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Atlan Obsidian 1: Im Licht des Kristallmondes

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Die TOSOMA befindet sich noch immer im Sternhaufen Omega Centauri beim Planeten Kharba. Einige Besatzungsmitglieder wurden ausgetauscht, danach ist das Mutterschiff ATLANTIS mit Kurs Arkon abgeflogen. Die Erforschung der Kharag-Stahlwelt hat begonnen, inzwischen sind zwei Tage seit Li da Zoltrals Tod vergangen. Plötzlich erscheint ein riesiges Objekt im Zentrum des Sonnentransmitters, obwohl dieser gar nicht aktiviert wurde. Es ist eine quaderförmige Plattform mit einer Kantenlänge von 6 x 2 x 1 Kilometern, die dort aus eigener Kraft materialisiert. Atlan, der sich auf der Stahlwelt befindet, hat die Ankunft der Plattform ebenfalls registriert. Er kennt dieses Objekt aus seiner Jugend, denn er war schon einmal auf diesem Schiff, damals zusammen mit Fartuloon. Das Schiff geistert seit Jahrtausenden wie ein fliegender - oder kosmischer - Holländer durch die Galaxis. Es ist seinerzeit noch von den Lemurern erschaffen worden, später hatten die Varganen es übernommen. Möglicherweise wurde es jetzt von den Ausstrahlungen der Bewusstseinstransferanlage der Stahlwelt angelockt.

Atlan will mit drei Begleitern per Transmitter auf die TOSOMA überwechseln, aber etwas geht schief. Durch einen unbekannten Einfluß wird der Transmitter umgeleitet, Atlan und seine Begleiter rematerialisieren auf der fremden Plattform. Dort findet Atlan völlig veränderte Verhältnisse vor. Die vier Menschen werden sofort von aggressiven Spinnenrobotern angegriffen, die zwar keine Waffen verwenden, aber in Massen auftreten. Wer von den Robotern überwältigt wird, verliert seinen freien Willen - die Maschinen setzen sich wie Parasiten im Nacken ihrer Opfer fest. Auf der Flucht vor den Spinnenrobots verliert Atlan zwei seiner Kameraden. Er begegnet einer Vielzahl von Lebewesen, teils Angehörige bekannter galaktischer Völker, die alle stark mutiert sind und von den Robotern geistig kontrolliert werden. Atlan widersteht dieser Beeinflussung durch seine Mentalstabilisierung und den Zellaktivator.

Auf der TOSOMA hat man zum Zeitpunkt von Atlans Transmitterdurchgang eine Störstrahlung angemessen, die von der Plattform ausgegangen ist. Als der Arkonide nicht in seinem Schiff ankommt, ist klar, dass er auf der Plattform sein muss - die TOSOMA nimmt daher Kurs auf das fremde Schiff und fliegt dabei ins Innere des Sonnentransmitters, der kurz darauf prompt aktiv wird, wobei unklar bleibt, ob die Plattform diesen Vorgang ausgelöst hat oder aus welchem anderen Grund die Sonnen ihre Transmittertätigkeit aufnehmen. Die Plattform entmaterialisiert, auch der arkonidische Kreuzer wird mitgerissen. Beide Schiffe kommen in einer unbekannten Region des Kosmos an, genauer gesagt werden sie mitten in einer 363 Millionen Kilometer durchmessenden Dunkelwolke stofflich, in der es einen offenbar künstlich erschaffenen Hohlraum gibt. In der Nähe steht eine relativ kleine orangefarbene Sonne mit fünf Planeten, welche ihr Gestirn auf einer gemeinsamen Umlaufbahn umkreisen. Die Welten sind absolut identisch, nicht nur in Bezug auf Durchmesser, Schwerkraft und Rotationsdauer - auf jedem gibt es einen einzigen, genau gleich geformten Kontinent. Einen Unterschied gibt es doch: Nur einer der Planeten hat einen Mond, ein Objekt, das wie ein geschliffener Kristall strahlt und mit 1126 Kilometern exakt den Durchmesser eines Sporenschiffs hatů Bis auf diese Himmelskörper scheint die Dunkelwolke absolut leer zu sein, die Wolke selbst besteht nicht aus Gas, wie es bei derartigen Objekten sonst üblich ist, sondern aus einer Ansammlung von Staub und Gesteinsbrocken, deren Hauptbestandteil Siliziumdioxid ist, amorphes vulkanisches Glas also, das auch unter dem Namen Obsidian bekannt ist. Die Frage ist nur, wie es in solchen Massen in den Weltraum gelangt ist. Mehr noch: Die Obsidianfragmente sind vermutlich Hyperkristalle; sie emittieren 5-D-Strahlung.

