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Atlan Centauri 12: Finale am Sonnentransmitter

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Atlan läßt fünf seiner Begleiter, darunter auch Li da Zoltral, durch den Transmitter zur Kharag-Stahlwelt kommen. Der Zentralrechner der Station hat zwar zugesichert, sich in die Auseinandersetzung der zwei vermeintlichen Tamräte nicht einmischen zu wollen, sorgt aber dafür, daß innerhalb der Station keine Schutzschirme funktionieren. Zum Ausgleich isoliert und betäubt er aber auch den größten Teil von Crest-Tharo da Zoltrals Mannschaft, damit auch Atlans Widersacher nur fünf Leute zur Unterstützung zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund treffen Atlan und seine Begleiter auf ihrem Weg zum Zentrum des ehemaligen Planetoiden zunächst auf keinen Widerstand. Sie entdecken Biolabore, in denen mehr oder weniger mißglückte Ergebnisse von Crest-Tharos Klonexperimenten entweder in Fomaldehyd konserviert oder in Käfigen eingesperrt sind. Wie es scheint, hat der Arkonide diese mißgebildeten Geschöpfe mit Hilfe der lemurischen Anlagen gezüchtet, und eines davon gleicht dem affenähnlichen Wesen namens Krantar, dem Atlan im Jahre 2406 alter Zeitrechnung beim Kampf mit Mirona Thetin begegnet ist.

Als dann doch ein Angriff durch Crest-Tharos Leute erfolgt, trennt sich die Gruppe. Atlan und Li kommen auf der Flucht durch eine große Halle, in der dinosaurierähnliche Kreaturen - alles geklonte Kunstwesen - in großen Gruben gehalten werden. Atlan wird von einem Paralysestrahl gestreift und stürzt in eine dieser Gruben, Li kann das darin hausende Echsenwesen im letzten Moment erschießen, bevor es Atlan verspeist. Die beiden nähern sich dem Kern der Station, wo sich auch die Bewußtseins-Transferanlage der Lemurer befindet, als der Kontakt zu ihren Kameraden abreißt. Atlan und Li erleiden das gleiche Schicksal; sie laufen Crest-Tharo und seinen Leuten in die Arme und werden von diesen gefangengenommen. Crest-Tharo will die Bewußtseins-Transferanlage an Li testen. Er hat sein Wirtschaftsimperium im arkonidischen Reich nur mit Hilfe der lemurischen Hinterlassenschaften in Omega Centauri aufbauen können, die er nach und nach ausgebeutet hat. Der Angriff auf das Epetran-Archiv diente nur dem Zweck, einen Krish'un zu erbeuten, mit dem er sich gegenüber dem Kharag-Gehirn als Tamrat ausweisen wollte - denn nur als solcher wollte dieses ihm Zugriff auf die Steueranlagen für den Sonnentransmitter und auf die Bewußtseins-Transferanlage gewähren. Crest-Tharo war es, der mit dieser Anlage einen Techniker der Orbanaschol-Werft zu einem Attentat auf Atlan gezwungen hatte. Er hatte auch versucht, Atlan auf dem Weg zum Tamanium Shahan und Li beim Bankett der Tamaron zu übernehmen, war aber an Atlans Mentalstabilisierung gescheitert. Bei Li verhindert ein anderer, unbekannter Einfluß die Übernahme, und zwar auch jetzt, als Crest-Tharo seine entfernte Verwandte direkt in die Anlage steckt und diese bis zur Höchstbelastungsgrenze hochfährt. Seine Ziele sind einfach: Er selbst will in Atlans Körper die Macht über Arkon an sich reißen und die Unsterblichkeit an zahlende Kunden verkaufen.

Dann greifen Zanargun und der Dryhane ein, die frei geblieben sind. Crest-Tharo überlastet die Anlage und Li kommt frei, während alle außer Atlan von den entfesselten PSI-Energien betäubt werden oder fliehen. Allerdings verhält Li sich mehr als eigenartig: Sie attackiert Atlan und faselt unverständliches Zeug von ihrem Herrn - Samkar! Sie scheint völlig durchgedreht zu sein und versucht, die Kontrolle über die Bewußtseins-Transferanlage zu erhalten, um Atlan mental zu übernehmen. Gleichzeitig steigt der gut erhaltene Körper des vor 50.000 Jahren gestorbenen Tamrats Nevus Mercova-Ban aus seinem Sarg, der sich in der Zentrale befunden hat. Li wird von dem Krantar-Wesen mit einem Speer getötet. Die überlastete Bewußtseins-Transferanlage leitet die Selbstzerstörung ein. Nevus Mercova-Ban spricht zu Atlan und sagt etwas, das nur Atlan und Li bekannt ist. Offenbar wurde Lis echtes Bewußtsein in den Körper des Lemurers transferiert. Aber wer hat dann Lis Körper gesteuert und Atlan angegriffen? Samkar, der wie ein Deus ex Machina erscheint und die Selbstzerstörung der Anlage aufhält, liefert die Erklärung: Er hat der Arkonidin schon vor ihrer ersten Begegnung mit Atlan ein zweites Bewußtsein eingepflanzt. Dieses war verantwortlich für ihr oft seltsames Verhalten. Sie hatte den Auftrag, Atlan zu beobachten und zu beschützen, weil er, wie Samkar sagt, noch gebraucht wird. Das ist alles, mehr sagt der Kosmokratenroboter nicht, und verschwindet mit Lis Leiche.

Auch der Körper von Nevus mit Lis "eigentlichem" Bewußtsein stirbt. Atlan stürmt mit seinen Leuten den Raum, in dem Crest-Tharo sich verschanzt hat. Atlan beherrscht seine Rachegelüste und nimmt den Großindustriellen gefangen. Die Bewußtseins-Transferanlage ist so stark beschädigt, daß sie für immer unbrauchbar bleiben wird. Der Rest der Anlage bleibt erhalten und kann irgendwann einmal näher untersucht werden.

Kurz notiert:

Ebenso wirr wie obige Handlungszusammenfassung liest sich auch der Roman selbst. Das Heft ist ein enttäuschender Abschluß für einen äußerst schwachen Minizyklus, der praktisch nur aus "Lückenfüllern" besteht. Vielleicht ist jeder Roman isoliert für sich betrachtet nicht einmal schlecht, aber es fehlt einfach der große Zusammenhang und für die PR-Serie ist der Zyklus sowieso absolut bedeutungslos. Man fragt sich, ob das jetzt alles gewesen sein soll - eigentlich müßten jetzt noch ein paar Romane kommen, in denen wirklich etwas passiert, das dem Ganzen irgend einen Sinn gibt!

Daß Li da Zoltral, Atlans x-te große Liebe, den Minizyklus nicht überleben würde, stand von vornherein fest, da sie ja in der PR-Serie nie erwähnt worden ist. Auch ihr Tod in diesem Roman vermag mich deshalb nicht vom Hocker zu reißen. Und der Auftritt Samkars ist ebenso überflüssig wie die ganze an den Haaren herbeigezogene Geschichte: Er trägt nichts, aber auch nicht das allergeringste zur eigentlichen Handlung bei. "Du wirst noch gebraucht", sagt er zu Atlan. Na toll! Das war alles?

Sorry, aber solch einen Spin-off Zyklus brauche ich nicht noch einmal...


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