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Atlan Heftroman Nr. 24 - Lordrichter 12: Angriff der Lordrichter

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Atlan, Kythara sowie ihre beiden Begleiter Gorgh-12 und Emion erreichen den Planeten Narukku im Murloth-Nebel am 27. Mai 1225 NGZ. Der vorübergehend verschwunden gewesene Emion taucht aus dem Nichts wieder auf - und schläft umgehend wieder ein. Im Bereich der Psi-Quelle, die inzwischen alle Ableger "geschluckt" hat, sind gewaltige Flottenkontingente aller Hilfsvölker der Lordrichter zusammengezogen worden. Einem zufällig aufgefangenen Funkspruch entnehmen Atlan und Kythara die weiteren Ziele der Lordrichter: Die von der Psi-Quelle erzeugte Energie soll in nur zwei Tagen für das Projekt Dunkelstern an einen unbekannten Ort transferiert werden. Das wollen Atlan und Kythara verhindern. Sie wollen die Psi-Quelle mit der Feuerkraft des Kardenmoghers vernichten.

Um überhaupt in Kernschussweite zur Psi-Quelle gelangen zu können, brauchen Atlan und Kythara eine Art Trojanisches Pferd: Die Vergessene Positronik. Mit Peilsendern, die sie seinerzeit auf der Plattform zurückgelassen haben, können sie den "kosmischen Holländer" orten und sich ihm nähern. Kythara strahlt eine varganische Kennung ab und prompt nimmt die Plattform den Kardenmogher an Bord und hält ihn dort fest. Dieser Vorgang wird zwar von den Lordrichter-Truppen beobachtet, aber das gehört zu Atlans Plan. Die Plattform transistiert eine Weile kreuz und quer durch den Murloth-Nebel, dann nähert sie sich der Psi-Quelle bis auf drei Lichtjahre. Sofort wird sie von mehreren Hundert Schiffen der Insektoiden angegriffen, aber der Beschuss bewirkt nur, dass die Plattform erneut transistiert und sich der immer intensiver strahlenden Psi-Quelle weiter nähert.

Erzherzog Achunt, ein Befehlshaber der Insektoiden, fordert Atlan zur Kapitulation auf. Als der Arkonide ihn stattdessen verspottet, richtet Achunt die Macht der Psi-Quelle auf die Vergessene Positronik, aber die bleibt selbst davon unbeeindruckt, macht einen weiteren Satz auf die Psi-Quelle zu und ist mit dieser jetzt durch eine Art Nabelschnur aus Energie verbunden. Jetzt ist die Psi-Quelle in Kernschussweite. Atlan löst die mächtigsten Waffen des Kardenmoghers aus: Die Gravo-Zyklonen. Aber dadurch wird die Psi-Quelle keineswegs vernichtet, eher wird ihr Psi-Potential noch gesteigert, wodurch sie wiederum die Plattform näher zu sich heranlockt, bis eine Kollision unvermeidlich zu sein scheint.

Da spürt Kythara, dass sich auf einer riesigen Arsenalstation in der Nähe der Quelle der konservierte Körper eines toten Varganen befindet, in den sie ihr Bewusstsein transferieren kann. Nach dem Transfer findet sie sich im (männlichen) Körper des Varganen Vernon wieder, der zwar nicht ganz tot ist, sich aber gegen die Übernahme nicht wehren kann. Kythara schafft es, mit Vernons Körper die Zentrale der Station zu erreichen. Sie kann zwar nicht verhindern, dass die Transferierung der Psi-Energie eingeleitet wird, aber immerhin kann sie den Psi-Kontakt zwischen Quelle und Vergessener Positronik kappen, bevor Vernons Körper zerstrahlt wird. Wohlbehalten kehrt Kytharas Bewusstsein in ihren eigenen Körper zurück.

