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Atlan Heftroman Nr. 60 - Flammenstaub 12: Das Schwert der Ordnung

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Atlan und Lordrichter Saryla werden von Emion gefangen genommen und auf dessen Kirigalo-Schiff HUM gebracht. Der immer noch nicht zurechnungsfähige Oberste Lordrichter Choch freundet sich mit einem Schwarm der degenerierten Nachkommen seiner ehemaligen Artgenossen an. Emions Plan sieht wie folgt aus: Saryla soll Atlan in einer feierlichen Zeremonie töten. Atlans Flammenstaub soll auf Choch und die degenerierten Rhoarxi übergehen. Mit Hilfe der Energie aus den varganischen Psi-Quellen soll die Milchstraße vernichtet werden. Die bei dieser kosmischen Katastrophe freigesetzte und vom Flammenstaub gesteuerte Energie soll es Emion ermöglichen, ein Universum zu erreichen, in dem er nicht nur schmerzfrei wäre, sondern auch die absolute Macht innehätte. Allerdings muss Emion noch warten, bis Choch wieder ein wenig mehr bei Sinnen ist, denn ohne den Flammenstaub kann dieser Plan nicht funktionieren. Solange muss Atlan in einem sicheren Gefängnis untergebracht werden: Im Inneren des Kugelwesens Sargon, das Atlan an Harno erinnert. Sargon nimmt den Geist des Arkoniden in sich auf, darf auf Befehl Emions aber keinen mentalen Kontakt mit ihm aufnehmen. Allerdings trägt Atlan noch immer einen Bewusstseinssplitter Ovarons in sich - und für diesen gilt das Verbot nicht. So erfährt Atlan mehr über Emion, der keineswegs so alt ist, wie Atlan bisher angenommen hat, und die Geschichte Sargons, der sich als Haustier des Saqsurmaa betrachtet und dessen Befehle widerspruchslos befolgt.

Emion stammt aus dem auf einer "höheren" Wahrscheinlichkeitsebene gelegenen Universum Goan, wo er selbst nicht mehr als ein Haustier ist. Erst durch das vom Transfer Hangays aus dem Universum Tarkan nach Meekorah verursachte Chaos wird Emion ebenfalls ins Standarduniversum versetzt und materialisiert in Hangay im Bereich des Schwarzen Lochs Athaniyyon. Erst durch diese Versetzung wird Emion intelligent und erlangt unglaubliche Psi-Fähigkeiten. Allerdings ist der Aufenthalt in diesem Universum für ihn mit ständigen entsetzlichen Schmerzen verbunden. Allmählich gelingt es Emion, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden. Er entwickelt den oben dargelegten Langzeitplan. In seine Heimat will Emion nicht zurückkehren, denn dort würde er seine Intelligenz und seine überragenden Fähigkeiten wieder verlieren. Im Bereich des Schwarzen Lochs begegnet Emion auch dem aus einem Antimaterie-Universum stammenden Sargon. Gemeinsam begeben sie sich in die Galaxie Vancanar, die einst zur Mächtigkeitsballung einer negativen Superintelligenz gehört hat und inzwischen von den Lordrichtern beherrscht wird.

Emion macht sich die in Vancanar herrschende Lehre von Trodar zunutze und übernimmt selbst den Posten des Schwerts der Ordnung, welches an der Spitze der Lordrichter-Hierarchie steht. Die anderen Lordrichter macht er sich mit den Eishaarfeldern gefügig, die nichts anderes sind als Bruchstücke einer Fessel, von der Emion sich nach dem Wechsel ins Standarduniversum erst befreien musste. In den nächsten Jahrhunderten beeinflusst Emion die Entwicklung an vielen Stellen des Universums in seinem Sinne. Er bringt den Cyno Sardaengar dazu, in die Obsidian-Kluft zurückzukehren. Der Urschwarm Litrakduurn soll reaktiviert werden, denn die Energien, die bei der darauf folgenden Vernichtung der Milchstraße freigesetzt würden, könnte Emion gut für seinen Plan gebrauchen. Die Suche nach dem Flammenstaub mit Hilfe Peonus sowie die Beeinflussung der varganischen Psi-Quellen, der Schwarzen Substanz und des Dunkelsterns dienen letztlich demselben Ziel. Auch die Konterkraft ist nur eine Marionette Emions. Atlan hat zwar einige Bestandteile der Pläne Emions durchkreuzt, andere hat er aber unbewusst und beeinflusst durch Emion selbst gefördert. Emion ist nämlich in der Lage, aus seinen abgelegten "Häuten" perfekte Kopien anderer Lebewesen herzustellen, die dann in seinem Sinne agieren können.

Atlan bringt Sargon zu Bewusstsein, dass Emion auch das Kugelwesen nur missbraucht, und dass er aufgehalten werden muss. Auf Bitten des Ovaron-Splitters nimmt Sargon auch Saryla in sich auf, so dass Atlan einen Handel mit ihm abschließen kann. Saryla soll Atlan im Kampf gegen Emion unterstützen, im Gegenzug will Atlan dem Takerer die Galaxie Vancanar überlassen, wo Saryla aufgrund seiner Stellung als Lordrichter die Macht übernehmen könnte. Saryla ist einverstanden und tötet Atlan in der bald darauf folgenden Zeremonie nicht. Als die degenerierten Rhoarxi trotzdem Atlans Flammenstaub in sich aufnehmen, greift Saryla den Obersten Lordrichter und die Wachroboter (die übrigens Teile ehemaliger Gegner Emions enthalten) an, so dass ein großes Durcheinander entsteht. Atlan provoziert Emion und lenkt ihn auf diese Weise ab. Sargon nimmt Emion in sich auf und transferiert sich selbst auf eine noch tiefer liegende Ebene der Wahrscheinlichkeiten, wo Emion vermutlich keine Überlebenschance mehr hat.

