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Dies ist der erste Teil einer Übersicht aller Bücher in der Reihenfolge, in der ich sie seit August 2002 gelesen habe. Jedes Buch erhält eine laufende Nummer, die "ältesten" Bücher stehen unten.

2. Teil - Nr. 51 bis 100
3. Teil - Nr. 101 bis 150
4. Teil - Nr. 151 bis 200
5. Teil - Nr. 201 bis 250
6. Teil - Nr. 251 bis 300



50
cobra Richard Preston: Cobra
Knaur 2000
432 Seiten

In New York ereignen sich zwei bizarre Todesfälle, durch die die oberste US-Behörde für Seuchenkontrolle auf den Plan gerufen wird. Zwar haben die beiden Opfer (ein Mädchen aus gutem Hause und ein Obdachloser) scheinbar nichts miteinander zu tun, aber die grausigen Symptome der mysteriösen Krankheit, an der beide offenbar gelitten haben, sind identisch. Bald gibt es weitere Tote und es scheint so, als ob irgend jemand ein Experiment mit Biowaffen an diesen Menschen durchgeführt hat oder hat man es mit einem Terroristen zu tun, der willkürlich ausgewählte Menschen mit einem Virus infiziert? Während die Wissenschaftler der Seuchenbehörde dem geheimnisvollen, künstlich erschaffenen Virus allmählich auf die Spur kommen, bereitet sich der Unbekannte bereits auf seinen großen Schlag vor. Die ersten Opfer waren nichts weiter als Feldversuche für eine Ausbringung von großen Mengen des tödlichen Biokampfstoffs mitten in New York.

Dieses Buch war meine erste Urlaubslektüre auf Borkum im Sommer 2003. Ein Wissenschafts-Thriller mit dem Thema Gentechnik und Biowaffenforschung. Recht spannend, aber immer wieder wird der Plot durch lange Kapitel unterbrochen, in denen die jüngere Geschichte der biologischen Kriegsführung erklärt wird. Diese sind für das Verständnis des Buchs zwar nützlich, stören aber den Handlungsverlauf. Der Autor geizt nicht mit Splatter-Effekten. Beispielsweise wird genüßlich eine Autopsie in allen Details geschildert der "Blutgehalt" des Buchs ist also relativ hoch.

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49
resident_evil3 S.D. Perry: Resident Evil 3. Stadt der Verdammten
Dino 2002
346 Seiten

Die S.T.A.R.S. verlassen Raccoon City, um das Hauptquartier des verbrecherischen Umbrella-Pharmakonzerns in Europa zu stürmen. Offenbar haben sie der ehemals friedlichen Kleinstadt gerade rechtzeitig den Rücken gekehrt, denn als Claire Redfield (die jüngere Schwester von Chris) und der neu angeheuerte Cop Leon Kennedy in Raccoon City ankommen, geraten sie in ein Szenario des Grauens. Die gesamte Stadt wurde durch den T-Virus verseucht, alle Bürger sind entweder tot oder noch nicht ganz tot und streifen als hungringe Zombies durch die Straßen. Die beiden jungen Leute retten sich auf getrennten Wegen ins Polizeihauptquartier, wo sie auf neue, noch furchtbarere Erzeugnisse der Umbrella-Biowaffenforschung stoßen. Die Verseuchung der Stadt hatte ihren Ursprung in einem geheimen Labor, das sich tief unter den Straßen erstreckt. Dort hat William Birkin eine revolutionäre Neuentdeckung gemacht: Das G-Virus, dessen Wirkungen alles in den Schatten stellen, was man inzwischen von seinem Vorgänger kennt. Umbrella-Kommandotruppen wollten das neue Virus sicherstellen, aber sie hatten nicht damit gerechnet, daß Birkin seine Neuentdeckung an sich selbst testen würde. Claire und Leon müssen sich auf ihrer Suche nach einem Ausweg nicht nur mit dem Umbrella-Bestiarium herumschlagen, sondern auch mit verschiedenen undurchsichtigen Gestalten, die ihre eigenen verborgenen Ziele verfolgen...

Band drei der Serie erzählt die Story des zweiten Resident Evil - Spiels nach und fügt viele Details hinzu, um die Motivationen und Schicksale der Hauptfiguren verständlicher zu machen. Deshalb ist dies der bisher längste Roman der Serie geworden - leider aber trotzdem nicht der beste. Es wird einfach zu viel durch innere Monologe erklärt, die Handlung ist (wie man es bei einem Videospiel-Roman allerdings auch nicht anders erwarten kann) zu dünn. Außerdem wird das Lesevergnügen durch überdurchschnittlich viele Fehler in der Übersetzung und vor allem im Satz getrübt. Da fehlen öfters mal ganze Wörter, so daß man sich den Sinn einer Passage selbst zusammenreimen muß...

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48
mond Werner Küstenmacher: Reisen zum Mond
Koval-Reiseführer, Auflage 2000
144 Seiten, 128 Bilder, 2 Mondkarten

Moment mal ein Reiseführer für den Mond? Es mag ja ein paar Multimillionäre geben, die sich einen Trip ins All leisten können, aber von Weltraumtourismus kann deshalb ja wohl noch keine Rede sein!

Ja, stimmt schon, aber dieses Buch ist auch nicht ganz ernst gemeint. Es ist zwar durchaus genau so aufgebaut wie andere handelsübliche Reiseführer zu näher liegenden Zielen, aber es schildert die touristischen Reisen zum Mond so, wie sie vielleicht irgendwann einmal stattfinden könnten und nicht so, wie sie heute sind. Dabei orientiert der Autor sich immer an real existierenden Projekten, z.B. wird man bei ihm keine Science-Fiction-Ideen finden, die sich in absehbarer Zeit sowieso nicht realisieren lassen und er läßt auch die Unannehmlichkeiten des Transports in einem engen, stinkenden und schwerelosen Raumfahrzeug nicht unerwähnt. Neben hypothetischen Überlegungen zu einem zukünftigen Mondtourismus gibt es in diesem Buch aber auch viele wissenswerte Informationen über unseren nächsten Nachbarn im All und über die bisherigen Mondmissionen. Dazu gehören auch viele schöne Aufnahmen von der Mondoberfläche und der Erde, wie sie vom All aus zu sehen ist. Im "Serviceteil" des Reiseführers sind einige weiterführende Literaturhinweise und Internetadressen abgedruckt. Wer sich z.B. Grundstücke auf dem Mond sichern will, kann das (kein Scherz!) heute schon machen...

Das Ganze ist amüsant geschrieben, leider insgesamt aber doch ein bißchen zu knapp, so daß man es schnell durchgelesen hat.

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47
resident_evil2 S.D. Perry: Resident Evil 2. Caliban Cove - Die Todeszone
Dino 2002
254 Seiten

Die Überlebenden des Horrors in der Umbrella-Forschungseinrichtung haben einen schweren Stand. Niemand glaubt ihnen, als sie von den ungeheuerlichen Vorgängen in der Spencer-Villa berichten und auch von ihrer eigenen Organisation, den S.T.A.R.S., ist keine Hilfe zu erwarten. Mehr noch: Umbrella ist schon dabei, S.T.A.R.S. zu unterwandern! Schon bald sind Chris, Jill, Rebecca und Barry wieder die Gejagten und müssen sich gegen ihre eigenen Kameraden wehren. Da erhalten sie die Nachricht, daß Umbrella in der Nähe eines abgelegenen Küstenstädtchens in Neuengland eine weitere Forschungsstation unterhält, in der die Dinge ebenfalls außer Kontrolle geraten zu sein scheinen. Während die anderen zurückbleiben, um belastende Beweise gegen die Umbrella-Corporation zu sammeln, macht Rebecca sich zusammen mit einigen der letzten vertrauenswürdigen Leute aus ihrer Spezialeinheit auf nach Caliban Cove, um herauszufinden, ob dort die gleichen grausigen Experimente gemacht werden wie in Raccoon City. Was das Einsatzteam nicht ahnen kann: In Caliban Cove hat schon längst nicht mehr Umbrella das Sagen und was dort entwickelt wurde, ist eine Bedrohung für die gesamte Menschheit...

Auch den zweiten Band der Resident Evil - Romane kann ich nicht objektiv bewerten, weil ich ein Fan der Spieleserie bin. Jedenfalls handelt es sich diesmal nicht um die Romanversion eines existierenden Spiels, vielmehr wird die Lücke zwischen den ersten beiden Games ein wenig ausgefüllt. Da die Autorin sich nicht an einen durch das Gameplay vorgegebenen Ablauf halten muß wie noch im ersten Teil, hat dieser Roman eine flüssigere Handlung mit weniger Rätseleinlagen. Dafür fehlt aber auch der "Wiedererkennungswert" des ersten Teils.

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46
boulle Pierre Boulle: Planet der Affen
Heyne 2001
188 Seiten

Ulysse Mérou ist Mitglied der dreiköpfigen Besatzung eines Raumschiffs, das einen Planeten der Sonne Beteigeuze anfliegt. Die Raumfahrer finden eine erdähnliche Welt vor, auf der es sogar Menschen gibt. Nur - die Menschen dort scheinen nicht intelligent zu sein, sie leben in den Wäldern, sind nackt und haben weder Behausungen noch Werkzeuge. Die Raumfahrer geraten in eine Treibjagd, bei der Dutzende der Eingeborenen erschossen werden (auch einer der drei Gefährten wird getötet). Wer die Jagd überlebt, wird eingefangen und für medizinische Experimente mißbraucht. Ulysse Mérou teilt dieses Schicksal und muß zu seinem Entsetzen feststellen, daß auf dem fremden Planeten die Affen anstelle der Menschen zur "Krone der Schöpfung" geworden sind und eine Zivilisation aufgebaut haben. Um seinem entwürdigenden Dasein als Versuchsobjekt zu entkommen, gibt er sich als intelligentes Wesen zu erkennen - was gar nicht so einfach ist, wie er es sich vorgestellt hat - wobei er das Vertrauen und die Zuneigung der jungen Schimpansen-Wissenschaftlerin Zira gewinnt. Allerdings gibt es auf dem Planeten der Affen mißtrauische und engstirnige Kreise, die in einem intelligenten Menschen eine Bedrohung sehen. Zu Recht, denn Ulysse setzt sich zum Ziel, seine unterdrückten Artgenossen aus ihrer Sklaverei zu befreien.

Die Neuverfilmung dieses Romans von Tim Burton (die ich noch nicht gesehen habe) war Grund genug, das Buch neu aufzulegen. Natürlich beschreibt Pierre Boulle mit der Gesellschaft des Planeten der Affen nichts anderes als unsere eigene Zivilisation und all ihre Macken. Ganz vorsichtig deutet er auch an, daß sich gänzlich verschiedene Wesen zueinander hingezogen fühlen können, wenn sie auch ihre tief verwurzelten Ressentiments niemals ganz ablegen können. Eine vorhersehbare Wendung nimmt der Roman am Ende, als Ulysse auf die Erde zurückkehrt, wo aufgrund der relativistischen Zeitverschiebung inzwischen Jahrhunderte vergangen sind...

