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The Abyss The Abyss Special Edition (USA, 1989)
DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 139 Minuten (Kinoversion) / ca. 167 Minuten (Special Edition)

Extras
Film in 2 Versionen, Filmkommentare, Dokumentation "Unter Druck - Making of The Abyss", Hinter-den-Kulissen-Materieal, Film über Spezialeffekte, "Wasserwurm" aus verschiedenen Blickwinkeln, Trailer, James Camerons Original-Drehbuch (Texttafeln), Diverse Featurettes, Fotogalerie, Biografien der Darsteller (Texttafeln)

Regie:
James Cameron

Hauptdarsteller:
Ed Harris (Virgil "Bud" Brigman)
Mary Elizabeth Mastrantonio (Lindsey Brigman)
Michael Biehn (Lt. Coffey)
Leo Burmester ("Catfish" De Vries)
Todd Graff (Alan "Hippy" Carnes)
John Bedford Lloyd (Jammer Willis)
Kimberly Scott (Lisa "One Night" Standing)
Adam Nelson (Monk)




Inhalt

Ein amerikanisches Atom-U-Boot begegnet in der Tiefsee einem unbekannten Objekt, das sich mit unglaublicher Geschwindigkeit bewegt, die Systeme des Schiffs für kurze Zeit lahmlegt und einen starken Sog erzeugt. Das U-Boot gerät außer Kontrolle, rammt die Felswand des Cayman-Grabens und sinkt. Es kann nur noch eine Not-Boje abgesetzt werden. Die US-Regierung nimmt an, daß das U-Boot einem Angriff der Russen zum Opfer gefallen ist und schickt ein SEAL-Team zum Standort der Boje. Da es in der Kürze der Zeit nicht möglich ist, schweres Bergungsgerät der Navy heranzuschaffen, wird ein privates Expertenteam zwangsverpflichtet, das eine Unterwasser-Bohrinsel besitzt. "Bud" Brigman, der Teamchef, ist nicht begeistert von der angeblichen Rettungsmission. Seine Laune wird auch nicht dadurch verbessert, daß seine Exfrau Lindsey (die er natürlich immer noch liebt) mit an Bord der riesigen Tiefseestation "Deepcore" kommt, die sie selbst konstruiert hat. Das U-Boot wird tatsächlich gefunden, doch es ist vollständig geflutet und es gibt keine Überlebenden. Erneut taucht eines der unbekannten Objekte auf. Lindsey sieht es und erkennt sofort, daß es sich um außerirdische Technologie handeln muß, doch niemand glaubt ihr. Die SEALS, die unter dem Kommando des psychisch labilen Lt. Coffey stehen, nehmen an, daß das unbekannte Objekt ein russisches U-Boot ist. Sie erhalten den Auftrag, einen Atomsprengkopf zu bergen und damit den "Feind" zu vernichten. Es muß unter jeden Umständen verhindert werden, daß das Atom-U-Boot den Russen in die Hände fällt. Buds Team ahnt von alldem zunächst noch nichts.

Während sich in Deepcore die Spannungen zwischen Buds Team und den SEALS verstärken, tobt weit über ihnen auf See ein Hurrikan. Das Überwachungsschiff der Unterwasserstation treibt ab. Der Kran, an dem Deepcore aufgehängt ist, reißt sich los und sinkt in die Tiefe. Somit kann die Station nicht wieder angehoben werden, außerdem stürzen die Trümmer des Krans in den Cayman-Graben und zerren Deepcore hinter sich her. Genau am Rand des Abgrunds kommt die Station zum Stehen, aber sie wird schwer beschädigt und einige SEALS und Besatzungsmitglieder verlieren ihr Leben. Die schlimmsten Schäden können zwar behoben werden, aber es ist nur noch Sauerstoff für wenige Stunden vorhanden, außerdem fällt allmählich die Heizung aus. Es werden beunruhigende Fernsehnachrichten empfangen, denn an dem Vorfall mit dem Atom-U-Boot droht sich ein Krieg zwischen den USA und Rußland zu entzünden. Allmählich dreht Coffey aufgrund der permanenten Anspannung und wegen einer Taucherkrankheit völlig durch. In seiner Paranoia glaubt er auch dann noch an einen russischen Angriff, als sich ein Bote der Außerirdischen in Deepcore zeigt: Eine Art riesiger "Wasserwurm" schlängelt sich bis zu den Unterkünften und versucht, Kontakt mit den Menschen aufzunehmen. Coffey schneidet das aber im wahrsten Sinne des Wortes ab, indem er ein Schott schließt. Da Coffey sich nun auch von Buds Leuten bedroht fühlt, sperrt er sie mit Waffengewalt ein. Er macht den Sprengkopf scharf und montiert ihn an ein robotgesteuertes Mini-U-Boot. Damit will er die Atombome in den Cayman-Graben lenken, wo er "den Feind" vermutet.

