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Atlan Heftroman Nr. 22 - Lordrichter 10: Flucht nach VARXODON

Autor: Arndt Ellmer

Inhalt

Nachdem Kythara den Kardenmogher vollständig unter ihre Kontrolle gebracht hat, stellt sie fest, dass diese ultimate Waffe unvollständig ist und somit nicht ihre volle Macht entfalten kann. Es fehlt ein essentielles Zusatzaggregat, das man Hegnudger nennt. Kythara meint, es sei am wahrscheinlichsten, dass man derartige Aggregate in der Sternenstadt VARXODON oder auf der versunkenen Varganenwelt Vassantor finden könne. Da VARXODON am nächsten liegt, nämlich nur gut 10.600 Lichtjahre vom Milchstraßenzentrum entfernt in einer Dunkelwolke, macht man sich auf den Weg dorthin.

Leider haben sich die Lordrichter auch schon auf VARXODON breit gemacht, wie Atlan und Kythara feststellen müssen, als sie die Dunkelwolke erreichen. 8000 Schiffe der verschiedensten Hilfsvölker schirmen die riesige Raumstation ab. Sogar zwei der typischen Lordrichter-Einheiten befinden sich dort. VARXODON besteht aus einem ausgehöhlten Mond mit 3000 Kilometern Durchmesser als Kern, der in 3500 Kilometern Entfernung von einem 1500 Kilometer breiten und 500 Kilometer dicken Ring umspannt wird, auf dessen Innenseite es künstliche Ökozonen gibt. Vier 160 Kilometer dicke Speichen verbinden Mond und Ring.

Atlan, Kythara und Gorgh-12 kapern eines der vielen Schiffe, die allein in der Dunkelwolke herumfliegen. Den immer noch schlafenden Emion nehmen sie mit. Der Kardenmogher zerlegt sich selbst und wird im Hangar des gekaperten Schiffs versteckt. Gorgh strahlt einen fingierten Notruf ab. Es dauert nicht lange, bis das Schiff von anderen Einheiten nach VARXODON geschleppt wird. Kaum haben Atlan und Kythara die Station betreten, da werden sie auch schon enttarnt und gefangen genommen. Es scheint fast so, als wären sie erwartet worden. Einziger Lichtblick: Den Lordrichtern ist es noch nicht gelungen, VARXODON unter ihre Kontrolle zu bringen - wie sie es überhaupt geschafft haben, die geheime Position der Sternenstadt zu erfahren, ist für Kythara ein Rätsel. Atlan wittert Verrat. Er spekuliert, dass es sich bei den Lordrichtern um Varganen handeln könnte.

Hilfe kommt von gänzlich unerwarteter Seite. Sorgaron, ein Cappin aus dem Volk der Ganjasen, hat einen Zaqoor (ein Mitglied der Lordrichter-Leibgarde) per Pedotransferierung übernommen. Im Körper des zweieinhalb Meter großen Humanoiden gibt er sich Atlan, dessen Identität ihm kein Geheimnis ist, zu erkennen. Er befreit die Gefangenen und verhilft ihnen zur Flucht. Gemeinsam schlagen sie sich zu dem Schiff durch, auf dem sich immer noch der Kardenmogher befindet. Atlan befürchtet zwar, in eine Falle gelockt zu werden, weil alles zu glatt geht, doch Sorgaron muss sein Leben opfern (oder zumindest das seines Wirtskörpers), um seinen neuen Freunden den Start zu ermöglichen.

Natürlich haben die Lordrichter das Schiff so präpariert, dass sie ihm auf der Spur bleiben können. Sie scheinen aber nicht damit gerechnet zu haben, dass Atlan und Kythara den Kardenmogher benutzen können, denn genau das tun sie: Der Kardenmogher setzt sich selbsttätig zusammen, so dass sie das Schiff mit ihm verlassen können. Im letzten Moment erhält der Kardenmogher einen Volltreffer und wird beschädigt. Der Weiterflug nach Vassantor, von Atlan als nächstes Ziel bestimmt, wird sich deshalb vermutlich ziemlich in die Länge ziehen…

Kommentar:

Bescheidene Frage: Warum sind Atlan und Kythara nicht angesichts der Übermacht in der Varxodon-Dunkelwolke mit dem Kardenmogher nach Terra geflogen, um dort eine schlagkräftige Flotte zu mobilisieren und den Lordrichtern ordentlich in den Allerwertesten zu treten, solange die Gegner sich noch nicht richtig auf VARXODON etablieren konnten? Oder wenn 8000 feindliche Schiffe zu viel sind - weshalb wählen sie nicht jetzt, nach ihrer Flucht von VARXODON, Terra als Ziel? Schließlich könnten sie Unterstützung für ihre weiteren Aktivitäten auf Vassantor gut gebrauchen und wenn ich die im vorliegenden Heft abgedruckte Sternenkarte richtig lese, dann ist es von VARXODON nach Terra noch nicht einmal ganz so weit wie nach Vassantor…

Ich kann auch nicht so ganz nachvollziehen, warum Atlan bei den paar kryptischen Bemerkungen, die der Ganjase Sorgaron von sich gibt, nicht nachhakt. Okay, er ist auf der Flucht und hat für einen gemütlichen Plausch keine Zeit, aber immerhin kennt Sorgaron sogar zwei Lordrichter mit Namen: Sarkahan und Yyrputna (diese Namen sagen mir übrigens gar nichts) - da begegnet der Arkonide also jemandem, der offenbar über intime Details des Feinds Bescheid weiß, stellt ihm aber keine Fragen? Aber so muss es wohl sein, sonst könnte man ja aus dem Rest der dünnen Zyklushandlung kein so großes Geheimnis mehr machen…

Überhaupt - was passiert in diesem Roman eigentlich? Nichts, würde ich fast sagen, oder jedenfalls nichts anderes als in den neun vorherigen Heften: Atlan und Kythara betreten eine Varganenstation, mit der sie nichts anfangen können. Dort erfahren oder erreichen sie nichts und müssen bald wieder flüchten. So könnte man fast jeden Roman dieses Zyklus zusammenfassen. Die Varganenstation selbst entfaltet in diesem Roman praktisch überhaupt keine Wirkung, ebenso wenig wie der Auftritt des Cappins. VARXODON ist zwar schön groß, aber das war's auch schon.

Immerhin ist Ellmers Roman kurzweilig und angenehm zu lesen.


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