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45
hdr Gary Russell: Der Herr der Ringe - Die Zwei Türme. Die Erschaffung eines Filmkunstwerks
Klett-Cotta 2003
192 Seiten

Eine Warnung an alle, die gern ein Buch mit Fotos aus dem Film oder ein "Making of" haben möchten: Dieses hier wäre die falsche Wahl, denn in "Die Erschaffung eines Filmkunstwerks" gibt es nur ganz wenige Filmfotos und kaum Blicke hinter die realen Kulissen ("Wie der Film gemacht wurde" dürfte eher das sein, was ihr sucht - hier klicken). In diesem Buch werden ca 500 Bleistift-Konzeptzeichnungen, Aquarelle, Matte-Paintings, Modelle usw. zusammengefaßt, die zwar ganz gut erkennen lassen, wie das Design der Figuren und die Stimmung der Landschaften ganz allmählich entwickelt wurde, die aber auch in der Regel skizzenhaft grob ohne viele Details ausgeführt sind und kaum als schöne Gemälde bezeichnet werden können. Es sind hauptsächlich Studien, durch die versucht werden sollte, den Set-Designern einen bestimmten Eindruck davon zu vermitteln, welche Stimmung eine Landschaft haben soll oder wie Stil und Farbgebung der Kostüme aussehen könnten. Erläuternde Kommentare der Künstler gibt es zwar zu fast jedem Bild, insgesamt enthält das Buch aber sehr wenig Text. Am interessantesten sind vielleicht die Entwürfe, die später verworfen wurden, weil man an ihrem Beispiel erkennen kann, wie sich die Vorstellungen, die die Filmemacher vom Aussehen der Figuren und Orte aus Tolkiens Roman hatten, im Lauf der Zeit verändert haben. Es ist auch ein Nachwort von Andy Serkis (Gollum) enthalten, aber darin schwärmt er hauptsächlich über die tolle Atmosphäre bei den Dreharbeiten ich hätte mir mehr Details über seine Darstellung Gollums gewünscht. Dafür gibt es ein recht ausführliches Kapitel, das sich allein der Entstehung dieser Figur widmet. Das Buch ist übrigens diesmal nach den Schauplätzen des Films gegliedert, d.h. es folgt nicht der Handlung.

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44
platzhalter Ian Fleming: Im Dienst ihrer Majestät
Scherz-Verlag 1999
128 Seiten

Am Spieltisch im Casino Royale macht James Bond eine zufällige Bekanntschaft, als er für eine junge Frau einspringt, die ihre Spielschulden nicht begleichen kann. Er landet im Bett mit der schönen Unbekannten und ahnt nicht, daß sie die Tochter des Chefs der korsischen Mafia ist. Auf etwas unsanfte Weise wird Bond dem Papa vorgeführt. Der will nur eines: 007 soll das depressive Mädchen heiraten! Dazu ist Bond (noch) nicht bereit, aber auch so hat er schon einen heilsamen Einfluß auf die selbstmordgefährdete Frau. Aus Dankbarkeit gibt ihr Vater Bond einen Tip: Sein alter Widersacher Blofeld soll sich in den Alpen eingenistet haben! Da Blofeld versessen darauf ist, einen Adelstitel zu erhalten, kann Bond sich getarnt als Mitarbeiter des königlichen Amts für Heraldik in das alpine Sanatorium für allergiekranke Mädchen einschleichen, das Blofeld eingerichtet hat. Er bleibt zunächst unerkannt und deckt nach und nach einen teuflischen Plan des Meisterverbrechers auf...

Hier haben wir einen James Bond Roman, der ausnahmsweise einmal fast 1:1 genau verfilmt worden ist. Auch im Roman heiratet Bond am Ende doch noch und auch hier ist das Eheglück nur von sehr kurzer Dauer!

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43
resident_evil1 S.D. Perry: Resident Evil 1. - Die Umbrella-Verschwörung
Dino 2002
283 Seiten

Eine bizarre Mordserie erschüttert die verschlafene Kleinstadt Raccoon City: In den weitläufigen Wäldern, von denen die Stadt umgeben ist, werden immer wieder wahllos Menschen angegriffen, getötet - und gefressen. Die Untersuchung der Leichen bringt ein weiteres beunruhigendes Detail ans Licht: Die Bißspuren lassen darauf schließen, daß sie von menschlichen Zähnen stammen...

Als die örtliche Polizei mit der Situation nicht mehr zurechtkommt, wird eine Spezialeinheit auf den Fall angesetzt: Das Bravo-Team der S.T.A.R.S. macht sich mit einem Helikopter auf den Weg in die Wälder, um den oder die Mörder aufzuspüren. Als der Funkkontakt zu dem Hubschrauber plötzlich abreißt, folgt das Alpha-Team nach. Sie finden den verlassenen Heli, aber keine Spur ihrer Kameraden - bis auf eine abgetrennte Hand, die noch eine Pistole umklammert! Wenig später werden die Jäger zu Gejagten, denn eine Horde furchtbar entstellter mordgieriger Hunde fällt die Gruppe an. Es gibt den ersten Toten, der im Hubschrauber gebliebene Pilot gerät in Panik und startet ohne seine Kameraden. Jill Valentine, Chris Redfield, Barry Burton und Captain Albert Wesker können sich gerade noch in ein altes, verlassenes Herrenhaus mitten im Wald retten. Doch der Horror, der sie dort erwartet, übertrifft all ihre Vorstellungen. Und sie ahnen nicht, daß einer von ihnen nicht der ist, der er zu sein scheint...

Für jemanden wie mich, der das Videospiel, nach dem dieser Roman entstanden ist, zigmal durchgezockt hat, ist eine objektive Kritik praktisch unmöglich. Wie soll ich beurteilen können, ob das Buch spannend ist, wenn ich schon genau weiß, was als nächstes geschieht? Trotzdem war es auch für mich interessant, denn das Buch hält sich wirklich so exakt an das Game, daß man sich "wie zu Hause" fühlt. Ich konnte die zombieverseuchten Flure der Spencer-Villa, die im Roman so schön beschrieben werden, genau vor meinem geistigen Auge sehen. Die Autorin muß das Game ebenfalls gespielt haben! Natürlich hält sie sich nicht sklavisch ans Gameplay, d.h. Chris und Jill müssen nicht jedes Rätsel lösen, das sich dem Spieler stellt - manchmal scheint es der Autorin richtig Spaß gemacht zu haben, andere Lösungen für die Rätsel zu finden bzw. sie einfach zu umgehen. Außerdem erfährt man mehr über das "Privatleben" der Hauptakteure, ihre Ängste und Motivationen. Auch für Nicht-Gamer ist das Buch empfehlenswert (vorausgesetzt, sie stehen auf ziemlich drastisch geschilderten Horror), denn es ist routiniert geschrieben und macht einfach Spaß.

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42
aldiss Brian Aldiss: Künstliche Intelligenzen
Heyne 2001
368 Seiten

Es ist schon seltsam, daß für Bücher immer damit geworben wird, daß sie verfilmt worden sind - auch wenn es sich um einen so mißglückten Film handelt wie A.I.! Dabei nimmt die Story (bzw. die drei sehr kurzen Geschichten), die als Ideenlieferant für diesen Film gedient hat, unter den zahlreichen anderen Kurzgeschichten in dieser Sammlung nur einen kleinen Raum ein. Übrigens findet sich in "Supertoys last all Summer long" - so der Titel der Story - nichts von der fürchterlichen Gefühlsduselei im Zusammenhang mit der Prägung des Androiden auf seine "Mutter" und seine Suche nach ihr mit dem Androiden-Gigolo. Auch die Episode mit der Blauen Fee im überfluteten New York fehlt völlig. D.h. all das fehlt eigentlich nicht, denn in der Story geht es schließlich nicht um die unerwiderte Liebe des Roboters zu der menschlichen Frau. Es geht vielmehr darum, daß der Roboter nicht weiß, daß er nicht "echt" ist und um seine Reaktion auf diese Erkenntnis, als sie ihn schließlich doch noch ereilt.

Wie gesagt, die drei Geschichten um den kleinen Roboter haben in diesem Band nur einen geringfügigen Stellenwert. Die anderen Storys haben nichts damit oder mit dem Film zu tun - man sollte sich also vom Cover nicht in die Irre führen lassen. Natürlich ist das Buch trotzdem lesenswert!

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41
menschenjagd Richard Bachman: Menschenjagd
Pavillon Verlag 1999
254 Seiten

Im Jahre 2025 ist die amerikanische Gesellschaft zweigeteilt - die einen haben Arbeit, die anderen nicht. Wer keine Arbeit hat, lebt am absoluten Existenzminimum. Ben Richards gehört zur zweiten Gruppe und kann sich deshalb keine Medikamente (geschweige denn ärztliche Versorgung) leisten, als seine kleine Tochter eine Lungenentzündung bekommt. Er sieht schließlich keinen anderen Ausweg mehr, als an einer der menschenverachtenden Fernsehshows teilzunehmen, in denen Leute aus der Unterschicht sich jeder nur denkbaren Demütigung aussetzen, um von den allmächtigen TV-Anstalten wenigstens ein paar Dollars zu erhalten. Nach einem langwierigen Auswahlverfahren hat Ben Erfolg. Er bekommt die Chance, eine Million Dollar zu gewinnen - wenn er es schafft, 30 Tage lang als Vogelfreier zu überleben. Bei der Menschenjagd-Show werden die Teilnehmer nämlich von sadistischen Jägern verfolgt und zur Strecke gebracht. Alle Fernsehzuschauer sind aufgerufen, nach dem Running Man Ausschau zu halten, denn die Jagd spielt sich nicht etwa in einem Studio ab, sondern in der "ganz normalen" Öffentlichkeit. So findet Ben sich alsbald auf der Flucht wieder und muß schnell erkennen, daß man ihm keinerlei Sympathien entgegenbringt. Er ist auf sich allein gestellt, die Jäger sind ihm schon auf den Fersen und selbstverständlich ist das Spiel manipuliert...

Nach diesem Roman von Stephen King wurde der Film Running Man mit Arnold Schwarzenegger gedreht. Auch wenn man weiß, daß Bachman und King identisch sind, so stellt man diesmal doch kaum Ähnlichkeiten im Schreibstil fest. King, der sonst alles in 100 Worte faßt, was er auch mit 10 ausdrücken könnte, hält sich hier knapp und prägnant. Spannender Roman! Und natürlich ist es kein King'scher Horror-Roman, sondern Science Fiction. Es ist übrigens schon ein wenig beängstigend, wie viele Gemeinsamkeiten man zwischen den Ideen, die King zu diesem Roman in den Achtzigern hatte, und den Gameshows der heutigen Zeit erkennen kann...

