After Earth


After Earth (USA, 2013)

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 100 Minuten

Extras:
- Das Erbe des Vaters (8:51 Min.)
- Alternativer Auftakt (2:19 Min.)
- Eine Welt bauen (12:00 Min.)
- Die Zukunft vorhersehen (5:50 Min.)
- Die Animationen von After Earth (8:39 Min.)
- 1000 Jahre in 300 Sekunden (5:25 Min.)
- Die Natur der Zukunft (5:22 Min.)
- Trailer

Regie:
M. Night Shyamalan

Hauptdarsteller:
Will Smith (Cypher Raige)
Jaden Smith (Kitai Raige)




Story

Die Erde wird wegen zunehmenden Naturkatastrophen unbewohnbar. Die Menschen sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie besiedeln den Planeten Nova Prime. Dabei geraten sie in Konflikt mit einem außerirdischen Volk, das eine äußerst effektive Waffe gegen sie einsetzt: Die Ursas. Diese genmanipulierten lebenden Kampfmaschinen wurden nur zu einem einzigen Zweck erschaffen - Menschen zu töten. Die Menschheit wird an den Rand der Ausrottung gebracht, bis Cypher Raige, ein Mitglied des United Ranger Corps, die Schwachstelle der Ursas erkennt. Diese Wesen sind blind und können ihre Opfer nur aufspüren, wenn diese durch Angst hervorgerufene Pheromone absondern. Raige bezwingt seine Angst und wird somit für die Ursas "unsichtbar". Die Ranger eifern Raige nach und schützen die Menschheit vor den Ursas.

Raiges dreizehnjähriger Sohn Kitai soll in die Fußstapfen seines Vaters treten, ist dafür aber nicht geeignet. Er absolviert alle Theorieprüfungen mit Bravour, versagt jedoch aufgrund seiner Emotionalität in der Praxis. Kitai fühlt sich von seinem Vater vernachlässigt, denn dieser ist inzwischen General und nur selten zu Hause. Außerdem gibt sich Kitai die Schuld am Tod seiner großen Schwester, die vor einigen Jahren vor den Augen des Jungen von einem Ursa getötet worden ist. Kitai hatte sich unter einer Glaskuppel versteckt, so dass die Bestie ihn nicht riechen konnte. Raiges Frau versucht zwischen Vater und Sohn zu vermitteln. Daraufhin nimmt Raige den Jungen mit zu einem letzten Routineflug, nach dem er den Ruhestand antreten will. Das Raumschiff Hesper soll einen Ursa zu einer Ranger-Trainingswelt transportieren, gerät unterwegs jedoch in einen Asteroidensturm. Raige gibt den Befehl zum notfallmäßigen Durchflug eines Wurmlochs. Unerwarteterweise rematerialisiert das Schiff in der Nähe des Planeten Erde. Die Hesper stürzt ab, wobei sie in zwei Teile zerbricht und irreparabel beschädigt wird. Raige und sein Sohn befinden sich im Bugteil. Sie sind die einzigen Überlebenden. Raige ist schwer verletzt und kann nicht gehen.

Der Notsender des Bugteils ist defekt. Kitai muss zum 100 Kilometer entfernten Heckteil gelangen und den zweiten Sender bergen, wenn er und sein Vater, dessen Zustand sich schnell verschlechtert, überleben wollen. Die Tier- und Pflanzenwelt der Erde ist in den vergangenen 1000 Jahren mutiert, außerdem fallen die Temperaturen in der Nacht weit unter den Gefrierpunkt und die Atmosphäre ist ohne Hilfsmittel nicht atembar. Kitais Marsch wird zur lebensgefährlichen Bewährungsprobe. Allmählich wird der Junge selbstsicherer, er setzt sich sogar über den Rückkehrbefehl seines Vaters hinweg, als die Mission zu scheitern droht. Dann bricht die Funkverbindung zu Cypher ab, denn Kitais Kommunikator wird zerstört. Auf sich allein gestellt erreicht Kitai schließlich das Heck und findet den Sender. Aufgrund atmosphärischer Störungen ist der Sender nutzlos. Kitai muss einen Vulkan erklimmen, um Kontakt mit einem Rettungsschiff herstellen zu können. Auf dem Berg wird Kitai von dem Ursa angegriffen, der den Absturz ebenfalls überstanden hat. Den sicheren Tod vor Augen findet Kitai innere Ruhe. Er erinnert sich an alles, was er gelernt hat, besiegt seine Furcht und überwindet sein Kindheitstrauma. So gelingt es ihm, den Ursa zu töten. Endlich kann er Hilfe herbeirufen, die noch rechtzeitig eintrifft, um Cypher zu retten. Noch auf dem Krankenbett zollt Cypher seinem Sohn Respekt. Kitai gesteht nun, dass er lieber mit seiner Mutter, einer Ingenieurin, zusammenarbeiten möchte. Cypher wünscht sich für seinen Ruhestand dasselbe.


