Ein Quantum Trost


Ein Quantum Trost (GB/USA, 2008)
- Quantum of Solace -

Blu-ray, MGM
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 106 Minuten

Extras:
- Musikvideo "Another way to die" (4:30 Min.)
- Bond am Set (24:45 Min.)
- Beginn der Dreharbeiten (2:54 Min.)
- Am Set (3:14 Min.)
- Olga Kurylenko und die Bootsjagdsequenz (2:14 Min.)
- Regisseur Marc Forster (2:45 Min.)
- Die Musik (2:36 Min.)
- Die Filmcrew (45:30 Min.)
- Teaser/Trailer

Regie:
Marc Forster

Hauptdarsteller:
Daniel Craig (James Bond)
Olga Kurylenko (Camille Montes)
Mathieu Amalric (Dominic Greene)
Judi Dench (M)
Gemma Arterton (Strawberry Fields)
Giancarlo Giannini (Rene Mathis)
Jeffrey Wright (Felix Leiter)
Jesper Christensen (Mr. White)
Joaquin Cosio (General Medrano)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Casino Royale.

James Bond bringt Mr. White nach Siena, wo der Mann verhört werden soll. Bonds Chefin "M" ist zugegen. Von ihr erfährt Bond, dass eine Leiche gefunden wurde, bei der es sich um Vesper Lynds Geliebten handeln soll. Der MI6 geht davon aus, dass es sich um ein Täuschungsmanöver handelt. M befürchtet, dass sich Bond nun für Vespers Tod rächen will und deshalb seine Pflichten vernachlässigen wird. Tatsächlich findet Bond wegen der Erinnerung an Vesper keine Ruhe mehr. White ist einer der Köpfe der internationalen Terrororganisation "Quantum", die für Vespers Tod verantwortlich ist und nach Whites Aussage überall Mitarbeiter hat. Dass diese Behauptung nur zu wahr ist, zeigt sich, als Ms Leibwächter seine Kollegen unter Feuer nimmt. Bond verfolgt und tötet den Doppelagenten. Als Bond zurückkommt, ist White verschwunden. Durch Rückverfolgung gekennzeichneter Banknoten ermittelt der MI6 den Aufenthaltsort eines Quantum-Agenten namens Slate in Haiti.

Bond reist nach Haiti, wird von Slate angegriffen und schaltet ihn aus. Er begegnet einer Frau namens Camille Montes, die ihn für einen Informanten hält. Da Bond Slates Koffer bei sich hat, in dem sich eine Pistole und ein Foto von Camille befinden, glaubt sie, er sei ein Auftragskiller und wolle sie ermorden. In Wahrheit wurde Slate von Camilles Geliebtem Dominic Greene auf sie angesetzt. Greene ist Quantum-Mitglied und hat herausgefunden, dass Camille hinter seinem Rücken Erkundigungen über ein Geschäft eingezogen hat, das er mit dem im Exil lebenden bolivianischen General Medrano abschließen will. Im Austausch für ein vermeintlich wertloses Stück Wüste erklärt sich Quantum bereit, den Diktator wieder an die Macht zu bringen. Greene weiß nicht, dass Camille eine persönliche Rechnung mit Medrano offen hat. Als er noch an der Macht war, hat er ihre gesamte Familie ermordet und Camille in einem brennenden Haus zurückgelassen. Greene überlässt Camille seinem Geschäftspartner als Dreingabe - unter der Bedingung, dass er sie tötet, sobald er mit ihr fertig ist.

