13 Assassins


13 Assassins (Japan, 2010)
- Jusan-nin no shikaku -

Blu-ray, Ascot Elite Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 125 Minuten

Extras:
- Deleted Scenes (17:50 Min.)
- Trailer

Regie:
Takashi Miike

Hauptdarsteller:
Koji Yakusho (Shinzaemon Shimada)
Takayuki Yamada (Shinrokuro Shimada)
Masachika Ichimura (Hanbei Kitou)
Goro Inagaki (Naritsugu Matsudaira)
Yusuke Iseya (Koyata Kiga)




Story

Während der Zeit des Tokugawa-Shogunats herrscht in Japan Frieden. Mitte des 19. Jahrhunderts gewinnt Fürst Naritsugu Matsudaira, der Halbbruder des Shogun, immer mehr Macht. Sein Aufstieg wird argwöhnisch beobachtet, denn er ist ein Sadist, der seine Untergebenen mit unmenschlicher Grausamkeit behandelt. Als bekannt wird, dass er demnächst sogar in den Ältestenrat berufen werden soll, wird seine Beseitigung beschlossen. Man befürchtet zu Recht, er werde das Land ins Unglück stürzen. Da niemand offiziell gegen ihn vorgehen kann, erhält der vertrauenswürdige Samurai Shinzaemon Shimada den Auftrag, den Fürsten zu ermorden. Shinzaemon sammelt elf Krieger um sich, darunter seinen Neffen Shinrokuro. Allen ist klar, dass sie sich auf ein Himmelfahrtskommando einlassen. Hanbei Kitou, der Leibwächter des Fürsten, bekommt Wind von den Plänen seines alten Rivalen Shinzaemon. Er weiß jedoch nicht, wann und wo die Assassinen zuschlagen werden.

Der Zeitpunkt für den Angriff ist gekommen, als Naritsugu zu einer längeren Reise aufbricht. Um sicherzustellen, dass die schwer bewachte Reisegesellschaft eine bestimmte Route nimmt, bittet Shinzaemon einen Bekannten um Hilfe. Da dessen Sohn von Naritsugu ermordet worden ist, erklärt er sich bereit, eine Straße zu blockieren, die Naritsugu keinesfalls passieren darf. Der Fürst muss somit das Dorf Ochiai durchqueren. Shinzaemon und seine Männer brechen dorthin auf. Unterwegs werden sie von Wegelagerern überfallen, die in Hanbeis Diensten stehen. Die zwölf Krieger besiegen ihre Gegner ohne eigene Verluste. Den weiteren Weg legen sie durch die Wälder zurück, um unerkannt zu bleiben, gehen im Gebirge jedoch in die Irre. Sie begegnen dem Jäger Koyata Kiga, der sich ihnen als dreizehnter Assassine anschließt und sie sicher nach Ochiai führt.

Shinzaemons Männer befestigen das Dorf und bauen es zu einer Todesfalle aus. Häuser werden mit Sprengfallen präpariert, die Dächer werden durch Laufstege miteinander verbunden. Shinzaemon erhält die Nachricht, dass Naritsugus Reisegesellschaft verschwunden ist. Ihm ist klar, dass Hanbei das Dorf beobachtet. Shinzaemon verhält sich ruhig, bis Hanbei glaubt, das Dorf sei sicher. Als die Reisegesellschaft das Dorf betritt, werden alle Auswege durch verschiebbare Wände abgeriegelt. Allerdings hat Hanbei die Wartezeit genutzt, um Verstärkung herbeizuholen. Somit stehen den 13 Assassinen jetzt 200 Soldaten gegenüber. Dutzende werden durch die vorbereiteten Fallen ausgeschaltet, letztlich müssen sich die Assassinen aber auf den Kampf Mann gegen Mann einlassen. Naritsugus Gefolgsleute schirmen ihren Herrn unter Einsatz ihres Lebens ab, so dass die Assassinen nicht an ihn herankommen.

Ein Assassine nach dem anderen fällt, aber die Soldaten werden noch schneller dezimiert. Shinzaemon wird schwer verwundet. Er besiegt Hanbei, der den Fürsten bis zuletzt beschützt. Er köpft Naritsugu und erliegt anschließend seinen Wunden. Nur Shinrokuro und Koyata Kiga überleben das Massaker. Shinrokuro will nichts mehr vom Samurai-Dasein wissen und überlegt, ob er sein Glück als Räuber machen sollte.

Kommentar

Wie Tokugawa Ieyasu, Begründer des nach ihm benannten Shogunats, das in "13 Assassins" allmählich zu Ende geht, an die Macht gekommen ist, könnt ihr in der Fernsehserie Shogun sehen. Die Zeit unmittelbar nach dem Ende des Shogunats (etwas mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Filmhandlung) wird im Film Last Samurai dargestellt.

