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Atlan Lepso Nr. 2: Die acht Namenlosen

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Vorgeplänkel

Atlan will herausfinden, warum ein Tyarez sich die Mühe gemacht hat, einen vor über 1000 Jahren verschwundenen Arkoniden am Leben zu erhalten, dessen Körper in ein Ebenbild Atlans zu verwandeln und sich dann auf Lepso zu Tode hetzen zu lassen. Außerdem gilt es, das Geheimnis der seltsamen Tyarez-Artefakte zu enträtseln und die Absichten des Schwarzgardisten Artemio Hoffins aufzudecken. Da Atlan auf Lepso keine USO-Agenten mehr hat, nimmt er die Hilfe Ronald Tekeners in Anspruch, der im Satisfy-System die "Detektei" UHB (Unabhängige Hilfsorganisation für Bedrängte) betreibt, bei der es sich tatsächlich um eine "Scheinfirma" der USO handelt. Da Tekener aufgrund einer exotischen Erkrankung, gegen die ihm nicht einmal der Zellaktivator hilft, nicht selbst eingreifen kann, wird der auf Lepso lebende "Bedrängtenhelfer" Ohm Santarin eingeschaltet. Santarin ist Arkonide und war vor einigen Jahren in dunkle Machenschaften verwickelt, die zum Sturz des damaligen Thakans von Lepso geführt haben, obwohl er seinerzeit an dessen Seite gekämpft hat. Santarin wird in Atlans Pläne eingeweiht und zum USO-Spezialisten befördert.

Artemio Hoffins ist nicht zu fassen

Santarin hätte derzeit allerdings selbst genug Sorgen, denn Flakio Tasamur, der für tot gehaltene ehemalige Thakan, ist noch am Leben. Er befindet sich freiwillig in der "Schweißöde", einem Hochsicherheitsgefängnis in der Wüste von Lepso, und plant dort, wo er vor dem SWD sicher zu sein glaubt, seine Rückkehr zur Macht. Zusammen mit Santarin dringt Atlan in die Machtzentrale der Schwarzen Garde ein. Dabei nutzt er ein hoch entwickeltes Ortungsschutzgerät, das der Hökerer ihm überlässt. Dennoch fliegen die beiden auf und erreichen nichts, denn Atlan verwendet leichtsinnigerweise eine Maske, die Hoffins schon kennt und deaktiviert das Ortungsschutzgerät zu früh. Sie entkommen nur mit Hilfe einer Ertruserin aus Hoffins' Reihen, die die Schwarze Garde verlassen und in die USO aufgenommen werden möchte. Danach wollen Atlan und Santarin den Khasurn der übel beleumundeten und verarmten arkonidischen Adelsfamilie der da Onur aufsuchen, um mehr über den aus dieser Familie stammenden Arkoniden herauszufinden, der Träger der Tyarez-Haut war. Ihr Gleiter wurde jedoch sabotiert und sie stürzen in der Wüste ab.

In der Schweißöde

Dort fallen die beiden zunächst einer uralten robotischen Anlage in die Hände und werden dann von ihr Irhe'vorma übergeben, dem Robot-Kommandanten der Schweißöde. Dieser Roboter missbraucht seine Gefangenen für grausige Experimente und organisiert immer wieder tödliche Arenakämpfe zur Belustigung der Reichen von Lepso. Atlan soll zur Attraktion des nächsten Kampfes werden. Bis es soweit ist, lernt Atlan die unmenschlichen Verhältnisse in der Schweißöde kennen. Er begegnet den Anführern zweier rivalisierender Gefangenengruppen - einer davon ist Flakio Tasamur. Der ehemalige Thakan ist ein Multimutant. Er ist Teleporter, Telekinet und Suggestor. Mit diesen Fähigkeiten ist es ihm möglich, das Gefängnis nach Belieben zu verlassen. Auf diese Weise befreit er auch Atlan und Santarin, nachdem er dem USO-Chef einige Zugeständnisse abgerungen hat, die ihm die Rückkehr zur Macht ermöglichen sollen.

Im Khasurn der da Onur

Tasamur hilft Atlan und Santarin sogar dabei, in den Stammsitz der da Onur einzudringen. Tasamur verfolgt allerdings insgeheim eigene Ziele - er will Penzar da Onur, den Patriarchen des Khasurn, als Geisel nehmen. Im entstehenden Handgemenge erhält Penzar eine tödliche Wunde, Tasamur wird gefangen genommen und später ermordet, wobei der SWD seine Hände im Spiel hat. Der sterbende Patriarch erzählt Atlan, was sich im Jahre 2003 ereignet hat. Als Gegenleistung soll Atlan die Ehre der da Onur wiederherstellen.

Vergangenheit

Die da Onur sind die ersten arkonidischen Siedler auf Lepso. Shukkirah da Onur, Gründervater des Khasurn, freundet sich mit den Gavivis an. Diese intelligenten Ureinwohner Lepsos werden von den anderen arkonidischen Siedlern gnadenlos verfolgt und fast völlig ausgerottet. Die schärfsten Konkurrenten der da Onur sind die da Tromin. Es kommt zu gegenseitigen Attentaten, und bei einem davon wird Shukkirah von einem Gavivi gerettet. So entsteht die Legende, die Gavivis seien Glücksbringer. Eines Tages verlassen die da Onur Lepso und siedeln sich auf dem paradiesischen Planeten Sadik an. Damit nimmt die Fehde der beiden Adelsgeschlechter an Grausamkeit zu, denn die da Tromin fürchten, von Sadik vertrieben zu werden.