Camille fügt sich, denn sie wittert die Chance, ihren Racheplan auf diese Weise vollenden zu können. Sie ist daher nicht erfreut, als sie von Bond aus Medranos Klauen befreit wird. Bond nimmt Greenes Spur auf und folgt ihm nach Bregenz. Er ahnt nicht, dass Quantum auch Geschäfte mit der CIA macht. Agent Gregg Beam, der von Felix Leiter begleitet wird, verhandelt mit Greene. Bond infiltriert ein konspiratives Treffen der Quantum-Mitglieder während einer Opernvorführung. Indem er sich in das Kommunikationsnetzwerk einschaltet, scheucht er die Quantum-Mitglieder auf. So können einige von ihnen identifiziert werden. Erstmals stehen sich Greene und Bond gegenüber. Greene entkommt, während Bond sich ein Feuergefecht mit seinen Schergen liefert. Unter den Toten ist der Leibwächter eines Beraters des britischen Premierministers. Der Mann wurde zwar von Greenes Leuten erschossen, dennoch ist M nun gezwungen, Bond zurückzupfeifen. Da er dies ignoriert, werden all seine Konten und Pässe gesperrt. Bond wendet sich hilfesuchend an Rene Mathis, der ihn nach Bolivien begleitet. Dort wird Bond bereits von der MI6-Agentin Fields erwartet. Sie soll sicherstellen, dass Bond mit der nächsten Maschine nach London fliegt, erliegt aber seinem Charme.

Bei einer Benefizgala treffen sich Bond, Camille und Greene erneut. Wieder einmal muss Bond die junge Frau vor Greene schützen. Anschließend geht Bond in eine Falle, denn der örtliche Polizeichef steckt mit Quantum unter einer Decke. Mathis wird ermordet, die Tat wird Bond in die Schuhe geschoben. Doch Camille weiß, wo sich das von Greene gekaufte Stück Land befindet. Mit einer gemieteten DC-3 fliegen Bond und Camille dorthin. Sie müssen mit dem Fallschirm abspringen, als die Maschine von einem Kampfflieger abgeschossen wird. Durch Zufall landen sie in einem ausgetrockneten Flussbett. Jetzt erkennt Bond, worum es Greene wirklich geht: Wasser. Diese Ressource ist in vielen Ländern - so auch Bolivien - wertvoller als Öl. Quantum ist dabei, eine künstliche Dürre zu erzeugen, wodurch die Wasserpreise in die Höhe getrieben werden. Letztlich verfolgt die Organisation das Ziel, die Regierungen möglichst vieler Länder zu destabilisieren, um selbst an Macht zu gewinnen. Jetzt erfährt Bond auch, welches Ziel Camille verfolgt. Zurück im Hotel steht Bond M gegenüber. Fields wurde von Greene ermordet. Bond soll auf Anweisung höchster Stellen verhaftet werden, kann aber mit Camilles Hilfe entkommen. Da M ihm im Grunde immer noch vertraut, lässt sie ihn ziehen. Von seinem Freund Leiter erfährt Bond, dass sich Greene und Medrano in einem Hotel mitten in der Wüste treffen werden, um ihren Deal perfekt zu machen. Leiters Hilfe für Bond läuft den Interessen der CIA zuwider, denn ein Machtwechsel in Bolivien käme den USA gelegen (trotzdem wird Leiter später befördert und erhält Beams Posten). Bond hat nun auch noch die Einsatzkräfte des amerikanischen Geheimdienstes auf dem Hals.

Bond und Camille dringen in das Wüstenhotel ein. Während der Kämpfe gegen Greenes und Medranos Leute explodieren die Brennstoffzellen, mit denen die Energieversorgung des Hotels sichergestellt wird. Bald steht das ganze Gebäude in Flammen. Camille erschießt Medrano, wird dann aber von den Flammen eingeschlossen. Bond muss Greene entkommen lassen, um Camille zu retten. Greene ist verletzt und kommt nicht weit. Nachdem Bond alles aus Greene herausgepresst hat, was dieser über Quantum weiß, setzt er ihn in der Wüste aus. Später erfährt Bond, dass Greene mit zwei Kugeln im Kopf aufgefunden wurde - wahrscheinlich haben seine eigenen Leute ihn hingerichtet.

