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Atlan Obsidian 7: Sardaengars Botschaft

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Litrak tötet Atlan nicht - kann ihn nicht töten, denn als ehemaliger Beauftragter der Kosmokraten scheint der Arkonide für das Kristallwesen tabu zu sein. Auch Tamiljon bleibt völlig unverletzt, obwohl Atlan genau gesehen hat, dass ein Kristallsplitter in seinen Hals geschlagen war. Litrak verschwindet und überlässt seine Befreier ihrem Schicksal. Die Ordensleute altern rasch, einige sterben sogar, denn die jetzt in Litrak aufgegangenen Mondsplitter ihrer Stäbe hatten eine lebenserhaltende Wirkung auf sie. Der Weg aus der Eisgruft hinaus ist versperrt. Überall breiten sich die Wucherungen der "Braunen Pest" aus und die ganze Gruft droht sich in Trümmer aufzulösen. Atlan verliert weitere Begleiter an die Braune Pest, bis nur zehn übrig sind. Mit ihnen macht er sich auf die Suche nach Litrak. Zuerst betritt Atlan jedoch eine der Silbersäulen in der Nähe von Litraks Gefängnis. Dabei helfen ihm Nano-Module, die auf seine Hand übergegangen sind, als er diese in eine Silbersäule beim Basislager gesteckt hatte.

In der Säule, deren KI voll funktionsfähig ist, erscheint das Hologramm eines Varganen. Es ist Sardaengar! Das Holo rekapituliert nochmals die Vergangenheit. Sardaengar war vor Jahrzehntausenden in die Obsidiankluft geraten und hatte mit seinen Parakräften Kontakt mit der manifestierten PSI-Materie des heutigen Kristallmondes aufgenommen. Das Gebilde hatte auf seine Wünsche und Träume reagiert - ebenso wie auf die aller anderen Lebewesen, die es auf den bis dahin einzigen Planeten Vinara verschlagen hatte. So wurden mit der Zeit die Spiegelwelten und alles, was sich darauf befindet, quasi erträumt. Kurz nach der Manifestation von Vinara Drei war Litrak erschienen. Er hatte eine paranormale Verbindung mit Sardaengar hergestellt, um ihn zum Kristallmond zu locken. Nur mit ihm zusammen wäre Litrak in der Lage gewesen, dem Mond eine Hochrangberechtigung einzuspeisen und sein Potenzial erst richtig auszunutzen. Sardaengar wollte dabei nicht mitspielen und der Rest ist bekannt. Das Holo warnt Atlan, dass Litrak versuchen wird, sich Bruchstücke seines Körpers einzuverleiben, die er während des Kampfs gegen Sardaengar verloren hat. Das muss unbedingt verhindert werden. Die größte Ansammlung dieser Splitter befindet sich im Canyon der Visionen auf Vinara.

Bevor Atlan die Säule verlässt, wird ihm ein Hilfsmittel verliehen: Eine Art Armband aus Nano-Modulen, die er mental steuern und als Waffen oder Spionsonden nutzen kann. Atlans Begleiter haben in der Eisgruft derweil ein weiteres jener Krakenwesen gefunden, die in der Sprache der Mächtigen sprechen. Es lebt noch und redet mit Atlan, ist aber schon von der Braunen Pest befallen. Es bezeichnet sich selbst als Biophoren-Spiegelwesen, als Schöpfung Litraks. Bevor es stirbt, beschwört es den Arkoniden, zu verhindern, dass Litrak und Sardaengar den Kristallmond gemeinsam erreichen. Mit Hilfe der Nano-Module stellt Atlan dem mit geheimnisvollen Tätigkeiten in der Eisgruft beschäftigten Litrak eine Falle. Es gelingt ihm, das Kristallwesen mit feinsten Nano-Bändern zu fesseln. Dabei sterben allerdings weitere Ordensbrüder. Atlan verliert die Kontrolle über die Fesseln, als überall Massen der Braunen Pest hochquellen und die Eisgruft unterzugehen scheint. In Wirklichkeit löst sie sich jedoch aus dem Eis - sie ist nämlich nichts anderes als eine Goldene Technostadt, die im Gletscher verankert war, und Litrak hat sie aktiviertů

