2012


2012 (USA, 2009)

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 158 Min.

Extras
- Audiokommentar (Roland Emmerich und Harald Kloser)
- Interactive Mayan Calendar
- Picture-in-Picture: Rolands Vision
- Mysteries of the Mayan Calendar (3:53 Min.)
- Designing the End of the World (26:03 Min.)
- Roland Emmerich: The Master of the modern Epic (9:31 Min.)
- The End of the World: The Actor's Perspective (7:34 Min.)
- Science behind the Destruction (13:19 Min.)
- Deleted Scenes (4:55 Min.)
- Alternate Ending (3:39 Min.)

Regie:
Roland Emmerich

Hauptdarsteller:
John Cusack (Jackson Curtis)
Chiwetel Ejiofor (Dr. Adrian Helmsley)
Amanda Peet (Kate Curtis)
Oliver Platt (Carl Anheuser)
Danny Glover (Präsident Thomas Wilson)
Woody Harrelson (Charlie Frost)
Thomas McCarthy (Gordon Silberman)
Liam James (Noah Curtis)
Morgan Lily (Lilly Curtis)
Zlatko Buric (Yuri Karpov)
Beatrice Rosen (Tamara)
Thandie Newton (Laura Wilson)
Johann Urb (Sasha)
Osric Chau (Nima)




Inhalt:

Im Jahre 2009 wird festgestellt, dass es infolge einer lang anhaltenden ungewöhnlich starken Sonnenaktivität zum erhöhten Aufkommen von Neutrinostrahlung und zur Aufheizung des Erdkerns gekommen ist. Der Prozess schreitet immer weiter fort, so dass die gesamte Erdkruste allmählich instabil wird. Der Geologe Dr. Adrian Helmsley informiert Carl Anheuser, den Stabschef des Weißen Hauses, und wird zum wissenschaftlichen Berater des Präsidenten ernannt. Weitere Forschungen lassen keinen Zweifel daran, dass die Folgen der Aufheizung spätestens im Jahre 2012 zu Naturkatastrophen in biblischem Ausmaß führen werden - das Ende der Welt steht bevor. Die Regierungschefs der G8-Staaten starten ein internationales Programm, um zumindest einen kleinen Teil der Menschheit und ihres kulturellen Erbes zu retten. Im Himalaya werden gewaltige Archen konstruiert, die hunderttausende Menschen, Tiere, Kunstwerke sowie Vorräte aufnehmen können und so konstruiert sind, dass sie selbst die zu erwartenden Mega-Tsunamis überstehen können. Der Bau der riesigen Schiffe verschlingt Unsummen und wird zum Teil durch den Verkauf von Tickets finanziert. Ein Platz in einer Arche kostet eine Milliarde Euro. Das Projekt ist streng geheim; die Öffentlichkeit wird nicht über die wahren Gründe für die in den folgenden Jahren immer schlimmer werdenden Erdbeben informiert. Nur die zahlungskräftigen Kunden werden eingeweiht. Wer doch etwas erfährt, wird mundtot gemacht. Anheuser schreckt nicht davor zurück, jeden ermorden zu lassen, der das Projekt gefährden könnte. Im Jahre 2012 zeigt sich, dass der von Helmsley aufgestellte Zeitplan zu optimistisch war. Die Kontinentalplatten beginnen sich schneller als erwartet zu verschieben. Obwohl erst vier Archen fertig gestellt wurden, bleibt Präsident Wilson keine Wahl, als den Befehl zum Beginn der Evakuierung zu geben.

