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Atlan Rudyn Nr. 2: Das Sphärenrad

Autor: Rüdiger Schäfer

Inhalt

Agenten der ZGU haben auf Finkarm einen Zellaktivator erbeutet. Atlan konnte dies nicht verhindern, wurde jedoch von Trilith Okt auf deren Schiff GAHENTEPE geholt. Trilith ist ebenfalls am Zellaktivator interessiert und rechnet sich mit Atlans Hilfe bessere Chancen aus, ihn zu erringen. Während sie das ZGU-Schiff TRADIUM bis zum Planeten Rudyn verfolgen, erzählt Trilith dem Arkoniden ein wenig mehr über ihre Vergangenheit:

Triliths Geschichte

Einige Zeit nach dem Start von Triliths Heimatwelt steuert die GAHENTEPE einen Planeten an, auf dem Trilith einen weiteren Test absolvieren muss. Lalia Bir wird derweil in ein künstliches Koma versetzt, denn sie droht ihren schweren Verletzungen zu erliegen. Die Positronik des Schiffes schießt Trilith einen Unterschenkel weg - unter diesen erschwerten Bedingungen soll sie einige Kilometer weit bis zu einer bestimmten Stelle marschieren. Eine Zeitbegrenzung gibt es zwar nicht, aber die Verletzung macht Trilith schwer zu schaffen. Außerdem muss sie sich gegen die gefährliche Tierwelt des Planeten wehren. Dazu gehört auch eine Käferart, die ihre Opfer mit hypnosuggestivem Gesang lähmt. Trilith stellt fest, dass diese Käfer von Morchete, der Matriarchin eines vor ca. 500 Jahren auf dem Planeten notgelandeten Springerschiffes, kontrolliert werden. Morchete hat die Jahrhunderte zwar mit Hilfe eines von den Insekten abgesonderten Sekrets überdauert, ist aber mutiert und nicht mehr als Humanoide zu erkennen. Sie hatte seinerzeit alle anderen Überlebenden ermordet, weil sie diesen die Schuld am Tod ihrer Töchter gegeben hatte. Durch den Überlebenskampf auf dem Planeten lernt Trilith, ihr zusätzliches Augenpaar zu nutzen. Bei der Auseinandersetzung mit Morchete wird eine weitere Paragabe in ihr geweckt: Sie ist Psi-Reflektorin und kann sich auf diese Weise gegen die Beeinflussung durch die Insekten wehren. Diese fressen Morchete schließlich auf.

Gegenwart

Während die GAHENTEPE im Ephelegon-System Warteposition bezieht, dockt die TRADIUM am Sphärenrad ZUIM an. Dieses riesige Raumschiff ist eine Neuentwicklung der ZGU, die eine wichtige Rolle in den Plänen Ponter Nastases spielt. Nastase ist Kalfaktor für Wissenschaften und träumt davon, die ZGU zur größten Macht in der Milchstraße zu machen. Seine wichtigste Gegenspielerin ist Neife Varidis, die sich der von Nastase propagierten isolationistischen Politik und der immer exzessiver betriebenen Aufrüstung entgegenstellt. Sie befürchtet schon seit längerer Zeit, dass Nastase einen Putsch vorbereitet und begibt sich auf die ZUIM, um ihn zur Rede zu stellen. Als Nastase den Zellaktivator erhält, ist die Stunde zum Losschlagen gekommen. Als Unsterblicher will er sich zum Alleinherrscher in der ZGU aufschwingen. Zunächst einmal beseitigt er alle Mitwisser, indem er Jesper Gablenz, den Kommandanten der TRADIUM, eigenhändig ermordet, und das Schiff dann auf eine Mission schickt, bei der es vernichtet wird. Es gibt jedoch eine über den Zellaktivator informierte Überlebende: Ernesta Gori, eine Agentin aus dem Kader von Neife Varidis, rettet sich vor dem Start der TRADIUM auf das Sphärenrad, wobei ihr der Techniker Holzer M. Buchard hilft. Es gelingt ihr, Neife Varidis zu warnen.

Die ZUIM ist auch Atlans und Trilith Okts Ziel. Atlan ist sich zwar nicht über die Motive der Psi-Kämpferin im Klaren, kann ihre Hilfe aber gut gebrauchen. Er will den Zellaktivator für die Terraner sichern und gleichzeitig verhindern, dass seine Existenz bekannt wird, denn er befürchtet, dass sonst ein Bruderkrieg zwischen den verschiedenen aus terranischen Kolonien hervorgegangenen Machtblöcken entbrennen könnte. Die ZUIM gehört zu den am besten gesicherten Orten im Ephelegon-System. Atlan braucht deshalb fremde Hilfe, um das Sphärenrad erreichen zu können. Diese findet er bei Sente Maluba, dem Kommandanten des von Olymp kommenden Raumschiffs KAPIUR. Der Arkonide muss allerdings erst unter vier Augen mit Maluba sprechen, um ihn zur Mitarbeit zu bewegen. Der Mann empfindet wenig Zuneigung für die USO oder die Terraner, denn sie haben den Tod seiner schwangeren Frau verschuldet. Die Handelsdelegation von Olymp erhält schließlich Zugang zum Sphärenrad, Trilith Okt und Atlan sind mit von der Partie. Dass dieser Coup klappt, hat Atlan einem jungen, unbekannten Besatzungsmitglied der KAPIUR namens Balton Wyt zu verdankenů