Atlans Ovaron-Splitter geht auf Saryla über und bringt ihn dazu, seinen Teil des Handels auch weiterhin einzuhalten: Die lordrichterlichen Streitkräfte werden aus Gruelfin abgezogen. Atlan ist nun frei vom verderblichen Einfluss des Flammenstaubs und erholt sich langsam. Er überlässt es den Cappins, für Ordnung in ihrer Heimat zu sorgen. Er selbst will die degenerierten und mit Flammenstaub voll gepumpten Rhoarxi zur Intrawelt bringen und dann endlich nach Hause zurückkehren.

Kommentar

Berücksichtigt man die alte Atlan-Heftromanserie sowie die Atlan-Zyklen "Traversan" und Centauri, dann kann man sagen, dass die Atlan-Serie jetzt mit Band 934 eingestellt wird. Dem Ende des Flammenstaub-Zyklus merkt man deutlich an, dass die neue Atlan-Serie ursprünglich auf eine viel längere Laufzeit ausgelegt war. Ihre vorzeitige Einstellung aufgrund immer schlechter werdender Verkaufszahlen hat dazu geführt, dass nicht alles wie geplant zum Abschluss gebracht werden konnte. Man muss Michael Marcus Thurner aber zugestehen, dass er im vorliegenden letzten Heft wenigstens versucht, die wichtigsten losen Enden miteinander zu verknüpfen. Natürlich wirkt dieser Versuch allzu bemüht und geradezu an den Haaren herbeigezogen. Teilweise werden Informationen, die man bisher für gesichert gehalten hat, auch mal eben auf den Kopf gestellt. Nichts überzeugt wirklich, nichts rechtfertigt die Streckung dieser Geschichte über inzwischen sechs Minizyklen. Es muss auch wieder eine Art Deus ex Machina her (Sargon), der beim Showdown alles zum Guten wendet - Atlan wäre allein nie in der Lage gewesen, seinen übermächtigen Gegner zu besiegen. Es sei denn, er hätte den Flammenstaub erneut eingesetzt, was aber sein Tod gewesen wäre. Und sterben darf er ja nicht, denn er muss schließlich noch nach Traversan, in den Sternenozean von Jamondi und in die Charon-Wolke reisen…

Der Flammenstaub-Zyklus und auch der letzte Roman dieses Zyklus zeigen deutlich, welche Fehler in der neuen Atlan-Serie gemacht worden sind. Über Dutzende von Heften hinweg werden immer neue Rätsel aufgestellt, die nie gelöst werden oder schlicht und ergreifend keine Rolle für die weiteren Ereignisse spielen, in Vergessenheit geraten oder irgendwann einfach ignoriert werden. Es werden Spuren gelegt, die entweder ins Nichts führen oder nur zu unbefriedigenden Ergebnissen führen. Irgendwelche mysteriösen Phänomene oder aus dem Hut hervorgezauberte Superwaffen müssen zur Klärung so mancher Situation herangezogen werden (Psi-Energie, Flammenstaub, Kardenmogher, Florymonthis und der Sammler usw.). Atlan wird immer nur von A nach B getrieben, d.h. er scheint kein klar erkennbares Ziel zu verfolgen, sondern reagiert nur auf den Druck seiner Feinde. Und letzten Endes soll alles ein Langzeitplan Emions gewesen sein. Auch Atlans Aktivitäten bei den Cappins lesen sich zwar teilweise nicht uninteressant, tragen aber nicht zur Klärung der Situation bei. Im Grunde hätte man sich wieder einmal fast alle Hefte dieses Zyklus sparen können - alles, was man wissen muss, wird in den letzten beiden Romanen abgehandelt.

Das letzte Heft des Zyklus besteht nur aus einer etwas wirren Zusammenstellung von Informationen. Ein Roman im eigentlichen Sinne kommt dabei nicht heraus. Es scheint sich auch ein Kontinuitätsfehler eingeschlichen zu haben: Wo ist denn Saryla plötzlich hergekommen? Oder habe ich in Band 11 irgendetwas überlesen? Atlan wollte ihn zwar herbeirufen, aber die Geschehnisse, die dazu geführt haben, dass der Lordrichter den Arkoniden beinahe getötet hätte, muss ich wohl überlesen haben…

Welche Rollen die Horden von Garbesch, die Superintelligenz Seth-Apophis, die Varganen und ihr Mikrokosmos, die Schwarze Substanz, die Lordrichter usw. wirklich hätten spielen sollen, wenn die neue Atlan-Serie nicht vorzeitig hätte eingestellt werden müssen, werden wir wohl nie erfahren. Ebenso wenig werden wir erfahren, was aus Kalarthras, der AMENSOON und all den varganischen Hinterlassenschaften in Dwingeloo wird, ob und wann die Intrawelt je fertig gestellt wird und was Peonu noch so treibt. Finde ich das nun schade? Ich glaube nicht. Eigentlich ist es mir inzwischen völlig egal.

Leider muss ich sagen: Die neue Atlan-Serie hat mich seit dem Lordrichter-Zyklus nicht mehr begeistert. Den Dunkelstern-Zyklus fand ich entsetzlich. Der Intrawelt-Zyklus war nett, aber völlig überflüssig, und der Flammenstaub-Zyklus… na ja, Schwamm drüber: Für mich ist dieses Thema jetzt endgültig abgehakt.

J. Kreis, 28.08.2006
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