Jetzt kann der Kardenmogher sich von der Plattform lösen, Atlan kann die Psi-Quelle erneut unter Feuer nehmen. Diesmal erzielt der Beschuss Wirkung: Die Psi-Energie wird umgeleitet und verpufft, die Arsenalstation wird zerquetscht. Ein Hyperraum-Schlund entsteht, in dem die meisten Schiffe der Lordrichter-Flotte verschwinden. Auch der Kardenmogher droht unter unerklärlichen Phänomenen in den immer größer werdenden Aufriss gezerrt zu werden, doch da saugt Emion die Hyperenergie auf, bis die Verhältnisse auf dem Kardenmogher sich normalisieren - dann entmaterialisiert das Saqsurmaa. Auch die Vergessene Positronik scheint dem Chaos unbeschadet entkommen zu sein. Der Kardenmogher ist allerdings schwer beschädigt und nicht mehr einsatzbereit. Man fliegt zurück nach Narukku, wo Kytharas inzwischen vollständig reparierte AMENSOON noch auf dem Meeresgrund steht. Die Reste der Lordrichter-Flotte fliegen ab. Kythara kann ihren Kurs zwar extrapolieren, aber sie möchte lieber nach Vassantor zurückkehren, um dort Kalarthras zu befreien.

Als Atlan, Kythara und Gorgh-12 sich auf den Weg nach Vassantor machen, bleibt das auch den Lordrichtern nicht verborgen. Sie beauftragen Erzherzog Garbfandogh, ihnen mit 25 Zaqoor-Schiffen zu folgen. Weitere Zaqoor-Truppen werden über den Großtransmitter VARXODONS nach Vassantor verlegt.

Kommentar:

Ich rechne es dem Autor hoch an, dass er aus dieser dünnen Story noch einen Roman mit einem gewissen Unterhaltungswert gemacht hat. Immer dann, wenn Kapitel für Kapitel mit übergeordneten Energieformen und sonstigen Phänomenen, die man sich nicht recht erklären kann, herumhantiert wird, stellt sich bei mir schnell die Langeweile ein. Darüber hinaus wird zum Ende dieses Zyklus wieder mal die Vergessene Positronik wie das Kaninchen aus dem Zylinder hervorgezaubert und muss als Problemlöser herhalten, ein weiterer "Deus ex Machina" - Effekt stellt sich ein, als Emion ganz allein die ach so zerstörerischen Hyperenergien in sich aufsaugt. All das wirkt doch sehr konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Natürlich wird die Vergessene Positronik nicht vernichtet - man wird ihr also mit Sicherheit auch im nächsten Zyklus wieder begegnen. Emion verschwindet - wer weiß, was aus ihm nach der Absorption der Hyperenergie geworden ist. Der Kardenmogher ist schwer beschädigt - wäre ja auch noch schöner gewesen, wenn eine solch ultimate Waffe (die in diesem Zyklus aber erstaunlich wenig Wirkung gezeigt hat) mal dauerhaft verwendet werden dürfte!

Etwas irritiert war ich durch die erneute Erwähnung des konservierten Varganen Vernon. Der war im 4. Roman dieses Zyklus schon einmal aufgetaucht, aber man hat nie erfahren, was das sollte. Vernon war damals schon von einer fremden Wesenheit übernommen worden. Vielleicht von Kalarthras?

Kythara begegnet in der Arsenalstation einem Wesen, das man bei flüchtiger Betrachtung für einen Nakken halten könnte. Mal sehen, ob das wenigstens im nächsten Zyklus geklärt wird.

Insgesamt halte ich den Lordrichter-Zyklus für einen schlecht durchdachten Schnellschuss, einen überhastet nachgelegten Folgezyklus ohne stimmige Konzeption, dessen dürftige Handlung künstlich über 12 Hefte gestreckt werden musste. Hätte man die Serie auf 3 - 4 Romane verkürzt, wäre vielleicht noch so etwas wie Spannung entstanden. So aber habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum ich eigentlich meine Zeit mit diesem langweiligen Unsinn verschwende. Von ganz guten Einzelleistungen der Autoren abgesehen, versteht sich. Man muss sich wohl zu der Erkenntnis durchringen, dass Atlan wieder eine Endlos-Serie erhalten hat und dass nicht alle offenen Fragen gleich beantwortet werden. Ich kann deshalb nur hoffen, dass der Dunkelstern-Zyklus etwas solider wird. Und dass endlich etwas von dem eingehalten wird, was der Zyklusauftakt versprochen hat: Dass nämlich die Cappins wieder auftauchen!


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