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40
endurance Frank Hurley: Die Schicksalsfahrt der Endurance
Heyne 2000
220 Seiten, 14 S/W-Fotos

Im Jahre 1914 begann Ernest Shackletons Antarktis-Expedition, deren Ziel die erstmalige Durchquerung der Antarktis war. 80 Meilen vor dem Ziel wurde das Schiff der 28-köpfigen Gruppe, die Endurance, vom Packeis eingeschlossen. Nach einer Drift von beinahe einem Jahr war das Ende des Schiffs besiegelt: Es wurde von Eisschollen zerdrückt. Die Expeditionsteilnehmer trieben auf Eisschollen Richtung Nordwesten und erreichten schließlich Land. Während Shackleton mit fünf Männern aufbrach, um Hilfe zu holen, blieb der Rest - darunter der Autor dieses Buchs, der gleichzeitig der offizielle Fotograf der Expedition war - zurück. Erst im August 1916 wurden die Männer gerettet.

Frank Hurley mag ein guter Fotograf gewesen sein - ein begnadeter Autor war er jedoch nicht. So liest sich das schmale Buch zwar interessant, aber irgendwie wird man vom Schicksal der im ewigen Eis isolierten Mannschaft der Endurance nicht wirklich gepackt. Es ist eben kein Abenteuerroman, sondern die eher sachliche und ziemlich knappe, stellenweise aber recht amüsante und unterhaltsame Schilderung von Hurleys Erlebnissen.

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39
vampire Matthew Bunson: Das Buch der Vampire
Heyne 2001
314 Seiten

Dieses Lexikon gibt Auskunft über alles, was man als Untoter oder auch als Vampirjäger wissen muß. Die Legenden aller Völker über Blutsauger und ähnliche Wesen sowie Filme, Bücher und sonstige Produkte zu diesem Thema werden z.T. recht ausführlich beschrieben. Gängige Abwehrmaßnahmen, die man gegen lästige Wiedergänger ergreifen kann, werden ebenso erläutert wie z.B. Anzeichen, an denen man erkennen kann, ob eine Leiche in Wirklichkeit ein Vampir ist usw. - natürlich ist das alles nicht bierernst gemeint, aber gut recherchiert und amüsant vorgestellt. Mir war bislang beispielsweise nicht bekannt gewesen, daß es insbesondere in Griechenland enorm viele Vampirlegenden gibt und daß man auf manchen Inseln noch bis ins 20. Jahrhundert hinein verdächtige Leichname nach allen Regeln der Kunst vernichtet hat, weil man geglaubt hat, es handele sich um Vampire, die man dort übrigens Wrukolakas nennt...
Als Nachschlagewerk für jeden Vampirfan sehr zu empfehlen, als amüsante Lektüre für alle anderen ebenfalls.

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38
platzhalter Ian Fleming: Der Spion der mich liebte
Scherz-Verlag 1999
157 Seiten

Daß James Bond - Verfilmungen gemeinhin wenig mit den Romanvorlagen zu tun haben, war mir ja schon bekannt. Aber mit diesem Roman hat der Film nur zwei Gemeinsamkeiten: Der Titel ist der gleiche und James Bond kommt darin vor... Die Story ist jedoch völlig anders und kommt interessanterweise nicht aus der Sicht von 007, sondern als Ich-Erzählung eines Bond-Girls. Das bedauernswerte Geschöpf wollte eigentlich nach einigen gescheiterten Liebesgeschichten nur einen Trip per Motorroller quer durch die USA machen und sich in einem Motel ein paar Dollar dazuverdienen. Dort fällt sie jedoch zwei skrupellosen Gangstern in die Hände, die das Motel im Auftrag des Besitzers abfackeln sollen - und das arme Mädel soll in den Flammen umkommen, damit es so aussieht, als hätte sie den Brand verursacht. Zufälligerweise kommt James Bond auf der Suche nach einem Zimmer vorbei und so verwundert es nicht, daß die Pläne der Verbrecher nicht aufgehen.

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37
brueder_loewenherz Astrid Lindgren: Die Brüder Löwenherz
Oetinger 2002
238 Seiten

Jonathan und Karl (genannt Krümel) Löwe sind Brüder. Krümel ist schwer krank und hat Angst vorm Sterben. Da erzählt Jonathan ihm vom Land Nangijala, in das man nach dem Tod kommt. Dort ist noch die Zeit der Lagerfeuer und Sagen, wo man tagein tagaus Abenteuer erlebt... Als ein Feuer im Haus der Brüder ausbricht, rettet Jonathan seinen kleinen Bruder, kommt dabei aber um. Bald darauf stirbt auch Krümel - und findet sich im Kirschtal wieder, wo er seinen Bruder wiedertrifft. Jonathans Geschichten von Nangijala waren wahr, aber leider gibt es dort auch Abenteuer, die man lieber nicht erleben möchte. Denn im benachbarten Heckenrosental regiert der böse Tengil mit eiserner Faust und unterdrückt das Volk mit Hilfe des furchtbaren Drachen Katla. Karl und Jonathan, die in Nangijala den Namen Löwenherz tragen, müssen die Täler von der Bedrohung durch den Tyrannen befreien...

Tod, Selbstmord, Tyrannei, Drachen - ist das eigentlich noch ein Kinderbuch? Durchaus, denn wie man es von Astrid Lindgren nicht anders erwarten kann, wird diese Thematik so verpackt, daß auch Kinder sie verstehen können. Und für Erwachsene ist das Buch allemal eine schöne Fantasygeschichte.

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36
experiment Arkadi und Boris Strugatzki: Das Experiment
Heyne 2002
524 Seiten

Andrej Woronin (der übrigens nur rein zufällig den gleichen Namen hat wie ein ehemaliger Fußballer des Vereins Mainz 05) lebt in einer eigenartigen Stadt, die auf einem Sims zwischen einer steil aufragenden Felswand auf der einen und einem ebenso steil abfallenden, unergründlichen Abgrund auf der anderen Seite liegt. Menschen aller Nationalitäten und aus unterschiedlichen Zeitabschnitten leben hier, aber alle sprechen die gleiche Sprache nur weiß niemand, welche Sprache das eigentlich ist. Woronin, gelernter Stellarastronom, ist Müllfahrer. Wenig später erhält er einen neuen Beruf (die Berufe werden nach dem Zufallsprinzip immer wieder einmal neu verteilt) und wird als Untersuchungsrichter mit den Ermittlungen in mehreren Fällen des unerklärlichen Verschwindens von Einwohnern beauftragt. All das scheint Bestandteil eines geheimnisvollen Experiments zu sein, doch niemand scheint zu wissen, was der eigentliche Zweck des Ganzen ist oder wem es dient "Das Experiment ist das Experiment", so lautet eine gängige Floskel. Daß in der Stadt nicht alles zum Besten steht, wird spätestens dann klar, als ein ehemaliger Nazi-Unteroffizier putscht und die Macht an sich reißt. Eher unfreiwillig, aber nicht ungern, wird Woronin zu einem Mitglied des neuen Rats und bricht schließlich zu einer Expedition auf, die im Norden nach der legendenumrankten "Antistadt" suchen soll, durch die die neuen Machthaber sich bedroht fühlen. Unterwegs muß er sich mit den aufrührerischen Soldaten seines Trupps, Nahrungs- und Wassermangel, angriffslustigen Einwohnern älterer und zum Teil verlassener Stadtviertel und lebendig gewordenen Statuen herumschlagen, bis er, im äußersten Norden angelangt, den Ausgang findet...

Man denkt unwillkürlich an den Film "Die Truman-Show", wenn man das Buch so liest. Aber die Geschehnisse in der eigenartigen Stadt sind natürlich viel phantastischer und unerklärlicher. Und dabei handelt es sich doch hauptsächlich um Anspielungen auf die einstigen Verhältnisse im Rußland vor allem der Stalin-Ära. Einem unbedarften Leser wie mir, der sich mit russischer Geschichte kaum auskennt, entgeht natürlich das meiste, nur in der traumartigen Sequenz, als Woronin mit dem "Großen Strategen" ein blutiges Schachspiel bestreitet, wird das klar. Man kann das Buch natürlich auch genießen, ohne das geringste von dem zu verstehen, was die Strugatzkis eigentlich sagen wollten. Die vordergründige Geschichte von der maroden Stadt, in der die Menschen wie die Ameisen im Glaskasten eines Schuljungen gehalten werden, ist unterhaltsame Science Fiction.

Eine ausführliche Einführung sowie Nachwörter (eines davon stammt von Boris Strugatzki selbst) lassen den Leser die Hintergründe des Romans besser verstehen.

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35
pr_andromeda6 Ernst Vlcek: Perry Rhodan Andromeda 6: Die Zeitstadt
Heyne 2003
271 Seiten

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34
regulator Richard Bachman: Regulator
Ullstein 1996
441 Seiten

Es ist ein friedlicher Sommernachmittag in einer amerikanischen Kleinstadt. Man wäscht das Auto, bereitet einen Grillabend vor oder gießt den Rasen - mit einem Wort, es ist die perfekte Idylle.

Doch die heile Welt geht urplötzlich in Trümmer, als eigenartige Lieferwagen in der Straße auftauchen und ohne jede Warnung das Feuer auf die Anwohner eröffnen. Es gibt die ersten Toten, die Überlebenden flüchten sich in zwei Häuser. Doch damit ist der Endpunkt noch nicht erreicht: Die Realität selbst beginnt sich zu verändern. Groteske Monstren erscheinen, Bäume verwandeln sich in Kakteen, die aussehen, als wären sie von einem Kind gemalt worden, normale Wohnhäuser werden zu Gebäuden, wie man sie aus Westernfilmen kennt. Und dann kommen die Lieferwagen zurück...

Richard Bachman ist natürlich niemand anderer als Stephen King und die Geschichte dreht sich um TAK, einen Dämon aus einem anderen King-Buch (Desperation). Mehr als das: Zahlreiche Personen aus Desperation tauchen auch hier auf, haben jedoch z.T. eine ganz andere Geschichte. Überhaupt gibt es keinen Zusammenhang zwischen beiden Büchern außer dem Dämon, der aus der alten China-Mine entkommen ist. Während er in Desperation eine Person nach der anderen übernimmt, ist hier nur der autistische Junge Seth Garin sein Opfer, von dem aus er die Realität verbiegt. Wie bei jedem Roman von King werden die Figuren sehr anschaulich dargestellt, die Personen werden genau charakterisiert, nur um bald darauf recht brutal um die Ecke gebracht zu werden. Spannend geschrieben, der King-sche "Kartoffelchips-Effekt" (man kann nicht mehr aufhören, auch wenn man eigentlich schon genug davon haben sollte) hält vom Anfang bis zum Ende an.

