen der "Star Trek"-Filme und ähnlicher Produktionen vorstellen - das war damals ebenfalls sehr ungewöhnlich.

Die Besatzung der NOSTROMO entspricht keinem der damals gängigen SF-Klischees. Es gibt keine jugendlichen Helden, keine hartgesottenen Raumsoldaten und keine oberschlauen Wissenschaftler, die jedes Problem mit Muskelkraft und schnell zusammengebastelten Superwaffen lösen, sondern nur einfach strukturierte Arbeiter auf der einen und etwas elitäre Führungsoffiziere auf der anderen Seite. Sie alle sind mit der Situation erst einmal völlig überfordert und unterschätzen die Gefahr. Am Ende ist es ausgerechnet eine Frau, die dem Ungeheuer den Garaus macht - mit Köpfchen und viel Glück. Das war in der damaligen Zeit ebenfalls ungewöhnlich. Ich würde sogar behaupten, dass Ripley die erste Actionheldin in die Filmgeschichte eingegangen ist. Heute hat man allerdings schon zu viele Filme nach diesem Strickmuster gesehen, um noch wirklich überrascht zu werden - wenn man mal von besagter Schockszene mit Kane und dem Facehugger absieht. Dennoch steigert sich die Spannung vom Anfang bis zum Ende kontinuierlich, so dass man selbst beim Abspann noch nicht glauben kann, dass der Horror jetzt wirklich vorbei sein soll. Die düstere Atmosphäre, der dazu passende Soundtrack, die Fremdartigkeit des unbekannten Planeten, des Raumschiffswracks und des Monsters, die ständige Bedrohung und die recht explizit dargestellte Gewalt wirken hervorragend zusammen, um den Zuschauer nie richtig zur Ruhe kommen zu lassen. Ein Furcht einflößendes Meisterwerk!

DVD-Features:

Ein richtiges Making of ist zwar auf der Film-DVD nicht vorhanden, aber die geschnittenen Szenen entschädigen für diesen Mangel auf jeden Fall, auch wenn einige nicht vertont sind. Eine weggefallene Szene, in der Ripley zwei ihrer Kameraden wiederfindet, die dem Alien bereits in die Klauen geraten waren, ist sehr beeindruckend. Sie wurde im Film nur deshalb nicht verwendet, weil nach Ansicht des Regisseurs sonst die Dynamik von Ripleys Flucht zum Rettungsboot verlorengegangen wäre.

Außerdem gibt es da ja noch die Legacy Box. In dieser Box sind alle Filme von Teil 1 bis 4 enthalten, außerdem eine zusätzliche DVD mit einem knapp 67 Minuten langen Making of aus dem Jahre 1999 zu Teil 1 mit dem Titel "The Alien Legacy". Die Box besteht aus Pappe mit einem umlaufenden Alien-Motiv in Folienprägung. "The Alien Legacy" besteht aus Interviews und sehr interessanten Aufnahmen von den Dreharbeiten. Man erfährt viel über die Entstehungsgeschichte, das Casting, die Entwürfe und Modelle. Breiter Raum wird auch dem Design des Aliens eingeräumt, man kann H.R. Giger bei der Arbeit zuschauen, es gibt auch ein Interview mit dem Meister. Diese Bonus-DVD ist nur in der Legacy Box enthalten, d.h. sie ist nicht gesondert erhältlich. Den Film Alien gibt es natürlich gesondert zu kaufen, aber bei der Einzelversion ist diese Zusatz-DVD nicht dabei.


J. Kreis, 17.05.2011 (Inhalt und Kommentar überarbeitet)




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