"13 Assassins" ist ein Remake eines gleichnamigen Films aus dem Jahre 1963, den ich nicht kenne, und erinnert sehr an Die Sieben Samurai. Das hat mich ein wenig überrascht, denn Regisseur Takashi Miike hat ja schon so einiges gemacht (siehe Full Metal Yakuza, Dead or Alive, Audition, Visitor Q, The Call, Imprint und Yatterman), aber einen klassischen Samuraifilm hätte ich nicht erwartet! Durch wunderschöne Kostüme, detailverliebte Ausstattung und aufwändige Kulissen wird eine authentische Atmosphäre Japans Mitte des 19. Jahrhunderts erschaffen, wie man sie in einer Hollywood-Großproduktion wohl nicht besser hinbekommen könnte. Der Grundton ist ernst, bizarr-überdrehte Elemente wie in den genannten älteren Filmen des Regisseurs kommen praktisch nicht vor.

Natürlich sind durchaus typische "Miike-Momente" dabei. Zum Beispiel eine Szene, in der Shinzaemon einer Frau vorgestellt wird, die von Naritsugu verstümmelt wurde. Unterarme und Füße wurden abgehackt, die Zunge wurde herausgerissen. Um Shinzaemon mitzuteilen, was ihrer Familie angetan wurde, muss die Frau es aufschreiben. Dazu nimmt sie den Pinsel in den Mund. Zusammen mit der Tinte tropft Blut auf das Papier... Überhaupt nehmen Naritsugus Grausamkeiten recht breiten Raum ein. Schließlich muss der Endkampf, bei dem 200 Soldaten und 11 Assassinen ihr Leben lassen müssen, irgendwie gerechtfertigt werden. Dabei geht der Fürst fast gelangweilt vor - für ihn ist es ganz selbstverständlich, die Leute nach Belieben zu quälen und zu töten - und er freut sich aufrichtig, als ihm die 13 Assassinen einen echten Kampf liefern! Nur mit aufgeschlitztem Bauch fühlt er sich nicht mehr so gut. Erstmals verspürt er echten Schmerz und kriecht winselnd durch den Schlamm. Humor wird insbesondere durch Koyata beigesteuert, eine Figur, aus der ich nicht recht schlau werde. Am Ende scheint er von den Toten aufzuerstehen. Ist er vielleicht gar kein Mensch, sondern eine Art Dämon?

Ähnlich wie in "Die Sieben Samurai" besteht die Handlung grob gesagt aus drei Teilen: Etablierung der Ausgangssituation incl. Zusammenstellung der Heldengruppe, Vorbereitung des Dorfes, epischer Endkampf. Die ersten beiden Abschnitte enthalten schon einiges an Action und Gewalt. Der Film beginnt mit einer Szene, in der jemand Harakiri begeht - ganz ohne Sekundanten, der ihm das Sterben erleichtert. Dann kommt es zu verschiedenen kleinen Scharmützeln, unter anderem müssen sich die Assassinen gegen Wegelagerer behaupten. Doch all das ist gar nichts gegen das finale Gemetzel. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber ich würde sagen, dass der Kampf im Dorf eine Dreiviertelstunde dauert! Die Gewaltdarstellung ist vergleichsweise moderat, aber der Showdown lässt nichts an Dynamik und melodramatischer Selbstaufopferung zu wünschen übrig. Trotz seiner Länge wird das Schwertgefuchtel erstaunlicherweise nicht ermüdend. Leider enthält diese Phase des Films die einzigen nicht gelungenen Spezialeffekte: Brennende Rinder werden auf die Soldaten gehetzt, und man erkennt überdeutlich, dass es sich um Computergrafiken handelt.

Blu-ray-Features

Viele der nicht verwendeten Szenen sind sehr kurz, manche sind vielleicht gerade mal eine Sekunde lang. Es sind aber auch einige längere dabei. So wird deutlicher herausgestellt, dass Shinzaemons Leute praktisch das gesamte Dorf Ochiai gekauft haben, und dass der Ortsvorsteher deshalb nichts gegen die zu erwartende Vernichtung einzuwenden hat. Einige Kampfszenen kommen hinzu, und Koyatas Rolle wird in einer Weise weiter ausgebaut, die meine Dämonen-Theorie stützt. Er bittet die Samurai, sich ihnen anschließen zu dürfen. Die wollen ihn loswerden und ziehen ihm einen Ast über den Schädel. Er merkt gar nichts davon, auch als man es ein zweites Mal mit einem noch dickeren Ast versucht. Später im Dorf verschleißt er ein halbes Dutzend Frauen und nimmt sich dann auch noch den Ortsvorsteher vor. Das hätte wirklich nicht in den Film gepasst... Den Abschluss bildet eine Szene, in der man Shinrokuros Frau mit erwartungsvollem Gesicht in der Tür ihres Hauses stehen sieht. Offenbar ist Shinrokuro also doch zurückgekehrt.


J. Kreis, 21.03.2013




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme