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Atlan Obsidian 3: Die Savannenreiter von Vinara

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Atlan und Jorge Javales werden von Savannenreitern vor dem Angriff der Raubsaurier gerettet. Dieses vergleichsweise primitive Nomadenvolk reist auf riesigen käferartigen Tieren von Ort zu Ort, Atlans Retter gehören zum Stamm der Tulig und sind in besonderer Mission unterwegs. Sie sind humanoid, relativ klein und schmal gebaut, haben purpurviolette Augen und eine sehr dunkle Haut. Aus welchem Volk sie hervorgegangen sind, bleibt unklar. Ihre Sprache ist ein für Atlan und Javales durchaus verständliches Gemisch aller möglichen galaktischen Idiome. Ihre Schamanin Dendria verfügt offenbar über PSI-Kräfte und kann die Zukunft in Visionen voraussagen. Von ihr erfährt Atlan die Legende von Sardaengar (den Namen kennt er ja bereits in anderem Zusammenhang) und Litrak. Dendria hatte vor einigen Tagen einen Wahrtraum von bedrohlichen Zeichen am Himmel. Daraufhin wurde eine Gruppe der tüchtigsten Männer der Tulig ausgeschickt, um - geführt von Dendria - den einzigen zu finden, der das Unheil abwenden könnte: Den Ewigen Litrak. In Atlan sieht Dendria einen Wächter der Eisgruft. Sie scheint Atlans Ritteraura wahrnehmen zu können und glaubt, er könne den Tulig bei ihrer Mission helfen.

Es bleibt Atlan nichts anderes übrig, als mit den Savannenreitern zu reisen. Nach einem beschwerlichen Ritt von vier Tagen macht die Gruppe einen Zwischenstopp in einer Karawanserei. Dummerweise gibt es dort gleich Ärger mit einem anderen Nomandenstamm, der aus religiösen Gründen mit den Tulig verfeindet ist. Der andere Stamm verehrt Sardaengar, der nach Ansicht der Tulig das Böse über Vinara gebracht hat, indem er das Geld einführte. Man verwendet seither kleine Obsidianstücke, Lithras genannt, als Währung. Auf der Weiterreise werden die Tulig von ihren zahlenmäßig weit überlegenen Feinden verfolgt. Atlan gelingt es zwar, durch eine List etwas Vorsprung herauszuschinden, aber der hält nicht lange vor. Um den Verfolgern zu entgehen, reiten die Tulig zur Ruinenstadt von Ardaclak, über die so furchtbare Legenden in Umlauf sind, dass Atlan hofft, die Verfolger würden es nicht wagen, ihnen dorthin zu folgen. Bevor sie die Ruinenstadt aber erreichen, werden die Tulig von einer unglaublichen Masse termitenähnlicher Insekten überwältigt. Atlan und Jorge werden von den Insekten in Kokons eingesponnen und in einen Bau geschleppt, wo die hungrige Insektenkönigin schon auf sie wartet…

Lethem da Vokoban sucht nach der Abfuhr, die er bei Kythara erlebt hat, nach einem Weg, die Insel zu verlassen, auf der die Besatzung der TOSOMA gestrandet ist. Seeschiffe, mit denen man das Festland erreichen könnte, gibt es genug. Aber kein Kapitän ist bereit, Lethems Leute zu befördern - kein Wunder, sie haben ja auch keine Lithras. Im Gegenteil: Lethem handelt sich nur Ärger ein, er wird in eine Schlägerei verwickelt, durch die einer der geheimnisvollen Flugroboter auf den Plan gerufen wird. Lethem sieht keinen anderen Ausweg, als ein Schiff zu stehlen. Mit einem kleinen Trupp schleicht er in der Nacht auf den Schaufelraddampfer VERDRANS GLUT, läuft dort aber nur Umrin und einigen anderen Überschweren in die Arme, die ihn zusammen mit Kythara schon auf dem Dampfer erwarten. Zu Lethems Überraschung erklärt Kythara sich jetzt bereit, ihn zum Festland zu begleiten - sie wollte nur wissen, wie ernst es ihm wirklich ist mit dem, was er über den drohenden Untergang Vinaras gesagt hat. Außer ihr und dem Arkoniden soll nur eine kleine Gruppe der Schiffbrüchigen mitkommen, der Rest der TOSOMA-Besatzung bleibt in Viinghodor. Kythara wird von ihren Beratern Ondaix (ein Springer) und Enaa von Amenonter (eine Akonin) begleitet. Nach einigen Tagen auf See gerät der Dampfer in einen Sturm und schlägt leck. Man rettet sich in die Beiboote. Bei dem Versuch, das Land zu erreichen, kentert das Boot mit Kythara, Lethem und ihren Leuten an scharfen Felsklippen…