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33
kosmoschronik2 Hubert Haensel: Perry Rhodan Kosmos-Chroniken 2: Alaska Saedelaere
VPM 2002
495 Seiten, gebunden

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32
pr_andromeda5 Frank Borsch: Perry Rhodan Andromeda 5 - Der Schattenspiegel
Heyne 2003
287 Seiten

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31
fahrenheit_451 Ray Bradbury: Fahrenheit 451
Heyne 2000
187 Seiten

Guy Montag ist Feuerwehrmann und bei einer Temperatur von 451 Grad Fahrenheit verbrennt Papier. Wie paßt das zusammen? Nun - in einer Gesellschaft, wo Individualität ungefähr so gefragt ist wie die Pest und wo die Menschen sich in ihren feuerfesten Häusern ununterbrochen von Belanglosigkeiten aus Kopfhörern berieseln lassen oder brüllenden 3D-Fernsehwänden lauschen müssen, um sich von ihren eigenen Gedanken abzulenken, hat die Feuerwehr eine neue Aufgabe erhalten: Bücher, die Wurzel allen Übels, zu verbrennen! Guy Montag ist neugierig und schafft ein paar Bücher beiseite - seine Probleme beginnen aber erst, als er beginnt, sie sogar zu lesen. Schneller als er denkt, steht er auf der anderen Seite des Flammenwerfers...

Wieder ein Klassiker, zu dem ich wohl nichts mehr sagen muß, außer vielleicht, daß er nicht nur eine beunruhigend aktuelle Botschaft hat, sondern auch auf einem sprachlichen Niveau geschrieben ist, das weit über SF-übliche Standards hinausgeht.

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30
platzhalter Douglas Preston/Lincoln Child: Relic - Museum der Angst
Knaur 1995
559 Seiten

Das New York Museum of Natural History ist in argen Geldnöten. Umso wichtiger ist es, daß die geplante Eröffnungsparty für die "Aberglauben"-Ausstellung ein Erfolg wird. Da paßt es der Museumsleitung überhaupt nicht in den Kram, als die Leichen von zwei brutal ermordeten kleinen Jungen im Museum gefunden werden. Man versucht die polizeilichen Ermittlungen zu behindern, wo es nur geht - aber als dann noch ein Wachmann ermordet wird, schaltet sich das FBI ein, und Special Agent Pendergast ist keiner, der sich leicht ins Bockshorn jagen läßt. Alle Morde haben eines gemeinsam: Die Opfer wurden enthauptet und ein Teil ihres Gehirns wurde offensichtlich gefressen... Margo Green und ihr Doktorvater Frock kommen dem Geheimnis der Morde allmählich auf die Spur, offenbar stehen sie im Zusammenhang mit einer gescheiterten Amazonasexpedition vor ca. zehn Jahren. Schließlich kommt es, wie es kommen muß: Die Museumsleitung läßt Beziehungen spielen und die Party findet trotz aller Sicherheitsrisiken statt. Was niemand weiß: Das Sicherheitssystem des Museums wird sich bei einem Stromausfall als Falle entpuppen, und mit den illustren Gästen zusammen ist eine tödliche Kreatur eingeschlossen!

Spannend vom Anfang bis zum Ende und ziemlich blutrünstig! Das Buch schreit geradezu nach einer Fortsetzung, und die gibt es auch: "Attic" - hier klicken!

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29
platzhalter Stephen King: "Riding the Bullet" - Achterbahn
Ullstein 2000
95 Seiten

Alan Parker ist als Anhalter unterwegs zu dem Krankenhaus, in dem seine Mutter nach einem plötzlichen Schlaganfall liegt. Auf einem Waldfriedhof legt er eine kleine Zwangspause an und betrachtet den Grabstein eines jungen Mannes namens George Staub, der jung gestorben ist. Dann hält endlich ein Auto und nimmt ihn mit. Der Fahrer stellt sich vor: "Nett dich kennenzulernen - ich bin George Staub"...
Alan wird vor eine schreckliche Wahl gestellt. Er muß sich entscheiden, wen der tote George mit sich in die Unterwelt nehmen soll: Alan oder seine Mutter...

Die einzige Besonderheit an diesem schmalen Bändchen besteht darin, daß die Geschichte ursprünglich im Internet veröffentlicht worden ist. Ansonsten ist es eine ganz normale King-Kurzgeschichte, wie es sie zu Dutzenden gibt. Der Text ist recht groß gedruckt, man hätte ihn bei Normaldruck auch auf 60 Seiten unterbringen können...

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28
jim_knopf Michael Ende: Jim Knopf und die wilde 13
Thienemann 1962
276 Seiten

Auf Lummerland wird ein Leuchtturm benötigt, damit das Postschiff nicht versehentlich an die Küsten stößt. Wer wäre besser dafür geeignet als Herr Tur Tur, der Scheinriese? So machen Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer sich auf, den freundlichen alten Mann nach Lummerland einzuladen. Unterwegs erleben sie einige Abenteuer mit dem Volk der Wasserleute, reparieren den großen Magneten, der für das Meeresleuchten verantwortlich ist und entdecken nebenbei eine neue Antriebsmöglichkeit für Emma, mit der die alte Lokomotive sogar fliegen kann. Auch treffen sie alte Bekannte wie Nepomuk, den Halbdrachen, der künftig als Wächter des großen Magneten eingesetzt wird.

Richtig interessant wird die Geschichte aber, als der Goldene Drache der Weisheit (früher als Frau Mahlzahn bekannt) erwacht und Jim prophezeiht, er werde bald das Geheimnis seiner Herkunft ergründen. Dazu muß er aber zunächst die Wilde 13 besiegen, jene gefährliche Bande von Piraten, die aus dem Land, das nicht sein darf kommt und noch von niemandem bezwungen werden konnte. Als sich am Ende herausstellt, daß die Wilde 13 in Wirklichkeit gar nicht die Wilde 13 ist, Jim Knopf aber der rechtmäßige Erbe eines verschollenen Königreichs, steht einem glücklichen Ende nichts mehr im Wege...

Und wieder ein Kinderbuch, das nicht nur zum Vorlesen hervorragend geeignet ist, sondern auch Erwachsenen gefallen dürfte, vor allem dann, wenn sie die kongeniale "Verfilmung" von der Augsburger Puppenkiste aus Kindertagen kennen und bei der Lektüre dieses Buches ein ums andere Mal an diese Zeit erinnert werden...

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27
pr_andromeda4 Frank Böhmert: Perry Rhodan Andromeda 4: Die Sternenhorcher
Heyne 2002
269 Seiten

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26
hdrttt Jude Fisher: Der Herr der Ringe: Die zwei Türme - Das offizielle Begleitbuch
Klett-Cotta 2002
67 Seiten, Großformat, gebunden

Das Begleitbuch führt den Leser durch die Geschichte des zweiten Teils der Herr der Ringe - Filme. Jedes Kapitel des Films wird kurz nacherzählt, dazu gehören natürlich schöne, großformatige Bilder aus dem Film. Mit 67 Seiten ist das Buch aber sehr knapp geraten und auch die eher spärliche Auswahl der Bilder läßt ein wenig zu wünschen übrig. Am Ende des Bands gibt es eine Ausklappkarte, in der der Ablauf der Schlacht in Helms Klamm dargestellt wird. Gibt allerdings wenig her und ist auch nicht besonders ansehnlich. Die hätte man sich sparen können. Insgesamt: Nettes Buch (wie Smeagol sagen würde), aber zu wenig Leistung fürs Geld!

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25
rice Anne Rice: Engel der Verdammten
Goldmann 2001
471 Seiten

Azrael ist ein junger Hebräer, der als Sohn einer wohlhabenden Familie in Babylon lebt - wenn auch in Gefangenschaft wie das ganze Volk Israel. Aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten (er ist in der Lage, Wesen aus der Geisterwelt wahrzunehmen und sich mit ihnen zu unterhalten) fällt er einer Verschwörung zum Opfer. Er soll bei lebendigem Leibe mit Gold überzogen werden und so als lebendiger Gott den Perserkönig Kyros willkommen heißen, der Babylon friedlich erobern will. Als Gegenleistung soll das Volk Israel wieder in seine Heimat zurückkehren dürfen. Die Hexenmeister Babylons verfolgen jedoch noch ein anderes Ziel: Durch ein kompliziertes Ritual soll Azrael in einen Dämon - den Hüter der Gebeine - verwandelt werden.

Irgend etwas geht bei der Beschwörung schief. Zwar löst Azraels Geist sich vom Körper und wird zu einem mächtigen Dschinn, aber er ist nicht der Sklave desjenigen, der ihn beschwört. So existiert er über die Jahrtausende hinweg in einem Zustand, in dem er sich an sein früheres Leben als Sterblicher nicht erinnern kann und dient verschiedenen Herren - nur weil er glaubt, das tun zu müssen. Manche Herren tötet er aber auch einfach nur in dem Moment, in dem sie ihn beschwören. Er selbst ist immer auf der Suche nach seiner Identität. Ist er ein Engel oder ein Teufel?

Im New York des 20. Jahrhunderts trifft er auf seinen letzten Meister. Gregory Belkin, Kopf einer mächtigen Sekte. Dieser verfolgt einen furchtbaren Plan. Mit Hilfe seiner unzähligen Anhänger in allen Ländern der Erde will er zwei Drittel der Menscheit ausrotten, vor allem jene in der Dritten Welt. Nur Nordamerika und einige ausgewählte Staaten Europas sollen bestehen bleiben - mit ihm als wiedergeborenem Messias. Bei der Verwirklichung dieses Plans soll Azrael ihm helfen, doch Belkin hat nicht damit gerechnet, daß dieser sich nichts von ihm befehlen läßt...

Ich kann nur hoffen, daß es an einer miesen Übersetzung liegt - das ganze Buch ist in einem furchtbaren Stil gehalten, in einer schnodderigen Umgangssprache, die keinerlei Atmosphäre aufkommen läßt. Bei den Szenen, die in der heutigen Zeit spielen, wäre das ja noch zu verschmerzen gewesen, aber in das antike Babylon paßt so etwas absolut nicht hinein! Aber auch sonst ist das Buch sicher kein Highlight im Werk von Anne Rice. Die meiste Zeit passiert zum Beispiel überhaupt nichts. Endloses Geschwätz und Geplänkel, langweilige Ausführungen über Azraels Gefühlswelt - die eigentliche Story hätte man auf 50 Seiten zusammenkürzen können. Spannung kann schon deshalb nicht aufkommen, weil der Leser von Anfang an weiß, wer Azrael ist, und seine Vergangenheit genauestens kennt. So wirkt die Suche des Dschinns nach sich selbst eigentlich nur sinnlos.