Buds Leute können sich mit Hilfe des Soldaten Monk, der Coffeys Wahnsinn erkannt hat, befreien. Coffey kapert einen Unterwasserschlepper, um die Atombombe selbst auf den Weg zu bringen. Bud und Lindsey verfolgen ihn mit einem zweiten Boot und liefern ihm einen dramatischen Kampf. Coffeys Boot stürzt in den Abgrund, dummerweise ist auch der Sprengkopf dort verschwunden. Bud nutzt eine neue, experimentelle Tiefseetaucher-Ausrüstung, die es ihm ermöglicht, in den mehrere Meilen tiefen Graben hinabzusteigen. Dort findet er die Bombe und entschärft sie, doch er kann nicht zurückkehren. Er denkt, sein Ende sei gekommen, doch da greifen erneut die Außerirdischen ein. Sie holen ihn in ihr gigantisches Raumschiff, das auf dem Grund des Grabens liegt, und erzeugen eine mit Luft gefüllte Kammer für ihn, in der er überleben kann. Dort zeigen sie ihm, daß die Weltlage sich immer weiter zuspitzt und daß sie die atomare Vernichtung der Welt verhindern wollen. Mit ihrer Fähigkeit, Wasser perfekt zu beherrschen, senden sie den Menschen eine Botschaft: Gigantische Flutwellen türmen sich weltweit vor allen Küsten auf und ziehen sich danach wieder zurück, ohne Schaden anzurichten. Die Menschen sollen begreifen, daß es eine dritte Macht auf ihrem Planeten gibt, der sie nichts entgegenzusetzen haben. Die Außerirdischen haben nur deshalb auf drastischere Maßnahmen verzichtet, weil sie am Beispiel von Buds Opferbereitschaft erkannt haben, daß die Menschen auch zu guten Taten fähig sind.

Bud nimmt Kontakt mit Deepcore auf, wo man ihn für tot gehalten hat. Als der Hurrikan sich verzieht, kommt auch wieder Funkkontakt mit dem Überwachungsschiff zustande. Da taucht das Raumschiff der Außerirdischen auf und bringt auf diese Weise auch Deepcore mit nach oben. Bud und seine Leute sind gerettet - und wenn die Regierungen klug genug sind, werden sie ihre Konflikte beilegen...

Der Film:

Dieser Film ist ein gutes Beispiel dafür, daß Science Fiction auch ohne gigantische Raumschlachten, mordgierige Aliens und so weiter möglich ist. Auf der DVD liegt der Film in zwei Versionen vor, man kann zwischen der normalen Kinoversion und einer verlängerten Version wählen.

Was mir an diesem Film besonders gut gefällt, ist der realistische "technische" Touch. Bei der Qualität der Trickaufnahmen fällt es leicht, zu glauben, daß da wirklich eine riesige Unterwasserstation auf dem Meeresgrund steht, in der zahlreiche Leute leben und arbeiten können. Im "Making of" sieht man, daß sowohl die Station als auch die Tauchboote und Roboter keineswegs nur Miniaturen waren, sondern in Originalgröße als bewohnbares Set bzw. als voll funktionsfähige Fahrzeuge gebaut worden sind. Dieser Aufwand hat sich gelohnt, denn der Film wirkt keine Sekunde lang billig und die Spezialeffekte erzielen genau die Wirkung, die sie erzielen sollen: Man merkt gar nicht, daß man es mit Spezialeffekten zu tun hat. Ausgenommen hiervon sind natürlich die Außerirdischen, ihre Fahrzeuge und der "Wasserwurm". Auch sie sind jedoch so wundervoll gestaltet, daß man nur staunen kann - man muß bedenken, daß der Film 1989 in den Kinos war, also in einer Zeit, als die CGI-Effekte noch in den Kinderschuhen gesteckt haben. Besonders angetan haben es mir die kleinen durchscheinenden und leuchtenden Drohnen oder Sonden der Außerirdischen. Die sehen so "echt" aus, daß man fast glauben möchte, solche halborganischen Dinge könnten wirklich existieren. Weiterhin habe ich gelesen, daß es die atembare Flüssigkeit, die den Abstieg in den Tiefseegraben erst ermöglicht, wirklich geben soll. Sie heißt laut Wikipedia (Stichwort "Flüssigkeitsbeatmung") Liquivent, aber ich kann mir kaum vorstellen, daß sie praktisch angewendet wird.