Lethems Sturz in die Taneran-Schlucht wird im letzten Moment von Kythara aufgehalten. Als sich alle wieder erholt haben, beginnt der Abstieg über den verborgenen Pfad und dann der beschwerliche Aufstieg auf der anderen Seite. Dort donnert eine Goldene Technostadt, mit der irgendetwas nicht zu stimmen scheint, so niedrig über die Gruppe hinweg, dass die Reitechsen durch den Orkan davongeschleudert und getötet werden. Wie sollen Lethems Leute jetzt den weiten Weg bis ins Land der Silbersäulen schaffen? Da bekommen sie unerwarteten Besuch von einem 30 Meter langen, saurierartigen Ungetüm mit zwölf Beinen, vier Tentakeln und mörderischem Mundgeruch, das sie fast über den Haufen rennt. Diese alptraumhafte Kreatur ist in Wirklichkeit ein sanftes, intelligentes Wesen aus dem Volk der Fonshoord, obendrein ist es ein alter Bekannter von Kythara. Dismeeder Bonweerd, so lautet sein Name, erklärt sich bereit, die Gefährten zu tragen. Es wird zwar ein Höllenritt, aber nach wenigen Tagen kommt Sardaengars Festung in Sicht. Während der Reise beobachtet Lethem immer wieder Einschläge von Obsidian-Meteoriten, ab und zu ist auch die dahintorkelnde Technostadt zu sehen. Dummerweise sind die Gefährten diesem gigantischen Objekt viel zu nahe, als es plötzlich abstürztů

Kommentar:

Da habe ich ja gründlich daneben gelegen mit meiner Vermutung, Sardaengar könne ein Cyno sein. Er ist also ein Vargane wie Kythara. Hm, was wissen wir eigentlich über Lethems schöne Begleiterin? Es könnte gut sein, dass sie eine Zeitgenossin Sardaengars ist oder gar mit ihm zusammen in die Obsidian-Kluft verschlagen wurde! Andererseits - warum sollte Sardaengar kein Cyno sein? Womöglich tritt er in der Obsidian-Kluft nur als Vargane auf, weil er mit Varganen dort angekommen ist? Vielleicht hat er unter den Lemurern, wo er ja Tamrat war, in der Gestalt eines Lemurers gelebt? Mindestens ebenso geheimnisvoll wie Sardaengar und Kythara bleibt Tamiljon. Atlan sollte dem Knaben schleunigst und energisch auf den Zahn fühlenů

Dass Atlan als "Kosmokratenknecht", wie Litrak sich auszudrücken beliebt, für den "Untoten Gott" tabu ist, kann nur bedeuten, dass Litrak auch einmal ein Kosmokratendiener gewesen ist. Nicht umsonst hat er bei seiner Wiederauferstehung die Gestalt eines Kosmokratenroboters angenommen. Nach Aussage des Sardaengar-Holos ist er eine minderwertige Reinkarnation - von was? Die Kraken sind Biophore-Wesen. Solchen Kreaturen sind wir auch schon im Sporenschiff PAN-THAU-RA begegnet. Ist der "Mond" Vadolon also tatsächlich ein Sporenschiff oder ein Backup-System (der Begriff fiel ja schon mal) für die Sporenschiffe - und ist deshalb noch mächtiger als diese?

Auch in diesem Roman hat man nicht auf Cliffhanger verzichtet. Wenigstens ist diesmal nicht Atlan selbst in Gefahr, aber auch so nutzt sich dieses Stilmittel allmählich ab. Davon abgesehen ist auch der siebte Roman des Minizyklus gut lesbar und unterhaltsam. Sehr erfreulich, dass ein so stabiles Qualitätsniveau beibehalten werden konnte, der Minizyklus wirkt bis jetzt wie aus einem Guss - ganz im Gegensatz zum Centauri-Zyklus, wo es doch einige Schwankungen gegeben hat. Auf der Negativseite haben wir einmal die leidigen Cliffhanger und zum anderen das doch eher langsame Erzähltempo sowie die Konzentration auf Fantasy-Abenteuer. Es wird Zeit, dass etwas mehr SF in die Handlung einfließt und dass es nach all den vielen Andeutungen mal richtig zur Sache geht!


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