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Atlan Heftroman Nr. 14 - Lordrichter 2: Gefangen im Psi-Sturm

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Der Name des Planeten, auf dem Atlan und Kythara notgelandet sind, ist Narukku. Er befindet sich im Murloth-Nebel. An den Küsten des Targan-Binnenmeers auf Narukku gibt es fünf Städte, in denen Varganen-Abkömmlinge in vergleichsweise primitiven Bauwerken leben, obwohl sie auch hochentwickelte technische Einrichtungen verwenden. In jeder Stadt steht eine Bibliothek, ein gewaltiges Bauwerk, in dem die Varganen - die sich selbst Naruks nennen - tagein tagaus Unmengen an Wissen in sich aufnehmen, das ihnen anschließend in sogenannten "Reinigungsmaschinen" wieder "abgesaugt" wird. Zunächst gibt es in der Welt der Naruks keine Emotionen, keine Individualität und keine Kreativität. Die Naruks leben in endloser Monotonie nur für die Aufnahme und Abgabe des Wissens aus mehreren Galaxien. Nach dem Warum fragen sie nicht.

Eines Tages entwickelt ein Naruk namens Etarmagan Gefühle für eine Frau und schafft es, auch in ihr Emotionen zu wecken. Nach und nach "erwecken" die beiden immer mehr Artgenossen und beginnen sich zu fragen, wer oder was sie sind und was mit all dem angehäuften Wissen geschieht. Es gibt zwar einen Versorgungshafen in einem nahe gelegenen Gebirge, von wo Nahrung und Gebrauchsgüter geliefert werden, aber niemand kann diesen "Verborgenen Sektor" betreten und niemand weiß, wer oder was sich dort wirklich verbirgt. Die neu entdeckten Gefühle bedeuten für die Naruks auch eine Gefahr, zumal sie irgendwie beeinflußt zu werden scheinen - sei es über die "Reinigungsmaschinen" oder durch die varganische Psi-Quelle (von deren Existenz die Naruks übrigens keine Ahnung haben). Zuerst geben sich alle Naruks den Beinamen Murloth, dann übernehmen sie diese Bezeichnung für ihr ganzes Volk. Plötzlich entwickeln die Naruks nur noch Haßgefühle. Gewalt bricht aus.

Etarmagan-Murloth erschlägt seine Frau und richtet in der Stadt ein Blutbad an. Dann wird er selbst getötet. Doch auf Narukku ist der Tod nicht endgültig, solange der Körper nicht vollständig zerstört wird. Wer stirbt, wird bald darauf wiedergeboren - auch Etarmagan-Murloth kommt körperlich völlig unversehrt und mit allen Erinnerungen an sein früheres Leben wieder zu sich. Wie viel Zeit zwischen Tod und Wiedergeburt vergeht, wissen die Naruks nicht. Alle Naruks entwickeln eine zügellose Kampfeswut und fangen an, schreckliche Kriege gegeneinander zu führen, in denen sie immer wirksamere Waffen benutzen. Sie wollen zu wahrhaft guten Kriegern werden, um vor den Augen der Lordrichter von Garb und dem Schwert der Ordnung bestehen zu können. Dabei wissen sie nicht einmal, woher sie diese Namen plötzlich kennen und was sich dahinter verbirgt. Trotz aller Erfolge, die Etarmagan-Murloth als Feldherr feiern kann, fehlt ihm etwas entscheidendes: Flexibilität, List, die Fähigkeit, etwas unerwartetes zu tun. Kein Naruk besitzt diese Eigenschaften. Als ihm Berichte über zwei Fremde zu Ohren kommen, die sich seinen Leuten durch unvorhersehbare Tricks entzogen haben, setzt Etarmagan-Murloth alles daran, sie gefangen zu nehmen.

Die beiden Fremden sind natürlich Atlan und Kythara. Sie haben sich mit noch funktionierenden Beibooten auf den Weg gemacht, um den Planeten zu erkunden. Je näher sie der Psi-Quelle kommen, desto mehr häufen sich die Technik-Ausfälle, so dass sie schließlich gezwungen sind, zu Fuß zu gehen. Sie entdecken die Siedlungen der Naruks, werden sofort angegriffen und sind ziemlich entsetzt, als sie in den ausgemergelten, heruntergekommenen Gestalten Varganen erkennen. Sie werden von zwei riesigen Heeren in die Enge getrieben und wollen sich in einer Höhle verstecken, werden dort aber von Etarmagan-Murloths Leuten gestellt…

Kommentar:

Ein wenig versöhnlich stimmt mich dieser Roman nach dem nicht ganz so gelungenen Zyklus-Auftakt ja schon. Die seltsame Zivilisation der Naruks (wenn man in dem Zusammenhang überhaupt von "Zivilisation" sprechen kann) ist bizarr genug, um mein Interesse zu wecken. Ich nehme an, dass es sich um die ehemaligen Erbauer der Psi-Quelle handelt, oder um deren Nachkommen, die entweder unter den mentalen Einfluß ihrer eigenen Schöpfung geraten sind oder von den "Lordrichtern" beeinflußt werden. Das Leben der Naruks erinnert mich ein klein wenig an den Film THX 1138 von George Lucas.

Es gibt in diesem Roman eine ganze Menge schelmischen Geplänkels zwischen Atlan, Kythara und Atlans Extrasinn. Das sorgt für einige amüsante Szenen, allerdings drücken sie sich manchmal vielleicht etwas zu flapsig aus. Kythara verliert dadurch noch mehr von ihrer hoheits- und geheimnisvollen Ausstrahlung, die ihr früher angedichtet wurde - sie benimmt sich (genau wie Atlan) wie ein flirtender Teenager…

Übrigens: Im Lordrichter-Zyklus hat man wenigstens einen Mangel des Obsidian-Zyklus abgestellt: Es gibt nicht mehr so viele wirkungslose Cliffhanger.


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