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24
andro3 Leo Lukas: Perry Rhodan Andromeda 3 - Der schwerelose Zug
Heyne 2002
286 Seiten

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23
exorzist William Peter Blatty: Der Exorzist
Bastei Lübbe 2000
363 Seiten

Die elfjährige Regan McNeil ist ein ganz normales, fröhliches Mädchen, das mit seiner geschiedenen Mutter (einer berühmten Schauspielerin), einer Privatlehrerin und einem Haushälter-Ehepaar in Washington lebt. Alles scheint normal zu sein, bis Regan anfängt, sich seltsam zu verhalten. Sie wird depressiv, mürrisch, sogar aggressiv. Sie verwendet obszöne Ausdrücke, führt frühreife Reden, und bekommt eigenartige Anfälle, bei denen sie nicht mehr sie selbst zu sein scheint. Die Ärzte - auch Neurologen und Psychiater werden hinzugezogen - sind ratlos, weil es keine Erklärung für die Symptome gibt. Auch ein dreiwöchiger Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik bringt keine Klarheit. Und die Anfälle werden schlimmer. Außerdem ereignen sich unerklärliche Vorfälle in dem Haus, das Regan bewohnt: Gegenstände verschwinden, schwere Möbel in ihrem Zimmer stehen plötzlich an anderen Orten, oft ist ein unheimliches Klopfen in den Wänden zu hören. Während die Ärzte zum Abwarten raten, eskalieren die Ereignisse und das Mädchen entwickelt wahrhaft dämonische Eigenschaften. Dann wird ein befreundeter Regisseur tot unter Regans Fenster aufgefunden - sein Gesicht wurde ihm buchstäblich auf den Rücken gedreht.

In ihrer Not wendet Regans Mutter sich an die Kirche. Der Jesuitenpater Damien Karras, selbst Psychologe, untersucht den Fall. Er soll klären, ob ein Exorzismus angezeigt wäre. Doch Karras ist skeptisch. Er möchte lieber an eine rationale Erklärung für Regans scheinbare Besessenheit glauben, denn die Existenz eines Dämons zu akzeptieren, würde im Umkehrschluß beweisen, daß auch Gott existiert - und diesen Glauben meint Karras schon lange verloren zu haben. Als auch noch die Polizei sich einschaltet und alle Spuren für den Mord an dem Regisseur zu Regan führen, entschließt sich Karras doch für einen Exorzismus. Diesen führt er als Assistent des berühmten Jesuitenpaters Merrin durch. Aber die Dämonenaustreibung nimmt einen anderen Verlauf, als Karras und Merrin es erhofft haben...

Zu diesem über 30 Jahre alten Buch (und zur kongenialen Verfilmung) muß ich wohl nicht mehr viel sagen, außer daß es wirklich packend ist und daß man am Ende selbst beinahe daran glaubt, daß Menschen von Dämonen besessen sein können. Blatty geizt nicht mit Ekel- und Schockeffekten, aber dahinter verbirgt sich mehr als ein bloßer Horror-Roman. Wirklich lesenswert!

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22
andro2 Hubert Haensel: Perry Rhodan Andromeda 2 - Die Methanatmer
Heyne 2002
269 Seiten

Perry Rhodan und seine Begleiter von der JOURNEE suchen in Andromeda nach Hilfe beim Kampf gegen die unbekannten Invasoren, die sich daranmachen, systematisch alle wichtigen Welten der Galaxis zu erobern oder zu zerstören. Der Heimatplanet der Tefroder wird von den Fremden angegriffen und vernichtet, der größte Teil der tefrodischen Flotte wird aufgerieben. Also wendet Rhodan sich an die zweite große Macht in Andromeda: Die Maahks, nichtmenschliche, streng logisch denkende Wesen, die Wasserstoff und Methan zum Atmen brauchen wie Menschen Sauerstoff. Einer aus diesem Volk, Grek-6651/2, möchte die unlogischen, gefühlsbetonten Menschen besser verstehen. Deshalb hat er sich ein Gerät implantieren lassen, das mit seinem Nervensystem verbunden ist und menschliche Gefühle simulieren soll. Im Widerstreit mit seiner logikbetonten Grundnatur sorgt das an Bord der JOURNEE für einige Verwirrung.

Die Maahks verfügen noch über starke militärische Ressourcen: Große Flottenverbände und riesige Raumstationen sind auf geheimen Welten überall in der Galaxis Andromeda versteckt. Sie verbünden sich nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten mit den Terranern. Als Rhodans Wissenschaftler auch noch herausfinden, wie die für undurchdringlich gehaltenen Schutzschirme der Fremden geknackt werden können, scheinen die Chancen für einen Gegenangriff gut zu stehen. Doch es gibt einen Verräter in den Reihen der Maahks...

Im Vergleich mit dem ersten Roman dieser 6-bändigen Miniserie (hier klicken) fällt diese Story ein wenig ab, vor allem deshalb, weil es diesmal leider keinerlei Szenen aus dem Blickwinkel der bizarren Invasoren gibt. Es ist solide SF und die Gefühls- und Gedankenwelten der Hauptakteure werden gut beschrieben, richtig spannend wird es trotz großer Raumschlachten jedoch selten. Am Ende sieht es düster aus für Andromeda: Nichts scheint die Fremden aufhalten zu können...

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21
platzhalter Ian Fleming: Goldfinger
Scherz-Verlag 1999
170 Seiten

Wieder einmal ist es ein Kartenspiel, durch das James Bond den Weg eines Verbrechers kreuzt - diesmal trifft er eher zufällig auf Auric Goldfinger, dessen kleine Betrügereien er durchkreuzt. Ausgerechnet dieser Goldfinger ist nach Geheimdienstberichten dafür verantwortlich, daß ein beachtlicher Teil des Goldbesitzes der Bank von England in dunklen Kanälen versickert, was die Wirtschaft im vereinigten Königreich schwer belastet. 007 soll es mal wieder richten und wird auf Goldfinger angesetzt. Bond kommt nur knapp mit dem Leben davon, als sein Herumschnüffeln entdeckt wird, und von da an ist er gezwungen, mit Goldfinger zusammenzuarbeiten. Dieser Mann hat einen Plan, den man kaum noch als ehrgeizig bezeichnen kann - eher schon als verrückt: Er will Fort Knox überfallen und sich auch noch Amerikas Goldvorräte unter den Nagel reißen! Zu diesem Zweck heuert er die Bosse der größten Verbrechersyndikate der Welt an, und 007 steckt mittendrin...

James Bond übertrifft sich selbst. Selbstverständlich vereitelt er Goldfingers Pläne, aber damit nicht genug: Er kriegt auch noch eine Lesbierin rum... Der Roman beschränkt sich über weite Strecken auf detailgenaue, fast ermüdende Schilderungen des Karten- und vor allem des Golfspiels. Die eigentliche Aktion, d.h. der Überfall auf Fort Knox, ist dagegen in ein paar Seiten abgehandelt. Im Film kam das wesentlich besser rüber!

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20
orks Stan Nicholls: Die Orks
Heyne 2002
800 Seiten

Stryke ist der Kommandant eines Ork-Kriegstrupps und er ist in seinem Element: Die böse Zauberin Jennesta, die eine große Armee aus seinesgleichen unterhält, hat ihn damit beauftragt, ein geheimnisvolles Artefakt aus einer Siedlung der Menschen zu holen. Also dürfen er und seine Leute ausgiebig das tun, was Orks am besten können: Kämpfen! Es ist auch weiter kein Problem, das Artefakt zu erringen - nur leider finden die Krieger beim Plündern des Dorfs auch ein begehrtes Rauschgift, mit dem sogleich eine kleine Party gefeiert wird. Leicht verspätet machen sich die Orks auf den Rückweg, doch dann werden sie von Kobolden überfallen, die ihnen das Artefakt wieder abjagen! Jetzt ist guter Rat teuer: Mit leeren Händen zurückkehren und die einzige Bestrafung erwarten, die Jennesta kennt: Den Tod? Oder versuchen, das Artefakt wieder zurückzuholen? Die Orks entscheiden sich für letzteres und so beginnt eine abenteuerliche Queste, die den Kriegstrupp durch den ganzen Kontinent Maras-Dantien führt, eine Welt, in der sich Kobolde, Trolle, Zentauren, Drachen und andere fantastische Wesen tummeln. Auch Menschen gibt es in dieser Fantasywelt, doch die werden als "Spätankommer" betrachtet und haben die üble Eigenschaft, der Erde auf unbekannte Weise die Magie zu entziehen, sodass die "alten Rassen", die auf Magie angewiesen sind, vom Aussterben bedroht sind. Stryke und sein Trupp finden unterwegs noch mehr Artefakte von der Sorte wie das eine, das ihre ehemalige Herrin haben wollte und erfahren, daß man mit Hilfe dieser "Instrumentale" möglicherweise verhindern könnte, daß die Magie ganz aus der Welt verschwindet. Nach und nach machen sie sich beinahe jeden zum Feind, dem sie begegnen... Eher ungewollt werden die jetzt als Abtrünnige verfolgten Orks zum Symbol der Freiheit für ihr Volk, denn Jennesta ist keine Herrscherin von der Sorte, der man aus Liebe dient! Bald muß Stryke sich entscheiden, was er will: Sich einfach nur vor seinen Verfolgern in Sicherheit zu bringen oder zu versuchen, seinem Volk zur Freiheit und seiner Welt zur Wiederherstellung der alten Ordnung zu verhelfen. Die Sache wird für ihn nicht dadurch leichter, daß er immer wieder von einem Ort träumt, wo alles so ist, wie es - für einen Ork - eigentlich sein sollte und wo er einer Frau begegnet, die die perfekte Partnerin für ihn wäre. Zum Showdown kommt es, als drei Armeen zusammenprallen: Fanatische Menschen, die alles ausrotten wollen, was von der alten Welt noch übrig ist, Jennesta mit ihren geknechteten Horden und zwischendrin Stryke und die Orks, die er um sich geschart hat...

Wenn man dieses Buch liest, sollte man sich - egal was im Klappentext steht - zuallererst bewußtmachen, daß die hier beschriebenen Wesen nichts oder kaum etwas mit Tolkiens Orks zu tun haben. Leider vergißt auch der Autor immer wieder, von welchem Volk er eigentlich schreibt: Die Orks wirken meist kultivierter und zivilisierter als alle anderen, denen sie auf ihrer Suche begegnen. Man hat immer den Eindruck, als ob man es bei ihnen einfach nur mit ganz normalen, vielleicht etwas zu rauflustigen Menschen zu tun hätte. Immerhin ist "Die Orks" ein abwechslungsreicher, sogar amüsanter Fantasyroman. Ein echter Tolkien-Fan würde sich natürlich an der Art stören, wie Stryke und Konsorten dargestellt werden - sogar ein Zwerg dient im orkischen Kriegstrupp, was in Tolkiens Universum undenkbar wäre.