Nun kann sich Bond in Ruhe mit dem angeblich toten Geliebten Vespers beschäftigen. Der Mann lebt; er befindet sich in Russland und ist mit einer kanadischen Geheimagentin zusammen, die er - wie Vesper - im Auftrag Quantums verführt hat. Bond warnt die Frau und lässt sie gehen. Bond verzichtet darauf, den Verräter zu töten. Er überlässt ihn seiner Chefin, die nun restlos davon überzeugt ist, dass Bond ihr bester Mann ist.


Kringels Meinung

Es gibt eine Kurzgeschichte von Ian Fleming, dem Schöpfer James Bonds, die denselben Titel trägt wie der Film, aber anders als im Falle von Casino Royale hat die Handlung rein gar nichts mit dieser Story zu tun. "Ein Quantum Trost" dürfte der erste James-Bond-Film sein, der als Fortsetzung eines anderen Films der Reihe bezeichnet werden kann. Tatsächlich wird die Handlung von "Casino Royale" nahtlos fortgeführt. Dieser Film endet damit, dass Bond sich Mr. White schnappt. Bis zum Beginn von "Ein Quantum Trost" können nur wenige Minuten vergangen sein! Mr. White befindet sich in Bonds Kofferraum und 007 muss die Quantum-Schergen abschütteln. Auch der weitere Verlauf der Handlung ist von den Geschehnissen des vorherigen Films geprägt. Bond will herausfinden, was hinter Vesper Lynds "Verrat" steckt und wen er für ihren Tod bestrafen muss.

Mit "Casino Royale" hat James Bond sozusagen eine Wiedergeburt erlebt. Der Neustart war einigermaßen radikal, denn lieb gewonnene Eigenheiten wie zum Beispiel die von Q zur Verfügung gestellte futuristische Agentenausrüstung von der Kugelschreiberbombe bis hin zum unsichtbaren Luxuswagen wurden über Bord geworfen. Weder stellt 007 sich mit den Worten "Bond, James Bond" vor, noch trinkt er geschüttelten Wodka Martini. Er flirtet nicht mit Moneypenny (auch in diesem Film kommt diese Figur gar nicht vor) und hat auch sonst einen erstaunlich geringen Verschleiß an Bond-Girls. Nur zwei Beziehungen, davon eine rein platonisch? Das hätte sich der Doppelnull-Agenten früherer Tage nicht träumen lassen! Auf Slapstick-Humor wurde vollständig verzichtet. Derselbe auf etwas mehr Realismus bedachte Kurs wird im zweiten Film (es ist schon der 22. insgesamt - der 23., wenn man "Sag niemals Nie" mitzählt!) beibehalten. Allerdings kommen jetzt allmählich doch einzelne Elemente hinzu, die für James-Bond-Filme früher typisch waren. An erster Stelle ist diesbezüglich "Quantum" zu nennen. Diese Gruppierung dürfte die modernisierte und in ihrer Zielsetzung gar nicht so unglaubwürdige Version von "SPECTRE" sein, einer Terrororganisation, mit der James Bond es in einigen der älteren Filme zu tun hat. Superschurken kommen diesmal noch nicht vor, jedenfalls sehe ich Dominic Greene nicht so. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja bald ein Wiedersehen mit Blofeld, Bonds altem Erzfeind?

