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Atlan - Fluchtpunkt Schemmenstern
VPM 2001
224 Seiten, gebunden
Autor: Frank Borsch

Allgemein:

Der Roman schließt nahtlos an die Ereignisse an, die in dem 12 Hefte umfassenden Atlan-Traversan-Minizyklus beschrieben worden sind. Zur Erinnerung: Durch eine Zeitstation der MdI war Atlan in eine Epoche um ca. 5.800 vor Christi Geburt geschleudert und dort in den Freiheitskampf des kleinen Planetenreichs von Traversan gegen die degenerierenden Machthaber des arkonidischen Kristallimperiums verwickelt worden. Am Ende dieser Miniserie war zwar der Planet Traversan gerettet worden. Durch eine schwere Kopfverletzung war jedoch Tamarena, Atlans Geliebte, in ein Koma gefallen. Atlan hatte sich danach in Tiefschlaf begeben, um in die Gegenwart der Perry Rhodan-Handlung zurückzukehren ohne Gefahr zu laufen, irgendwelche Zeitparadoxa zu verursachen - die Zeitstation war ohnehin beim Entscheidungskampf um den Planeten Traversan vernichtet worden.

Inhalt:

Im vorliegenden Roman erwacht Atlan nur 21 Arkonjahre nach dem letzten Kampf um Traversan. Riaal, eine seiner ehemaligen Mitstreiterinnen, hat ihn auf eigene Faust geweckt, weil Tamarena entgegen jeder Hoffnung doch noch aus dem Koma erwacht ist. Das ist allerdings schon einige Wochen her und inzwischen ist Tamarena mit unbekanntem Ziel von Traversan verschwunden. Auch Irakhem, Tamarenas Bruder, weiß nichts über Tamarenas weitere Absichten. Er verhält sich äußerst feindselig gegenüber Atlan, den er für den schlimmen Zustand seiner Schwester verantwortlich macht. Er hatte versucht, Tamarena selbst zu therapieren, dem hat sie sich jetzt aber durch ihre Flucht entzogen.

Atlan macht sich sofort auf die Suche nach seiner verloren geglaubten Geliebten. Ihre Spur führt ihn zu den orbitalen Städten des Schemmenstern-Systems, wo sich eine freizügige Gesellschaftsform entwickelt hat, die dem totalitären System des arkonidischen Reichs ein Dorn im Auge ist. Ein bunt gemischtes, liberal gesinntes Völkergemisch bevölkert im Schemmen-System zahlreiche Raumstationen. Dort leben auch Unither-Familien, die aufgrund einer speziellen Sensibilität besonders gut für den Abbau bzw. für die Qualitätskontrolle von Hyperkristallen geeignet sind. Lathir, ein junger Unither, hat keinen sehnlicheren Wunsch, als mit einem Raumschiff das All zu erkunden. Nach einem gescheiterten Versuch, sich eine Passage von einem Sentenza-Angehörigen zu erkaufen, begegnet Lathir dem soeben im Schemmenstern-System eingetroffenen Atlan. Der Unither wirft sich dem unsterblichen Arkoniden praktisch an den Hals, weil er in ihm seine letzte Chance sieht, seinen Lebenswunsch doch noch zu erfüllen.

Atlan hat allerdings zunächst einmal andere Ziele. Um Fuß im Schemmenstern-System fassen und unauffällig Nachforschungen anstellen zu können, eröffnet er eine kleine Dagor-Schule. Lathir läßt jedoch nicht locker, sucht Atlan nochmals auf und überzeugt ihn schließlich, daß er ihm zusammen mit den anderen Unithern, die auf allen orbitalen Städten vertreten sind, am ehesten bei der Suche nach Tamarena helfen kann. Als Gegenleistung muß Atlan sich verpflichten, ihn mit zu den Sternen zu nehmen. Lathir nimmt Atlan mit in die Wohnbereiche der Unither, wo er im Rahmen eines zunächst ziemlich unangenehmen Rituals in die Herde aufgenommen wird.

Letztlich geschieht es aber eher durch Zufall, daß Atlan Tamarena wirklich findet. Unerklärlicherweise flieht sie vor ihm, und während Atlan sie verfolgt, wird er von den Sicherheitsleuten des Tatos Rupiak, der die orbitalen Städte mit lockerer Hand beherrscht, aufgegriffen. Rupiak hatte eine genaue Überwachung der orbitalen Städte veranlaßt, weil ihm bekannt geworden war, daß der Imperator Reomir X. nach und nach immer mehr Truppen unerkannt in das kleine Reich des Tatos eingeschleust hat, um beim richtigen Zeitpunkt loszuschlagen und Rupiak zu entmachten. Bei dieser Überwachung hatte er Atlan erkannt - die beiden waren im Traversan-Minizyklus bereits einmal zusammengetroffen und diese Begegnung hatte Rupiaks Leben zum besseren hin verändert.