Noch immer verschweigen die Regierungen der Erdbevölkerung, was wirklich vorgeht. Dass etwas nicht stimmt, bemerkt zumindest der erfolglose Schriftsteller Jackson Curtis, als er mit seinen Kindern Noah und Lilly einen Ausflug in den Yellowstone-Nationalpark macht. Sie betreten eine abgesperrte Zone und stolpern mitten in ein von der US-Army bewachtes Forschungscamp hinein. Helmsley lässt sie laufen; er bewundert Jackson, dessen Roman er gerade liest. In der Nacht begegnet Jackson dem Weltuntergangspropheten Charlie Frost, der ihm eine wilde Verschwörungstheorie auftischt. Dass Frost damit sehr nahe an der Wahrheit ist, kann Jackson nicht ahnen. Frost behauptet, eine Karte des Ortes zu besitzen, an dem Raumschiffe zur Evakuierung der Erde gebaut werden. Am nächsten Tag kommt es zu schweren Erdbeben in ganz Kalifornien. Die Erde bricht auf - auch im Wohnort von Kate, Jacksons Ex-Frau, die dort mit ihrem neuen Partner Gordon Silberman lebt. Kurz nachdem Jackson die Kinder zurück zu Kate nach Los Angeles gebracht hat, muss er seinen derzeitigen Arbeitgeber, den russischen Milliardär Yuri Karpov, zum Flugplatz fahren. Karpov ist einer der Glücklichen, die sich ein Archen-Ticket leisten konnten. Als Karpovs Söhne eine dementsprechende Bemerkung machen, und als sich auch auf dem Rollfeld ein Erdspalt auftut, wird Jackson klar, dass Frost wohl doch Recht hat. Er mietet ein Sportflugzeug, rast mit Karpovs Stretch-Limousine zu Kate und sammelt die ganze Familie ein. Die Fahrt zurück zum Flughafen wird zum Höllentrip, denn ein schreckliches Erdbeben vernichtet die ganze Stadt. In letzter Sekunde gelingt der Familie die Flucht mit dem Flugzeug. Am Steuer sitzt Hobbypilot Gordon. Fassungslos sieht Jackson mit an, wie kilometergroße Stücke der Küste abbrechen und im Meer versinken. Ähnliche Katastrophen ereignen sich inzwischen weltweit.

Jackson überzeugt die anderen davon, dass Frosts Karte beschafft werden muss. Es findet das Dokument in Frosts Wohnmobil. Erneut entgeht die Familie nur knapp dem Tod, denn der Yellowstone-Supervulkan bricht aus. Dabei wird Frost getötet. Laut Frosts Karte stehen die Rettungsschiffe in China; man braucht also ein größeres Flugzeug. In Las Vegas begegnet die Familie Karpov, dessen Pilot Sasha eine große Antonow-Transportmaschine organisiert hat. Da Karpovs Freundin Tamara Gordon kennt (er ist ihr Schönheitschirurg), und da Sasha einen Kopiloten braucht, darf die Familie mitfliegen. Als die Antonow abhebt, wird auch Las Vegas durch ein Erdbeben vernichtet. Derweil erreicht die Yellowstone-Aschewolke Washington. Gleichzeitig schwappt eine Flutwelle über die Stadt hinweg. Präsident Wilson, der dort zurückgeblieben ist, kommt dabei ums Leben. Seine Tochter Laura, Helmsley und Anheuser sind mit der Air Force One unterwegs zu den Archen. Irgendwann werden keine Funksprüche mehr aufgefangen, denn der Weltuntergang ist im vollen Gange. Ganze Kontinente zerbrechen oder werden von Mega-Tsunamis überflutet. Die Antonow erreicht den asiatischen Kontinent, obwohl der Treibstoff für den Weg eigentlich nicht ausgereicht hätte, denn die Kontinentalplatte hat sich um mehrere tausend Kilometer verschoben. Bei der Notlandung auf einem Gletscher kommt Sasha ums Leben. Ein Hubschrauber landet, aber nur Yuri und seine beiden Söhne werden mitgenommen. Die anderen haben keine Tickets, auch Tamara nicht. Sie begegnen Nima, einem tibetischen Mönch, dessen Bruder im Archen-Hangar arbeitet und ihm sowie den Großeltern insgeheim Zutritt zu einer Arche verschaffen kann. So gelangen auch die Curtis-Familie, Gordon und Tamara in das amerikanische Schiff.

