Skyfall


Skyfall (GB/USA, 2012)

Blu-ray, MGM
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 143 Minuten

Extras:
- Audiokommentare
- Die Entstehung des Films (59:24 Min.)
- Die Filmpremiere (4:28 Min.)
- Original Kinotrailer
- Promo-Spot zum Soundtrack

Regie:
Sam Mendes

Hauptdarsteller:
Daniel Craig (James Bond)
Judi Dench (M)
Javier Bardem (Raoul Silva / Tiago Rodriguez)
Naomie Harris (Eve Moneypenny)
Ralph Fiennes (Gareth Mallory)
Berenice Marlohe (Severine)
Ben Whishaw (Q)
Ola Rapace (Patrice)
Albert Finney (Kincade)




Story

Die MI6-Geheimagenten James Bond und Eve Moneypenny haben den Auftrag, eine Festplatte sicherzustellen, auf der Daten aller in verschiedene Terrororganisationen eingeschleusten Undercover-Agenten der NATO gespeichert sind. Der Söldner Patrice hat die Festplatte für einen unbekannten Auftraggeber gestohlen. Bond und Moneypenny verfolgen ihn in der Türkei, wobei Bond von Patrice angeschossen wird. Bond stellt den Killer auf dem Dach eines fahrenden Zuges. Moneypenny hat beide im Visier ihres Gewehres. Sie teilt M per Funk mit, dass das Schussfeld nicht frei ist. Als Patrice zu entkommen droht, gibt M trotzdem den Schießbefehl, was von Bond mitgehört wird. Moneypenny schießt. Bond wird getroffen und stürzt von einer Brücke in einen Fluss. Patrice verschwindet mit der Festplatte. Man hält Bond für tot. Da er keine Angehörigen hat, wird sein gesamter Besitz verkauft. Moneypenny wird in den Innendienst versetzt. Infolge des Verlusts der Festplatte kommt der gesamte Geheimdienst auf den Prüfstand. Ms Stellung gerät ins Wanken. Ihr Vorgesetzter Gareth Mallory bereitet einen ehrenhaften Rücktritt für sie vor, doch M ist nicht bereit, ihm die Überwachung des Geheimdienstes zu überlassen. Dass das Sicherheitsleck noch größer ist als bisher angenommen, wird klar, als sich jemand in das Computernetzwerk des MI6 hackt und eine Bombe in Ms Büro hochgehen lässt. Sie ist nicht anwesend, aber sechs Angestellte sterben. Daraufhin wird das Hauptquartier des MI6 in eine alte Bunkeranlage im Untergrund Londons verlegt.

Bond hat die Schusswunde und den Sturz überlebt. Drei Monate lang hat er das durch seinen vermeintlichen Tod ermöglichte süße Leben in der Anonymität genossen, dabei aber seine Fitness eingebüßt. Als er vom Anschlag auf den MI6 erfährt, kehrt er nach London zurück und meldet sich bei M zum Dienst. Er besteht die erforderlichen Tests nicht, doch M lässt das unter den Tisch fallen. Splitter des Geschosses aus Patrices Waffe stecken noch in Bonds Schulter. Er entfernt sie und lässt sie analysieren. So kommt er Patrice auf die Spur. Hinweisen des CIA folgend reist Bond nach Shanghai, wo Patrice wenig später eintrifft, um einen Auftragsmord zu begehen. Bond beobachtet die Tat und versucht Patrice danach zu überwältigen, doch der Killer stürzt während des Kampfes in den Tod, ohne etwas verraten zu haben. Derweil werden die Identitäten von fünf NATO-Agenten im Internet veröffentlicht - für die Betroffenen ist das gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Jede Woche sollen fünf weitere Namen folgen. In Patrices Ausrüstung hat Bond einen Jeton aus einem Luxuscasino in Macau gefunden. Diesen hätte der Killer vorlegen sollen, um seinen Lohn zu erhalten. Bond tritt an seine Stelle, erhält vier Millionen Euro und wird von der schönen Severine angesprochen. Sie gehört zur Organisation des Auftraggebers, der auch hinter dem Diebstahl der Festplatte sowie dem Anschlag auf das MI6-Gebäude steckt. Sie weiß, dass Bond Patrice getötet hat, ist aber bereit, ihm zu helfen. Severine hasst den großen Unbekannten ebenso sehr, wie sie ihn fürchtet. Sie hofft, dass Bond ihn töten und sie somit befreien wird.

Doch es kommt anders. Beide werden gefangen genommen und zum Versteck des ehemaligen MI6-Agenten und jetzigen Superhackers Tiago Rodriguez alias Raoul Silva gebracht. Silva war einst Ms bester Mann. Er ist vor Jahren aufgrund eigenmächtigen Handelns in chinesische Gefangenschaft geraten und wurde von M im Stich gelassen. Er wurde monatelang gefoltert und hat bei einem Selbstmordversuch entstellende Gesichtsverletzungen erlitten. Sein einziges Ziel ist nun Ms vollständige Vernichtung. Silva tötet Severine. Bond hat unbemerkt einen Peilsender aktiviert. Verstärkung trifft ein. Silva wird gefangen genommen und in die neue MI6-Basis gebracht. Q, der neue Quartiermeister, nimmt Silvas Laptop unter die Lupe. Zu spät bemerken Q und Bond, dass das alles zu Silvas Plan gehört. Durch Schadsoftware aus dem Laptop werden die Sicherheitseinrichtungen außer Kraft gesetzt. Silva flieht und attackiert M während einer Anhörung vor der Innenministerin. Mallory deckt M und wird verwundet. Als Bond eintrifft, kann er die Angreifer mit Mallorys und Moneypennys Hilfe zurückschlagen. Bond taucht mit M unter, nicht ohne mit Qs Hilfe (und Mallorys Einwilligung) eine Spur für Silva zu hinterlassen. M dient als Köder, um die Terroristen an einen Ort zu locken, der Bond Heimvorteil bietet und an dem Silvas Hackerkünste nutzlos sind: Skyfall, das Herrenhaus seiner verstorbenen Eltern im schottischen Hochland. Das Anwesen wird vom alten Kincade gehütet, der es sich nicht nehmen lässt, an Bonds und Ms Seite zu kämpfen.

Das Haus wird mit verschiedenen Fallen präpariert, so dass das erste Dutzend von Silvas Schergen schnell unschädlich gemacht werden kann. Doch Silva rückt mit einem Kampfhubschrauber und weiteren Söldnern an. M wird angeschossen. Kincade führt sie durch einen Geheimtunnel zu einer nahe gelegenen Kapelle, während Bond die Killer dezimiert, indem er das ganze Anwesen sprengt. Dabei wird auch der Hubschrauber vernichtet. Silva und die beiden letzten Söldner machen sich auf den Weg zur Kapelle. Bond verfolgt sie und setzt einen der Männer außer Gefecht. Durch den Kampf mit dem zweiten wird er aufgehalten, so dass Silva zuerst in der Kapelle eintrifft. M soll ihn und sich selbst gleichzeitig erschießen. Bond tötet Silva mit einem Messerwurf. Ms Wunde ist jedoch so schwer, dass sie noch vor Ort stirbt. Mallory tritt ihre Nachfolge an. Moneypenny, die nicht wieder in den Außeneinsatz gehen möchte, ist seine Assistentin. Bond bleibt im Dienst und erhält sogleich einen neuen, streng geheimen Auftrag.


Kringels Meinung

Ich habe die James Bond - Filme der Craig-Ära immer eher als Prequels denn als Reboot der Serie betrachtet, und damit liege ich wohl richtig. Denn jetzt, am Ende von "Skyfall", sind wir dort angelangt, wo Sean Connery vor 50 Jahren angefangen hat. Bonds Chef M ist ein Mann und das Büro befindet sich nicht in einem ultramodernen Bürokomplex, sondern in einem altehrwürdigen Gebäude in Whitehall. Moneypenny, mit der heftig geflirtet wird, sitzt im Vorzimmer. Q ist zur Stelle, um Bond mit Gadgets auszustatten - auch wenn's diesmal nur zu einem Peilsender und einer auf Bond geeichten Pistole gereicht hat. Der auf mehr Realismus bedachte Kurs wird also beibehalten, auf allzu futuristischen Agentenschnickschnack wird verzichtet. Ob er einen explodierenden Kugelschreiber erwartet habe, fragt Q, als Bond beim Empfang der Ausrüstung anmerkt, dass sich das nicht gerade wie Weihnachten anfühle ... Fans, die den Film zunächst vielleicht noch nicht geliebt haben, werden das bestimmt spätestens in dem Moment tun, als Bond mit M bei der Flucht nach Schottland in den Aston Martin DB5 umsteigt, den 007 schon in Goldfinger benutzt hat! In "Skyfall" trinkt Bond übrigens auch mal wieder einen Martini - geschüttelt, nicht gerührt!