Rupiak ist in einer Zwangslage. Soll er die reichlich vorhandenen Waffenlager für die Bürger seines Systems öffnen und damit einen blutigen Bürgerkrieg riskieren? Immerhin erklärt Atlan sich trotz der Gefahr, ein Zeitparadoxon zu verursachen, bereit, den Tato und seine relativ kleine Gruppe von Streitkräften beim zu erwartenden Angriff der Truppen des Imperators zu unterstützen. Tatsächlich dauert es nicht lange, dann beginnt der Kampf in einem Hotel, das als Sammelpunkt der Imperiumstruppen dient. Auch Atlan ist hier mit von der Partie. Der Kampf verläuft zunächst gut, doch Rupiaks Stellvertreter Semerion wird dabei vor Panik wahnsinnig. Er läßt in Rupiaks Namen Waffen an normale Bürger verteilen - und damit bricht in den orbitalen Städten das totale Chaos aus. Die Imperiumstruppen verteidigen sich ohne Rücksicht auf Verluste und so kommt es, wie es kommen muß: Eine Raumstation nach der anderen wird vernichtet, die totale Zerstörung der orbitalen Städte ist nur noch eine Frage der Zeit.

Als die Kämpfe so richtig losgehen, wird Atlan von einer Unither-Gruppe aus der Schußlinie gezerrt. Sie haben auch Tamarena ergriffen und bringen die beiden jetzt zusammen. Diese Begegnung verläuft aber ganz anders, als Atlan es sich vorgestellt hat, denn die Traversanerin verfügt über unglaubliche Kräfte und versucht Atlan zu erwürgen, weil sie denkt, Atlan sei für ihren bejammernswerten Zustand verantwortlich. Als sie unter dem Einfluß eines Hyperkristalls, den Atlan von Lathir erhalten hat, ihre telepathischen Fähigkeiten (die sie verloren hatte) zurückerhält, erkennt sie, daß Atlan unschuldig ist. Die Erklärung für Tamarenas eigenartiges Verhalten ist einfach, wenn auch schrecklich: Irakhem hatte ihren eigentlich nicht mehr lebensfähigen Körper durch sein Herumexperimentieren in eine Art Cyborg verwandelt - von der einstmals schönen Frau ist in Wirklichkeit kaum etwas geblieben, auch wenn sie durch eine spezielle Maske wie früher aussieht. Nachdem sie Atlan hiervon unterrichtet hat, flieht Tamarena erneut. Ihrer Meinung nach gibt es keine gemeinsame Zukunft für sie und Atlan. Der Arkonide will ihr folgen, wird aber von Lathir daran gehindert. Der Unither bringt Atlan zu den Hangars, wo es zu einer letzten Konfrontation mit dem wahnsinnigen Semerion kommt. Rupiak erscheint und paralysiert den Tobenden, wird dann aber von den nachsetzenden Imperiumstruppen getötet. Atlan gelingt die Flucht zusammen mit einem kleinen Trupp von Rupiaks Leuten und Lathir mitsamt dessen Herde.

Meine Meinung

224 Seiten, das klingt nach viel, ist es aber nicht. Borsch nimmt sich kaum Zeit, die Story und die Charaktere zu entwickeln. Alles geschieht ganz einfach Schlag auf Schlag, so daß der Roman in weiten Strecken ziemlich skizzenhaft wirkt. Atlan verhält sich keineswegs so, wie man es von einem erfahrenen, abgeklärten Unsterblichen erwarten sollte, der schon mehrere Jahrtausende durchlebt hat. Eher wie ein hormongesteuerter Jugendlicher! Insgesamt hätte die Geschichte besser in einen dreizehnten Heftroman im Rahmen des Minizyklus gepaßt, aber für ein Buch kann man ja schließlich viel mehr Geld verlangen...

Der Roman hat eigentlich ein offenes Ende, denn Atlan begibt sich nicht sogleich wieder in seine Tiefschlafkammer. Weiteren Fortsetzungen steht somit nichts im Wege. Für Perry Rhodan- bzw. Atlan-Fans ist der Roman natürlich unverzichtbar, schließlich will man wissen, was aus Tamarena geworden ist!

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