Als der Himalaya im Meer versinkt, wird der Stapellauf der Archen vorbereitet. Eines der vier Schiffe wurde bei einem Beben beschädigt, so dass es nicht bemannt werden kann. Zehntausende Menschen, die sich die Rettung teuer erkauft haben (darunter Yuri und seine Söhne), versuchen die anderen Schiffe zu stürmen, aber die Rampen werden geschlossen. Helmsley appelliert an die Menschlichkeit der Regierungschefs und hat Erfolg. Gegen Anheusers Widerstand werden die Rampen wieder geöffnet, so dass alle in den Docks verbliebenen Menschen - auch die Arbeiter - an Bord kommen können. Nur Yuri schafft es nicht, er stürzt in einen Abgrund. Gordon wird vom Schließmechanismus der Rampe zerquetscht. Ein großes Werkzeug verklemmt sich zwischen den Zahnrädern. Das Schiff kann somit nicht hermetisch abgeschlossen werden, als es von der Flut getroffen wird. Es wird aus den Verankerungen gerissen und treibt steuerlos auf den Mount Everest zu, wo es zerschellen wird. Tamara und die Curtis-Familie sind eingeschlossen. Immer mehr Wasser dringt in die Arche ein. Jackson riskiert sein Leben, um den Schließmechanismus freizubekommen. Mit Hilfe seines Sohnes gelingt es ihm buchstäblich in letzter Sekunde. Für Tamara kommt die Hilfe zu spät, sie ertrinkt, nachdem sie Lilly in Sicherheit gebracht hat. Als die Rampe endlich geschlossen ist, können die Turbinen angeworfen und das Schiff auf Kurs gebracht werden.

Gut drei Wochen später nähern sich die drei Archen dem Kap der Guten Hoffnung. Laura und Helmsley sind ein Paar. Auch Jackson und Kate haben wieder zueinandergefunden. Erstmals seit dem Start werden die Außenschotts der Archen geöffnet. Die Aschewolken haben sich verzogen. Möglicherweise können die Überlebenden in Afrika eine neue Heimat finden, denn der gesamte Kontinent wurde um mehrere Kilometer angehoben und somit nicht überflutet.

Der Film:

Eins muss man Roland Emmerich lassen: In der bombastischen Visualisierung massiver Zerstörungsszenarien macht ihm so schnell keiner was vor. Wurden in Independence Day und Godzilla "nur" ein paar Großstädte in Schutt und Asche gelegt, so ist diesmal die ganze Welt dran. Gut, ähnlich allumfassend ging's auch schon bei "The Day after tomorrow" zur Sache, aber erst in "2012" wird die Vernichtung ganzer Kontinente so richtig zelebriert. "2012" dürfte für lange Zeit der ultimative Erdbeben-Vulkanausbruch-Flutwellen-Katastrophenfilm bleiben. Vielleicht zerstört Emmerich ja in seinem nächsten Film gleich das ganze Sonnensystem.

Ende Dezember 2012 endet angeblich der Maya-Kalender. Dass das so nicht stimmt, bzw. dass die Maya keineswegs von einem Weltuntergang in diesem Jahr ausgegangen sind, kann man in der Wikipedia nachlesen. Für den Film ist es - anders als es durch die Werbung suggeriert wurde - sowieso irrelevant. Die Ursachen für den Weltuntergang werden im Film "streng wissenschaftlich" erklärt, allerdings nur recht kurz. Schon gleich zu Anfang wird klar gemacht: Das Ende der Welt ist nah, niemand kann etwas daran ändern. Dann folgt ein wenig Figurenexposition, und der weitaus überwiegende Rest des Films besteht aus der Aneinanderreihung immer schlimmer werdender Zerstörungen. Ein paar kleine Beziehungskisten und Familienprobleme müssen als Story-Kittmasse ausreichen. Zum Glück sind die Hauptdarsteller sympathisch genug, um dem Zuschauer das Mitfiebern zu ermöglichen. Dass man es durch die Bank mit eindimensionalen Rollenschablonen zu tun hat, fällt in all dem Durcheinander gar nicht störend auf.

Sobald es mit dem Weltuntergang erst einmal losgegangen ist, entkommen unsere Helden der Vernichtung stets nur um Haaresbreite. Immer wieder bröckelt die Erdkruste just in dem Moment unter ihnen weg, als ihr Flieger abhebt, stets schlagen die hausgroßen Trümmer nur kurz hinter ihnen ein. Auf die Dauer wirkt das ein wenig lächerlich. Eine Atmosphäre der Bedrohung kann so nicht entstehen. Man fühlt sich stattdessen wie bei einer Achterbahnfahrt - stets geht's knapp an zusammenbrechenden Hochhäusern vorbei, unter kollabierenden Brücken hindurch und dergleichen. Realismus wird wohl niemand bei einem Film wie "2012" erwarten. So manche Szene ist aber derart übertrieben, dass man sich fragt, ob es sich womöglich um Selbstironie handeln könnte. So geht ein Riss in der Decke der einem Superbeben zum Opfer fallenden Sixtinischen Kapelle natürlich genau zwischen den Fingerspitzen Adams und Gottes hindurch, ähnliches geschieht im Supermarkt, als Gordon sagt, er habe das Gefühl, zwischen ihm und Kate tue sich ein Graben auf. Das Weiße Haus wird durch einen US-Flugzeugträger platt gemacht und Arche Nr. 4 wird von der Air Force One gerammt...

