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Atlan Heftroman Nr. 18 - Lordrichter 6: Kampf um Maran'Thor

Autor: Horst Hoffmann

Inhalt

Am 14.05.1225 NGZ erreichen Atlan und Kythara, begleitet von zwei Kampfrobotern, den 23.000 Lichtjahre von Narukku entfernten Planeten Maran'Thor, eine Versunkene Welt der Varganen, auf der es varganische Stützpunkte gibt und die von drei 15 Kilometer durchmessenden sog. Arsenalstationen umkreist wird. Drei feurige Ringe umspannen den Planeten. Leider stoßen der Arkonide und die Varganin gleich bei ihrer Ankunft auf mehrere Probleme. VARXODON ist auch von Maran'Thor aus nicht direkt erreichbar, die einzige noch reagierende Transmitter-Gegenstation befindet sich auf Stempoolten, einer weiteren Versunkenen Varganenwelt. Maran'Thor selbst ist seit einem Jahr von den Torghan- und Ur'Ogh - Insektenvölkern besetzt, der Stationsrechner wurde von ihnen umprogrammiert. Der Computer legt ein Schirmfeld über die Transmitteranlage, so dass Atlan und Kythara sie nicht mehr erreichen können. Gleichzeitig greifen die Insektoiden an. Die beiden müssen in andere Bereiche der Station fliehen, wo sie vorübergehend sicher sind und wo Kythara in einer Nebenzentrale versuchen kann, den Stationsrechner auf ihre Seite zu bringen. Da es eigentlich nicht möglich sein sollte, dass Außenstehende einen Varganenrechner umprogrammieren können, geht Kythara davon aus, dass die Insektoiden die Zugangscodes kennen müssen.

Kytharas Aktivität bleibt den Insektoiden nicht verborgen. Unter dem Befehl des kürzlich eingetroffenen Erzherzogs Garbhunar, der an der Spitze aller Kräfte des Schwerts der Ordnung in der Milchstraße steht (der aber über die wahren Pläne der Lordrichter nicht informiert ist), stöbern die Insektoiden die Eindringlinge auf. Die beiden werden getrennt. Kythara und einer der Roboter werden gefangen genommen, Atlan entkommt mit dem anderen Roboter an die Planetenoberfläche. Kythara hat sich halb freiwillig gefangen nehmen lassen. Sie hofft, den Insektoiden wichtige Informationen entlocken zu können, doch da hat sie sich verrechnet. Erzherzog Garbhunar lässt sie foltern und verwandelt sie dadurch in ein psychisches Wrack, das sich nicht mehr wehren kann. Atlan kehrt gerade noch rechtzeitig in die Station zurück, um Kythara zu befreien, bevor sie unter der Folter stirbt. Das gelingt ihm allerdings nur mit der Hilfe des Stationsrechners, der jetzt offenbar doch noch Kytharas Vorrangstellung anerkannt hat und sich gegen Garbhunars Leute stellt. Auf der Flucht dringt Atlan in eine verbotene Sektion der Anlage vor und entdeckt dort ein seltsames Artefakt. Es ist ein schwarzer, völlig glatter Würfel mit einer Kantenlänge von 18,2 Zentimetern, der von einem Energiefeld gesichert ist. Das Feld leistet Atlan keinen Widerstand, als der Arkonide den Würfel mitnimmt. Das Objekt lässt sich nicht analysieren. Die Ortungsinstrumente von Atlans Anzug können weder das Material identifizieren, aus dem der Würfel besteht, noch können sie sein Gewicht messen. Energetisch scheint das Artefakt tot zu sein, obwohl es sich aufheizt, wenn Atlan es berührt. Das Alter des Würfels wird von den Ortungssystemen einmal mit Null und dann wieder mit mindestens fünf Millionen Jahren angegebenů