Im Augenblick der Entmaterialisierung der Plattform erhält Atlan mentalen Kontakt zu einem seltsamen Pflanzenwesen, das auf einem der fünf identischen Planeten lebt. Namen wie Vinara (der Planet), Vadolon (der Kristallmond), Xyban-K'hir (das Pflanzenwesen) und Sardaengar (Bedeutung unbekannt) fallen. Zusammen mit dem Terraner Jorge Javales, der von Beruf Archivar ist, flieht Atlan durch eine Art Transmitter und kommt, wie man auch auf der TOSOMA feststellt, auf einem der mondlosen Planeten wieder heraus. Währenddessen versucht das Geisterschiff die Dunkelwolke zu verlassen, wird aber durch unbekannte Einflüsse festgehalten. Kurz danach wird es mit Massen von Obsidianfragmenten bombardiert, die aus der Dunkelwolke herbeitransmittiert werden. Dabei wird aber hauptsächlich die TOSOMA beschädigt, der Plattform scheint das Bombardement wenig ausgemacht zu haben. Das arkonidische Schiff leitet eine Notlandung auf einem der Planeten ein.

Im Sonnendodekaeder erscheint derweil eine Frau, bei der es sich um die totgeglaubte Li da Zoltral zu handeln scheint. Sie trägt etwas, das ein Kosmokratenanzug sein könnte. Sie hat den Auftrag (von wem auch immer), die weiteren Geschehnisse zu beobachtenů

Kommentar:

Ich muss ehrlich sagen, dass mir dieser Roman nicht gefallen hat, schon gar nicht als Zyklusauftakt. Der folgende Text fällt deshalb etwas harsch aus. Immerhin hat Heft 1 mein Interesse gerade soweit geweckt, dass ich mir auch die weiteren Romane antun werde. Ich kann noch kaum etwas an Spekulationen bieten, denn Haensel beschränkt sich auf die vordergündige Action und erwähnt die eigentlich interessanten Aspekte nur so nebenbei. Immerhin steht fest, dass die Kosmokraten wieder mitmischen. Man kann vermuten, dass die Obsidian-Dunkelwolke von den Lemurern erschaffen oder zumindest ausgebaut worden ist.

Haensels verklausulierter Schreibstil mit den vielen Rückblenden, Einschüben und Querverweisen auf andere Zyklen bläst die eher dünne Story zu einem Ballon voller heißer Luft auf. Neuleser dürften dadurch kaum angesprochen, sondern eher abgeschreckt werden. Viel passiert ja auch eigentlich nicht. Atlan muss wieder einmal endlos lange vor Robotern fliehen, die natürlich in der Gestalt von Spinnen auftreten - huch, wie eklig! Wieder einmal gerät der olle Arkonidenhäuptling dabei in den unvermeidlichen Dschungel (hier in Form einer außer Kontrolle geratenen hydroponischen Anlage). Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass in mindestens der Hälfte aller Atlan-Romane ein Sumpf mit allerlei schleimigem Getier vorzukommen hat - derartiges hat man allzu oft gelesen, es ist ebenso abgedroschen wie langweilig. Vielleicht hat man das in der PR-Redaktion selbst eingesehen und deshalb diesmal darauf verzichtet, den Zyklus als das "absolute Abenteuer" zu bezeichnen?

Man wird kaum mitgerissen von dem ganzen Gefummel mit Transmittern, unbekannten Energieformen usw., auch die Vorstellung des Haupt-Handlungsschauplatzes bleibt seltsam lau, von den Hauptpersonen gar nicht zu reden. Außer Atlan agieren hier offenbar nur entbehrliche Statisten, deren Tod den Leser denn auch nicht weiter berührt. Man fragt sich: Was soll das alles? Da taucht aus ungeklärten Gründen ein unbekanntes Schiff auf, das irgend etwas mit dem Sonnentransmitter anstellt, welcher den Kahn dann warum auch immer sonst wohin befördert, wo er auf unerklärliche Art und Weise von irgendwem festgehalten und angegriffen wird. Man kann nur hoffen, dass all diese Ungereimtheiten irgendwann im Verlauf des Zyklus näher beleuchtet werden und dass die Antwort nicht wie so oft lautet: Es stand so im Exposé!


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