Li da Zoltral erreicht derweil die Zentrale der VERGESSENEN POSITRONIK und stellt fest, dass sie auf den Kristallmond zu stürzen droht.

Sardaengar - der also tatsächlich noch lebt - ist in der im Ograhan-Obsidian-Gebirge gelegenen Bastion Grataar mit geheimnisvollen Tätigkeiten beschäftigt. Das Gebirge befindet sich in Mertras, dem Land der Silbersäulen. Sardaengar verfügt über besondere Sinne, mit denen er die Ankunft der neuen Schiffbrüchigen wahrnehmen kann. Einen davon kennt er zumindest namentlich: Es ist Atlan. Auch Lis Anwesenheit bleibt ihm nicht verborgen - sie hat für ihn die Ausstrahlung einer Imaginären. Plötzlich entsteht ein Lichtbogen zwischen dem Kristallmond und den Gipfeln des Ograhan-Gebirges und die Silbersäulen beginnen zu glühen…

Kommentar:

Der Roman schließt nahtlos an den vorigen Band an, nicht nur inhaltlich, sondern auch vom ganzen Stil her. Die Exotik der noch weitgehend unbekannten Schauplätze findet sich hier genauso wieder wie die durch kleine Andeutungen genährte Atmosphäre des Geheimnisvollen, die Lust auf mehr macht. Durch den ständigen Wechsel der Handlungsebenen wird Spannung aufgebaut, leider verfällt der Autor am Ende auf die abgedroschene Idee, Atlan und Jorge von übel gesinnten Tieren umzingeln zu lassen und in eine scheinbar ausweglose Situation zu bringen - das hatten wir doch im letzten Roman schon zwei- bis dreimal. Auch diesmal kann der Cliffhanger nicht funktionieren - Atlan wird nicht sterben, das steht fest, und Jorge Javales entwickelt sich allzu sehr zu einer lästigen Nervensäge, als dass man sein etwaiges Hinscheiden als bedauerlich empfinden würde… Insgesamt ein wirklich unterhaltsamer, spannender und interessanter Roman. Von mir aus könnte es in genau diesem Stil weitergehen!

Zum Inhalt: Kytharas Verhaltensweise erscheint mir noch rätselhaft. Im letzten Roman konnte man meinen, sie wisse über das drohende Unheil schon Bescheid und werde durch irgendwelche unbekannten Gründe gehindert, Lethem zu helfen. Jetzt sieht es so aus, als habe sie ihm nur noch nicht richtig geglaubt. Dieser Meinungsumschwung überzeugt mich nicht so recht. Warum wählt sie übrigens diesen komischen Seelenverkäufer VERDRANS GLUT als Transportmittel? Ihr dürften doch sicher bessere Möglichkeiten zur Verfügung stehen?

Dass Sardaengar ein Unsterblicher sein oder einen anderen Weg gefunden haben muss, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen, ist klar. Fragt sich nur, ob er einen Zellaktivator besitzt oder ob er sein Leben mit Hilfe der eigenartigen Anlagen, in denen er sich zu befinden scheint, verlängern konnte. Woher zum Geier kennt er eigentlich Atlan?

Li da Zoltral oder vielmehr ihr aufgepfropftes "Zweitbewusstsein" hat also die Ausstrahlung einer Imaginären - wir erinnern uns: Die Neun Imaginären waren vor ca. einer Million Jahren die Beherrscher der Cynos, welche wiederum Lenker eines SCHWARMS waren…


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