Atlan und Kythara (die allmählich wieder zu sich kommt) verstecken sich in einer Tropfsteinhöhle an der Planetenoberfläche. Da sie dort nicht lange sicher sein werden, wollen sie versuchen, ein Raumschiff zu kapern. Was sie nicht wissen: Die Insektoiden haben auch die Arsenalstationen besetzt und saugen mit Hypertraktorröhren Massen von Kristallen aus den Ringen des Planeten, die sie so nachbehandeln, dass ein hyperstrahlender Kristallstaub entsteht, dessen Emissionen genau auf jene der Psi-Quellen abgestimmt sind. Auf diese Weise sollen die Quellen stabilisiert und dazu gebracht werden, ihrerseits die gewünschten Emissionen zu liefern. Außerdem haben die Insektoiden den Stationsrechner wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

Kommentar:

Wie oft soll die ewig gleiche langweilige Grundstory eigentlich noch wiedergekäut werden? Atlan und Kythara betreten irgendwelche varganischen Hinterlassenschaften, die entweder nicht richtig funktionieren oder vom Feind besetzt sind. Deshalb sind sie dauernd auf der Flucht. Wie oft wurde das in diesem Zyklus den Heften schon zugrunde gelegt? Mit Ausnahme von Band 2 enthält jeder Roman diese Elemente - und die werden im vorliegenden Heft gleich auf den Umfang eines kompletten Romans aufgebläht. Gewürzt wird der dennoch sehr fad bleibende Roman durch ein angedeutetes Intrigenspiel bei den angeblich ach so logisch handelnden Mordwespen, durch ein paar Foltereinlagen und eine verunglückte romantische Szene. Atlan erkennt nämlich, dass Kythara ihm doch mehr bedeutet als bisher angenommen, als er sieht, wie sie gequält worden ist - und küsst sie, als sie wieder zu sich kommt (oder nutzt er nur ihre Schwäche aus, der alte Schwerenöter?). Leider kann er sie damit nicht beeindrucken, denn sie verhält sich weiter reserviert.

Die varganische Technik gibt mir Rätsel auf. Da gibt es einen umprogrammierten Stationscomputer, der mal gegen Kythara ist, dann wieder für sie, dann auch noch Atlan unterstützt, der gar kein Vargane ist, und sich dann doch wieder umprogrammieren lässt. Dann gibt es da eine Granate, die Kythara bei ihrer Befreiung aus der Folter wirft (erstaunlich übrigens, dass sie, die ja angeblich nur noch ein Wrack und nicht bei Sinnen sein soll, dazu überhaupt in der Lage ist, aber egal), und die eine derart lange Zündverzögerung hat, dass einige der zu groß geratenen Bienchen sie in aller Ruhe wegbringen und in ihr lächerliches Intrigenspiel einbauen können. Und dann sind da natürlich noch die Schutzschirme - die sind der Gipfel des Schwachsinns. Die Schirmfelder verkraften nämlich massiven Beschuss aus mehreren tödlichen Energiewaffen gleichzeitig - lassen aber gleich den ersten Schuss aus einem Paralysator durch! Auch die Schirme der Insektoiden bieten keinen Schutz vor Paralysatoren! Hallo?!? Wer hat sich denn diesen Mist ausgedacht? Im Gegensatz zu Atlan und Kythara scheint den Insektoiden auch das Prinzip von Deflektorfeldern völlig unbekannt zu sein. Es ist offenbar eines der ungeschriebenen Gesetze im Perryversum, dass nur die "Guten" so was wie Antiflexbrillen haben dürfen.

Die Insektoiden selbst werden sehr uneinheitlich beschrieben. Angeblich sind sie emotionslose Logiker, aber das hält sie nicht davon ab, sich genau so irrational zu verhalten wie Wesen mit ganz normalen Gefühlen. Wie ist es in diesem Zusammenhang übrigens mit der ach so strengen Logik der Insektoiden bestellt, wenn ein Typ wie der Stationskommandant, der in jeder Stresssituation zusammenbricht und von Flashback-Erinnerungen an ein schreckliches Ereignis aus seiner Vergangenheit überwältigt wird, trotzdem nicht von seinem Posten entfernt wird?

Mit diesem öden Roman hat der ohnehin nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißende Lordrichter-Zyklus seinen vorläufigen Tiefpunkt erreicht und ich kann nur hoffen, dass sich das bald bessert - ich glaube allerdings nicht mehr daran!


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