Wie ich im Kommentar zu Ein Quantum Trost geschrieben habe, hat sich James Bond Schritt für Schritt sein eigenes Profil erarbeitet. Nach wie vor halte ich Daniel Craig für eine sehr gute Besetzung für den "neuen" Bond, der nicht mehr so sehr als unverwundbarer Superheld angelegt ist wie in früheren Zeiten, sondern sich mehr dem literarischen Vorbild annähert. Craig ist kantiger und brutaler als frühere Inkarnationen des Agenten mit der Lizenz zum Töten, hat aber Stil und ist mindestens ebenso cool. Diesmal muss er sich mit dem Älterwerden auseinandersetzen; logisch, der Schauspieler ist ja auch nicht mehr der Jüngste. M (alt und neu), Q und Moneypenny sind ebenfalls prima besetzt. Ms Tod ist ein sehr emotionaler Moment und der neue M erhält eine Vorgeschichte, die ihn zu einer noch interessanteren Figur macht als seine Vorgängerin. Alleinstellungsmerkmale der Filmserie wie schöne Frauen, exotische Schauplätze, Abstecher in die Luxuswelt der Superreichen und launige Dialoge werden auch diesmal wieder geboten. Außerdem muss ich sagen, dass mir dieser Film von allen bisherigen "neuen" Bonds am besten gefällt. Die Bilder sind einfach wundervoll! Die kalte, neonstrahlende Schönheit des nächtlichen Shanghai steht in einem interessanten Gegensatz zu dem von unzähligen Laternen erleuchteten Casino in Macau. Skyfall, der einsame Landsitz der Familie Bond in den Highlands wirkt düster und abweisend, fast unheimlich. Da kann ich mir gut vorstellen, dass sich der kleine James dort nicht wohlgefühlt hat.

Der neue Bond muss sich nicht mehr mit russischen Geheimagenten herumschlagen und noch nicht mit Superschurken, die die Welt erobern oder zerstören wollen. Silva verkörpert eine sehr reale Gefahr, nämlich den Cyberterrorismus. Allerdings nutzt Silva seine Fähigkeiten nur für einen privaten Rachefeldzug, was dem ansonsten durchaus realistischen Grundton des Films ein wenig zuwiderläuft. Javier Bardem liefert in der Rolle des einstigen MI6-Agenten, der M zwingt, sich den Konsequenzen ihrer Entscheidungen zu stellen und der (vergeblich) versucht, Bonds Loyalität ins Wanken zu bringen, eine wahrhaft eindrucksvolle Vorstellung ab. Schon sein erster Auftritt, als er auf Bond zugeht und ihm unangenehm nahe kommt, ist ebenso bedrohlich wie faszinierend. Gut, das blondierte Haar hätte vielleicht nicht sein müssen ... Alles in allem bin ich mit "Skyfall" restlos zufrieden. Der Film hat einfach alles, was ein guter Bond haben muss!


Blu-ray-Features

"Die Entstehung des Films" hat eine Laufzeit von einer Stunde, ist aber doch eine eher oberflächliche Filmdoku. Immerhin fand ich es überraschend, wie viel von der Action nicht am Computer entstanden ist, zum Beispiel der von Silva nach seiner Flucht aus der MI6-Basis verursachte Crash der U-Bahn. In der kurzen Featurette "Die Filmpremiere" kann man sehen, wie die Stars die Royal Albert Hall besuchen und sich sehr beeindruckt von der Anwesenheit des Prince of Wales zeigen.


J. Kreis, 13.11.2015




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