Kringels Meinung

"After Earth" war im Kino ein veritabler Flop. Ich vermute mal, dass das an einer durch den Trailer fehlgeleiteten Erwartungshaltung des Publikums gelegen hat, denn die Vorschau ließ auf ein effektgeladenes Action-Feuerwerk schließen, das in diesem Film so nicht geboten wird. Stattdessen könnte man ihn eher als Parabel über das Erwachsenwerden und den für beide Generationen nicht unproblematischen Loslösungsprozess bezeichnen. Effekte und Action sind aber durchaus vorhanden. So finde ich die Aufnahmen von der Menschenkolonie auf Nova Prime richtig toll; das Innere der Gebäude erinnert an Zukunftsvisionen der Siebzigerjahre und hat einen interessanten Retro-Charme. Das irgendwie "organische" Raumschiffs-Design mit den vielen holografischen Elementen hat mir ebenfalls gut gefallen. Nach dem Absturz des Schiffes auf der Erde erfreuen wundervolle Landschaftsaufnahmen das Auge und der Ursa - eine massige sechsbeinige Kreatur mit fiesen Klauen - wirkt angemessen bedrohlich. Nur bei der irdischen Fauna leistet sich der Film Schwächen, denn nicht alle computergenerierten Tiere sehen wirklich überzeugend aus. Nach dem klasse gemachten Raumschiffsabsturz folgen zunächst einmal keine besonders erwähnenswerten Actionszenen mehr. Mal muss Kitai vor übergroßen Pavianen fliehen, dann mit Jumpsuit von einer Klippe springen, wobei er von einem Riesenvogel verfolgt wird - viel mehr ist da bis zum finalen Kampf gegen den Ursa nicht drin.

Aber darum geht es bei "After Earth" auch gar nicht. Action und Spezialeffekte werden unaufdringlich eingesetzt, das Erzähltempo ist gemächlich. Im Mittelpunkt steht ganz klar Kitais Selbstfindung, sein Bestreben, aus dem Schatten des Vaters herauszutreten. Die beiden Schauspieler sind wirklich Vater und Sohn, das verleiht dem Ganzen eine besondere Note. Kitais Angst wirkt glaubwürdig, seine Selbstüberwindung dagegen nicht unbedingt, denn die kommt zu übergangslos. Will Smith bleibt eher im Hintergrund. Wer ihn nur als Comedian kennt, wird vielleicht überrascht sein, denn Smith bringt die permanente (im Verlauf des Films aber allmählich bröckelnde) Selbstbeherrschung des nur scheinbar emotions- und furchtlosen Ranger-Generals ebenso gut rüber wie Cyphers Unbeholfenheit im Umgang mit seinem Sohn. Am Ende lautet die Botschaft des Films vielleicht, dass die alte und die junge Generation voneinander lernen müssen, um überleben zu können. Kitai muss den Lehrsatz seines Vaters verinnerlichen, dem zufolge Gefahr sehr wohl real ist, Angst jedoch nur im Kopf existiert und überwunden werden kann. Cypher wiederum muss einsehen, dass er mit dem strikten Befolgen dieses Leitsatzes auf dem besten Weg war, seine Menschlichkeit zu verlieren.

"After Earth" mag kein temporeiches Weltraummärchen mit spektakulären Raumschiffsschlachten gegen fiese Außerirdische sein, sondern ein ruhiger Science-Fiction-Film in Form eines Charakter-Dramas, ist aber durchaus sehenswert. Apropos "Außerirdische". Hier gibt's doch noch einen großen Kritikpunkt. Zu Beginn des Films wird ja behauptet, dass es zum Krieg gegen irgendwelche namenlosen Außerirdischen gekommen ist, die dann die Ursas als Waffe eingesetzt haben. Was das für ein Volk ist, warum sie die Menschen so gnadenlos bekämpfen (möglicherweise sind sie die Ureinwohner Nova Primes) und warum sie den Ursas keine Augen mitgegeben haben - das alles wird verschwiegen. Somit wirkt dieses Element einigermaßen aufgezwungen. Für die eigentliche Story ist es sowieso bedeutungslos.


Blu-ray-Features

Warum macht sich eigentlich so selten jemand die Mühe, solche kurzen Einzel-Featurettes, wie sie auf dieser Blu-ray vorliegen, zu einer einzigen Dokumentation zu vereinigen? Man könnte die Beiträge durchaus sinnvoll zusammenstellen, denn sie befassen sich mit unterschiedlichen Aspekten des Produktionsprozesses. Mal geht es um die Story, insbesondere die doppelte Vater-Sohn-Beziehung Will/Jaden Smith und Cypher/Kitai Raige, dann wieder um die Arbeit derjenigen, die die Animatics und Prävisualisierungen erstellen. Dabei sind auch Entwürfe für Szenen zu sehen, die es nicht in den Film geschafft haben. Mal steht das Design der Siedlung auf Nova Prime, des Raumschiffs und des Ursa im Mittelpunkt, mal wird eine schnell geschnittene Zusammenstellung unkommentierten Hinter-den-Szenen-Materials geboten. Alles recht interessant, insgesamt aber zu kurz.

Der alternative Auftakt wurde entweder nie gefilmt oder hätte tatsächlich in Form von Zeichnungen präsentiert werden sollen, die in diesem Beitrag zu sehen sind. Darin wird etwas ausführlicher auf die Auswanderung der Menschheit eingegangen. "Die Natur der Zukunft" enthält wunderbare Landschaftsaufnahmen von den Drehorten mit atmosphärischer Musik. Man kann das so einstellen, dass es als Endlosschleife abgespielt wird.


J. Kreis, 05.12.2014




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