Außerdem wird in Sachen Action deutlich zugelegt. Tatsächlich beginnt der Film mit mehreren großen, irrsinnig dynamischen Actionszenen in dichter Folge: Das Autorennen am Gardasee bis in den Marmorsteinbruch von Carrara, kurz danach die spektakuläre Verfolgung von Ms Leibwächter während des traditionellen Pferderennens in Siena, wiederum wenig später der Kampf gegen den Typen im Hotel in Haiti, gefolgt von Camilles Befreiung per Motorboot. So geht es stetig weiter, wobei Bond von einem wundervollen Schauplatz zum nächsten hetzt - ein für das unverwechselbare "Bond-Feeling" unverzichtbares Element. Immer ist die Action "dreckig". Bond schwitzt, wird verletzt und blutet. Somit wird klar: Das ist kein Spaß, Bond ist kein unverwundbarer Superheld. Daniel Craig ist meiner bescheidenen Meinung nach eine sehr gute Besetzung für diesen "neuen", härteren, zynischeren Bond. Wie ich im Kommentar zu "Casino Royale" schon geschrieben habe, ist der Film-Bond damit auch viel näher an der literarischen Vorlage, denn Ian Fleming beschreibt Bond als brutalen Killer, als Bestie im Smoking. Allerdings darf der Film-Bond durchaus Gefühle zeigen. Dass das nicht so eindrucksvoll gelingt wie in "Casino Royale" liegt nicht an Craig, auch nicht an der im Vergleich mit Eva Green etwas farblosen Olga Kurylenko. Es ist vielmehr in der Handlung begründet. Schließlich ist Bond nach dem emotionalen Debakel mit Vesper noch verschlossener als früher.

Wie dem auch sei: Ich liebe die alten Bond-Filme, vor allem die der Connery- und Moore-Ära. Ich finde Q und seine Gadgets klasse, ich mag Bonds größenwahnsinnige Gegenspieler und ich gönne 007 die amourösen Abenteuer. Aber so hätte man nicht ewig weitermachen können, es war Zeit für eine Neuerfindung - und die ist gelungen! Wer befürchtet haben sollte, die Reihe habe durch den Reboot ihre Alleinstellungsmerkmale verloren, den kann ich beruhigen. Bond ist immer noch Bond! Er fängt nur noch einmal von vorn an und kann sich nun Schritt für Schritt ein neues Profil erarbeiten, neue Eigenheiten entwickeln, neue Gefährten und Gegner finden.


Blu-ray-Features

Das Bonusmaterial ist gar nicht so uninteressant, allerdings kann man die fünf kurzen Featurettes ignorieren, weil fast der gesamte Inhalt auch in den beiden längeren Beiträgen zu sehen ist. "Bond am Set" beschäftigt sich mit den vielen verschiedenen Drehorten. Ein Erzähler behauptet, bei den Dreharbeiten zu "Ein Quantum Trost" habe man mehr Zeit als je zuvor an Originalschauplätzen verbracht. Das glaube ich gern! Und man kann auch noch was lernen. So ist das Hotel, in dem sich der Showdown abspielt, keine eigens für den Film gebaute Kulisse. Es existiert wirklich! Es gehört zum Paranal-Observatorium in der Atacamawüste (Chile) und beherbergt die dort tätigen Wissenschaftler. Auch wusste ich nicht, dass das Pferderennen in Siena keine Erfindung für den Film ist. Das ist der Palio di Siena, ein Wettkampf mit enormer traditioneller Bedeutung für die Bewohner Sienas, der seit dem Mittelalter zweimal jährlich ausgetragen wird. Was man nicht alles aus Filmen lernen kann!

"Die Filmcrew" ist eine Zusammenstellung von Videoblogs, mit denen Dutzende Mitglieder der Filmcrew vorgestellt werden. Die betreffende Person erklärt, welche Aufgaben sie zu verrichten hatte, das wird dann mit Hinter-den-Szenen-Material veranschaulicht. Lobenswert ist, dass hierbei auch Personen berücksichtigt werden, die in Filmdokumentationen normalerweise "unsichtbar" bleiben, zum Beispiel eine Krankenschwester, die sich um das Wohlergehen von Cast & Crew kümmern musste. Dieser Beitrag ist duchaus informativ, hätte aber noch erheblich interessanter sein können, wenn die einzelnen Clips nicht so kurz wären. So bleibt es bei einzelnen Schlaglichtern, die nur Details erhellen, aber nicht den ganzen Tätigkeitsbereich der Crew.


J. Kreis, 18.03.2015




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