Unfreiwillig komisch wirkt allerdings die deutsche Übersetzung, vor allem dann, wenn die Orks plötzlich anfangen sich zu Siezen oder wenn von "Unis" (solchen, die nur an einen Gott glauben) und "Mannis" (solchen, die dem Glauben an die Mannigfaltigkeit der Götter anhängen) gesprochen wird. Was am Roman an sich ein bißchen nervt, ist die Monotonie, in der bei jeder der nicht gerade seltenen Kampfszenen immer wieder über mehrere Absätze hinweg detailgenau - fast pedantisch - beschrieben wird, wie jeder einzelne der Haupt-Orks seine Gegner niedermetzelt.

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19
hdrmakingof Brian Sibley: Der Herr der Ringe - Wie der Film gemacht wurde
Klett-Cotta 2002
192 Seiten

Hier haben wir endlich ein richtiges Making of der ersten beiden Filme vor uns, wobei der Schwerpunkt auf dem ersten Film liegt. Jeder Aspekt der Entstehung der Filme wird ausführlich, mit vielen Bildern und noch mehr Text beschrieben. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen - für Leute, die sowas gern lesen (also solche Verrückten, wie ich einer bin) ist es ein Pflichtkauf, andere wird es kaum interessieren bzw. ihnen wird das reichen, was an Dokumentationen bei der neuen DVD dabei ist. Der Autor führt übrigens nicht einfach nur alles nacheinander auf, er hat das Buch wie einen Rundgang durch die Studios und die Produktionswerkstätten von Weta Workshop usw. gestaltet. Sibley beschreibt, was er während seiner Besichtigungstour alles gesehen hat und gibt die Gespräche wieder, die mit den vielen Beteiligten geführt wurden.

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18
prandromeda Uwe Anton: Perry Rhodan Andromeda 1 - Die brennenden Schiffe
Heyne 2002
253 Seiten

Man schreibt das Jahr 1312 Neuer Galaktischer Zeitrechnung (NGZ) - eine Invasion der Milchstraße konnte gerade abgewehrt werden, da erhält Perry Rhodan einen ominösen Notruf aus der Nachbargalaxis Andromeda. Zusammen mit einer recht bunt gemischten Crew macht er sich an Bord des schnellen Spürkreuzers JOURNEE auf, um dem Hilferuf auf den Grund zu gehen. Kaum in Andromeda angekommen, wird die JOURNEE von unbekannten Aggressoren angegriffen und schwer beschädigt, es gibt die ersten Toten. Ein Absturz des Kreuzers auf einem Planeten der Tefroder kann nur knapp verhindert werden und während ihres Genesungsaufenthalts auf der Welt Cyrdan erfahren die Menschen aus der Milchstraße, daß Andromeda von gnadenlosen Invasoren bedroht wird, deren "brennenden Schiffen" man nicht gewachsen ist. Nach Abschluß der Reparaturarbeiten macht die JOURNEE sich wieder auf den Weg, aber rund um Andromeda ist inzwischen eine undurchdringliche, unsichtbare und unerklärliche Barriere entstanden - Rhodan und seine Begleiter sitzen also fest. Währenddessen wird auch Cyrdan von den Fremden, denen Töten und Zerstören eine perverse Freude bereitet, völlig verwüstet. Nur wenigen Tefrodern gelingt die Flucht, eine davon, die junge Implantat-Chirurgin Raye Corona, wechselt auf die JOURNEE über, da sie sich in den Emotionauten-Piloten Zim November verliebt hat...

Ein Spin-off der Perry Rhodan-Serie, der direkt an die aktuelle Handlung anschließt, aber durchaus getrennt davon zu sehen ist. Gut geeignet also für alle, die PR noch nicht kennen (auch ein kleines Glossar ist vorhanden, man sollte sich von dem unvermeidlichen Technobabble nicht abschrecken lassen), flüssig und routiniert geschrieben. Die Schilderungen der Fremden, die Andromeda angreifen und die wirken wie eine Mischung aus Borg, Cenobiten und Cantaro (also Cyborgs, die sich solange selbst modifizieren, bis sie wie makabre Zerrbilder ihrer ursprünglichen Gestalt wirken), sind gut in Szene gesetzt und wirken so richtig schön bizarr. Nur die Szenen mit dem kleinen indischen Klonelefanten Norman, der wohl zum Maskottchen der auf 6 Taschenbücher angelegten Serie werden soll, hätte der Autor sich sparen können. Das Tier wird viel zu sehr vermenschlicht und lustig wirken diese Szenen auch nicht.

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17
jackson Michael Jackson: Malt Whisky
Heyne 2000
336 Seiten, gebunden

Alles Wissenswerte über alle Single Malts, die es gibt. Ein Standardwerk für alle, die gern wissen möchten, was sie da eigentlich trinken und alle, die gern neue Whiskys entdecken wollen.

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16
liebesgr Ian Fleming: Liebesgrüße aus Moskau
Scherz-Verlag 1999
185 Seiten

Der russische Geheimdienst beschließt, daß es an der Zeit ist, seinen westlichen Konkurrenten einen Denkzettel zu verpassen, von dem sie sich lange nicht erholen sollen. Was liegt näher, als SMERSH damit zu beauftragen, James Bond, den Top-Agenten der westlichen Welt, umzubringen? Mehr noch: Bonds guter Ruf soll zerstört werden, bevor er stirbt.

Deshalb wird Tatjana Romanowa, Korporal des russischen Geheimdienstes, auf Bond angesetzt. Mit einer abenteuerlichen Geschichte - sie habe sich durch ein Foto in Bond verliebt und sei jetzt bereit, in den Westen überzulaufen und dabei geheimes Material mitzunehmen - wird 007 in die Türkei gelockt, wo er das Mädchen trifft. Dumm nur, daß die beiden sich tatsächlich ineinander verlieben... Und der Auftragskiller ist ihnen schon auf den Fersen!

Es wird wieder kein Klischee ausgelassen: Gefühllose Russen, korrupte Türken, grimmige Zigeuner, psychopathische Killer. Und trotzdem: Gut zu lesen, sogar spannend. Am Ende klingt es fast so, als sei Bond tatsächlich zur Strecke gebracht worden!

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15
platzhalter Arkadi und Boris Strugatzki: Ein Käfer im Ameisenhaufen
Suhrkamp 1994
197 Seiten

Lew Abalkin ist ein Progressor - also ein Mensch, der sich unerkannt unter humanoide Völker auf anderen Planeten mischt, um dort Entwicklungshilfe zu leisten, Kriege zu verhindern oder einfach nur Feldforschungen zu betreiben. Als er unerwartet von einem Einsatz zurückkehrt, bei dem ein Kollege sein Leben verloren hat, jedoch auf der Erde untertaucht, ohne sich bei seiner Behörde zurückzumelden, wird Maxim Kammerer (Ex-Progressor) auf seine Spur gesetzt. Kammerer stößt bei seinen Ermittlungen auf Geheimnisse, die in fernster Vergangenheit begründet sind und vermuten lassen, daß die Menschheit selbst vielleicht schon einmal von Außerirdischen beobachtet worden ist, die auf der Erde die Rolle von Progressoren gespielt haben.

Ich mag den humorvollen Stil der Strugatzkis, vor allem dann, wenn sie eine "richtige" SF-Story erzählen, denn kaum jemand kann das unbegreiflich Fremde außerirdischer Kulturen so gut darstellen wie diese Brüder.

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14
beowulf Beowulf
Klett Cotta 2001
142 Seiten, gebunden

Am Hof des Königs Hrothgar treibt Grendel, ein teuflischer Unhold, sein Unwesen. Nacht für Nacht tötet er die edelsten Recken des Reiches, niemand scheint ihm gewachsen. Doch Hilfe kommt von Beowulf, dem gotischen Helden, der Grendel im waffenlosen Kampf bezwingt. Nach demTod des Ungeheuers muß Beowulf sich Grendels nicht minder schrecklicher Mutter stellen - auch hier bleibt er siegreich. Erst als er, schon hochbetagt, gegen einen Drachen antritt, der einen Goldschatz bewacht, ereilt ihn sein Schicksal...

Dies ist eine Prosaausgabe des Heldengedichts aus dem 11. Jahrhundert, also eigentlich nur eine Zusammenfassung der Taten Beowulfs. Aber auch in dieser Form übt das Buch eine ganz besondere Faszination aus.

Der Band enthält einen kurzen Artikel von J.R.R. Tolkien, den dieser aus Anlaß einer Übersetzung des Gedichts aus dem Altenglischen geschrieben hat.

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13
scheer Heiko Langhans: Karl-Herbert Scheer - Der Konstrukteur der Zukunft
VPM 2001
223 Seiten, gebunden

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12
hdr Gary Russell: Der Herr der Ringe - Die Gefährten. Die Erschaffung eines Filmkunstwerks
Klett-Cotta 2002
192 Seiten, Großformat, gebunden

Ca. 500 exklusive Skizzen, Artworks, Standfotos und Modelle zur Entstehung des Films mit Erläuterungen der Künstler, vor allem Alan Lee und John Howe. Ähnlich wie das Star Wars-Buch (hier klicken) ist auch dieses Werk eher etwas für richtige Fans, da viele der Skizzen nur grobe Bleistiftzeichnungen sind und oft Entwürfe zeigen, die so im Film gar nicht verwendet wurden. Immerhin kann man sehr gut erkennen, welchen Entwicklungsweg all die Figuren, Orte, Kostüme usw. durchgemacht haben und welcher Aufwand betrieben wurde, die Welt von Mittelerde bis ins allerletzte Detail stimmig und überzeugend ins Bild zu setzen.

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11
stranger Robert A. Heinlein: Fremder in einer fremden Welt
Bastei-Lübbe 1999
667 Seiten

Valentine Michael Smith ist der einzige Überlebende der ersten Mars-Expedition der Menschheit. Genauer gesagt: Er ist das auf dem Mars geborene Kind von zwei Expeditionsteilnehmern. Smith wurde von den Marsianern, deren Kultur und Vorstellungswelt sich total von derjenigen der Menschen unterscheidet, erzogen und als Erwachsener zurück auf die Erde geschickt, um dort - ohne sein Wissen - als Kundschafter zu dienen. Schon bald reißen sich Politiker, Presse und Kirche um den jungen Mann, der nur mühsam lernt, sich in der Gesellschaft seiner eigentlichen Artgenossen zurechtzufinden und mit seinen extravaganten Vorstellungen von Treue, Sex und Totenkult zunächst auf Unverständnis stößt. Als er schließlich die Probleme der menschlichen Rasse zu verstehen beginnt, gründet er seine eigene Kirche...

