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Atlan Heftroman Nr. 25 - Dunkelstern 1: Das ewige Leben der Garbyor

Autor: Hans Kneifel

Inhalt

Als Atlan und Kythara am 1. Juni 1225 NGZ nach Vassantor zurückkehren, um dort Kytharas ehemaligen Geliebten Kalarthras zu befreien, werden sie erwartungsgemäß von starken Einsatzkräften der Lordrichter empfangen. Nur der überlegenen Varganentechnik ihrer Schutzanzüge und der mitgebrachten Kampfroboter ist es zu verdanken, dass sie die ersten Attacken überleben. Kythara verschafft sich Zugang zu einer Notzentrale und richtet die Verteidigungsanlagen der Station gegen die Garbyor (Sammelbezeichnung für alle Hilfsvölker der Lordrichter), die dadurch zum größten Teil ausgeschaltet werden können.

Jetzt kann Kalarthras aus seiner ziemlich makaber eingerichteten Gruft (Wände und Decke bestehen aus Knochen) geholt werden. Seltsamerweise ist das Haar des konservierten Varganen weiß, seine Haut wechselt von einem Grauschimmer zu einer alabasterweißen Farbe. Seine Augen sind völlig schwarz wie Kugeln aus Onyx. Bei der Flucht aus der Krypta und später mit der AMENSOON werden Atlan und Kythara von Zaqoor-Elitetruppen verfolgt. Diese über zwei Meter großen Humanoiden sind besonders hartnäckig und gefährlich, denn sie fürchten sich nicht vor dem Tod. Sie glauben, dass sie im Jenseits in der "Großen Horde" Trodar (eine Art Walhalla für mutige Krieger) weiterleben werden.

Der nur teilweise wiederhergestellte Kardenmogher sorgt zwar für Ablenkung, aber die AMENSOON erreicht einfach nicht schnell genug die Eintrittsgeschwindigkeit für den Überlichtflug und droht vernichtet zu werden. Da erscheint ein gigantisches Raumschiff und schießt die Zaqoor-Raumer reihenweise ab. Es ist ein Schiff der Cappins, das aus zwei aneinandergesetzten Kugelsegmenten mit je 2000 Metern Durchmesser besteht, an denen je zwei eiförmige Objekte - wahrscheinlich kleinere Schiffe - mit 800 Metern Länge angeflanscht sind. Dieses Schiff dient den Cappins vermutlich auch als Pedopeiler, von dem aus sie immer wieder einzelne Garbyor übernehmen. So beobachten sie schon seit geraumer Zeit die Bemühungen der Lordrichter, in der galaktischen Southside alle möglichen varganischen Einrichtungen wie die Psi-Quellen und die Sternenstadt VARXODON unter ihre Kontrolle zu bringen.

Über ein geheimnisvolles Objekt, das Atlan seinerzeit auf der VERGESSENEN POSITRONIK gefunden hat, nimmt der Cappin-Kommandant Offshanor Kontakt mit Atlan auf. Man vereinbart einen Treffpunkt und setzt sich getrennt ab, bevor Verstärkung für die Zaqoor eintreffen kann.

Kalarthras ist immer noch bewusstlos. Atlan hat nichts dagegen, denn er träumt von Liebesnächten mit Kythara und kann sich nicht gegen Eifersuchtsgefühle wehren…

Kommentar:

Der Lordrichter-Zyklus, in dem kaum etwas passiert ist, ist zu Ende. Der Dunkelstern-Zyklus beginnt, und es passiert… wieder nichts. Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Immerhin erscheinen endlich, wie ich es gehofft habe, die Cappins und man erfährt, wie sie in die Milchstraße gelangt sind. Dass die Cappins jetzt wieder mit von der Partie sind, ist schon mal viel versprechend. Welche Interessen die Lordrichter in Gruelfin haben könnten bzw. warum die Cappins meinen, Gruelfin werde durch die Lordrichter bedroht, bleibt aber noch immer unklar. Ansonsten ist dieser erste Roman des neuen Minizyklus fast völlig actionorientiert. Es wird viel geballert, die Zaqoor sind das x-te Volk der PR- und Atlan-Serie, das nur für den Kampf lebt (ein Klischee, das nicht totzukriegen ist) und Atlans Hormone spielen wieder mal verrückt. Erneut fummelt Kythara in einer Nebenzentrale an den technischen Hinterlassenschaften ihres Volkes herum und führt so die Entscheidung herbei. Auch das ist ein Handlungsmuster, das schon in mindestens der Hälfte aller Lordrichter-Romane vorgekommen ist. Muss sich denn ewig alles wiederholen? Fällt den Autoren denn gar nichts Neues mehr ein?

Etwas überraschend finde ich übrigens, dass der Kardenmogher innerhalb von nur drei Tagen doch wieder soweit repariert ist, dass man mit ihm ein Ablenkungsmanöver fliegen kann. Ich dachte, das Ding sei erst einmal außer Gefecht gesetzt? Ist es eine gute Idee, Atlan eine derart ultimate Waffe an die Hand zu geben? Mal abwarten - wahrscheinlich geht der Kardenmogher doch bald wieder kaputt…

Aber ich will den Roman gar nicht schlechtreden. Er ist routiniert geschrieben und man kann ihm einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Als Zyklusauftakt ist er eher unspektakulär, aber auch hier gilt, was ich zum "Ende" des vorhergehenden Zyklus gesagt habe: Man muss sich zu der Erkenntnis durchringen, dass die Unterteilung in 12er-Zyklen nur noch Marketingzwecken dient - die Handlung ist nicht mehr in sich abgeschlossen, sondern wird fortlaufend weitergeführt.


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