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Atlan Heftroman Nr. 13 - Lordrichter 1: Kytharas Erbe

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Nach ihrer Rückkehr aus der Obsidian-Kluft begeben Atlan und Kythara sich auf die Kharag-Stahlwelt, wo die lemurische Bewusstseins-Transferanlage sich durch einen unbekannten Einfluss selbst aktiviert hat. Ein humanoides Wesen materialisiert vor dem schwarzen Quader der Anlage. Es ist ein Cappin, sein Name ist Carscann und er hat die Anlage als Pedopeiler für die körperliche Materialisation genutzt. Vor oder während dieses Vorgangs hat er tödliche Verletzungen erlitten. Bevor er stirbt, warnt er vor einer schrecklichen Gefahr, die der Galaxis Gruelfin angeblich droht. Er spricht von einem Schwert der Ordnung und einem Lordrichter von Garb, dessen Ankunft bevorstehe und der die Existenz aller Cappins bedrohe. Die Truppen des Lordrichters seien dabei, eine Quelle zu pervertieren. Irgendetwas scheint Carscann auch mit der Vergessenen Positronik zu tun zu haben.

Wie aufs Stichwort erscheint die schwarze Plattform wieder beim Sonnendodekaeder und nimmt Kurs auf die Stahlwelt. Offenbar wurde sie erneut von der Aktivität der Bewusstseins-Transferanlage angelockt. Die Plattform ist teilweise von kristalliner Psi-Materie überkrustet. Die Kristalle stammen noch vom Backup-System des Urschwarms Litrakduurn und sie breiten sich immer weiter aus. Mit der ATLANTIS ist eine Annäherung an die Vergessene Positronik nicht möglich, das Schiff wird zurückgestoßen. Deshalb versuchen Atlan und Kythara es mit dem varganischen Schiff AMENSOON. Dem 848 Meter hohen goldenen Doppelpyramidenschiff gelingt der Anflug, außerdem erhält Kythara Kontakt zu einem Nebenrechner, der seinerzeit nachträglich von den Varganen in die Plattform eingebaut worden war. Der Rechner anerkennt Kytharas Berechtigung, fällt dann aber nach und nach aus. Die AMENSOON wird durch einen Traktorstrahl eingefangen und knapp über der Oberfläche der Plattform fixiert - dann führt die Vergessene Positronik eine Transition durch und reißt die AMENSOON mit, wobei das Varganenschiff beschädigt wird.

Ziel der Transition ist ein 20 Lichtjahre durchmessender Emissionsnebel, in dem es zahlreiche Sonnen gibt. Weder Atlan noch die Varganin kennen diesen Nebel. Sie wechseln auf die Vergessene Positronik über, wo Atlan einen kopfgroßen Gegenstand aufhebt, der nicht varganischer Herkunft ist. Wenig später finden sie den zerflossenen Körper eines offensichtlich pedotransferierten Cappins, der später spurlos verschwindet. Von den Spinnenrobotern, mit denen Atlan bei seinem letzten Besuch so viel Ärger hatte, ist in diesem Bereich der Plattform übrigens nichts zu sehen. Atlan und Kythara erreichen den varganischen Rechner und erhalten von diesem Informationen über die Geschichte der Vergessenen Positronik. Sie war ursprünglich als Raumabwehrplattform der Lemurer gebaut worden. Durch einen Paratronschlag der "Bestien" war sie teilentstofflicht worden. Später hatten die Varganen sie umgebaut und bei ihrer Suche nach dem Stein der Weisen verwendet. Durch die Wechselwirkungen zwischen Varganentechnik und den Folgen des Paratronschlags wurde die Plattform instabil, entzog sich der Kontrolle der Varganenrechner und reagierte verstärkt auf außergewöhnliche hyperphysikalische Umstände. Im Verlauf der Zeit waren dann Vertreter zahlreicher Spezies auf der Suche nach dem Stein der Weisen auf die Plattform geraten.

Die Plattform wird allmählich völlig von der wuchernden Psi-Materie durchdrungen. Dann löst die Psi-Materie sich vollständig von der Plattform und bildet einen psionischen Tornado im All, der Kurs auf den ersten Planeten eines Zwei-Planeten-Systems im Emissionsnebel nimmt, welches von der Plattform angeflogen worden ist. Der Tornado schlägt dort in einen 572 Meter hohen Eisberg ein, der mehrere Meter über der Planetenoberfläche schwebt und keinen Schatten wirft. Eine starke ultrahochfrequente Hyperstrahlung hüllt daraufhin den gesamten Planeten ein und stört jegliche Hypertechnik. Die Vergessene Positronik versucht zu transistieren, entstofflicht aber nur teilweise - das hat jedoch den Effekt, dass der Traktorstrahl ausfällt, so dass die AMENSOON freikommt. Als die Plattform dann doch noch verschwindet, nimmt das Varganenschiff durch den Strukturschock weiteren Schaden und muss auf dem Planeten mit dem Eisberg notlanden. Dort fallen wegen der Hyperstrahlung die meisten Bordsysteme aus. Im All tobt jedoch ein extrem starker Psi-Sturm, in dem die AMENSOON mit Sicherheit zerstört worden wäre. Epizentrum des Sturms ist der Eisberg.