Lange habe ich mich nicht mehr so durch ein Buch gekämpft wie durch dieses! Dabei gibt es sogar Passagen, die faszinierend sind, z.B. wenn beschrieben wird, wie ein Mensch, der auf dem Mars von Außerirdischen aufgezogen wird, die ihm fremde menschliche Kultur zu verstehen versucht. Laut Klappentext ist dieses Buch die erste ungekürzte Ausgabe des ursprünglichen Manuskripts, das in gekürzter Form seit den Sechzigerjahren auf dem Markt ist - und vielleicht wäre es besser gewesen, es bei den Kürzungen zu belassen, denn der weitaus größte Teil des Buchs ist von einer derart langweiligen Geschwätzigkeit, daß es wehtut! Da werden kapitelweise juristische Spitzfindigkeiten durchgehechelt und alles bis ins letzte Detail ausdiskutiert und damit zerredet - als ob der Leser zu dumm wäre, alles selbst zu verstehen, ohne es zu einem ungenießbaren Brei vorgekaut zu bekommen. Viel Raum nimmt auch das ermüdende, sinnlose Geplänkel zwischen Mann und Frau ein. Ich korrigiere: Frauen scheint es bei Heinlein nicht zu geben, bei ihm heißen sie immer nur "Mädchen" oder "Schätzchen", was allein schon genug aussagt. Und wenn ich nochmal ein Buch in die Finger kriege, in dem zum Anfang jeder Dialogzeile der Name des jeweiligen Gesprächspartners wiederholt wird, kriege ich einen Anfall! Dialoge lesen sich bei Heinlein in etwa so (kein Zitat):

"Ben, ich glaube, wir werden verfolgt!"
"Jill, das habe ich auch schon bemerkt."
"Oh, Ben, ich habe solche Angst!"
"Jill, Schätzchen, bleib ruhig, wir schaffen das"
"Wirklich, Ben?"
"Sicher, Mädchen."
"Ben, da bin ich ja beruhigt."

AAAAAARRRRRRGHHHHHHHHH!

Gewürzt wird das Ganze noch durch die bei Bastei-Lübbe üblichen zahlreichen Druckfehler.

Natürlich geht es in diesem Buch um nichts anderes als um die Frage, was wohl geschehen würde, wenn in unserer heutigen Zeit (oder ein paar Jahre in der Zukunft) ein neuer Messias auf die Erde kommen würde, der all unsere überkommenen Moralvorstellungen mit neuen oder zumindest ungewöhnlichen Konzepten über den Haufen wirft. Die Konsequenz ist die gleiche wie vor 2000 Jahren: Der Mann wird geopfert.

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10
platzhalter Ian Fleming: Moonraker - Streng geheim
Scherz-Verlag 1999
171 Seiten

Sir Hugo Drax, ein Multimillionär, will England ein ganz besonderes Geschenk machen: Eine Atomrakete, die eine so grosse Reichweite hat, dass jede beliebige Stadt der Welt damit getrofen werden könnte. Seltsam nur, daß Drax in dem gleichen Londoner Club, in dem auch M., der Chef von James Bond, Mitglied ist, offenbar beim Kartenspiel betrügt. 007 fühlt Drax auf den Zahn und kommt der Betrügerei auf die Schliche. Als bei einem mysteriösen Mordanschlag ein Sicherheitsbeamter aus dem Team um Drax getötet wird, rückt James Bond an dessen Stelle. Schnell findet er heraus, dass der ursprüngliche Verdacht, den er gegen Drax hatte, begründet war: Der angebliche Wohltäter spielt falsch...

Mit der Verfilmung hat dieser Roman so gut wie gar nichts mehr zu tun. Das ist auch kein Wunder, denn die Story ist doch sehr dünn! Eigentlich fehlen dem Roman alle Bond-typischen Details und er kommt auch nur mit einer einzigen Frau in Kontakt - bei der er auch noch abblitzt!!

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9
attic Douglas Preston / Lincoln Child: Attic
Knaur 2001
544 Seiten

Unter den Strassen von New York erstreckt sich kilometerweit und über mehrere Ebenen in der Tiefe ein Labyrinth aus verlassenen U-Bahn-Schächten, Versorgungstunnels, vergessenen Kellern und Abwasserkanälen. Dort leben Tausende von Obdachlosen und zwielichtigen Gestalten in familienartigen Gemeinschaften. Bizarre Morde versetzen diese Gemeinden in Angst und Schrecken. Aber erst als die Polizei die enthauptete und teilweise angefressene Leiche einer Frau aus der High Society entdeckt, werden Ermittlungen eingeleitet.

FBI-Agent Pendergast, Dr. Margo Green und andere, die vor 18 Monaten die Mbwun-Kreatur zur Strecke gebracht haben, arbeiten an dem Fall. Bald stellt sich heraus, dass es sich um mehrere Täter handeln muss, die sich in "The Devils Attic", dem Dachboden des Teufels, eingenistet haben. Margo Green entdeckt, daß es sich bei einem zweiten von ihr untersuchten Skelett, das grauenhafte Deformationen aufweist, um die Überreste eines ehemaligen Kollegen handelt, der damals ebenfalls in die Ereignisse um die Museums-Morde verwickelt war.

Es bleibt den Helden nichts anderes übrig, als sich in "The Devils Attic", diese tiefste aller unterirdischen Ebenen hinabzuwagen, wenn sie das Rätsel um die immer aggressiver werdenden Mörder lösen wollen. Ihr Vorhaben wird nicht gerade dadurch erleichtert, daß die Mutter der ermordeten Society-Lady eine Art Rachefeldzug gegen die Unterwelt von New York anzettelt.

"Attic" ist eine Fortsetzung von "Das Relikt". Man muss allerdings den einen Roman nicht gelesen haben, um den anderen zu verstehen. Zwar bezieht "Attic" einen Grossteil seiner Spannung aus dem ständigen Wechsel der Hauptpersonen, aber spannend ist er. Für leichte Urlaubslektüre unbedingt empfehlenswert. Es kann sogar passieren, daß man während der Lektüre seine Umwelt vergißt...

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8
episode2 Mark Cotta Vaz: The Art of Star Wars Episode 2 - Angriff der Klonkrieger
Dino Verlag 2002
224 Seiten, Großformat, gebunden

Wie der Titel schon andeutet, enthält das Buch hauptsächlich Artworks, Entwurfzeichnungen, Konzeptskizzen, Storyboards und Bilder von Modellen aus Episode 2, dazu eine Menge an erläuterndem Text mit Hintergrundinformationen zur Entstehung des Films. Ebenfalls enthalten ist das komplette Drehbuch des Films mit einigen kleinen Szenenfotos. Schönes Buch, aufwändig gestaltet, hochwertiges Papier und schön grosse Bilder. Man kann die vielen Entwicklungsstufen nachvollziehen, die die Charaktere, Kreaturen, Kostüme und Vehikel so weiter durchgemacht haben. Man darf aber kein "Making of" mit Szenenfotos erwarten. Wirklich interessant dürfte das Buch nur für Fans sein. Richtige Fans können jetzt auch die Dialoge auswendiglernen...

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7
kaestner Erich Kästner: Der 35. Mai
Cecilie Dressler Verlag 1935/1999
160 Seiten, gebunden

An einem 35. Mai muß man sich über nichts wundern, und so stört sich Apotheker Ringelhuth nicht sonderlich daran, zusammen mit seinem Neffen Konrad und einem sprechenden, rollschuhfahrenden Zirkuspferd namens Negro Kaballo durch einen Schrank ohne Rückwand zu gehen und dort das Schlaraffenland, die verkehrte Welt (wo Kinder das Sagen haben), eine Burg mit lauter historischen Persönlichkeiten und eine vollautomatisierte Stadt zu finden - und das alles nur, weil Konrad einen Aufsatz über die Südsee schreiben muß.

Ein beinahe 70 Jahre altes Kinderbuch?? Ja, genau, denn ein richtig gutes Kinderbuch ist auch was für Erwachsene. Eigentlich habe ich es nur aus purer Nostalgie wieder gelesen, denn womöglich war dies das erste Buch (wenn man mal von Bilderbüchern und so absieht), das ich überhaupt gelesen habe, damals, in der Grundschulzeit... Man kann das Buch in 1 - 2 Stunden beenden, aber auf diesen wenigen Seiten sprüht die Geschichte nur so vor fantasievollen und bizarren Ideen. Eigentlich ist es fast schon Fantasy...

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6
raumschiff_titanic Terry Jones / Douglas Adams: Raumschiff Titanic
Goldmann 2001
253 Seiten

Das Raumschiff Titanic sollte die Krönung des Lebenswerks des größten Genies der gesamten Galaxis werden - ein riesiger Luxusliner, der selbst die extravagantesten Ansprüche der verwöhntesten Superreichen noch banal erscheinen läßt. Es stellt sich jedoch schnell heraus, daß die Baukosten, die schon einen ganzen Planeten in den wirtschaftlichen Ruin getrieben haben, so hoch sein würden, daß das Projekt niemals Profite abwerfen könnte. Was liegt also näher, als beim Bau zu pfuschen, nur die minderwertigsten Materialien zu verwenden und so überflüssige Sachen wie Rettungsboote gleich ganz wegzulassen? Und dann noch dafür zu sorgen, daß die hoch versicherte Titanic auf ihrer Jungfernfahrt einen bedauerlichen "Unfall" erleidet? So kommt es, daß die Titanic am Tag ihres Stapellaufs nicht nur nicht fertig ist, sondern auch noch schwer vom Kurs abkommt und kurz auf der Erde notlanden muß! Dabei gelangen drei Menschen an Bord, die sich nun mit den chaotischen Verhältnissen auf dem baufälligen Schiff, mit einer Flotte von dem Planeten, der durch den Bau der Titanic in den Ruin getrieben worden ist, und mit einer Bombe herumschlagen müssen, die das ganze Schiff vernichten soll - damit wenigstens die Versicherung zahlt...

Eine amüsante Geschichte vom Autor von "Per Anhalter durch die Galaxis" und von einem Mitglied der Monty Python - Truppe. Der bekannte "Anhalter"-Stil sorgt auch hier für Kurzweil, während Terry Jones vermutlich die vielen bizarren Namen und einen Papagei beigesteuert hat. Kurzweilig, stellenweise sogar lustig, und das wars auch schon. Zusammen mit diesem Buch gab es auch mal ein PC-Spiel, das auf der Titanic im Rahmen der Romanhandlung spielte. Dazu kann ich aber nichts sagen, ich habe dieses Game nie gezockt.