Es gibt natürlich auch ein paar unglaubwürdige Momente, zum Beispiel die (für meinen Geschmack übrigens etwas zu rührselig geratene, geradezu kitschige) Reanimation Lindseys oder die Zielgenauigkeit, mit der Bud nach einem mehrere Kilometer tiefen Sturz, bei dem er sich auch noch mehrmals überschlägt, genau den Felsabsatz trifft, auf dem der Atomsprengkopf liegt. Aber diese Kleinigkeiten fallen nicht ins Gewicht, zumal die Schauspieler in allen Szenen so überzeugend spielen, daß man ihnen alles abnimmt und immer schön mitfiebern kann. Das gilt übrigens für die englische Originalversion, denn in der deutschen Synchro keift Lindsey allzu sehr und ist kaum zu ertragen. Die klaustrophobische Atmosphäre in "Deepcore", die durch die Überreaktionen Coffeys in nackte Bedrohung umkippt, tut ein Übriges. Action und ruhige Momente halten sich gut die Waage. Trotz seiner Länge wird der Film denn auch nie langweilig, die Spannung steigt trotz der etwas langsamen Erzählweise permanent an, bis es am Ende zu einer zwar etwas weit hergeholten, trotzdem aber ganz schönen Auflösung kommt. Hierbei könnte man bemängeln, daß die Außerirdischen zu sehr als engelsgleiche Heilsbringer dargestellt werden - zumal ja eigentlich sie es waren, die die ganze Misere überhaupt erst verursacht haben. Auch die naive Vorstellung, die Nationen würden ihre Konflikte beenden und künftig friedlich zusammenleben, nur weil die Außerirdischen mal mit den Muskeln gezuckt haben, ist ein Kritikpunkt. Aber darüber kann man großzügig hinwegsehen.

Die längere Version dieser Special Edition enthält zahlreiche neue oder erweiterte Szenen, die insgesamt ca. 20 Minuten ausmachen (auch der Abspann wurde verlängert, das habe ich nicht mitgerechnet). Durch diese Szenen entsteht im Grunde genommen ein ganz neuer Film. Im Mittelpunkt steht einerseits die Vertiefung der Charaktere und ihrer Beziehungen zueinander. Zum anderen wird viel verständlicher, was die Außerirdischen überhaupt wollen und was die Gründe für ihre Handlungen sind. In der Kinoversion wirkte das Ende einfach nur aufgesetzt und war nicht überzeugend.

Die DVD:

Das Bonusmaterial der Special Edition läßt keine Wünsche offen. Zunächst mal kann man dem Film informative Kommentare hinzuschalten. Legt man dann die zweite DVD ein, kann man in Bergen von Extras wühlen. Da wären Hunderte von Produktionsfotos, Storyboard-Bildern und anderen Aufnahmen sowie unzählige Texttafeln mit Informationen zu den Schauspielern, dem Produktionsteam - und mit dem kompletten Drehbuch sowie der kompletten Kurzgeschichte von James Cameron, aus der er das Drehbuch entwickelt hat! Leider wurden nicht alle Texte in die deutsche Sprache übersetzt. Einige kleinere Filmclips zeigen zum Beispiel die "Wasserwurm"-Szene in verschiedenen Stadien der Fertigstellung (hier kann man die Multi-Angle-Funktion nutzen) oder die Entstehung einer Motion-Control-Sequenz (Vorbeifahrt der Mini-U-Boote am großen gesunkenen U-Boot). Eine siebenminütige Zeitrafferszene zeigt den Aufbau des Deepcore-Sets, der einen Monat gedauert hat - hier kann man sehr schön sehen, daß die Station unter hohem Zeitdruck gebaut werden mußte, während sie schon unter Wasser gesetzt wurde. Eine zwar sehr kurze, aber auch hoch interessante Szene zeigt die Zerstörung des Krans, an dem Deepcore hängt. Im Film wirkt das wie eine minutenlange Zerstörungsorgie, tatsächlich war es eine Hochgeschwindigkeitsaufnahme, bei der die Kran-Miniatur in Sekundenbruchteilen zerstört war.

Last but not least kann man sich eine knapp einstündige Dokumentation ansehen, die eindrucksvoll zeigt, was für ein unglaublicher Aufwand für die Produktion dieses Films betrieben wurde und wie hart die Bedingungen während des Drehs für alle Beteiligten waren. Ganz zu schweigen von den unvorhersehbaren Schwierigkeiten, die bei diesem ehrgeizigen Projekt aufgetreten sind. Man sieht auch, daß die Ratte "Beanie" tatsächlich unter Wasser bzw. in dieser Atemflüssigkeit geatmet und keine Schäden davongetragen hat. Um größtmöglichen Realismus zu erreichen, wurde tatsächlich alles unter Wasser gedreht, es wurden funktionsfähige U-Boote und Taucheranzüge benutzt, deren Helme eigens für den Film hergestellt worden sind. James Cameron war in einem dieser Anzüge immer mit unter Wasser, um seine Regieanweisungen zu geben...

Diese Auflistung ist nicht vollständig! Es gibt noch eine ganze Reihe kleiner Einzeldokumentationen, die ich jetzt nicht alle aufzählen will.

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