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Atlan Centauri 11: Der Tamrat

Autor: Rainer Castor

Inhalt

Atlan rematerialisiert in der Kharag-Stahlwelt und wird vom dortigen Zentralcomputer als Hochrang-Bevollmächtigter anerkannt, weil er den Umhang eines Tamrats trägt. Bei der Kharag-Stahlwelt handelt es sich um einen ausgehöhlten Planetoiden im geometrischen Mittelpunkt des Centauri-Sonnentransmitters, dessen eigentliches Zentrum auf der Zelle eines lemurischen Superschlachtschiffs aufgebaut worden wurde und der in den Halbraum eingebettet ist. Wie nicht anders zu erwarten, kann jede der zwölf Außenflächen des Sonnendodekaeders als eigenständiger Transmitter benutzt werden, alle 20 Sonnen zusammen bilden einen Super-Transmitter. Zur Abschlußeinstufung muß der Zentralcomputer auf Atlans Individualschwingungen und diejenigen seines Umhangs eingestimmt werden. Während dieser Prozedur werden ihm Informationen über die lemurische Vergangenheit vermittelt, zu diesem Zweck erlebt er die gespeicherten Erinnerungen eines hochrangigen Wissenschaftlers der in der Zeit der Haluterkriege (ca. 50.000 vor Christi Geburt) gelebt hat, als wären es seine eigenen.

Der Name dieses Mannes ist Nevus Mercova-Ban und er ist ein auf Zeut geborener Zeut-Ellwe. Als solcher steht er in ständigem mentalem Kontakt mit dem Planeten Zeut selbst. Denn dort gibt es enorme PEW-Metall-Vorkommen (die Lemurer nennen dieses Material Drokarnam), die durch die Anwesenheit der Lemurer und die Auswirkungen ihrer Hypertechnik ein eigenes Bewußtsein entwickelt haben, und die Zeut-Ellwen verfügen wegen einer erhöhten Konzentration dieses Metalls in ihrem Blut und einer Paradrüse über schwache PSI-Kräfte. Mit Hilfe der Megaintelligenz ZEUT war es den Lemurern bisher möglich, die Angriffe der Haluter abzuwehren, allerdings wird Zeut von den Bestien-Nachkommen vernichtet, als Nevus 12 Jahre alt ist. Als Invitro-Geborener Zeut-Ellwe ist Nevus übrigens weißhaarig, hat rote Augen und eine Brustplatte anstelle von Rippen... Nevus wird beim Angriff der Haluter von einer Frau gerettet, die sich Shurya nennt und Tochter des hohen Tamrats und Chefwissenschaftlers Noral Atorem ist - wir erfahren später, daß es sich bei diesen beiden um Ermigoa und ihren Vater Selaron Merota handelt: Zeitreisende, die die Geschicke der Lemurer behutsam lenken, letzten Endes aber vermutlich für den Ausbruch der Haluterkriege verantwortlich sind, denn die Haluter wurden von den Uleb auf die Lemurer gehetzt, weil diese durch Zeitexperimente auffällig geworden sind! Nevus hat des öfteren Visionen von bunten Schmetterlingen (wir erinnern uns an die ES-Genese) und von homerischem Gelächter. Auch Noral Atorem erwähnt ES und Anti-ES - offenbar stecken die Lemurer mitten in einem früheren kosmischen Schachspiel der Superintelligenzen. Nevus verliebt sich in seine schöne Retterin, kommt ihr aber niemals näher. Sie und ihr Vater scheinen nicht zu altern - logisch, denn wir wissen, daß beide einen Zellaktivator tragen.

