20.000 Days on Earth


20.000 Days on Earth (GB, 2014)

DVD Regionalcode 2, Rapid Eye Movies
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: Ca. 94 Minuten

Extras:
- Behind the Scenes (6:29 Min.)
- Kinotrailer

Regie:
Iain Forsyth, Jane Pollard




Inhalt / Kringels Meinung

Den zwanzigtausendsten Tag seines Lebens beginnt der australische Musiker und Schriftsteller Nick Cave mit einem kritischen Blick in den Spiegel. Für einen Mann, der auf die Sechzig zugeht und ein interessantes Leben hinter sich hat (um es mal vorsichtig auszudrücken), hat er sich gut gehalten. Er lebt seit einigen Jahren mit seiner Frau Susie in Brighton. Das Leben am Rande der See und das meist schlechte britische Wetter haben ihn zu seinem noch nicht vollendeten Album "Push the Sky Away" inspiriert. Nick Cave fährt an diesem Tag mit dem Auto von Termin zu Termin und spricht per Voice-over-Kommentar mit dem Zuschauer sowie mit Ray Winstone, Blixa Bargeld (Mitglied seiner langjährigen Band "The Bad Seeds") und Kylie Minogue, mit der zusammen er einen seiner erfolgreichsten Songs ("Where the Wild Roses grow") gesungen hat und die meines Erachtens erst dadurch wirklich cool geworden ist. Es wird so dargestellt, als würde sich Nick Cave die Anwesenheit der drei Personen nur einbilden - sie sitzen auf dem Beifahrer- oder Rücksitz, im nächsten Moment sind sie verschwunden.

Zunächst sucht Nick Cave den Psychoanalytiker Darian Leader auf, mit dem er vor allem über prägende Kindheitserlebnisse spricht. Die Drogenexzesse der Vergangenheit bleiben nicht unerwähnt. Dann besucht er seinen Bandkollegen Warren Ellis, der am aktuellen Album mitarbeitet, und schwelgt in Erinnerungen an legendäre Liveauftritte. Anschließend fährt Nick Cave zu einem Archiv, in dem zahlreiche Memorabilien aus seiner bewegten Vergangenheit aufbewahrt werden, um den Archivaren zu erläutern, was es mit verschiedenen Objekten auf sich hat. In diesem Zusammenhang berichtet er auch von den wilden Zeiten mit der Band "The Birthday Party" und von seinem Leben in Berlin. Zwischendurch schreibt Nick Cave zu Hause Songtexte, übt die Titel mit Warren Ellis ein und nimmt sie mit der Band im Studio auf. Gegen Ende des Films performt Nick Cave sein neues Album live, wobei Aufnahmen älterer Konzerte eingefügt werden. Außerdem verbringt er einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher mit seinen Zwillingen. Einer der beiden Jungs ist ein Jahr später gestorben.

Man darf "20.000 Days on Earth" nicht als Mitschnitt eines Tages im Leben von Nick Cave oder als Dokumentation des Entstehungsprozesses von "Push the Sky Away" verstehen. Es handelt sich ebenso wenig um einen Dokumentarfilm wie man eine (Auto-)Biografie als zeitgeschichtliches Dokument betrachten kann. Stattdessen könnte man den Film vielleicht als Hommage an einen Künstler bezeichnen, dessen Stil und Charisma mit filmischen Mitteln verdeutlicht werden sollen. Da Nick Cave maßgeblich am Produktionsprozess beteiligt war, könnte man sogar von einem Akt der Selbstdarstellung sprechen. Aber selbst wenn dem so wäre, selbst wenn man alles als gestellt und inszeniert bezeichnen muss, dann entspricht das auf diese Weise vermittelte Bild exakt dem Eindruck, den ich durch Nick Caves Musik, seine Texte, seine Bücher (Und die Eselin sah den Engel, Der Tod des Bunny Munro) und seine Konzerte gewonnen habe. Nick Cave hat mich schon immer fasziniert. Der Film fängt auf eine Weise, die ich ich nicht beschreiben kann, ziemlich genau ein, warum das so ist.


DVD-Features

Die unkommentierte Behind-the-Scenes-Featurette ist zu kurz, da lohnt sich kein ausführlicher Kommentar. Immerhin kann man erkennen, wie "unecht" dieser zwanzigtausendste Tag wirklich ist. Iain Forsyth und Jane Pollard geben Regieanweisungen für Szenen und Dialoge, das Auto, mit dem Nick Cave vermeintlich fährt, steht auf einem von einem anderen Wagen gezogenen Anhänger ...


20.000 Days on Earth

Der zwanzigtausendste Tag beginnt


20.000 Days on Earth

Ein neuer Songtext entsteht


20.000 Days on Earth

Warren Ellis und Nick Cave experimentieren mit dem neuen Song


20.000 Days on Earth

Nick Cave und Kylie Minogue


20.000 Days on Earth

Nick Cave live


J. Kreis, 08.03.2016




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