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5
bladerunner K. W. Jeter: Blade Runner 2
Heyne 1999
316 Seiten

Rick Deckard, der Blade Runner, ist nach Norden geflohen und versteckt sich mit der Replikantin Rachel in einer Blockhütte in einem Wald. Da Rachel nur eine Lebenserwartung von 4 Jahren hat, bleibt sie im Kälteschlaf in einer sargähnlichen Apparatur. Nur einmal alle paar Wochen weckt Deckard sie auf. Alles ändert sich, als die Tyrell Corporation Deckard aufspürt. Von einer Frau, die vorgibt, die menschliche "Originalvorlage" für das Rachel-Modell zu sein, erhält Deckard einen neuen Auftrag: Er soll den sechsten Replikanten finden, der seinerzeit mit der Gruppe um Roy Batty zur Erde gekommen war und dessen bloße Existenz eine Bedrohung für die Tyrell Corporation darstellt. Deckard ist nicht der einzige, der diesen sechsten Replikanten verfolgt und bald ist er selbst der Gejagte: Von höchster Stelle wurde ein Komplott eingefädelt, das zur Auslöschung aller Blade Runner führen soll...

Eins vorab: Dies ist nicht die Fortsetzung des Romans von Philip K. Dick, sondern eine Fortführung der Ereignisse des Films!

Es war sowieso klar, daß keine "Fortsetzung" jemals die Kraft von Dicks Roman oder die Faszination des Films erreichen könnte. Aber daß der Autor (von dem ich zuvor noch nie was gehört habe) sich so unverschämt bei dem Film bedienen würde, habe ich doch nicht gedacht. Eigentlich beschreibt er noch einmal alle Szenen des Films - man merkt das am Ablauf der Ereignisse, an den Personen, die darin vorkommen, an den Dialogen und an vielen Kleinigkeiten - mit leichten Umstellungen und Umschreibungen. Es werden einfach nur Namen, Orte und Ereignisse aneinandergereiht, die dem Leser wohl bekannt vorkommen sollen. Ein guter Roman konnte dabei nicht herauskommen, zumal die Handlung längere Zeit einfach nur so dahinplätschert. Einen eigenen Stil entwickelt der Autor dabei nicht, die Charaktere wirken farblos. Zum Ende hin scheint dann noch der rote Faden verlorenzugehen, oder (schlimmer) es wird auf einen Dritten Teil hingearbeitet! Wenigstens gab es am Ende noch eine kleine Pointe, die ich so nicht erwartet hätte.

Am ärgerlichsten sind aber die vielen Mängel in der Übersetzung und die zahlreichen haarsträubenden Druck- und Setzfehler. Die verleihen dem Buch fast schon eine unfreiwillige Komik!

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4
kingatlantis Stephen King: Atlantis
Heyne 1999
582 Seiten, gebunden

Der erste Teil des Buchs handelt von dem elfjährigen Bobby Garfield, der mit seiner leicht neurotischen Mutter allein in einem Mietshaus in einer amerikanischen Kleinstadt des Jahres 1960 lebt. In Ted Brautigan, einem neuen Mieter, findet Bobby einen väterlichen Freund. Allerdings verhält Ted sich eigenartig. Er hat manchmal seltsame "Aussetzer" und verhält sich so, als wäre er vor jemandem (oder etwas) auf der Flucht. Ted gibt Bobby einen Job: Der Junge soll nach Männern in gelben Mänteln Ausschau halten. Diese Männer verfolgen Ted und tauchen auch tatsächlich bald in der Nachbarschaft auf. Bobby kann nicht verhindern, daß Ted von diesen unheimlichen Wesen, die nur wie Menschen aussehen, aber etwas ganz anderes sind, entführt wird. Ted ist nämlich ein Zerbrecher, der vom scharlachroten König gezwungen wird, die Balken, die den Dunklen Turm stützen, zu zerstören. Es war ihm offenbar gelungen, dem scharlachroten König zu entkommen und sich in unserer Welt vor den Regulatoren zu verstecken. Nun holen ihn die Regulatoren zurück und Bobby muss dies hilflos mit ansehen. Durch dieses traumatische Ereignis wird der Junge ziemlich aus der Bahn geworfen.

Jetzt folgt der krasseste Themawechsel, den ich je in einem Buch erlebt habe. Der Rest des Romans handelt nämlich praktisch nur noch von den ehemaligen Jugendfreunden Bobbys, deren Leben durch den Vietnamkrieg mehr oder weniger zerstört oder zumindest beeinflußt wird. Die Thematik des ersten Teils wird nur noch einmal ganz am Schluß kurz aufgegriffen, als Bobby auf wunderbare Weise einen Gegenstand erhält, der offensichtlich eine Zeitreise von 1960 nach 1999 gemacht hat.

Das Buch ist nicht einfach zu bewerten. Im ersten Teil stellte sich schnell der "King-Effekt" ein, den man auch bei einer Tüte Kartoffelchips erlebt: Wenn man mal damit angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Als dann noch Anklänge an den Romanzyklus um den Dunklen Turm zu lesen waren, war ich vollauf zufrieden - nur um dann ernüchtert die nächsten über hundert Seiten zu lesen, auf denen sehr geschwätzig und eher langweilig über das Leben eines von Kartenspielen besessenen Studenten berichtet wird. Die nächsten Kapitel handeln dann nur noch von den Spuren, die Vietnam in der Psyche der Menschen hinterlassen hat. Die Ereignisse, die im ersten Teil so sorgfältig aufgebaut wurden, spielen praktisch keine Rolle mehr. Was also sollte das Ganze? Offenbar konnte King sich nicht entscheiden, was aus dem Werk werden sollte: Ein weiterer Fantasyroman oder ein Porträt der Sechzigerjahre. Eigentlich könnte man die Lektüre des Romans nach dem ersten Teil einstellen: Insgesamt paßt der ganze Rest nicht mehr dazu.

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3
schemmenstern Frank Borsch: Fluchtpunkt Schemmenstern
VPM 2001
224 Seiten, gebunden

Eine ausführliche Rezi zu diesem Buch findet ihr in einer anderen Ecke dieses Archivs - einfach hier klicken!

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2
platzhalter Ian Fleming: Sag niemals nie oder Aktion Feuerball
Scherz-Verlag 1999
175 Seiten

James Bond, Agent 007, raucht und trinkt zuviel. Seine Gesundheit läßt zu wünschen übrig, die Leistungsfähigkeit des Agenten nimmt ab. Was liegt näher, als ihn zur Kur zu schicken? Im Sanatorium Shrublands lernt Bond das enthaltsame Leben kennen und entgeht knapp einem Mordanschlag. Ohne es zu wissen, hat er nämlich Informationen über eine Terror-Operation erhalten, die von einer internationalen Verbrecherorganisation namens SPECTRE geplant wird. Blofeld, der Kopf der Organisation, stiehlt einen Bomber mit zwei Nuklearsprengköpfen. Damit erpreßt er alle Nationen um mehrere Millionen Pfund. Ein Job für 007! Bond wird nach Nassau geschickt, der Hauptstadt der Bahamas. Prompt begegnet er der faszinierenden Domino, Geliebte des undurchsichtigen Emilio Largo. James Bond kommt bald den gestohlenen Atombomben auf die Spur und zettelt einen blutigen Unterwasserkampf an...

Der Roman stammt aus dem Jahr 1961, und das spürt man in jeder Zeile. Die ganze Mixtur aus Machismo, Mord und Martini ist allerdings in dem alten Film "Feuerball" sehr gut umgesetzt. Im Buch kommt Bond der Verschwörung sogar noch sehr viel schneller auf die Spur, im Film wurde einiges hinzugedichtet. Q und seine eigenartigen technischen Gimmicks kommen in dem Buch z.B. überhaupt nicht vor. Eigentlich kann man einen solchen Roman nur aus historischem Interesse lesen, wenn man wissen möchte, was man sich in den sechziger Jahren so unter "harten Männern" usw. vorgestellt hat.

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1
captains_log Mark A. Altman / Edward Gross: Captains Logbuch
HEEL 1994
285 Seiten, Grossformat

Dieses Buch habe ich eigentlich nur gekauft, weil es im Sonderangebot war und nur 5 Euro gekostet hat. Mehr ist es meiner bescheidenen Meinung nach auch nicht wert. Das Captains Logbuch ist nicht mehr als ein Episodenführer zu Star Trek. Schon die allererste Zeile im Vorwort des Buchs ist gelogen oder zumindest irreführend. Dort heißt es nämlich, das Buch würde die kompletten Reisen des Raumschiffs Enterprise dokumentieren. Okay - die Episoden der Classic-Serie sind komplett enthalten, ebenso die der Zeichentrickserie. Die Filme sind aber nur bis "Das unentdeckte Land" enthalten, die Next Generation-Episoden nur bis zur 5. Staffel. Die 6. und 7. Staffel sind in einem Ergänzungsband, für den man auch nochmal viel Geld ausgeben müßte.

Auch das Titelbild ist irreführend: Dort ist nämlich Avery Brooks als Ben Sisko abgebildet - aber zu Deep Space Nine findet sich in diesem Buch gar nichts! Auch dazu gibt es einen gesonderten Band, "Deep Space Logbuch" betitelt. Ein "Voyager Logbuch" gibt es natürlich auch...

Zu jeder Episode gibt es im Captains Logbuch eine kurze Inhaltsangabe und mehr oder weniger aussagekräftige Kommentare, die mit zahlreichen Interviewschnipseln der Schauspieler, Regisseure und sonstigen Beteiligten aufgepeppt sind. Eine längere Einleitung und Überleitungen zwischen den einzelnen Seasons und Filmen geben nähere Informationen zur jeweiligen Entstehungsgeschichte, zu den Hintergründen der Produktion und zu Details wie den allseits bekannten Streitigkeiten innerhalb des Schauspielerensembles. Insgesamt liest man wenig neues. Witzig sind die kleinen Schwarzweißbildchen, die die Schauspieler ohne Maske, in anderen Rollen oder "in Zivil" zeigen - nur im Mittelteil des Buchs finden sich einige Farbfotos mit den Schauspielern in Star Trek - Uniform. Größter Negativpunkt: Der Text strotzt nur so vor Schreib- und Übersetzungsfehlern.

Insgesamt muß ich sagen, daß dieses "Captains Logbuch" ein überflüssiges Werk ist und nur wieder darauf abzielt, Star Trek - Fans das Geld aus der Tasche zu ziehen. Lieblos zusammengestoppelter Text, schlechte Verarbeitung. Es ist noch nicht einmal gebunden, sodass einem bald die losen Seiten entgegenfallen! Nicht empfehlenswert!

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