Die Überreste des Planeten Zeut, die auf der Erde (Lemur) für den langsamen Beginn einer Eiszeit sorgen, sind der letzte Schutz der Zentralwelt des Großen Tamaniums vor den Halutern, denn der Drokarnam-Staub verursacht Hyperstörungen, die zwar die Technik stören, jedoch auch die vierarmigen Riesen fernhalten. Als Assistent des Chefwissenschaftlers Atorem erforscht Nevus Hinterlassenschaften der Cappins, die auf Lemur entdeckt worden sind. Er versucht, die Fähigkeit des Pedotransfers künstlich nachzuahmen, um auf diese Weise Einfluß auf die Haluter nehmen zu können. Auch soll künstlich PSI-Materie hergestellt und einigen Planeten eingeimpft werden. Durch die so entstehende Strahlung sollen die Haluter lethargisch gemacht werden. Währenddessen laufen die Vorbereitungen für eine Evakuierung der lemurischen Zivilisation mit Hilfe der Sonnentransmitter nach Andromeda (Karahol) auf vollen Touren, denn die Haluter erobern bzw. vernichten ein lemurisches Sonnensystem nach dem anderen. Parallel dazu werden auf vielen Welten Tarvian-Fluchtstationen errichtet, die aus einem hyperenergetisch aufgeladenen Hyperkristall-Drokarnam-Gemisch bestehen. Dieses Material widersteht sogar den halutischen Intervallstrahlern.

Als die Haluter, mit neuer Paratron-Technologie ausgestattet (die sie von den Zeitpolizisten erhalten haben) zu eine weiteren Großoffensive ansetzen, fliehen die Lemurer endgültig aus der Milchstraße. In Omega Centauri haben die Lemurer mit Hyperschwall-Generatoren die natürlichen Emissionen des Sternhaufens so verstärkt, daß für Raumschiffe kaum ein Durchkommen ist. Nur einige von Lemurern bewohnte Systeme wurden davon freigehalten. Die Hyperschwallfronten, mit denen die TOSOMA so schwer zu kämpfen hatte, sind also in der Hauptsache künstlich erzeugt worden!

Nevus stirbt bei dem Versuch, einen Haluter mit einer Pedotransfer-Anlage zu übernehmen. Irrtümlich erwischt er nämlich nicht einen normalen Haluter, sondern einen Zeitpolizisten, der sich gegen die Übernahme wehren und Nevus die Lebenskraft aussaugen kann. Seine Erinnerungen gehen auf den Kharag-Computer über. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit des gezielten Bewußtseinstransfers besteht darin, das eigene Bewußtsein auf Androiden- oder Klon-Körper zu übertragen; dies wäre gleichbedeutend mit Unsterblichkeit!

Atlan erwacht als anerkannter Tamrat, er macht sich sogleich auf den Weg zurück nach Kharba. Gerade als er den Transmitter betreten will, sieht er auf dem Bildschirm einer internen Kommunikationsanlage das Gesicht von Crest-Tharo da Zoltral...

Kurz notiert

Ich hatte es geahnt: Nach 9 vergleichsweise unwichtigen, ereignislosen Heften folgt einmal mehr ein Rückblenden-Roman, in dem man einiges über die Hintergründe erfährt, dann kommt der letzte Roman mit dem großen Showdown. Eigentlich müßte man von diesem Zyklus also nur die Hefte Nr. 1, 11 und 12 lesen...

Rainer Castor läßt noch einmal die ganze lemurische Vergangenheit aus der Zeit der Haluterkriege wiederauferstehen und fügt einige neue Aspekte hinzu. Für PR-Newbies ist dieser Roman allzu starker Tobak, weil sie mit den wenigsten Begriffen etwas anfangen können und von der Informationsflut einfach erschlagen werden dürften.

Immerhin ist jetzt klarer, was Crest-Tharo eigentlich in Omega Centauri will: Mit der Anlage zur Bewußtseinsübertragung und den Arkoniden-Klonen hält er ein Instrument in der Hand, mit dem er Unsterblichkeit verkaufen kann. Das dürfte denn wohl die Ware sein, die er seinen edlen Gästen anbieten will, die in den abgesperrten Bezirken auf Theka Urlaub machen! Nur - welches Interesse könnten Samkar und die Kosmokraten daran haben?

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