Der 13. Krieger


Der 13te Krieger (USA, 1999)
- The 13th Warrior -

Blu-ray, Concorde Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 102 Minuten

Extras:
- Interviews (7:40 Min.)
- Trailer

Regie:
John McTiernan / Michael Crichton

Hauptdarsteller:
Antonio Banderas (Ahmad Ibn Fadlan)
Vladimir Kulich (Buliwyf)
Sven Wollter (König Rothgar)
Dennis Storhoi (Herger)
Omar Sharif (Melchisidek)




Story

Der junge arabische Edelmann Ahmad Ibn Fadlan verliebt sich die Ehefrau eines einflussreichen Adligen. Als die Affäre ans Licht kommt, wir Ahmed zur Strafe ins Exil geschickt. Er soll als Botschafter mit einer Karawane zu den Barbaren des Nordens reisen. Melchisedek, ein Freund seines Vaters, begleitet ihn. Die Karawane entgeht nur knapp einem Angriff der Tataren; die feindlichen Reiter kehren um, als ein Langboot der Nordmänner eintrifft. Ahmad und Melchisedek werden Zeuge, wie der mächtige Krieger Buliwyf nach der Feuerbestattung des verstorbenen Königs seinen Herrschaftsanspruch geltend macht. Herger, einer von Buliwyfs Gefolgsmännern, spricht Latein und erklärt die Vorgänge. Am nächsten Tag bittet Wulfgar, Sohn des Königs Rothgar, um Unterstützung im Kampf gegen die Wendol - eine böse Macht aus uralter Zeit, die im ganzen Land gefürchtet ist. Die Wendol verbreiten in Rothgars Reich Angst und Schrecken, vernichten ganze Siedlungen und scheinen unbesiegbar zu sein. Eine zu Rate gezogene Wahrsagerin behauptet, dass dreizehn Krieger nach Norden gehen müssen, um die Wendol zu besiegen. Elf Männer erklären sich bereit, Buliwyf zu begleiten. Ahmad wird von Buliwyf als dreizehnter Krieger rekrutiert. Melchisedek bleibt zurück.

Während der Reise nach Norden lernt Ahmad die Sprache der Nordmänner und gewinnt durch seine Reitkünste ihren Respekt. Buliwyf interessiert sich besonders für den Araber, weil dieser schreiben kann. Die dreizehn Krieger werden freundlich von Rothgar aufgenommen. Sie untersuchen ein Gehöft, das jüngst überfallen worden ist, und stellen fest, dass sie es wirklich mit den Wendol zu tun haben. Man hält diese Wesen für Dämonen, die stets mit dem Nebel kommen und das Fleisch der Toten essen. In der Nacht überfallen die Wendol Rothgars Halle. Die dreizehn Krieger haben sich allerdings nur schlafend gestellt und können die Angreifer zurückschlagen. Befestigungsanlagen werden errichtet, Rothgars Leute kämpfen an der Seite von Buliwyfs Gruppe. Jeder Angriff der Wendol, die nie einen ihrer Toten zurücklassen, fordert neue Opfer unter den Nordmännern, während die Kräfte der Wendol nie nachzulassen scheinen. Ahmad findet jedoch heraus, dass die Wendol keine übernatürlichen Wesen sind, sondern Menschen, so dass sie nicht unbesiegbar sein können. Eine weise Frau gibt den Kriegern den Rat, die Matriarchin der Wendol und den Anführer ihrer Kämpfer zu töten. Dadurch würden sie entscheidend geschwächt werden.

Ahmad erkennt, dass sich die Wendol mit Bären identifizieren und deshalb in Höhlen leben. So kann ihr verstecktes Dorf ausfindig gemacht und unbemerkt infiltriert werden. Buliwyf tötet die Matriarchin persönlich. Er wird von ihr im Kampf mit einem vergifteten Dorn verletzt, kann aber mit seinen überlebenden Gefährten aus dem Höhlenlabyrinth entkommen. Der oberste Krieger der Wendol wurde nicht getötet und greift erneut an. Mit letzter Kraft besiegt Buliwyf den Anführer, woraufhin sich die anderen geschlagen zurückziehen. Nach Buliwyfs Tod kehren Ahmad und die letzten Nordmänner in ihre jeweilige Heimat zurück. Gemäß Buliwyfs Wunsch schreibt Ahmad die Heldentaten der dreizehn Krieger nieder und macht sie somit unsterblich...