Im Jahre 2003 verschwinden acht Brüder der da Onur gleichzeitig. Man hält sie für weitere Opfer von Anschlägen der da Tromin, doch dann taucht Zewayn da Onur als Träger einer Tyarez-Haut wieder auf. Der Tyarez behauptet, die da Tromin hätten sich mit einem uralten Feind der Arkoniden eingelassen, um die da Onur völlig zu vernichten. Der geheimnisvolle Feind (bei dem es sich um die Akonen handelt - von der Existenz dieses Volkes ahnen die Arkoniden im Jahre 2003 noch nichts) bedrohe jedoch das gesamte arkonidische Reich und hätte Hunderte von Tyarez in seiner Gewalt. Die Tyarez vernichten die Zentrale der Akonen auf Sadik, aber die Schuld dafür trifft die Familie da Onur. Die acht Träger von Tyarez-Häuten werden zu "Namenlosen" erklärt, ihre gesamte Familie wird entehrt und muss in Schande nach Lepso zurückkehren. All diese Ereignisse geraten auch bei den da Onur in Vergessenheit.

1100 Jahre später taucht Zewayn erneut auf, besucht Penzar und berichtet, was sich 2003 wirklich zugetragen hat. Aizela, Penzars Tochter, wird ebenfalls eingeweiht. Zewayn kündigt an, er werde versuchen, Atlan um Beistand zu ersuchen, aber er verrät nicht wofür. Anscheinend sind die Acht Namenlosen unter sich zerstritten, denn kurz nach Zewayns Erscheinen wird Penzar von Opryn aufgesucht, einem weiteren Tyarez-Träger, der die Herausgabe aller Daten über die Erstbesiedlung Lepsos verlangt. Er benötigt Unterlagen über ein Ewiges Schiff, das seit Urzeiten auf Lepso geparkt sein muss. Opryn erpresst Penzar, indem er zwei seiner Enkel als Geiseln nimmt.

Atlan

Atlan erfährt all dies nur, weil Penzars Enkel nun doch ermordet worden sind. Für Atlan ist klar, dass es sich bei dem Tyarez-Artefakt, das Artemio Hoffins gestohlen hat, um besagtes Ewiges Schiff handeln muss. Penzar meint, auf Sadik müsse es noch mehr Informationen über die wahren Ereignisse von 2003 geben, und über das große Schiff der Tyarez - die CAMOUFLAGE. Dann stirbt er. Penzars Tochter Aizela will Atlan nach Sadik begleiten. Die benötigten Informationen will sie ihm jedoch erst geben, wenn Ehre und Herrschaft der da Onur wiederhergestellt sind.

Kommentar

Ich hatte gedacht, mit dem Ende der neuen Atlan-Heftromanserie sei die Zeit, in der man sinnlose Lückenfüller-Romane ertragen muss, endlich vorbei. Wie konnte ich mich so irren! Selbst in einem Minizyklus, der nur drei Bände umfasst, ist immer noch Platz für eine völlig überflüssige, belanglose und auch noch schlecht erzählte Geschichte. Man quält sich durch fast 270 Seiten einer langweiligen, vorhersehbaren und teilweise geradezu haarsträubend widersinnigen Handlung, bis auf einem Dutzend Seiten endlich mal ein paar Informationshäppchen präsentiert werden, die man genauso gut auch in den ersten Band der Trilogie hätte einbauen können. Nur ein paar Beispiele: Das Chaos geht schon mit Atlans völlig bescheuertem Einbruch ins Hauptquartier der Schwarzen Garde los. Was glaubte er denn, damit erreichen zu können? Und dann muss die Situation auch noch durch eine aus dem Hut hervorgezauberte Verräterin in den Reihen der Schwarzen Garde gerettet werden. Es folgt ein endloses Hin und Her, das für diesen Minizyklus total irrelevant ist und auch sonst kaum Unterhaltungswert bietet. Atlan im Kampf gegen Gefängnisinsassen, Atlan im Kampf gegen Spinnen, Atlan im Kampf in der Arena (gegen Spinnen), Atlan im Kampf gegen eine Wüstenbestie, Atlan im Kampf gegen die da Onurů

Zum Totalverlust wird dieser Roman auch durch den grausigen Stil, die sprachlichen Unzulänglichkeiten und andere Schwächen wie die besonders im ersten Drittel viel zu oft eingestreuten, allzu bemüht wirkenden Sexszenen und andere Anzüglichkeiten. Wie schon im PR-Doppelroman 2364/2365 verwendet Montillon immer wieder Begriffe und Formulierungen, die nicht passen oder ganz einfach falsch sind. Er scheint auch nicht zu wissen, was ein Empath ist (Tasamur hat diese Gabe mitnichten, er ist entweder Suggestor oder Hypno), oder wie ein Desintegrator funktioniert (auf Seite 254 heißt es, damit sei eine Lücke geschmolzen worden).

Ganz am Ende liest man wie gesagt erst ein paar halbwegs interessante Details - und selbst das wird noch endlos in die Länge gezogen. Länger als Penzar sterben wohl nur Gestalten in Shakespeare'schen Dramen. Die Akonen versklaven also wohl die Tyarez und suchen nach deren Schiffen. Toll.

Auf diesen Roman hätte ich verzichten können. Da hätte ich ebenso gut was Sinnvolles machen können. Den Kater streicheln, zum Beispiel, oder in der Nase bohren.

J. Kreis, 25.12.2006
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