Am 15. September 3102 vollenden sich Nastases Umsturzpläne. Er lässt Alarm auf der ZUIM geben, gleichzeitig werden auf Rudyn Unruhen angezettelt, die er Neife Varidis anlastet, um später als Retter in der Not auftreten zu können. Atlan und Trilith Okt, die bei ihrer Suche nach dem Zellaktivator auch auf Ponter Nastases Namen gestoßen sind, eilen Neife Varidis zu Hilfe. Atlan ist entsetzt über Triliths rücksichtslose, unnötig brutale Vorgehensweise. Ihm schwant, dass irgendwann eine Konfrontation mit ihr unausweichlich sein wird. Es kommt zu mehreren Schießereien mit Nastases Männern, die Varidis töten sollen. Atlan, Trilith Okt, Varidis und deren persönlicher Berater Oderich Musek können sich jedoch an Bord eines Müllfrachters verstecken und aus dem Sphärenrad entkommen.

Kommentar

Irgendwie fällt mir gar nicht so viel zu diesem Roman ein, aber das soll keine Negativkritik sein. Er ist gutes Lesefutter und bleibt durch die häufig wechselnden Handlungsebenen spannend. Jetzt endlich kommt auch der für die Trilogie namensgebende Planet Rudyn zu seinem Recht; man erfährt ein wenig mehr über die dortigen politischen Verhältnisse. Die Erwähnung des jungen Balton Wyt, später Mitglied des Neuen Mutantenkorps und Zellaktivatorträger, betrachte ich eher mal als kleinen Gag. Immerhin ist es ganz schön, etwas über Wyts bislang unbekannte Vergangenheit zu lesen.

Man merkt außerdem, dass Rüdiger Schäfer weiß, worüber er schreibt. Atlan wird deshalb gut charakterisiert und hat einige starke Momente. Trilith Okt bleibt rätselhaft, was auch nicht schlecht ist. Man weiß nicht, welche Ziele sie wirklich verfolgt, ihre Herkunft bleibt ebenfalls noch im Dunkeln. Klar ist für mich allerdings, dass sie ein Kunstprodukt sein muss. Nur frage ich mich, wer sie "hergestellt" hat (und zu welchem Zweck): Dieser Jemand muss ja eine Engelsgeduld haben, schließlich hat es Jahre bzw. Jahrzehnte gedauert, bis sie zu dem geworden ist, was sie jetzt ist. Trilith ist eine sehr interessante Figur, bei der ausnahmsweise auch mal nicht gleich feststeht, ob sie zu den "Guten" oder zu den "Bösen" gehört. Atlan begreift aber wohl so allmählich, dass er ihr nicht vertrauen darf.

Triliths neuestes Rückblick-Abenteuer ist zwar ganz nett und diente auch einem bestimmten Zweck: Ihre Paragabe sollte geweckt werden, was wohl nur unter extremem Stress möglich war. Allerdings ist die Vorgeschichte dazu, also der Absturz des Springerschiffs usw., für meinen Geschmack zu lang. Oder eigentlich überflüssig - sie stört den Fluss der eigentlichen Romanhandlung ein wenig. Das gilt auch für die eine oder andere Nebenhandlung, zu nennen wären insbesondere die Erlebnisse des verhinderten Frauenhelden Holzer M. Buchard. Da diese Geschichtchen aber ebenfalls ganz nett zu lesen ist, kann man darüber hinwegsehen.

Den Sinn der Sphärenrad-Technologie habe ich nicht so recht begriffen. Warum sollten die Dinger zum Beispiel einem Kugelraumer überlegen sein? Allein am Aufbau kann's nicht liegen, der kommt mir eher zu kompliziert vor. Wozu der Aufwand, mehrere Ringe umeinander kreisen zu lassen? Welchen Vorteil soll das bringen?

Habe übrigens gelesen, dass der Roman viele Anspielungen auf reale Personen enthält. Eine dieser Anspielungen ist der bereits erwähnte Holzer M. Buchard, mit dem der Autor Michael H. Buchholz gemeint sein soll. Das ist wohl die Erklärung für so manche Szene, die sonst wenig Sinn ergeben würde.

J. Kreis, 26.11.2007
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