Kommentar

...und unsterblich sind ihre literarischen Vorbilder wirklich, denn die Story dieses Films (und des zugrunde liegenden Romans "Schwarze Nebel" von Michael Crichton) ist eine Neuinterpretation der Beowulf-Sage. Buliwyf ist natürlich der Held Beowulf. Die Wendol übernehmen hier die Rolle des Ungeheuers Grendel, die Matriarchin ist Grendels Mutter. Selbst der Drache, gegen den Beowulf in der Sage nach Grendels Ende kämpft, kommt im Film vor: Wenn der Wendol-Heerwurm Fackeln tragend durch den Nebel ins Tal reitet, dann wirkt das aus der Ferne so, als nähere sich ein glühender Drache. Crichtons Roman spielt im 10. Jahrhundert (im Film wird keine Aussage zur Handlungszeit gemacht). Darin wird die Beowulf-Sage mit historischen Tatsachen und spekulativen Elementen vermischt. Ein Ahmad Ibn Fadlan hat wirklich gelebt und ist im Jahre 922 zu den Wolgabulgaren gereist, aber sicherlich hat er nicht gegen prähistorische Verwandte des Homo Sapiens gekämpft. Im Roman und im Film wird angedeutet, dass es sich bei den Wendol um Neandertaler o.ä. handelt, die bis ins Mittelalter überlebt haben.

Leider klingt das alles interessanter als es wirklich ist. Obwohl der Film ganz offensichtlich mit großem Aufwand produziert wurde, und obwohl sich die Kampfszenen wirklich sehen lassen können, konnte mich der Film nicht begeistern. Wie so oft kann ich erklären, warum das so ist. Vielleicht liegt es am etwas wirren Handlungsaufbau. Der Film hält sich nicht lange mit der Exposition auf. Buliwyfs und seine Mannen eignen sich sowieso nicht recht als Identifikationsfiguren. Buliwyf selbst bleibt die meiste Zeit sehr distanziert und trägt kaum etwas zur Handlung bei. Zwei oder drei seiner Kämpfer prägen sich ein bisschen ein, die anderen sterben zu schnell, als dass ich mir ihre Namen und Gesichter hätte merken können. Selbst mit Ahmad Ibn Fadlan bin ich nicht warm geworden. Die Gegensätze zwischen dem gebildeten, zivilisierten Araber und den grobschlächtigen Wikingern werden nur angedeutet (wenn ich mich recht erinnere, kommt das im Roman besser rüber), die Liebesgeschichte zwischen ihm und einer Frau in Rothgars Dorf verläuft im Sande. Dann wird noch ein Machtkampf an Rothgars Hof angedeutet; der Sohn des Königs hat irgendwas gegen Buliwyf. Auch das ist für die Handlung völlig irrelevant.

Was bleibt, sind die Kampfszenen. Da wird ordentlich gemetzelt, und zwar nicht "sauber" und heroisch, sondern im Matsch, im Regen und mit großem Blutverlust. Die Action ist mitreißend, und wenn sich der schon mit einem Bein im Grab stehende Buliwyf noch einmal aufrafft, um die letzten Krieger zum Endkampf zu motivieren, dann kommt endlich ein bisschen Gänsehaut-Feeling auf.

Blu-ray-Features

Wählt man die englische Tonspur, dann werden deutsche Untertitel eingeblendet, die sich nicht deaktivieren lassen. Wie rückständig ist das denn? Zwangs-Untertitel? Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich die Blu-ray gar nicht gekauft... Das Bonusmaterial reißt's auch nicht raus, denn es besteht nur aus ultrakurzen, wirr zusammengestoppelten Interviewschnipseln, die praktisch überhaupt keine Aussagekraft haben. Offensichtlich stammen die Fetzen aus längeren Interviews, die zu verschiedenen Zeitpunkten gemacht wurden. Warum hat man die nicht einfach in voller Länge auf die Blu-ray gepackt? Da ist ja das achtseitige Booklet interessanter, denn da stehen wenigstens ein paar Infos zum Produktionsprozess und über Wikinger drin.


J. Kreis, 03.04.2013




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