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Atlan Heftroman Nr. 23 - Lordrichter 11: Mond der Visionen

Autor: Hans Kneifel

Inhalt

Der Kardenmogher erreicht den Irrläufermond Vassantor, eine Varganenwelt, am 24.05.1225 NGZ. Sowohl Atlan als auch Kythara sind in der Vergangenheit schon einmal hier gewesen, allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Der beschädigte Kardenmogher nimmt auf dem Weg nach Vassantor eine andere Form an und gleicht jetzt zwei aneinandergesetzten Kegelzahnrädern. Während Kythara sich auf Vassantor um die Reparatur des Kardenmoghers kümmert, schaut Atlan sich in der verlassenen und teilweise zerfallenen sublunaren Anlage um. Dabei wird er sowohl von seinen eigenen übermächtigen Erinnerungen als auch von verschiedenen Visionen und holografischen Illusionen heimgesucht, mit denen ein Subprogramm des noch funktionsfähigen Stationsrechners ihn beeinflussen will. Dass er von einem Roboter den dringend benötigten Hegnudger überreicht bekommt, bildet er sich zwar nicht ein, aber seine danach folgende Begegnung mit der Varganin Ischtar, seiner nie vergessenen großen Liebe, ist nur eine Vision.

Kythara, die vom Stationsrechner als berechtigte Person anerkannt worden ist, bemerkt gerade noch rechtzeitig, dass Atlan in den Tod gelockt werden soll. Außerdem glaubt sie ein Gedankenmuster wahrzunehmen, das einem Varganen im Tiefschlaf entspricht - genauer gesagt: Sie meint, in diesem Gedankenmuster ihren Geliebten Kalarthras zu erkennen, den sie vor 50.000 Jahren zum letzten Mal gesehen hat und der seinerzeit Leiter des Projekts Kyrlan gewesen ist, welches die Erzeugung von Psi-Quellen zum Ziel hatte. In Atlans Geist scheint sich ein Bewusstseinsanteil des Sehers Vrentizianex erhalten zu haben. Dieser Vargane mit besonderen Fähigkeiten war vor langer Zeit wegen eines Tabubruchs von seinen Artgenossen geächtet, gequält und verbannt worden. Irgendwie war ein Teil seiner Seele bei Atlans früherem Abenteuer auf Vassantor in den Geist des Arkoniden transferiert worden. Der Zentralrechner von Vassantor scheint Atlan jetzt für diesen Seher zu halten und will ihn töten. Kythara kann das in letzter Sekunde verhindern und Atlan in den Kardenmogher bringen, der inzwischen repariert worden ist und umgehend startet. Je weiter er sich von Vassantor entfernt, desto besser geht es Atlan.

Nächstes Ziel ist der Murloth-Nebel. Mit dem jetzt vollständigen Kardenmogher wollen Atlan und Kythara gegen die dortige Psi-Quelle vorgehen. Unterwegs verschwindet Emion plötzlich spurlos…

Kommentar:

Ich muss zugeben, dass ich aus dem ganzen pseudoesoterischen Durcheinander mit Seelenwanderungen, Visionen und Halluzinationen nicht recht schlau geworden bin. Waren Vrentizianex (wohl wieder mal eine Figur aus der alten Atlan-Heftromanserie) und Kalarthras denn nun auf Vassantor oder haben beide (oder einer von beiden) von irgendwoher nur ihre Bewußtseine nach Vassantor transferiert? Oder hat sich tatsächlich ein Rest der "Seele" von Vrentizianex in Atlan befunden - und war es evtl. diese "Seele", die Kythara für den Geist ihres ehemaligen Geliebten gehalten hat? Keine Ahnung! Ich nehme aber an, dass es auch völlig bedeutungslos für den weiteren Zyklusverlauf ist. Vielleicht soll der genervte Leser durch diese ganzen Andeutungen und Querverweise ja zum Kauf der z.Zt. neu erscheinenden Atlan-Hardcover verleitet werden, in denen vermutlich die Hintergründe für die chaotischen Geschehnisse auf Vassantor erzählt werden…

Auch auf diesen elften Roman des Lordrichter-Zyklus hätte man gut verzichten können. Da wird dieses superwichtige Kardenmogher-Zusatzgerät einfach so jemandem ausgehändigt, der mal als berechtigte Person und dann plötzlich wieder als zu vernichtender Feind betrachtet wird. Überhaupt: Warum veranstaltet der Stationsrechner ein solches Brimborium mit Visionen und all diesem Kram? Wäre es nicht viel effizienter gewesen, einfach einen der Roboter auf Atlan zu hetzen?

Der ach so schwer beschädigte Kardenmogher wird in Windeseile repariert, dann düst man wieder ab - warum eigentlich? Auch das ist mir nicht klar geworden. Ist die Gefahr denn nicht durch ein Fehlverhalten des Stationsrechners verursacht worden, den Kythara leicht zur Räson bringen könnte - und durch etwas, das Atlan scheinbar in seinem eigenen Geist herumträgt? Bisher haben alle Welten, auf denen Atlan und Kythara so herumgekrebst sind, sich als totale Rohrkrepierer erwiesen. Selbst VARXODON hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. So ist denn auch die ganze Geschichte dieses Romans absolut unspannend, nebensächlich und schnell wieder vergessen.


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