Es wird heftig auf die Tränendrüse gedrückt. Pathetische Reden werden geschwungen. "Die da oben" sind korrupt und rücksichtslos, nur die einfachen Leute beweisen Zusammehalt und Opferbereitschaft. Der US-Präsident ist aber so lieb und gut, dass er wie der Kapitän eines sinkenden Schiffes zurückbleibt, um mit seinem Volk zu sterben. Klischees, wohin das Auge blickt! Am Ende verschwindet der Nebenbuhler des Haupthelden nebenbei auf Nimmerwidersehen und macht den Weg für eine glücklich wiedervereinte Familie frei. Wie praktisch! Dass der Film trotzdem irgendwie Spaß macht, ist den Schauwerten zu verdanken. Das Ausmaß der Vernichtung ist wahrhaft gigantisch, es geht wirklich alles kaputt, was nur irgendwie kaputtgehen kann. Wenn ganze Kontinentalschollen abbrechen, das Meer über den Himalaya schwappt und die ebenfalls sehr beeindruckenden Archen vom Stapel laufen, dann kann man sich eines zufriedenen Grinsens nicht erwehren, auch wenn man genau weiß, dass das alles vollkommener Humbug ist. Also: Hirn ausschalten und genießen, am besten mit sehr großem Bildschirm und voll aufgedrehter Surround-Anlage.

Blu-ray-Features:

Die oben aufgelisteten verschiedenen Featurettes enthalten die allseits bekannten Mixturen aus Filmszenen, Interviewschnipseln, gegenseitiger Lobhudelei und Hinter-den-Szenen-Material. Sie sind durchaus interessant und ergeben insgesamt eine akzeptable Dokumentation. Unter anderem wird auf die wissenschaftlichen Theorien eingegangen, die hinter der Idee zum Film stecken. Es kommen sogar Leute zu Wort, die fest davon überzeugt sind, dass die Welt im Jahre 2012 untergehen wird. Von mir aus gern - dann ist hinterher endlich Ruhe. Man sieht, dass sehr viel mit CGI gearbeitet wurde, aber auch mit echten Sets. Besonders gut haben mir die Druckluftkanonen gefallen, mit denen Autos über zehn Meter weit durch die Luft geschleudert wurden! Wem das noch nicht reicht, der kann sich den Film mit Bild-im-Bild-Informationen anschauen. Dabei handelt es sich um weitere Interviews und Making-of-Material.

Die fünf nicht verwendeten Szenen und das alternative Ende sind zumindest zum Teil sehenswert. So bekommt Anheuser von Helmsley eine Maulschelle verpasst und entschuldigt sich hinterher dafür, dass er während des ganzen Films so ein Arschloch war. Außerdem meldet sich Helmsleys Vater per Funk. Das Kreuzfahrtschiff ist gar nicht gesunken, sondern nur auf Grund gelaufen. Das sieht man in einer nicht ganz fertig gestellten CGI-Szene. Gut, dass dieses Ende nicht verwendet wurde; es wäre noch viel kitschiger gewesen.

Hinzu kommen Informationen zum Maya-Kalender. Ich wusste gar nicht, dass die Maya gleich mehrere einander ergänzende Kalender benutzt haben. Man kann sein Geburtsdatum eingeben und ein Persönlichkeitsprofil sowie ein Horoskop basierend auf dem Maya-Kalender erstellen lassen. Für mein Geburtsdatum lautet das Profil wie folgt: "Those born to this Day are repelled by negative Energies but they can also be stubborn. They are able to balance complex Tasks while having many other Preoccupations." Aha. Ich kann also hartnäckig bzw. stur sein und bin multitaskingfähig. Was die Maya nicht alles wussten...


J. Kreis, 08.11.2011




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