Atlan und Kythara kennen derartige Gebilde: Es sind Psi-Quellen varganischen Ursprungs. Kythara war vor Jahrhunderttausenden selbst am Projekt Kyrlan beteiligt, das zum Ziel hatte, fünf Psi-Stationen im Leerraum rings um die Milchstraße zu errichten. Mit ihnen sollten kosmische Kräfte angezapft und gespeichert werden. Über die Stationen kann man auch einige Versunkene Welten der Varganen erreichen. Kythara war vor Fertigstellung der Stationen aus dem Projekt ausgeschieden und hatte später erfahren, dass drei der Stationen ein Eigenbewusstsein entwickelt hatten und zu Psi-Quellen geworden waren. Wie die Psi-Quelle in den Emissionsnebel geraten sein könnte, weiß Kythara nicht. Die Frage ist nun, ob diese Psi-Station identisch mit der Quelle ist, von der Carscann gesprochen hat - und was Atlan und Kythara ohne technische Hilfsmittel hier ausrichten sollen…

Kommentar:

Spinne ich oder habe ich die gleiche Geschichte schon mal gelesen? Genauer gesagt: Zu Beginn des Obsidian-Zyklus? Die Vergessene Positronik erscheint, Atlan geht an Bord und wird an einen unbekannten Ort entführt, wo höherwertige Technik nicht funktioniert. Das hatten wir doch schon (mindestens) einmal??? Ideen-Recycling schon zu Beginn eines Folgezyklus nach nur 24 Wochen. Für so kurz hält man also das Erinnerungsvermögen des Durchschnittslesers - na, herzlichen Dank! Ich fühle mich leicht verschaukelt und frage mich wirklich, ob ich den Lordrichter-Zyklus überhaupt weiterlesen soll, denn mir schwant, dass auch der weitere Ablauf dem vergangenen Zyklus sehr ähneln wird.

Atlan hat nichts besseres zu tun als blind, ohne jegliche Vorbereitung, Ausrüstung und Unterstützung von einer Gefahr in die nächste zu stolpern. Es wird viel über unbekannte Einflüsse, geheimnisvolle Energien und rätselhafte Vorkommnisse geschwafelt, der Roman ist gespickt mit endlosen Rückblicken, Querverweisen und Einschüben, wieder einmal gibt es allerlei "erklärungsbedürftige Wunder", d.h. Phänomene, die vermutlich im ganzen Zyklus nicht oder nicht überzeugend aufgehellt werden und die der Leser einfach als gegeben hinnehmen muss. Alles in genau der gleichen Form schon im letzten Zyklus gehabt! Brauche ich das nochmal? Atlan bringt es selbst auf den Punkt: "Nicht schon wieder" stöhnt er auf Seite 57…

Der Roman selbst holpert von Kapitel zu Kapitel langweilig dahin, eine echte Handlung hat er eigentlich nicht. Interesse hat das Heft bei mir nur geweckt, weil mit den Cappins mal wieder ein Volk aus der Vergangenheit der Perry Rhodan - Serie auftaucht, von dem man schon sehr lange nichts mehr gehört hat. Es wäre schön, wenn Atlan vielleicht gar nach Gruelfin gelangen würde, denn über die dortigen Verhältnisse wissen wir praktisch nichts.

Wieder ein schwacher, eigentlich sogar ärgerlich stimmender Zyklusauftakt. Ich kann nur hoffen, dass das Niveau sich noch steigert! Wenigstens gibt es diesmal keine sinnlosen Cliffhanger…

Übrigens: Die Hefte des Lordrichter-Zyklus beginnen zwar mit Nr. 1, die Serie wird aber gleichzeitig auch fortlaufend nummeriert, so dass wir jetzt das dreizehnte Atlan-Heft in Händen halten. Ein Revival der Atlan-Endlos-Heftromanserie? Vielleicht spricht für diese Annahme auch die Tatsache, dass die Hefte jetzt wieder einen "Hauptpersonen-Kasten" und einen kurzen Vorspann haben wie die Perry Rhodan - Romane.


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